Zum Menü des literaturcafe.de | Zum Kontextbereich
Toplinks
Social-Media-Icons
Beitrag vom 11. September 2013 | Rubrik: Literarisches Leben, Self-Publishing

CreateSpace von Amazon im Test: Sinnvoller Service für Verlage?

Ulrike Wolfring vom Storyhouse Verlag

Ulrike Wolfring vom Storyhouse Verlag

CreateSpace ist ein Service von Amazon, um kostengünstig und in kleinen Auflagen Bücher im Print-on-Demand-Verfahren zu drucken. Seit einiger Zeit ist die Plattform auch für Deutschland verfügbar. Wie gut ist CreateSpace? Ist es eine reine Self-Publishing-Plattform, die Selbstverlegern die Möglichkeit bietet, ihre E-Books auch gedruckt anzubieten? Oder ist der Service auch für Verlage interessant, um kleine Auflagen zu produzieren? Ulrike Wolfring und Andreas Exner vom Stuttgarter Storyhouse Verlag geben in diesem Gastbeitrag interessante Einblicke in die Verlagskalkulation und haben die Plattform ausgiebig getestet. Die Ergebnisse überraschen!

***

Kalkulation und verlegerisches Risiko

Verlage, zumal kleinere, stehen oft vor ähnlichen Problemen wie der Selbstverleger. Zum Beispiel, wenn ein neuer Autor verlegt werden soll und der Erfolg des Projekts ungewiss ist. Wie bekommt man kleine Auflagen in guter Qualität und zu einem vernünftigen Preis gedruckt? Während der Selbstverleger im Zweifel bei den Druckkosten ein Auge zudrückt, um sein Werk veröffentlicht zu sehen, kann sich ein Verlag das in der Regel nicht leisten.

Schauen wir kurz auf die Kalkulation. Während für dicke Schmöker etwas mehr verlangt werden kann, muss ein schlanker Taschenbuchroman heute unter der magischen 10-Euro-Marke bleiben, um seine Leser zu finden. Kleine Verlage müssen eher noch günstiger anbieten, um gegen die Platzhirsche anzukommen. Der Storyhouse Verlag zum Beispiel bietet sein komplettes Taschenbuchprogramm zu 8,90 Euro an.

Von diesem Verkaufspreis ist zunächst die Mehrwertsteuer abzuziehen und – als größter Einzelposten in der Kalkulation – der Großhandelsrabatt. Greifen wir das Storyhouse-Beispiel auf, so verbleiben von 8,90 Euro dann nur noch etwa 3,30 Euro.

Dieser Betrag steht aber nicht für den Druck zur Verfügung, weil auch der Autor sein Honorar möchte und selbst der kleinste Verlag Gemeinkosten hat, die er auf den Stückpreis umlegen muss. Das geht dem Selbstverleger übrigens nicht anders, und wenn es nur Rechnungsstellung und Versandkosten sind. Bei Verlagen kommen Lagerkosten hinzu, Marketing, Personal etc.

Die Umlage der Gemeinkosten (auch Vertriebs- und Verwaltungskosten genannt) ist immer ein kniffeliges Thema und hängt natürlich auch von der Auflagenhöhe ab, auf die umgelegt wird. In unserem konkreten Beisiel verbleibt am Ende ein Betrag von etwa 2,75 Euro pro Buch. Nehmen wir weiter an, dass der Verleger auch einen kleinen Gewinn erwirtschaften möchte, sagen wir 3% vom Umsatz (womit er weniger verdient als der Autor mit 4-6%), dann verbleiben am Ende ca. 2,50 Euro, um die Druckkosten zu bestreiten. In Worten: zwei Euro fünfzig!

Es ist sicherlich möglich, für diesen Preis bei einer heimischen  Druckerei einen hochwertigen Druck auf gutem Papier, sagen wir um die 200 Seiten, mit solider Klebebindung und kaschiertem Farbeinband zu bekommen, Schutzfolie und Anlieferung nicht zu vergessen. Dann sollte die Auflage aber mindestens 1.000 Stück betragen. Darunter kann die Luft relativ schnell dünn werden.

Die großen Publikumsverlage haben mit dieser Kalkulation wenig Probleme, trotz deutlich höherer Gemeinkosten. Diese Verlage gehen ein Projekt erst an, wenn mindestens 5.000 Exemplare relativ sicher absetzbar erscheinen. Bei Bestsellern sind die Druckkosten dann sogar der deutlich kleinere Part gegenüber den Marketingkosten. Bei kleineren Verlagen sieht das anders aus – vom Selbstverleger ganz zu schweigen. Die wenigsten Selbstverleger wollen sich beim ersten Ausflug in die Verlegertätigkeit gleich mal 1.000 Exemplare oder mehr als Vorrat im Hobbykeller einlagern.

Das Risiko auslagern

Jetzt kommt CreateSpace ins Spiel, denn diese Plattform aus dem Hause amazon bietet ein lukratives Preismodell:

Ganz im Sinne von Print-on-Demand wird ein Buch bei CreateSpace erst dann gedruckt, wenn es ein Käufer im Internet gekauft hat. Es wird direkt an den Kunden ausgeliefert – anders als im klassischen Verlagsgeschäft muss sich der (Selbst-)Verleger also in keiner Weise um die Logistik Gedanken machen. Die Themen Lagerung, Verpackung und Porto sowie das Thema Rechnungsstellung entfallen – der zugehörige Gemeinkostenblock kann aus der Kalkulation gestrichen werden.

Noch interessanter ist natürlich, dass es keine Vorfinanzierung und damit kein nennenswertes unternehmerisches Risiko gibt. CreateSpace arbeitet auch nicht mit Mindestmengen, und über die Druckkosten muss man sich keine großen Gedanken machen. Man zahlt nämlich nicht an CreateSpace; man erhält pro verkauftem Buch eine Tantieme (Royalty genannt; das komplette CreateSpace-Angebot ist – anders als der KDP-Service für eBooks – momentan nur in englischer Sprache verfügbar.)

Das funktioniert so: Vom (Netto-)Verkaufspreis behält CreateSpace eine Vertriebsprovision ein. Das sind 40%, wenn über Amazon USA oder Amazon Europa verkauft wurde. Weiterhin wird ein Fixum von 0,60 Euro für Druckkosten abgezogen sowie seitenzahlabhängige Druckkosten von 0,012 Euro pro Seite. Der restliche Verkaufserlös wird an den Verleger ausgezahlt.

Bezogen auf unser Beispiel sieht das wie folgt aus: Bei einem Nettoverkaufspreis von 8,28 Euro verbleiben pro verkauftem Exemplar knapp 2,00 Euro. Zieht man noch einen realistischen Gemeinkostenblock für Werbung ab (z.B. mit Google AdWords), verbleiben unterm Strich ca. 1,50 Euro als Gewinn. Das ist momentan mit keinem anderen Modell auf dem Markt zu schaffen!

Nochmal zum Vergleich: Bei der klassischen Vorgehensweise lag der Gewinn bei ca. 0,25 Euro pro Buch – und das mit vollem unternehmerischen Risiko, ca. 1.000 Exemplare vorzufinanzieren und dann auch loszuschlagen.

CreateSpace mal ausprobieren

Ein Modell, zu schön um wahr zu sein?! Auf jeden Fall schön genug, um es auch als professioneller Verlag einfach mal auszuprobieren. Gesagt, getan. Der Titel »Die Sackgasse als Weg« aus dem Storyhouse Verlag wurde als Versuchsobjekt ausgewählt. Die Autorin, Heike Stark, war bislang vor allem für ihre Beiträge in Fachbüchern des renommierten Springer VS Verlages bekannt. Wie würde ihr erster Belletristik-Titel am Markt einschlagen? Würden die Leser es annehmen, dass eine so seriöse Autorin sich plötzlich mit Satire und Humor präsentiert? Unserer Meinung nach ein bärenstarker Titel, aber unternehmerisch nicht einfach einzuschätzen – ein ideales Versuchsobjekt für das CreateSpace-Abenteuer.

Der Account ist schnell angelegt, das Tempo der etwas überladen wirkenden Seite ist zufriedenstellend, und dass alles nur auf Englisch funktioniert, stört uns eigentlich nicht.

Beim Setup des Titels brauchen wir am meisten Zeit für die Definition der Buchgröße. Zwar kann man die Größe frei definieren, eine Distribution über alle verfügbaren Kanäle garantiert Amazon aber nur, wenn man eine der voreingestellten Größen verwendet. Natürlich funktioniert alles in Zoll (1 Zoll = 2,54 Zentimeter). Wir entscheiden uns schließlich für das Format 4,25 x 7“ (entspricht 10,795 x 17,78 cm). Als Papiersorten gibt es weiß und creme, was okay ist. Wir entscheiden uns für creme und sind später von der Haptik sehr angetan.

Dann die erste interessante Erfahrung. Natürlich bieten wir den Titel auch über Amazon KDP als E-Book an. Und natürlich geben wir den gleichen Titel bei CreateSpace ein. Was wir nicht beachten, ist ein winziger Unterschied. Der korrekte Titel lautet »Die Sackgasse als Weg – eine unterschätzte Alternative«. Einmal geben wir den Untertitel mit an; einmal nicht. Das hat später zur Folge, dass amazon nicht merkt, dass es sich um den gleichen Titel handelt und die beiden nicht miteinander »verlinkt«. Somit wird dem E-Book-Käufer auf amazon.de später nicht angezeigt werden, dass es den gleichen Titel auch als Taschenbuch zu kaufen gibt und vice versa (auch die Rezensionen werden nicht automatisch verlinkt).

So weit noch nachvollziehbar. Aber man sollte doch meinen, das dieser kleine Fehler später schnell wieder behoben ist – aber dem ist jedoch nicht so. Titelinformationen können später nicht mehr korrigiert werden, und nur mit viel Mühe und mit Hilfe der amerikanischen amazon.com-Kollegen können wir das Problem doch noch lösen – die deutschen amazon-Servicemitarbeiter sind leider keine Hilfe.

Den Innenteil des Buches hochzuladen ist in fünf Minuten erledigt und CreateSpace hat eine sehr schöne Preview-Funktion, um Seitenumbruch und -layout zu begutachten.

Buchdesign und Buchqualität

Das CreateSpace Cover ist erst nach mehreren Iterationen fertiggestellt.

Das CreateSpace Cover ist erst nach mehreren Iterationen fertiggestellt.

Schwieriger gestaltet sich die Cover-Erstellung. CreateSpace verfügt über einen eigenen Cover-Creator (für Bücher, CD und DVD). Für Bücher stehen 30 Templates zur Verfügung und ca. 2.000 lizenzfreie Bilder. Man hat eine Menge Gestaltungsmöglichkeiten, aber auch Einschränkungen. Die Schriftgröße in einer Textbox wird zum Beispiel automatisch errechnet; sie kann nicht frei eingestellt werden. Nicht umsonst bietet CreateSpace neben dem (kostenlosen) Cover-Creator auch eine professionelle Covergestaltung an; diese schlägt allerdings mit 299,- USD zu Buche.

Als Verlag hat man eigene Designrichtlinien. Hierfür bietet CreateSpace die Möglichkeit, eine fertige JPG-Grafik hochzuladen – bestehend aus Vorderseite, Rücken und Rückseite. Klingt in der Theorie gut, klappt in der Praxis aber überhaupt nicht gut. Die Ermittlung der Rückenstärke gelingt über die Formel Seitenanzahl x 0,0025“ (= 0,00635 cm) noch ganz gut. Aber das Einstellen der Trim-Ränder bleibt ein Mysterium. CreateSpace justiert das Cover automatisch nach, wenn es der Meinung ist, dass im Trim-Bereich (das ist der äußere Rand des Buches, wo eine gewisse Toleranz für den Anschnitt benötigt wird) sich graphische Elemente oder Schrift befinden, die dort nicht hingehören. Dabei skaliert CreateSpace Teile des Covers neu, was im Ergebnis dazu führt, dass unser Storyhouse-Schriftzug immer ein bisschen zerquetscht wird – auch dann, wenn eigentlich alle Maße den Vorgaben entsprechen.

Einsteigern empfehlen wir daher auf jeden Fall, mit den Templates des Cover-Creators zu arbeiten, dort treten diese Probleme nicht auf. Für Verlage mit eigenen Designrichtlinien ist das Thema dagegen ein echter Showstopper.

Nach vielen Versuchen bekommen wir ein Layout hin, mit dem wir leben können. Dabei muss man wissen, dass man – trotz der guten Vorschaufunktion – letztlich erst anhand des gedruckten Exemplars das Ergebnis vernünftig begutachten kann.

Ein Probeexemplar kann jederzeit angefordert werden. Probeexemplare kosten (je nach Größe und Seitenzahl) nur zwei bis drei Dollar, aber Vorsicht: Da sie in der Regel in den USA gedruckt werden, kommen noch die Versandkosten hinzu.

Mittlerweile hat amazon hier die Preise deutlich gesenkt, aber die Expresszustellung schlägt trotzdem noch mit ca.15 USD zu Buche. Wobei »Express« eine Lieferzeit von mindestens 10 Tagen bedeutet – der Standardversand dauert zwischen ein und zwei Monaten! Mal eben ein Layout zu überprüfen, wird da selbst im Express-Modus zum Geduldsspiel, vor allem, wenn man mehrere Iterationen benötigt, bis alles stimmt.

Ist das Produkt fertig konfiguriert, muss man eigentlich nur noch die Vertriebskanäle auswählen, und schon kann es losgehen. Für Deutschland gibt es den Vertriebskanal Amazon Europe. Damit wird der Titel in den europäischen Amazon-Shops zum Verkauf angeboten. Das dauert allerdings seine Zeit – der Eintrag auf amazon.de (der einzige, der uns als deutscher Verlag wirklich interessiert) war erst nach zwei bis drei Wochen zu sehen, wobei das nach Aussage des Supports auch schneller gehen kann! Auf amazon.com hingegen ging es recht fix. Da aber dort in Dollar bezahlt wird und der Überseeversand wie beschrieben recht lange dauert, tummeln sich da kaum deutsche Kunden – hilft also nix. Auch die sog. Expanded Distribution hilft nicht weiter. Im ersten Moment klingt es zwar super, dass CreateSpace das Buch auch in den stationären Buchhandel bringt mit tausenden von Verkaufsstellen – allen voran Barnes & Nobel und Ingram. Aber das funktioniert aktuell leider auch nur für Amerika. In Deutschland sind gedruckte CreateSpace-Titel derzeit ausschließlich über amazon.de erhältlich, sofern man die Distribution nicht wieder selbst in die Hand nimmt.

Abgeknickte Ecken

Mit all diesen kleinen Einschränkungen könnte man gut leben, wenn da nicht noch das Thema Qualität wäre. Die Druckqualität ist vorbildlich mit sehr scharfem Druckbild und gutem Papier. Aber der Umschlagkarton lässt schwer zu wünschen übrig. Der Karton ist zu dünn, dadurch gibt er wenig Stabilität und strahlt keine Wertigkeit aus. Hier spart Amazon an der falschen Stelle. Leider gibt es auch keine Option, die Bücher vor dem Versand einschweißen zu lassen. In Verbindung mit dem dünnen Umschlagkarton hatten wir mehrere Sendungen, bei denen am Einband eine Ecke abgeknickt war – das ist nicht schön. Immerhin zahlt der Kunde 8,90 Euro für ein relativ kleines Buch, da erwartet er zu Recht eine einwandfreie Ware.

Noch schlimmer ist allerdings die Klebebindung. Wir haben verschiedene Chargen ausprobiert – immer mit dem gleichen Ergebnis. Die Klebebindung wird unsauber ausgeführt, die Klebeschicht zwischen Rücken und Umschlagkarton ist zu dick und ungleichmäßig.  Natürlich stellt man an ein Taschenbuch nicht die gleichen Ansprüche wie an eine gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag. Aber  der deutsche Leser ist auch im Taschenbuch-Segment eine hohe Qualität gewohnt – und die kann CreateSpace nach unserer Erfahrung aktuell nicht anbieten. Auch die neue außeramerikanische Druckstraße von CreateSpace in Osteuropa konnte keine besseren Ergebnisse liefern.

Das ist übrigens nicht nur unsere Einschätzung. Wir haben Feedback von Leser erhalten, die ebenfalls die Verarbeitung bemängelten. Ein bislang einmaliger Vorgang in unserer noch jungen Verlagsgeschichte.

Durchaus möglich, dass Modellen wie CreateSpace die Zukunft gehört – zumindest für Selbstverleger und kleine Verlagsauflagen. Momentan wird der günstige Produktionspreis durch deutliche Abstriche bei der Qualität des Endprodukts erkauft, aber amazon hat sicherlich die Mittel und möglicherweise auch den Willen, das in der Zukunft zu ändern.

Wir wollten aber nicht auf die Zukunft warten und haben reagiert. Aufgrund des hohen Leserinteresses ist »Die Sackgasse als Weg« mittlerweile in zweiter Auflage erschienen, und diese haben wir ganz traditionell bei einer alteingesessenen regionalen Druckerei in Auftrag gegeben. Die Marge ist damit zwar wieder auf einen Viertel-Euro zusammengeschrumpft, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen! Der Titel ist auch im neuen Gewand weiterhin bei amazon & Co. erhältlich – aber nicht mehr via CreateSpace!

Ulrike Wolfring/Andreas Exner, Storyhouse Verlag

Heike Stark: Die Sackgasse als Weg. Taschenbuch. 2013. Storyhouse Verlag. ISBN/EAN: 9783944353029. EUR 8,90 (Bestellen bei Amazon.de)
Heike Stark: Die Sackgasse als Weg - eine unterschätzte Alternative. Kindle Edition. 2012. Storyhouse Verlag (Herunterladen bei Amazon.de)

13 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Fabian Neidhardt schrieb am 11. September 2013 um 18:22 Uhr

    Also ich muss hier mal ein Gegenbeispiel bringen. Seit 10 Monaten lasse ich meinen Roman über CreateSpace drucken und verteilen. 222 Seiten, also ein wenig dicker, als das hier angegebene Buch. Rund 140 Bücher wurden gedruckt, mehr als die Hälfte ist durch meine Hände gegangen. Meine Bücher wurden bisher alle in Leipzig gedruckt und ja, das Cover ist verhältnismäßig dünn, aber ansonsten bin ich und bisher jeder Kunde vollkommen zufrieden mit der Buchqualität. Ich war eher von den Testexemplaren aus Amerika schockiert. Aber die deutschen Exemplare: Gute Druckqualität, saubere Schnitte, saubere helle Klebebindung.

    Ich kann verstehen, dass CreateSpace – auch für mich – auf Dauer noch keine Lösung für deutsche Verlage und Autoren ist. Aber das ist definitiv nicht der Druckqualität geschuldet.

    Als Verlag würde ich mich derzeit eher mit der Verlagsoption von BOD beschäftigen: http://www.bod.de/verlage.html
    Darüber ein Testbericht wäre schön. Das ist ein Wink, Wolfgang.

    Die besten Grüße aus Stuttgart, Fabian

  2. Walter Weidner schrieb am 11. September 2013 um 20:24 Uhr

    Also ich habe Erfahrungen mit den CreateSpace Büchern von ca. Jan/Feb dieses Jahr. Da war die Druckqualität , vor allem die Bindung, ähnlich schlecht wie im Artikel beschrieben. Neuere Erfahrungen habe ich leider nicht. Aber kann es vielleicht sein, dass Amazon schon reagiert hat. Ich meine, wenn die jetzt in deutschland in Leipzig drucken, und die Qualität wie Hr. neidhardt oben schreibt, jetzt stimmt?? Damit bleiben zwar immernoch ein paar generelle Kritikpunkte, aber das wäre doch ein Riesen Schritt nach vorne… Vielleicht bringt Kritik ja doch etwas?!? Ich fand den Beitrag jedenfalls ganz interessant, vor allem die vielen Infos zur Kalkulation ;-)

  3. Rainer Schneider schrieb am 20. September 2013 um 14:15 Uhr

    Aktuell lasse ich meinen Roman “Anna.Sehnsucht.” bei CreateSpace drucken und kann die im Artikel gemachten schlechten Erfahrungen bezüglich der Druckqualität nicht teilen, im Gegenteil. Auch in den US gedruckte Exemplare sind okay, in der Regel waren sie – trotz Standardversand – nach 3 Wochen hier. Was bod und Co angeht, einfach mal den monatlichen Kostenblock ansehen, auch der empfohlene Ladenpreis (bei ca. 264 Seiten) liegt mit rd. 17 Euro (bod classic) fern der Realität. Die Mindestvertragslaufzeit von zwei Jahren sollte man sich auch überlegen.

  4. Fabian Neidhardt schrieb am 20. September 2013 um 15:45 Uhr

    Ich glaube eher, Amazon nutzt je nach Buchdicke und Druck unterschiedliche Druckereien mit unterschiedlichen Druckergebnissen. Denn alle meine Bücher seit November 2012 kommen aus Leipzig. Des weiteren stimme ich Herrn Schneider angesichts der Konditionen von BOD für Autoren zu, für Verlage scheinen diese aber gänzlich anders zu sein.

  5. Rainer Bauer schrieb am 20. September 2013 um 18:41 Uhr

    Stichwort Qualität: Letzten Sonntag habe ich mit Photoshop das Cover gemacht, die Daten (Interior + Cover) hochgeladen und 20 Exemplare für mich bestellt. Per Express Service (das musste ich mir geben!). Heute morgen, Freitag, wurden mir die Bücher von DHL an die Wohnungstür geliefert – ich war begeistert: Keine abgeknickten Ecken, keine schlechte Klebebindung. Nein, im Gegenteil: Das Ergebnis ist hervorragend und der Preis ist es auch. Das Buch heißt “Das Haus an den Gleisen” (s. Kindle Shop). Die Createspace Ausgabe ist bei Amazon.de noch nicht eingestellt, dauert wohl noch. Kurzum, ich komme zu einem anderen Ergebnis. Ich kann diesen Weg empfehlen!

  6. SWS schrieb am 22. September 2013 um 21:43 Uhr

    Hallo, habe ausversehen ein Buch von einem amerikanischen Autoren 2x bestellt – einmal bei Amazon.com und einmal bei Amazon.de – damit konnte ich das Createspace Buch aus USA mit dem aus Deutschland gut vergleichen – das aus leipzig gewinnt. Ansonsten gute Qualität. Man sollte auch bedenken, dass bei diesem Programm auch die Logistik dabei ist – was der Drucker um die Ecke meist nicht bietet.

  7. Nikola Hahn schrieb am 24. September 2013 um 15:34 Uhr

    Als “Nur-Autorin” habe ich Create-Space noch nicht genutzt, aber für den Verlag lasse ich einige Bücher dort drucken. Die Mängel in Bezug auf die Bindung und die Druckqualität kann ich nicht bestätigen. Ich habe sowohl die “Creme-” als auch die “Whitevariante” des Papiers ausprobiert (Creme für SW-Druck, Weiß für Farbdruck) und bin auch mit der Papierqualität zufrieden. Was mir allerdings negativ auffiel (und das wurde in dem Artikel auch genannt), ist die “Feinjustierung” durch Create-Space, die seltsamen Wegen zu folgen scheint. In der Tat “schieben” die hier und da auf dem Cover randständige Embleme/Schrift etwas zusammen, aber es wird nicht wirklich nachvollziehbar, warum, denn das Einhalten der geforderten Abstände ist nicht allzuschwer umsetzbar. Ich vermute, dass man bei der Berechnung der Covermaße durch Rundung zu diesem Schritt kommt; das Problem besteht auch nur bei “randständigen” Elementen (bei mir ist es z. B. auch das Verlagslogo). Allerdings sehe ich das nicht als so großes Problem an, da man ja eine Online-Ansicht des (korrigierten) Covers bekommt und diese dann nochmals nachjustieren kann. Das ist zwar ein kleines bisschen nervig, aber bei den beiden Titeln, bei denen ich das Problem hatte, war es mit der zweiten Korrektur behoben.

    Was mich angenehm überrascht hat, war die Umsetzung der beiden in Farbe gedruckten Exemplare – allerdings habe ich dafür ein nicht gängiges Format gewählt, das allerdings von Create Space als (größtmögliches) Standardformat (21,6 x 21,6cm) angegeben wurde. Sowohl die Bild- als auch die Druckqualität ist prima.

    Wichtig zu wissen ist vielleicht auch, dass die Bücher, die deutsche Kunden kaufen, in Leipzig gedruckt werden. Das ergibt sich auch aus dem Impressum: “Printed by Amazon Distribution GmbH, Leipzig” – so muss es in den Büchern angegeben werden.

    Druckexemplare direkt aus den USA habe ich noch nicht bezogen; lediglich – weil ich es genau wissen wollte – einige Testbestellungen in Deutschland gemacht. Da aber, wie ebenfalls zutreffend angemerkt wurde, ein Verkauf der Bücher nur über die Schiene “Amazon” möglich ist und das natürlich für einen Verlag nicht ausreichend ist, möchte ich die Farbexemplare auch via Verlagslauslieferung bestellen. Und das wird dann – hoffentlich – keine Enttäuschung, denn dann werde ich auch in den USA ordern müssen.

    Während ich also die genannten Punkte der Kritik nicht oder nur teilweise nachvollziehen kann, gibt es einen Punkt, der mich so gestört hat, dass ich meine “Standardbücher” nur noch teilweise via Create Space drucken lasse. Mit “Standard” meine ich Bücher in den gängigen Formaten. Ich habe mit 6 x 9 Zoll (ca. 15 x 22 cm) zwar schon ein recht großes Format genommen, aber offenbar werden diese Bücher in großer Menge gedruckt. Bei “Nur-Text”-Büchern hatte ich keine Probleme, aber in den Exemplaren, die randständige (Schwarzweiß-)Bilder enthielten, fielen die “Testkäufe” sehr unterschiedlich aus. Einige Exemplare waren perfekt, bei anderen zeigte sich ein schmaler weißer Rand, wo das Bild eigentlich bis zum Rand reichen sollte. Amazon tauschte diese Bücher zwar anstandslos um bzw. zahlte den Preis zurück, aber als Verlag hilft mir das nicht weiter, wenn ich von 50 Ex. die Hälfte wieder zurückschicken muss. Von diesem Manko abgesehen, waren die Drucke auch bei diesen Büchern in Ordnung.

    Mein Fazit: Ich lasse bei Create Space die Großformate in Farbe und die Standard-Textformate in Schwarzweiß drucken.

    Für den Buchhandel arbeite ich mit KNV zusammen, die ebenfalls Print on Demand anbieten (nur für Verlage). Hier steht die Anbindung ans Barsortiment im Vordergrund. Man kann zwischen mehreren Papiersorten wählen (sowohl für den Buchblock als auch für das Cover), und eine Bestellung für die (eigene) Auslieferung ist auch möglich. Es gäbe noch mehr zu sagen, aber ich will niemand langweilen, der das hier als Leser (und nicht als Verleger) liest :) .

    Zusammenfassend kann ich – aus Kleinverlegersicht – sagen, dass Create Space eine durchaus lohnende Option ist, aber bei etwas anspruchsvolleren Projekten (Stichwort: randständige Bilder) nicht die erste Wahl sein sollte.

  8. Gerald Mackenthun schrieb am 5. Januar 2014 um 20:12 Uhr

    Als Storyhouse-Verlag haben Sie Ihre eigene ISBN. Ist die nötig, wenn Sie nur über Amazon vertreiben (können)? Bietet CreateSpace an, das Buch mit einer CreateSpace-ISB-Nummer zu veröffentlichen? Wenn ja, wieviel kostet die?

  9. Fabian Neidhardt schrieb am 6. Januar 2014 um 10:49 Uhr

    Sehr geehrter Herr Mackenthun, CreateSpace bietet eine kostenlose hauseigene ISBN an, mit dieser ist das Buch dann abder nicht über den stationären Buchhandel verfügbar.

  10. Renate Blaes schrieb am 7. April 2014 um 16:50 Uhr

    Als kleiner Verlag über den Suchbegriff “create space” hier gelandet. Fabian Neidhardts Tipp bezüglich BoD für Verlage befolgt und ein aktuelles Buchprojekt kalkulieren lassen. TB mit 416 Seiten Inhalt. Herstellungkosten bei BoD: 11,46 pro Buch! Die Auflage ist dabei nicht relevant. Für Verlage gibt es keine Staffelpreise, wurde mir gesagt. BoD kommt für Verlage als Druckdienstleister also definitiv nicht in Frage.

    Die aktuellen Angebote von Digitaldruckereien liegen zwischen 3 Euro und 6 Euro pro Buch. Bei einer Auflage von 200 Stück.

  11. Fabian Neidhardt schrieb am 7. April 2014 um 18:20 Uhr

    Renate Blaes, ich habe lediglich einen Tipp weitergegeben, falls das nicht den Vorstellungen entspricht, sammelt sich doch hier ein gutes Erfahrungsbecken an ;)

  12. Renate Blaes schrieb am 7. April 2014 um 19:58 Uhr

    Lieber Herr Neidhardt, mein Kommentar sollte keinesfalls eine Kritik an Ihrem Link sein. Im Gegenteil. Ich sehe es so wie Sie: ein gutes Erfahrungsbecken für alle, die sich mit dem Thema beschäftigen.
    In diesem Sinne: danke für den Link!

  13. Renate Blaes schrieb am 1. August 2014 um 18:14 Uhr

    Ich habe Create Space mittlerweile ausgiebig getestet: Testergebnis: sehr gut!
    Auf meinem Blog gibt es drei chronologisch verfasste Artikel darüber.

Kommentar zu diesem Beitrag schreiben

  1. erforderlich
  2. gültige E-Mail-Adresse / wird nicht veröffentlicht
  3. erforderlich
  4. Senden
  5. Captcha
 

Blogs, die auf diesen Beitrag verlinken

  1. Ebooks, Print-on-Demand und Digitalisierung: Miefiger Mainstream oder charmante Schlamperei? | buchgeil.de - Der Autoren-Blog verlinkte am 24. Februar 2014 um 18:03 Uhr

    […] von Daniel Morawek. In seinem lesenswerten Blog schreibt er unter anderem über Erfahrungen mit Amazons CreateSpace, dem kostenlosen und attraktiven Angebot für Bücher der Sorte […]

Diesen Beitrag per E-Mail weiterempfehlen

Empfehlen Sie diesen Beitrag weiter
  1. benötigt
  2. gültige eMail-Adresse
  3. benötigt
  4. gültige eMail-Adresse
  5. benötigt
  6. Captcha