
Bunt sind schon die Wälder, und der Schreibzeug-Podcast mit Diana Hillebrand und Wolfgang Tischer ist endlich aus der Sommerpause zurück. Sage und schreibe 318 Einsendungen erreichten die beiden zu ihrem Schreibwettbewerb – so viel wie nie zuvor. Wie geht man mit 318 Anfängen mit drei Sätzen um?
Diana Hillebrand und Wolfgang Tischer werden wieder zur gläsernen Jury und sprechen über die Einsendungen zum Schreibwettbewerb zur Sommerpause. Immerhin gilt es, die besten zu küren. Aber kann man 318 Einsendungen einzeln sprechen? Warum nicht! Eine Podcast-Folge wird dafür nicht ausreichen, und zunächst einmal geht es in der ersten Folge nach der Pause schwerpunktmäßig um die Statistik der Einsendungen.
Gefragt war beim Schreibwettbewerb zur Sommerpause, drei Sätze eines Anfang eines Romans oder einer Kurzgeschichte zu schreiben.
Grundlage der folgenden Zahlen und Statistiken sind die 318 gültigen Einsendungen, die dazu eingegangen sind. Unten sehen Sie alle Grafiken. Die Zahlen werden auch in der Podcast-Folge besprochen und analysiert. Wer sich überraschen lassen will, hört dort erst mal rein und kann dann die Details hier nochmals nachlesen.
Verlauf der Einsendungen zum Wettbewerb
Die erste Einsendung ging am 26. Juli um 11.11 Uhr ein, an dem Tag, an dem der Wettbewerb verkündet wurde, der letzte am 20. September um 23.54 Uhr, fünf Minuten vor Einsendeschluss. An den Tagen dazwischen kamen höchstens zehn Texte an. Ausnahmen sind der Tag nach dem Start (16 Einsendungen) und die letzten drei Tage mit 12, 24 und 66 Einsendungen.
Allein am 20. September, dem Tag des Einsendeschlusses, gingen 66 Einsendungen ein, das sind 21 Prozent aller Beiträge. In den letzten drei Tagen waren es zusammen 102, knapp ein Drittel.

Wochentage und Tageszeit
Der Einsendezeitraum ging über 8 Wochen. Der Sonntag liegt mit 96 Einsendungen vorn. Das liegt am Einsendeschluss, denn der 20. September war ein Sonntag und allein auf diesen Tag entfallen 66 der 96 Sonntagsbeiträge. Alle übrigen Sonntage kommen zusammen auf 30. Am Samstag trafen 45 Einsendungen ein, am Montag und Mittwoch je 39, am Freitag 38, am Dienstag 37. Am Donnerstag waren es mit 24 die wenigsten.

Die meisten Einsendungen kamen zwischen 21 und 22 Uhr an (26), ebenso viele wie zwischen 16 und 17 Uhr. Zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens kamen nur sechs Beiträge an.

Länge der Beiträge
Der mittlere Beitrag mit drei Sätzen (Median) umfasst 278,5 Zeichen, das sind rund 45 Wörter. Im Durchschnitt sind es 309 Zeichen. Der kürzeste Beitrag hat 56 Zeichen, der längste 1.292 und damit mehr als das Vierfache des Medians.

Herkunft der Einsendungen
273 der 318 Einsendungen stammen aus Deutschland (86 Prozent), 20 aus der Schweiz und 18 aus Österreich. Zwei Beiträge kamen aus Frankreich, je einer aus dem Vereinigten Königreich, der Türkei, Marokko, Kanada und Polen. Insgesamt sind es neun Länder.

Bei den Einsendungen aus Deutschland liegt Nordrhein-Westfalen mit 48 Beiträgen vorn, knapp vor Baden-Württemberg (44) und Bayern (43). Berlin und Hessen kommen auf je 24, Niedersachsen auf 23. Es folgen Rheinland-Pfalz (12), Schleswig-Holstein und Sachsen (je 11), Hamburg (10) und Brandenburg (7). Thüringen, Bremen und Sachsen-Anhalt stellen je vier Einsendungen, das Saarland zwei und Mecklenburg-Vorpommern eine. Aus jedem Bundesland ist damit mindestens ein Anfang dabei. Die Zuordnung erfolgte anhand von Postleitzahl und Ort.

Unter den Städten führt Berlin mit 22 Einsendungen vor München (15) und Hamburg (9). Köln und Leipzig kommen auf je fünf, Bremen und Stuttgart auf je vier. Gezählt sind Einsendungen mit Ortsangabe.

Frauen und Männer
Nach den Vornamen geschätzt stammen rund 78 Prozent der Einsendungen von Frauen und 22 Prozent von Männern (247 und 69 Beiträge). Nicht unüblich bei Schreibwettbewerben. Bei seltenen Namen und Pseudonymen bleibt eine gewisse Unschärfe.

Erste Wörter
Das häufigste erste Wort der Anfänge ist der Artikel »Die« (23 Einsendungen), knapp vor »Ich« (22). Danach kommen »Es« und »Sie« (je 15) sowie »Der« (13).

Inhalt der Anfänge
Die folgenden Zahlen zum Inhalt sind maschinell per Mustererkennung ermittelt (Anführungszeichen, Verbformen, Pronomen, Schlagwörter). Es handelt sich um Näherungswerte, einzelne Texte können falsch eingeordnet sein.
58 Einsendungen, also 18 Prozent, enthalten wörtliche Rede. Die große Mehrheit beginnt ohne Dialog.

Bei der Zeitform dominiert das Präteritum mit 193 Beiträgen (61 Prozent). Im Präsens stehen 103 Anfänge (32 Prozent). 13 Texte mischen die Zeiten, 3 stehen im Perfekt, bei 6 ließ sich die Zeitform nicht bestimmen.

Bei der Perspektive führt die Er/Sie-Erzählung mit 170 Beiträgen (53 Prozent) vor dem Ich-Erzähler mit 106 (33 Prozent). Zehn Texte erzählen aus der Wir-Perspektive, sieben sprechen die Leser direkt mit »du« an, 25 sind nicht eindeutig. Die häufigste Kombination ist Präteritum mit Er/Sie-Perspektive (129 Texte, 41 Prozent), gefolgt von Präsens mit Ich-Erzähler (52 Texte, 16 Prozent).

Bei den Motiven kommen körperliche Wahrnehmungen wie Augen, Hände, Atem oder Stimme am häufigsten vor (27 Prozent der Texte). Wetter und Natur tauchen in 24 Prozent auf, Familie und Orte wie Stadt, Straße oder Zimmer in je 18 Prozent, Angst und Bedrohung in 17 Prozent. Erinnerung und Zeit finden sich in 16 Prozent, Tod und Verlust in 10 Prozent, Liebe in 8 Prozent. Traum-Motive (3 Prozent) und Krieg (2 Prozent) sind selten. Die Summe liegt hier über 100%, da Mehrfachzuordnungen möglich sind.

Wie Diana Hillebrand und Wolfgang Tischer mit den Anfängen umgehen und welche ihnen besonders gefallen, ist in den kommenden Schreibzeug-Folgen zu hören. Der Podcast erscheint alle 14 Tage am Sonntag. Wenn alle 318 Anfänge besprochen sind, werden die besten gekürt.
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