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Machen! Was Podcasten und Bücher schreiben gemeinsam haben

Podcaster Wolfgang Tischer

Warum sollte man als Autorin oder Autor einen Podcast starten? Am kommenden Samstag findet wieder ein Podcasting-Webinar statt. Doch erst jetzt wurde mir klar, wie viel Podcasts und Bücher gemeinsam haben.

Braucht die Welt noch (m)einen Podcast?

Ein Podcast ist ein regelmäßiges Audio-Format, das abonniert werden kann. Podcasting ist kein Hype mehr und wird bleiben, obwohl nicht alle Podcasts bleiben werden. Je nach Zählung und Schätzung gibt es aktuell 50.000 bis 70.000 deutschsprachige Podcasts. Das führt zur ersten Frage: Warum sollte ich da auch noch einen Podcast starten?

Allerdings erscheinen jährlich ebenfalls um die 70.000 Bücher. Warum sollte man da auch noch ein Buch schreiben? Keine Autorin und kein Autor würde sich diese Frage stellen. Man schreibt Bücher, weil man der Meinung ist, dass da draußen Menschen sind, die es lesen wollen und dass das eigene Buch so verdammt gut ist, dass es bestehen wird.

Nicht anders ist es mit dem Podcasten. Wer Lust darauf hat, sollte es einfach probieren und der Meinung sein, dass der eigene Podcast so verdammt gut und originell ist, dass er Hörerinnen und Hörer finden wird.

Format und Plot: Der Inhalt ist wichtig

Natürlich kann man bei einem Buch einfach drauflos schreiben. Besser ist es aber, sich Gedanken zum Inhalt zu machen. Man plant und plottet, überlegt sich einen Handlungsverlauf. Was erwarten die Leserinnen und Leser? Was macht das Buch individuell? Die Quintessenz des Buches sollte in einem Pitch kurz und knapp zusammengefasst sein.

Nicht anders ist es mit dem Podcasten. Man kann einfach zum Mikro greifen und loslabern. Auch daraus sind schon gute Podcasts entstanden. Besser ist es aber, sich Gedanken zum Inhalt zu machen. Worum geht es im Podcast? Welche wiederkehrenden Elemente gibt es pro Folge? Was interessiert die Hörerinnen und Hörer? Worum geht es in deinem Podcast? Auch das sollte man in einem Podcast-Pitch kurz knapp und neugierig machend zusammenfassen können. Doch zu viel Planung ist auch nicht gut. Irgendwann muss man anfangen.

Charaktere und Sprecher: Sei ein Original

Ein gutes Buch lebt von seinen Charakteren. Ohne sie gibt es keine Handlung, keine Konflikte, keine Motivation, sie zu lösen. Gute Figuren haben Tiefe.

Nicht anders ist es mit dem Podcasten. Hier ist die Sprecherin oder der Sprecher die Hauptfigur. Was macht deine Stimme aus? Wie erleben dich deine Hörerinnen und Hörer? Ein guter Podcast ist, wie Freunden beim Gespräch zuhören. Entwickle am Mikrofon deine ganz speziellen Eigenarten.

Die Werkzeuge müssen beherrscht werden

Man kann seinen Roman auch mit dem Bleistift auf Papier schreiben. Hilfreicher ist eine Textverarbeitung, deren Funktionen man kennen und optimal einsetzen sollte. Wer mehr will, greift zu spezieller Software für Autorinnen und Autoren wie Scrivener oder Papyrus Autor.

Nicht anders ist es mit dem Podcasten. Das eigene Aufnahmestudio hat fast jeder in der Hosentasche: das Smartphone. Wer mehr und eine besser Audioqualität will, wer sich Gäste zum Podcast einladen will, braucht irgendwann ein besseres Mikro, eine bessere Aufnahmesoft- oder -hardware. Viel hat sich hier in den letzten Jahren getan und man bekommt gute Podcast-Werkzeuge für günstiges Geld.

Cover und Podcast-Logo: Die Verpackung muss stimmen

Es ist nicht der Inhalt, der dazu verleitet, ein Buch in die Hand zu nehmen, es ist der Umschlag, das Cover. Es solle die richtige Zielgruppe ansprechen und neugierig machen. Dann liest man die ersten Seiten und sollte bestätigt werden: das Buch will ich lesen!

Nicht anders ist es mit dem Podcasten. Ein Podcast benötigt ein quadratisches Cover mit aktuell 3.000×3.000 Pixeln Größe. Doch auch in einer kleinen Darstellung in den Podcast-Verzeichnissen von Spotify, Apple und Co sollte es wirken und vermitteln, worum es im Podcast geht, wer die Köpfe hinter den Stimmen sind. Das Logo muss zum Reinhören verleiten.

Shop und Spotify: Gefunden werden, wo alle suchen

Wer sein Buch verkaufen will, muss es dort anbieten, wo die Leute danach suchen. Man sollte es in den Buchhandlungen finden oder zumindest bestellen können. Es sollte auf allen großen Online-Plattformen gelistet sein.

Nicht anders ist es mit dem Podcasten. Wer gehört werden will, muss auf allen wichtigen Plattformen zu finden sein. Das ist heutzutage natürlich Spotify, aber auch bei Apple Podcast, bei Google Podcast, Deezer und Co sollte der eigene Podcast gelistet sein. Das Gute: es geht problemlos und kostet nichts. Und wenn der Inhalt stimmt, dann listen es die Algorithmen hoffentlich bald in der Rubrik: »Wenn Ihnen Podcast x gefällt, sollten Sie mal in Podcast y reinhören!«

Machen und Spaß haben!

Doch alles nützt nichts, wenn man nicht anfängt, wenn man zu lange plant, überlegt, probiert oder gar zweifelt. Daher gilt beim Bücher schreiben und beim Podcasting: Machen! Ausprobieren! Und ganz wichtig: Durchhalten und weitermachen! So gut wie kein Autor und keine Autorin hatte gleich mit dem ersten Buch Erfolg. Aber das Schreiben sollte weiterhin Spaß machen!

Nicht anders ist es mit dem Podcasten. Nach drei, vier, fünf oder zehn Folgen wird man noch keine Tausende an Hörerinnen und Hörern haben. Leser- und Hörerschaften muss man sich erarbeiten. Mache regelmäßig weiter und habe Spaß an der eigenen Podcast-Show.

Also los! Machen! Schreibe ein Buch! Starte einen Podcast!

Wolfgang Tischer

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