Klischees sind nicht ironisch, Zoten schon gar nicht

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Cover: Ich kann nicht, wenn die Katze zuschautBedauerlicherweise kommt es doch immer wieder vor, dass mir Wohlmeinende ein Buch schenken im Wissen, dass ich gerne und viel lese, aber ohne Vorstellung, was ich zu lesen pflege.

Sowas wie dieses Buch bestimmt nicht: Ich liebe Humor, aber ich hasse Witze – und ganz besonders, wenn jemand – passend zu den umjubelten  Dünnbrettbohrern aus dem Bestiarium der privaten Sender wie Lück, Barth, Pastewka, Schmitz und wie sie alle heißen mögen – seine in die Jahre gekommenen Plattitüden über Männer und Frauen loslässt.

Zum Glück war das Buch verpackt, so konnte ich mich artig bedanken und musste den Überbringer nicht enttäuschen.

Zu Hause geöffnet reichte mir bereits der Titel: »Ich kann nicht, wenn die Katze zuschaut«!

Auweia: Gleich zu Beginn eine Zote – wohl die unterste Stufe von Witz, verständlicherweise verbreitet bei Pubertierenden und bedauerlicherweise auch bei den ewig Pubertierenden.

Erinnerungen wurden wach, wie Horden von kaum-männlichen Viert- und Fünftklässlern ins Kino rannten, weil es einen Film gab, der »Wixxer« hieß.

Ob die sich auch auf dieses Buch stürzen?

Anzunehmen, Stefan Schwarz kennt seine Pappenheimer und spricht sie profimäßig direkt an.

Der erste Text nach der albernen Selbstvorstellung des Autors lautet »Mondfahrt der Mannsbilder« – und ich gestehe, nicht einmal die ersten zwei Seiten stand ich durch.

Was weiß dieser Autor über Männer zu sagen?

»Was sonst als ein Geschlecht von besonderer Güte würde ein derart umfassendes und andauerndes Draufschlagen so unbeschadet überstehen? Glaubt man den Frauen und ihrem Gefolge von Einschleimern …« (S.11)

Dachte immer, dass vor allem die Männer von und in besonderer Güte draufschlagen, siehe die prügelnden Proleten in und vor Stadien, die nächtliche Keilereien vor und in Kneipen und Diskotheken, die misshandelten Ehefrauen, Freundinnen und Kinder.

»[Männer] Machen ständig nur Nickerchen oder hantieren geistesabwesend im Hobbyraum mit sinnlosen Kleinteilen« (ebd.)

Ja, so hieß es schon vor 60 Jahren: So langbärtig ist dieses Klischee. Doch bei Schwarz  hat es sicher noch einen zotigen Vordersinn, dieses geistesabwesende Hantieren mit sinnlosen Kleinteilen als Hobbywixxer.

Das ist doch ironisch gemeint, wird vielleicht jemand einwenden – aber Klischees sind nicht ironisch, Zoten schon gar nicht. Und bemühtes Witzigseinwollen hat nichts mit Ironie und schon gar nicht mit Humor zu tun.

Das Beste an diesem Buch: Man kann es rückstandlos recyceln.

Übrigens: Dem renommierten Rowohlt-Verlag nehme ich es nicht übel, sowas zu veröffentlichen: Auch Verlage müssen leben, und das können sie kaum von guter Literatur! Da braucht es schon Erfolgreiches, egal wie seicht!

Malte Bremer

 

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6 Kommentare

  1. Sie mögen es dem Rowohlt-Verlag nicht übel nehmen, dass er solche Bücher veröffentlicht, aber ich nehme es Ihnen übel, dass Sie damit, ohne irgendetwas Erhellendes darüber zu schreiben, meine Zeit verschwenden. Vorschlag ans Literaturcafé: Der Autor des Beitrags sollte auf der Startseite ersichtlich sein.

  2. Lieber Herr Bremer,
    gehen Sie doch bitte um Lachen in den Keller und ihrer Umwelt mit Ihrem ach so hochen Anspruch nicht auf die Nerven. Und wie schon im Vorkommentar erwähnt, wäre es wirklich hilfreich, wenn man gleich sieht, wer den Beitrag schreibt.

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