Amazon bietet Print-on-Demand-Dienstleistungen nun auch in Deutschland an

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Amazon-PressemeldungIn einer Pressemeldung hat der Buchversender Amazon.de heute angekündigt, dass er künftig auch in Deutschland für seine Kunden aus der Verlags- und Musikbranche Print-on-Demand-Dienstleistungen anbieten wird. Vergriffene oder bislang noch gar nicht angebotene Bücher, CDs und DVD können so von Amazon bei Bestellung in Einzelstücken produziert und an Endkunden ausgeliefert werden. Verlage oder Musiklabels müssen dazu die digitalen Daten ihrer Produkte an Amazon liefern – im Bücherfall reicht die PDF-Datei. Amazon hält für seinen »Buchdurchsuchdienst« Seach Inside! ohnehin bereits etliche Werke digital vor.

Den »Druck bei Nachfrage« bietet Amazon in den USA bereits seit einiger Zeit an, nachdem man sich dort Anfang 2005 den POD-Dienstleister BookSurge und dessen Know-how einverleibt hatte.

Derzeit stellt Amazon den POD-Service in Deutschland nur für größere »Content-Eigentümer« bereit. Wird der Dienst mittelfristig auch für Autoren und Kleinverleger günstig verfügbar sein? Wird Amazon somit demnächst ein Konkurrent für bod.de und lulu.com?

Zunächst konzentriert man sich in Deutschland auf große Anbieter mit mehreren Titeln, bestätigt uns Amazon auf Nachfrage. Die Pressemeldung nennt als Beispiel Kinowelt Home Entertainment, die auf diesem Wege nun in Deutschland Hollywood-Klassiker anbieten können, die bislang noch nicht auf DVD erhältlich waren. Konkrete Namen aus der Verlagsbranche werden in der Meldung noch nicht genannt.

So lässt sich nur vermuten, dass derzeit noch manuelle Eingriffe auf dem Weg von der Digitalvorlage zum fertigem Produkt notwendig sind, sodass die Kosten des Produktionsablaufs noch hoch sind und sich die Einrichtung nur bei größeren Stückzahlen lohnen. Entsprechenden Verlagen bietet Amazon in der Startphase die kostenlose Einrichtung von PDF-Dateien als bestellbare POD-Titel an. Bislang spricht Amazon nur von Paperback-Ausgaben, die jedoch in Schwarzweiß und Vollfarbe produziert werden können.

Auf unsere Nachfrage, ob künftig auch geplant sei, den Service für Autoren und Kleinverleger anzubieten, wollte man bei Amazon keinen Kommentar abgeben.

Ohne Zweifel wird Amazon bereits jetzt ein Konkurrent für BoD in Norderstedt, wie das Branchenmagazin Buchreport feststellt. Denn auch bod.de druckt nicht nur Einzelexemplare für jedermann, sondern zielt mit seinem Angebot auch auf die so genannte Backlist der Verlage ab, die so ohne Lagerkosten ältere Titel weiterhin anbieten können. Erst unlängst hatte sich der Suhrkamp-Verlag für diesen Weg entschieden.

BookSurge in den USA bietet seine POD-Dienstleistungen bereits für Autoren an.

3 Kommentare

  1. Wer hat einen Tipp ? Oder könnte mir behilflich sein ?
    Nachdem ich das Angebot von amazon gelesen habe, dass man ohne Druckkosten-Vorschuss etc. dort ein Buch veröffentlichen kann, wäre ich geneigt, diesen Tipp anzunehmen. Wie sich jedoch herausstellt, sind die Anleitungen für die Technik des einzureichenden Buches in Englisch.
    Nun kann ich aber kein Englisch (ich hatte nur Russisch u. Italienisch in meinem Unterricht). Wer könnte mir weitrhelfen oder weiß, wie man amazon davon überzeugen kann, dass deren Umsatz in Deutschland doch d e u t s ch e Erklärungen benötigt. Danke !!

  2. auch zu amazon
    Es ist nicht nur so, dass die technische Seite des Hereinstellens bei amazon für eine Buchveröffentlichung im Selbstverlag in Englisch
    gehalten ist.
    Auch der V E R T R A G ist nur offenbar von USA in Englisch zu bekommen. Jedenfalls kann man ihn in Deutschland nicht in Deutsch ausdrucken. Das ist doch sehr fatal , womit sich ein Anfänger im Buch-Schreib-Gewerbe herumschlagen muss.

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