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Beitrag vom 17. April 2009 | Rubrik: Literarisches Leben, Schreiben, Zuschussverlage

Zuschussverlage: Autorenzahlungen müssen klar erkennbar sein – Ein Plädoyer

GARANTIERT ZUSCHUSSFREI 100% verlagsfinanziertIrgendwo muss es geheime Textvorlagen für ganz besondere Briefe geben. Zum Beispiel dafür, wie man von Autoren Geld verlangt. Die Argumente dieser Briefe ähneln sich nämlich wie ein faules Ei dem anderen.

»Große Verlage interessieren sich gar nicht mehr für neue Autoren und Literatur, sondern konzentrieren sich auf billige amerikanische Auslandslizenzen, die den Mainstream bedienen und schnelles Geld bringen.«
Aha, die großen Verlage sind böse, nicht an der Kunst, sondern nur am Geld interessiert. Wir sind anders, uns interessiert nur die reine Kunst, wir sind Idealisten und deshalb, lieber Autor, möchten wir von ihnen etliche Tausend Euro haben. Weil wir nicht am Geld interessiert sind wie die großen Verlage.

Herzallerliebst auch das Argument, dass große Verlage nur »billige amerikanische Auslandslizenzen« drucken würden. Allerdings sind amerikanische Verlage keine Wohltäter, sondern verlangen mittlerweile selbst für zweitklassige Werke 50.000 Euro und mehr. Für Bestseller entsprechen die Lizenzkosten locker dem Preis einer Villa im teuersten Münchener Stadtteil. Autoren solcher Briefe haben eine merkwürdige Vorstellung von »billig«. Doch dieses »Argument« fehlt in keinem Anschreiben, mit dem Verlage die Autoren zahlen lassen wollen. Dabei sind gerade die hohen Auslandslizenzkosten der Grund dafür, dass Verlage immer mehr deutsche Autoren veröffentlichen. Die Zahl der Auslandslizenzen ist nämlich rückläufig.

»Das Risiko des Autors ist gering, weil wir von Ihnen nur einen Teil der Kosten als Zuschuss verlangen. In Ihrem Fall wären dies netto 4.413,23 EUR, zahlbar in drei Raten. Dafür zahlen wir Ihnen aber bereits ab dem ersten verkauften Buch statt der üblichen 5 % ein Autorenhonorar von 10 % des Verkaufpreises. Wären wir nicht überzeugt, dass dieses Ziel zu erreichen ist, würden wir das Buch nicht in unser Programm aufnehmen.«
Rechnen wir doch dieses Beispiel einmal durch. 5% sei das normale Autorenhonorar. Hier werden 10%, also 5 Prozentpunkte mehr geboten. Bei einem Ladenpreis von 12,90 wären das 0,645 Euro. Um also einem vergleichbaren Autorenvertrag ohne Zuschuss gleichgestellt zu werden, müssten 6.842 Exemplare verkauft werden. Bei Kleinverlagen sind aber 1.000 Stück schon ein schöner Erfolg. Und viele Verlage verlangen auch durchaus noch höhere »Zuschüsse«.

Ganz so leicht ist wohl doch nicht, dieses Geld wieder hereinzuholen. Jeder Autor, dem solche Zuschussangebote ins Haus flattern, sollte erst einmal den Taschenrechner anschalten und nachrechnen.

»Sie zahlen nur einen Teil des Risikos, wir übernehmen den größten Teil.« Auch das gehört zum Bettelbrief an Autoren wie Hörner zur Kuh. Sie zahlen eine Menge Geld, aber das ist nur ein Zuschuss. 20.000 Euro für ein Buch? »Drucken die das mit einem Umschlag in Platin?«, fragte eine befreundete Kleinverlegerin zu dieser Kalkulation. Beliebt ist auch die Formel »Leider ist unser Budget für dieses Jahr schon ausgeschöpft, sodass wir Ihr Buch nur mit einem Zuschuss Ihrerseits in unser Programm aufnehmen können.« Warum nimmt der Verlag das Buch dann nicht im nächsten Jahr ins Programm, wenn das Budget noch nicht ausgeschöpft ist?

So offenherzig die Verleger über die böse, geldgierige Konkurrenz herziehen, desto verschämter werden sie, wenn es darum geht, was der Autor für sein Geld bekommt. Wolkig wird da von »Herstellungs- und Vertriebskosten« geredet – als ob seriöse Verlage in ihren Verträgen nicht auch Herstellung und Vertrieb garantieren – aber nicht auf Kosten der Autoren. Der Verweis auf 3.687 Buchhandlungen, die man in der Adresskartei habe, darf in aller Regel ebenfalls nicht fehlen, genauso wenig wie Tausende von Zeitungs- und Fernsehredaktionen, denen man das Buch vorstellen werde. Dabei ist es in Zeiten des Internets kein Problem, sich derartige Adressen zu besorgen und eine Massen-eMail zu verschicken.

Kurz gesagt: Diese Bettelbriefe ähneln sich wie ein faules Ei dem anderen. Natürlich ist die Versuchung groß, trotzdem einzuschlagen. Vor allem, wenn es sich nicht um einen der bekannten Druckkostenzuschussverlage handelt, sondern um einen, der einen guten Ruf hat; der durchaus auch Bücher ohne Zuschüsse veröffentlicht. Wenn ich einschlage, habe ich einen Fuß im Buchmarkt. Gar nicht mal falsch. Tatsächlich gibt es Verlage, die ihren Ruf verscherbeln und damit Geld machen wollen.

Doch das dicke Ende kommt nach. Irgendwann fliegt das Ganze auf. Irgendwann helfen alle Versuche nichts mehr, das geheim zu halten. Trotz aller Drohungen, aller Schlammschlachten findet sich irgendwann jemand, der diesen Nebenerwerb öffentlich macht. Verlage, die Zuschüsse nehmen, sind oft schnell mit dem Rechtsanwalt bei der Hand. Autoren, die solche Angebote öffentlich machen, laufen Gefahr, öffentlich mit Unrat überschüttet zu werden. Trotzdem wird es irgendwann öffentlich.

Eine Katastrophe für die Autoren, die nichts gezahlt haben. Denn dann kocht die Gerüchteküche. »Der wurde nicht wegen seiner Texte, sondern wegen seiner Brieftasche veröffentlicht«, heißt es dann. Selbst wenn das gar nicht stimmt.

Das ist der Grund, warum Verlage, die von Autoren Zuschüsse verlangen, die ganze Branche ins Gerede bringen. Sie schaden allen: den Autoren, die zahlen; sich selbst, weil sie ihren Ruf aufs Spiel setzen und anderen Verlagen, weil der Eindruck entsteht, dass alle Verlage Bücher von neuen Autoren nur gegen Vorkasse veröffentlichen. Was nicht stimmt.

Wir brauchen eine Liste. Eine Liste der Verlage, die von Autoren Geld verlangt haben, die Angebote mit Zuschüssen versandt haben. Um die Verlage, die Geld von Autoren verlangen, von den anderen, die keine Vorschüsse verlangen, zu unterscheiden.

Und wir brauchen ein Prüfsiegel: »Garantiert zuschussfrei!« Damit Autoren und Leser gleich auf den ersten Blick erkennen, um welche Art von Verlag es sich handelt. Wer das Prüfsiegel trägt und gegen die Bedingungen verstößt, muss saftige Strafen zahlen. Damit ließe sich die Ausbildung und Förderung von Nachwuchsautoren fördern.

In anderen Bereichen gibt es eine Preisauszeichnungsverordnung. Verlage, die Geld nehmen, sollten von Anfang an erkennbar sein. Noch besser wäre es, wenn Gerichte solche Paragrafen als unsittlich anerkennen würden, wenn der Verlag sich nicht von vorneherein als »Drucken gegen Geld«-Verlag outet. Dann könnten Autoren nämlich das gezahlte Geld zurückfordern und die Vorgehensweisen solcher Verlage würden sich bald ändern.

Wohlgemerkt, ich habe nichts gegen Verlage, die gegen Geld drucken. Solange sie das ehrlich sagen, solange klar erkennbar wird, was der Autor dafür bekommt. BoD und die zahlreichen Print-on-Demand-Anbieter haben Preisrechner. Da kann man sehen, wie viel der Buchdruck kostet, wie viel das Lektorat und was man dafür bekommt. Jeder Autor, der in die Versuchung kommt, einen vier- oder gar fünfstelligen Betrag dafür zu zahlen, dass er veröffentlicht wird, sollte dort einmal nachrechnen, bevor er sich auf Pauschalbeträge einlässt. Oft ist das ernüchternd.

Oder wollen wir, dass in Zukunft die Qualität der Brieftasche statt der Qualität der Texte darüber bestimmt, wer veröffentlicht wird? Dass Autoren nicht mehr für ihre Arbeit bezahlt werden, sondern zahlen müssen? Dass vielleicht in Zukunft auf der Buchmesse die Spitzenplätze im Verlagsprogramm von Heyne, von Suhrkamp versteigert werden?

»20.000 sind geboten, 20.000, für den Spitzenplatz bei Heyne, meine Damen und Herren, das ist billig, das ist günstig, wer bietet mehr?
20.000 zum Ersten, keiner bietet höher? 20.000 zum Zweiten, zu …
Ah, da sehe ich: 25.000!
25.000 für eine Buchveröffentlichung bei Heyne, 25.000 …«

Soll so die Zukunft aussehen?

Hans Peter Roentgen

Seit über 20 Jahren ist Hans Peter Roentgen als Organisator und Veranstalter von Schreibseminaren aktiv. Er berät Autoren und schreibt Beiträge für zahlreiche Websites. Hans Peter Roentgen ist u.a. Autor von »Vier Seiten für ein Halleluja«, einem »Schreibratgeber der etwas anderen Art«.

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11 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Cornelia Travnicek schrieb am 17. April 2009 um 15:59 Uhr

    Natürlich geht immer wieder die Mähr vom verkannten Genie um, von Manuskripten, die von zig Verlagen abgelehnt wurden und dann doch noch zu Bestsellern avancierten. Mag sein, dass darin irgendwo ein Körnchen Wahrheit steckt, dass manchmal ein gutes Manuskript untergeht. Es ist auch klar, dass man sich darüber ärgert, dass Prominente anscheinend mir nichts dir nichts veröffentlichen können was und wo sie wollen.. Aber da spielt eben eine Rolle, dass die Verlage mit Prominenten kein Risiko eingehen, weil sie genau wissen, egal wie schlecht der oder die schreibt (was ein Ghostwriter leicht ein bisschen hinbiegen kann) – es wird sich verkaufen.
    Meiner Meinung nach findet aber sicher ein Großteil der Manuskripte, die es verdient haben, auch einen Verlag. Oft liegt es am Autor oder der Autorin selbst, dass sie nicht angenommen werden, weil sie denken es müsste gleich Suhrkamp sein. Man ist auch mit einem kleinen oder kleineren Verlag gut bedient. Und es geht eben auch nicht immer von heute auf morgen. Geduld ist eine Eigenschaft, die Schriftsteller mitbringen oder lernen müssen.

    Wer überlegt bei einem Zuschussverlag oder Print-on-Demand Anbieter zu veröffentlichen, sollte immer daran denken, dass der Schaden, dem dieses Vorgehen der eigenen Vita zufügen kann, weitaus größer ist, als der Erflog, sollte man ernsthaft daran denken irgendwann zu veröffentlichen ohne selbst dafür zu bezahlen.

    Der Schaden, den andere Autoren dadurch erleiden, ist auch nicht unbeachtlich: In der Gesellschaft etabliert sich das Verständnis, jeder müsse erst einmal bezahlen, wenn er sein Werk gedruckt sehen will. Die Leser sehen oft nicht oder nur unzureichend die qualitativen Unterschiede der Leistungen eines “normalen” Verlages und eines Zuschussverlages.

  2. Tanya A. Wegberg schrieb am 21. April 2009 um 12:18 Uhr

    Es ist leider richtig, dass die Qualität eines Buches – ob inhaltlich oder formal – kaum noch objektiv wahrgenommen wird. Den meisten Kunden fehlt die Fähigkeit, sich an einem Standard zu orientieren, den ein Buch mindestens erfüllen sollte.

    Ich verstehe den verzweifelten Wunsch, das Geschriebene gedruckt zu sehen – egal wie laienhaft das Ergebnis aussehen mag und egal wie viel dafür zu bezahlen ist. Die meisten Autoren halten ihre Werke für gut genug, um ein großes Publikum zu beglücken, und wer sollte ihnen auch die Wahrheit ins Gesicht sagen? Freunde und Verwandte werden sie grundsätzlich loben, schon um sie nicht zu verletzen, häufiger aber, weil sie es gar nicht beurteilen können.

    Wenigstens hier könnten die Zuschussverlage ein bisschen Verantwortung übernehmen und sich zu einem Qualitätsmanagement verpflichten. Das würde auch ihren Ruf zumindest ansatzweise retten, sofern da noch was zu retten ist.

    Ich glaube aber nicht, dass wir diese explosionsartig boomende Branche behindern, geschweige denn stoppen können. Hier wurde ein Bedarf erkannt und befriedigt – das ist die freie Marktwirtschaft in einer ihrer erbärmlichsten Ausprägungen. Man kann nur hoffen, dass sie irgendwann aufgrund wachsender Erfolglosigkeit wieder in sich zusammenfällt, aber – soll ich ehrlich sein? Ich fürchte, da erwarten wir zu viel.

  3. Peter Hellinger schrieb am 26. April 2009 um 20:59 Uhr

    Gibt es denn eine – sicher unvollständige – Liste dieser Zuschußverlage? Ich habe hier eine Schriftsteller-Kollegin, die gerne ihre Gedichte veröffentlicht sähe (sie hat es 2007 immerhin in den Auswahlband zum Jokers-Lyrikpreis gebracht). Daraufhin hat sich ein Verlag gemeldet und weitere Gedichte für andere Anthologien angefragt. Jetzt hat man ihr ein Angebot gemacht einen kompletten Band mit ihren Gedichten zu machen, allerdings müsse man dann vorab 5700 Euro für die Produktion zahlen, und die 500 Bücher Erstauflage müsse sie auch selbst verkaufen, man könne es allenfalls bei den Buchmessen präsentieren. Klingt für mich nicht ganz koscher. Würde mich einfach interessieren, ob dieser Verlag (Namen will ich hier jetzt nicht nennen) auf so einer Liste auftauchen würde…

  4. Johanna Sibera schrieb am 29. April 2009 um 17:49 Uhr

    Um Gottes Willen, Hände weg von so einem Verlag! “Nicht ganz koscher” ist wahrlich eine sanfte Umschreibung für so eine exorbitante Geldforderung und das unverschämte Ansinnen, 500 Exemplare selbst zu verkaufen. Um zu erkennen, dass dieser “Verlag” diesen Namen nicht verdient, braucht man wirklich keine Liste!

  5. Veronika Preuß-Spiegel schrieb am 11. Mai 2010 um 16:43 Uhr

    Habe selber schon 2 Romane, mehrere Kurzgeschichten, ein Kinderbuch und etliche Gedichte geschrieben. Die ersten ca. 40 Verlage, die ich bis jetzt angeschrieben habe, antworteten entweder nach vielen Wochen und Monaten nur mit freundlichen Absagen, manchmal kam keine Reaktion und die sechs Verlage, die positiv reagiert haben, waren leider die überflüssigen und für Neu-Autoren ziemlich ärgerlichen Zuschuss-Verlage.
    Zuerst war ich natürlich begeistert, meine Werke so schnell auf den Büchermarkt bringen zu können, aber nach reiflichen Überlegungen und ernüchternden Informationen, nicht zuletzt hier im Netz, bin ich ruhiger und gelassener geworden. Wenn meine Arbeiten gut sind, findet sich auch irgendwann einmal ein geeigneter Verlag für mich, der kein Geld für die Veröffentlichung verlangt.
    Ich werde mich also in Geduld üben und kann jedem anderen, der sich in einer ähnlichen Situation befindet, nur raten, ebenso zu verfahren.
    In erster Linie sollte es uns allen, die gerne lesen und auch schreiben, um gute Bücher gehen, die mit Herzblut und Seele geschrieben wurden und nicht um das Geld, das man damit verdienen kann. Ein Autor sollte um des Schreibens willen schreiben und nicht für eventuelle Erfolge. Das Honorar ist dabei nur ein sehr schöner und bequemer Nebeneffekt.
    Also, ich wünsche euch viel Geduld! Und natürlich müsst ihr weiterschreiben, durchhalten und den Verlag, der zu euch passt, suchen. Werft eure Werke nicht diesen Aasgeiern zum Fraße vor!
    Hoch lebe der arme Poet!!!

  6. Schmidt schrieb am 25. Februar 2011 um 19:25 Uhr

    In letzter Zeit haben sich neue Verlage etabliert. Jene Verleger sind froh, nicht in der aktuellen Liste der Zuschussverlage zu stehen. Sie erklären, dass sie keine Druckkosten erheben. Dafür schlagen sie woanders zu.
    Mann muss ihnen den Wind aus den Segeln nehmen, in dem sie auf einer Liste für Zuschussverlage erscheinen.
    Manche dieser Verlage haben eine Druckerei u. das Drucken ist immer noch das Preiswerteste.

  7. Thorsten Nesch schrieb am 20. Dezember 2011 um 19:25 Uhr

    Das Ding ist aber auch, dass diejenigen, die das Geld dazu haben, oft selber nicht wissen, dass ernste Verlage das gar nicht tun! Das habe ich in 2 Fällen zu meinem Erstaunen gehört. Die denken, das muss so sein, und oft fehlt Zeit zur Recherche, dazu auch Veröffentlichungsblindheit. Unglaublich, aber wahr.

  8. Franz Wolf schrieb am 7. Oktober 2012 um 17:10 Uhr

    Welchen Beruf schwänzen sie?

    Die großen deutschen Publikums-Verlage wachsen, fusionieren, schlucken und verdauen einen Konkurrenten nach dem anderen. Was nach der Verdauung herauskommt? Hochqualifizierte Literaturagenten und Lektoren formen und verändern solange, bis ein Roman dem anderen gleicht und jeglicher Individualismus zu Grabe getragen wird. Ihre Devise lautet: Masse statt Klasse. Klangvolle Namen anstelle von Niveau.
    Es gab Zeiten, da war das genau umgekehrt. Da mühten sich die Editionen noch, die Quintessenz der deutschen Literatur zu suchen, deren Seele quasi, die deutsches Schrifttum repräsentiert.
    Siegfried Unseld vom Suhrkamp-Verlag behauptete gar:
    „Auf die Frage, wie in kürzester Form der Suhrkamp Verlag zu charakterisieren sei, antworte ich in der Regel: Hier werden keine Bücher publiziert, sondern Autoren!“
    Heute scheinen sich die Verlage in voller kommerzieller Absicht sogar von ihrer Muttersprache abzuwenden; besonders aber von jenen, die sich ihrer noch mit Eifer und Hingabe bedienen: Den deutschen Autoren!
    Eines aber darf man deutschen Verlagen nicht vorwerfen:
    Sie zeigten Interesse an deutschen Autoren. Im Gegenteil. Alles Amerikanische wird hierzulande aufgesogen, gleichviel ob es sich um Literatur, Musik oder um bewegte Bilder handelt. Allein, besser wird unsere Sprache dadurch nicht. Von der Kultur ganz zu schweigen.
    Die Übersetzer beider Medien müssen in der Schule an jenen Stellen gefehlt haben, als Artikel und Pronomen behandelt wurden, vor allem aber der bei uns weniger praktizierte Imperfekt. Daher hören sich – nicht nur ins Deutsche übersetzte – Daily-Soap-Szenen gezwungenermaßen so an:
    „Ich wartete auf dich. Er fragte, warum du nicht kamst. Schliefst du schon? Warum riefst du nicht an?“ „Ich aß noch, bevor ich hinlief!“
    Wer aber mag diese ‚Sprachkultur‘ ertragen? Scheinbar eine ganze Nation. Täglich. Freiwillig.
    Hierbei könnte man ohne Gewissensbisse Auszüge dieser Pseudo-Unterhaltungssendungen untereinander vermischen, es würde nicht einmal auffallen.
    Bei soviel Sachkunde wird schnell klar: Satiriker und Kabarettisten wie Dieter Nuhr oder Volker Pispers können nur von einer Minderheit verstanden werden. Im Gegensatz zu Mario Barth.
    Ein Beispiel für die Halb-Bildung deutscher Lektoren: Aus dem neutralen female und girl, Weibchen und Mädchen, wird nach der Übersetzung ins Deutsche selbstredend und automatisch ein ‚Femininum’.
    „Nachdem das Weibchen zurück ist, säugt sie ihre Jungen.“ Oder „Das Männchen wittert, er hat etwas gehört!“ Zuweilen verschwimmen die Aussagen jener Profis sogar in einem Satz: „Das Weibchen bebrütet ihre Eier, danach geht es wieder auf Futtersuche.“
    Ein Konglomerat aus Inkompetenz und Gedankenlosigkeit, nichts weiter. Und niemandem fällt es auf! Oder sollte man besser sagen: Niemanden interessiert es mehr? Selbst Nachrichtensprecher formulieren voller Überzeugung Sätze wie: „Das Mädchen war bei ihrer Großmutter.“ Der Aufbau-Verlag, Berlin, publiziert ‚Die Päpstin‘ von Donna Woolfolk Cross, und der deutsche Übersetzer Wolfgang Neuhaus, ein Profi, ‚übersetzt‘ ohne Gewissensbisse: „Das Mädchen und ihr Bruder…“. Das nenne ich peinlich.
    Vielleicht täten deutsche Lektoren – lector, lat.: Der Leser – gut daran, ab und an einen deutschen Autor auch wirklich zu l e s e n. Und nicht alle eingesandten Manuskripte unbeachtet in Bausch und Bogen zurückzuschicken mit den Worten: „Wir haben Ihr Skript ausführlich geprüft, leider paßt es nicht in unser Programm.“
    Selbst ihre E-Mail-Antworten erscheinen oftmals auf englisch: “Out of office“. Mit Anführungszeichen oben, wie sich das für die deutsche Sprache gehört.
    Fakt ist, daß z.B. Suhrkamp auf seinen Internetseiten explizit wirbt: Schicken Sie uns Ihr Manuskript zu mit Exposé usw. damit wir es prüfen. Wochen später erhält der deutsche Autor ein Schreiben, das beinhaltet: Suhrkamp hat Ihr Manuskript ausgiebig geprüft, leider paßt es nicht ins Konzept! Das Korpus delicti hingegen ist noch ebenso mit Tesafilmstreifen versiegelt, wie es der Autor abgeschickt hat… Es wurde nie angesehen. Wahrscheinlich, weil es ohnehin nicht ins Programm passen konnte. Oder weil die Lektoren nicht lesen können? Oder wollen. Wenn die Schriften nicht ausschließlich auf Normseiten geschrieben wurden, beachtet sie ohnedies niemand. Normseiten hinten und vorne, alles andere interessiert nicht. Denn erst auf Normseiten ist wahre Literatur zu erkennen! Schriftsteller wie Gordon, Grass, Böll, Pasternak oder Heinrich Mann haben nur auf Normseiten publiziert, alles andere fällt unter die Rubrik: Anti-Literatur. In den Augen deutscher Verlage.
    Selbst Taschenbücher, alles Normseiten. Taschenbuch-Normseiten. Nun, ich war nicht dabei, aber wahrscheinlich wurden seinerzeit die Zehn Gebote am Horeb auch auf Normseiten in Stein gebrannt.
    Dieses Beispiel demonstriert wie kein zweites das geballte Desinteresse deutscher Publikumsverlage und Literatur-Agenten an deutschen Autoren.
    Nun, wir kennen deren Programm! Mit Sicherheit war das Skript zu deutsch. Vielleicht heißt der Autor auch noch Schmidt. Gräßlich die Vorstellung! Diese Abneigung von seiten der Verlage, diese Deutsch-Phobie ist erklärbar, erhält man im Buchhandel doch in der Tat fast nur noch ausländische Belletristik-Lektüre, vorzugsweise US-amerikanische, von Übersetzern nach bestem Wissen ins Deutsche übertragen; mit allen damit verbundenen Risiken. Warum nur schicken die deutschen Verlage nicht an jeden Haushalt eine prophylaktische Absage: „Bitte schicken Sie uns keine Literatur zu, sie paßt nicht in unser Konzept.“
    Das würde deutschen Autoren viel Zeit und Geld sparen, und es ist für sie mit Sicherheit wahrscheinlicher, einen hohen Lottogewinn zu erzielen als von einem deutschen Publikums- Verlagslektor gelesen zu werden.
    Gerade weil die Redaktionen ihre Propheten im eigenen Lande sträflich mißachten, erhält der Leser bei uns eine Kost, die mit dem Wort eintönig nur unzulänglich und äußerst euphemistisch charakterisiert wäre. Serien im Bild und auf Papier, nichts weiter. Serien aber sind Sollprodukte, Termingeschäfte, die, unabhängig von jeglicher Phantasie und Kreativität, fertiggestellt werden müssen. Und das merkt man! Gott sei Dank.
    Zitate wie: Der amerikanische Schriftsteller (…) bringt im Herbst sein neues Buch heraus, er beginnt dieser Tage mit dem Schreiben, zeigen, wie Literatur vermarktet wird. Es sollen Autoren schon Bestseller geschrieben haben, bevor ein Exemplar davon verkauft wurde.

    Schreiben Sie mal ein Buch und schicken Sie es unter dem Namen Meyer an einen deutschen Publikums-Verlag! Oder besser: An mehrere Verlage! Sie werden die gleichen Erfahrungen machen. Schreiben Sie danach ein Drehbuch! Sie finden keinen Kompetenten, der es liest. Sie werden sich fühlen wie ein hoffnungsfroher Maler, der auf seiner Vernissage ausschließlich Besucher trifft, die mit hochgeschlagenem Kragen und gesenkten Hauptes durch die Ausstellung huschen, um sie ostentativ keines Blickes zu würdigen. Oder wie ein Musiker, der eifrig komponiert hat, nur um festzustellen, er ist von Menschen umringt, die vorgeben gehörlos zu sein. Sie versuchen in ein Haus zu gelangen, das keine Türen besitzt. Die Arroganz ist in diesen Fällen die Schwester der Dummheit, die Ignoranz deren Schwiegermutter. Welchen Beruf schwänzen sie?
    Zuweilen möchte man Buchlektoren oder gar Literaturkritiker vergleichen mit Restaurant-Testern. Letztere sitzen auf ihren breiten Ärschen, lassen andere die Arbeit verrichten – eine Arbeit, die ihr eigenes Dasein erst rechtfertigen sollte – loben jenen über den Grünen Klee, den anderen strafen sie mit Verachtung, entreißen ihm gar einen Stern. Nur weil ihnen eventuell ein Gewürz mißfällt. Was nicht zwangsläufig bedeuten muß, daß sie selber einen begnadeten Gaumen ihr eigen nennen.
    Aber nicht nur Kochen, auch Literatur hat viel mit Geschmack zu tun, und vielen Nachwuchsautoren wird der Zutritt zum Literaturhimmel von Lektoren schlicht verwehrt – unbesehen. Ohne daß sie ‚gekostet‘ hätten. Im Gegenzug werden Arbeiten, die bereits veröffentlicht sind, von Kritikern entweder gelobt, verrissen oder mit dem Attribut ‚indifferent‘ versehen. All dies kommt zu spät; das Kind liegt bereits im Brunnen.
    Im Vertrauen, es gibt Lektoren, die eine ausgesprochene Adjektiv-Phobie entwickelt haben. Nun malen aber Autoren Geschichten mit Worten, sie zeichnen damit Begebenheiten auf. Und dafür stehen ihnen nicht wie van Gogh mehrere Millionen Farbnuancen zur Verfügung, sondern lediglich 24 Buchstaben, zuzüglich der Umlaute. Ergo sind Adjektive unabdingbar! Sie sind die Gewürze der Literatur! Jene Lektoren hingegen berauben einen Maler seiner Farben.
    Köche und Autoren müssen nun das mit Gewalt erdrosselte (Kein Adjektiv-) Geschmacksempfinden jener Klientel ausbaden. Das zehrt an den Nerven, und – hoffentlich gehen sie nicht auch durch Selbstverstümmelung ihrer Ohren verlustig …
    Es stimmt nachdenklich und traurig zugleich, daß deutsche Publikums-Verlage kein bißchen neugierig sind auf unsere Arbeiten, unsere Gedanken. Ähnlich wie im deutschen Fernsehen, wo immer wieder dieselben Gesichter auftauchen, ein eingeschworenes Team bilden, die Türen zuhalten und niemanden anderen teilhaben lassen am zweifelhaften Erfolg, so bekommt der Leser in unseren Breiten auch nur Einheitskost von immer denselben Autoren aufgetischt. Sind wir denn weniger interessant oder schlechter als irgendwelche Dan Browns, Ken Folletts oder Stephen Kings? Nicht jeder publizierte King ist lesenswert, schon gar nicht jeder Brown. Noch nicht einmal jeder Crichton.
    Wie sehr unterscheidet sich dagegen ein Autor, der sich noch nicht derart prostituiert, der, inspiriert von einer Idee, mit dem Schreiben beginnt und nicht einmal zu ahnen wagt, wie die Geschichte enden wird. Der mehrere Monde seine Kreativität der Routine jener entgegenstellt, die aus Gründen des Kommerz schreiben müssen; gleichgültig was. Der sein ‚fertiges’ Werk selbst lektoriert, korrigiert, wieder und wieder. Der es in eine professionelle Form bringt. Der es Bekannten, Kollegen und Freunden zu lesen gibt. Sich bei positivem Echo endlich entschließt, es einem oder mehreren Publikums-Verlagen anzubieten. Der im Anschluß Monate damit verbringt, zu warten.
    Nun schweigen Telefone für den Wartenden bekanntlich besonders intensiv. Schließlich reißt er sich zusammen und bittet eine Literaturagentur – ohne die ja nach deren eigenen Worten sowieso nichts geht – sich seiner anzunehmen.
    Wieder heißt es warten. Während die meisten sogenannten Literaturagenten es den Verlagen gleichtun und sich in beredtes Schweigen hüllen, sind die anderen wenigen völlig überlastet, was sie durch geschäftiges Desinteresse zum Ausdruck bringen.
    Einmal aber hat er Erfolg! Tatsächlich will ein Agent ihn unbedingt vertreten, gegen eine entsprechende Beteiligung. Der Autor wird aufatmen. Bis er den Vertrag liest.
    Dort steht nämlich: „Da wir nur lektorierte Arbeiten vermitteln, ist es vonnöten, Ihr Werk einem Lektor zur Durchsicht zu geben.“ Was mit einer geringen Gebühr von lächerlichen € 12 000.- zu Buche schlägt. (Lindberg & Well, Aufenthalt derzeit unbekannt). Oder etwas billiger bei (Friedrich Wilhelm von Werneke, Berlin), € 4000.-. Nennen wir doch mal eben Roß und Reiter. Diese Namen sind leider weder frei erfunden noch im Metier unbeschriebene Blätter – auch sind es nicht die einzigen. Dabei entgeht jenen Abzock-Profis selbstredend, daß sie bereits lektorierte Arbeiten in Händen halten. Das Lektorieren beträgt für gewöhnlich ca. € 800.-.
    Oder es reagiert eine Literaturagentur namens Lars Schultze/Kossack. Frau Kossack liest das Manuskript, verschlingt es nach eigenen Worten geradezu, schreibt hernach von brillanter Lektüre, von ‚mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören wollen‘ usw. Will unbedingt die Literaturagentin werden. Unbedingt!
    Im Anschluß läßt sie monatelang nichts mehr von sich hören. (Das sind die Agenten, die man braucht). Auf die bescheidene Anfrage von seiten des Autors, was denn nun sei mit der Vertretung, erfährt jener: Tja, sie habe es ihrer Schwester vorgelegt, der hätte es gar nicht gefallen und sie selber wolle nun auch nicht mehr… Welchen Beruf schwänzt sie? Oder läßt sie gleich ihre Schwester schwänzen, weil sie ohnehin stets andere arbeiten läßt?
    Meldet sich tatsächlich ein Verlag, der das Manuskript in den höchsten Tönen lobt, es gar sogleich veröffentlichen will, dann handelt es sich – mit Sicherheit – um einen jener zahllosen Zuschußverlage, die alles und jeden drucken und bei denen der Autor schließlich für mehrere tausend Euro einige hundert Exemplare ,verlegen’ läßt. Deutsche Literaturgesellschaft/Berlin, Novum-Verlag, Buchverlag Stangl, R.G. Fischer oder Goethe-Verlag Frankfurt wären gute Beispiele. Der Cornelia-Goethe Verlag hat mehrere Namen, jedoch handelt es sich immer um denselben im Frankfurter Hirschgraben.
    Und Zuschußverlag wäre ebenfalls die inkorrekte Bezeichnung für eine Druckerei – denn um nichts anderes handelt es sich – weil der Autor nicht zuschießt. Er trägt die gesamten Kosten! Damit seine Bücher anschließend im Keller vielbeachtet vor sich hin schimmeln. Um es kurz zu machen: Verkauft oder beworben wird von diesen ‚Druckerei-Verlagen‘ kein einziges.
    Ebenso Pseudo-Verlage wie der Kater-‚Verlag‘/Viersen, der für eine Anthologien seinen Autoren vollmundig folgendes verspricht:
    Es fallen keinerlei Druck – oder Veröffentlichungskosten an! Allerdings verpflichtet sich der Autor, pro gedruckte Buchseite!! zwei Exemplare zum regulären Ladenverkaufspreis von 16,80 € abzunehmen (Buchgröße 14,8 x 21 oder 13,5 x 21,5 cm).
    Je kleiner der Druck, desto mehr Seiten … Jeder vermag sich selber auszurechnen, wie viele Bücher ein Autor kaufen muß, sollte ihn das Unglück ereilen, auf diese Abzocker hereinzufallen und in der Anthologie 50 von ihm stammende und gedruckte Seiten zu finden. Er weiß schon jetzt nicht, was er damit anfangen sollte. Denn um damit im eigenen Bücherregal zu prahlen, sind es eindeutig ein paar zu viele. Das bedeutet aber auch: Wenn er gut ist und schreiben kann, wird er oft gedruckt und muß am Ende seine eigenen Arbeiten teuer zurückkaufen.
    Insofern unterscheidet sich der Kater ‚Verlag‘, (Auch er steht in Anführungszeichen) in keiner Weise von den sogenannten Zuschußverlagen! Im Gegenteil, der Kater ‚Verlag‘ ist ein Faß ohne Boden.
    Obwohl hier ein klarer Wettbewerbsverstoß vorliegt, zeigen Gewerkschaften wie Verdi soviel Interesse daran wie ein Ochse am Melkeimer oder deutsche Verlage an deutschen Schriftstellern; ebenso die IHK oder andere ‚maßgebliche Institutionen‘.
    Bleiben noch die Schreibwettbewerbe im Internet und die dazugehörigen Online-Verlage. Einige von ihnen werben mit Wettbewerben, in deren Rahmen der Autor sein Werk kostenlos einstellen und zum Verkauf anbieten kann. Der Verkaufspreis liegt in aller Regel bei annähernd € 20.-, plus MwSt., weil die Druckkosten angeblich schon € 16.- verschlingen. Dabei bieten seriöse Druckereien schon für weniger als die Hälfte mindestens dieselbe Qualität an! Wer kauft schon das Buch eines Autors, den er nicht kennt, für € 20.-?
    Ein parallellaufender Wettbewerb suggeriert den Autoren: Das beste Buch gewinnt einen Verlags-Vertrag o. Ä. Im Hintergrund dieser Aktionen steht der – leider oft erfolgreiche – Versuch, an die Eitelkeit der Autoren zu appellieren, sich ihre eigenen Bücher zu kaufen. Weiter nichts. Auch auf die am häufigsten angeklickten Werke ist kein Verlaß: Da jeder Autor seine eigenen Arbeiten unzählige Male anklicken kann, ist eine Aussage darüber wertlos. Dahinter steht nicht selten eine jener Druckereien, die sich als Bezahlverlage tarnen. Aber auch Verlage wie Holtzbrinck spannen sich selbst vor diesen schmutzigen Karren. Kritiklos. Deutsche Publikums-Verlage kränkeln, Eichborn ist bereits insolvent…
    Online Verlage wie Tredition, Epubli oder Peo schaffen es doch tatsächlich trotz gegenteiliger Versprechungen, ein durchaus gutes Buch innerhalb von zwei Jahren nicht ein einziges Mal zu verkaufen! Das grenzt an Mutwille.
    Auffällig ist, daß eine Vielzahl der sogenannten Verlage, die sich im Internet schamlos als solche präsentieren, weder Verlage noch Druckereien sind, sondern schlicht Buchhandlungen. Was man allerdings erst bei einer Kontaktaufnahme erfährt.
    Bei so viel Erfolg, Fairneß und Betrugsabsichten drängt sich eine Fortsetzung der eigenen schriftstellerischen Arbeit geradezu auf. Und nach wenigen Jahren liegen einige Unveröffentlichte – nicht Unvollendete – im untersten Fach der Autorenschreibtische. Man spricht daher in diesem Zusammenhang gerne von sogenannter Fach-Literatur.
    Und in den Buchläden stapeln sich literarische Leckerbissen der Belletristik von Dan Brown, Ken Follett, Rosamunde Pilcher. Oder von Charlotte Roche, deren einzige Verwandtschaft zur Weltliteratur eines Mark Twain, eines Erich Emil Kästner oder eines Noah Gordon nur darin zu finden ist, daß sie dieselben Buchstaben verwendet.
    Man wird den Gedanken nicht los, als befände man sich im Internet. Auf der Suche nach interessanten Impressionen und mit durchaus korrekten Eingaben landet man immer wieder bei Ebay.
    Francesco Lupo

  9. Heiko Reese schrieb am 18. Dezember 2012 um 15:28 Uhr

    Gibt es denn irgendwo eine Liste der zuschussfreien Verlage?

    Ich habe einen Roman geschrieben, es sind 536 Seiten im Taschenbuchformat. Das Manuskript habe ich an 27 Verlage geschickt, bei denen mir drei abgesagt haben, und von denen mir drei Verlage je einen Vertrag mit Kostenbeteiligung von acht- bis zwanzigtausend Euro geschickt haben.

    Wo kann ich mein Manuskript hinschicken, ohne eine fette Rechnung ins Haus zu kriegen?

  10. Peter Hellinger schrieb am 18. Dezember 2012 um 16:35 Uhr

    Im Montsegur-Autorenforum gibt es eine Liste bekannter Zuschuss-Verlage und Verlage, die für Publikationen Geld nehmen: http://autorenforum.montsegur.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1251388002
    Wobei da auch der ein oder andere Verlag ist, der durchaus fair mit seinen Kunden umgeht und einfache eine Dienstleistung zum Selfpublishing anbietet. Natürlich sollte man die üblichen schwarzen Schafe, die mit großem Literatennamen werben meiden.

  11. Renate Blaes schrieb am 24. November 2014 um 15:17 Uhr

    Mein kleiner (Zuschuss)Verlag verdient den Großteil seiner Brötchen mit Korrektorat/Lektorat und Buchdesign. Am Druck verdiene ich keinen Cent und empfehle meinen Autoren folgende Vorgehensweise: kleine Auflage für persönlichen Bedarf bei einer deutschen Druckerei drucken lassen. (Mittlerweile habe ich gute Kontakte zu Druckereien, die gut und preiswert drucken).
    Ansonsten empfehle ich “CreateSpace”. Die listen das Buch bei Amazon und drucken auf Nachfrage. Auf diese Weise ist der Verdienst am einzelnen Buch deutlich höher, als wenn man auf Vorrat gedruckte Bücher an Amazon liefert. Rechenbeispiel hier: http://www.editionblaes.de/wann-ist-create-space-wirtschaftlich/
    Der Verwaltungsaufwand (Buch verschicken + Rechnung schreiben an Amazon entfällt) ist auch deutlich geringer und die Gefahr, auf seinen Büchern “sitzenzubleiben” besteht auch nicht.

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