Rafik Schami im Interview: Das Geheimnis des Kalligraphen – Buchmesse-Podcast 2008

(c) Birgit-Cathrin Duval/bcmpress
Wie ein Schriftsteller zum Fanatiker wird? Wenn er nur noch raucht, säuft und schreibt, anstatt zu leben. So wie der Meisterkalligraph Hamid Farsi, der Protagonist in Rafik Schamis neuem Roman »Das Geheimnis des Kalligraphen«. Eingenommen vom Bestreben, das arabische Alphabet auch gegen den Hass religiöser Fundamentalisten zu reformieren, bemerkt der für seine Künste geschätzte Mann nicht, wie sich seine vernachlässigte Frau Nura verliebt. Und das ausgerechnet in den christlichen Laufburschen Salman.
Rafik Schami zeigt in diesem Roman, dass Worte nicht nur schön sind. Worte üben auch Macht aus. Deswegen sind die Schriften des Exil-Syriers, der sich vor Kritik an seinem Heimatland nicht scheut, nach wie vor in Syrien verboten. Schami selbst war seit seiner Exilierung 1971 nicht mehr in Damaskus. Den Stoff für seine farbsatten Geschichten liefern ihm zurückgelassene Freunde und Angehörige, deren Erlebnisse er raffiniert in seine Romanteppiche einwebt. Hierzulande wurde der Autor besonders wegen seines Talents bekannt, Geschichten zu erzählen. Natürlich baten auch wir ihn um eine kleine Erzählung – und erlebten, wie Schami aus dem Stegreif die heizluftgetrocknete Halle 3.0 der Frankfurter Buchmesse in einen Damaszener Hinterhofmarkt verwandelte.
Rafik Schami: Das Geheimnis des Kalligraphen. Gebundene Ausgabe. 2008. Hanser Belletristik. ISBN/EAN: 9783446230514. EUR 24,90 (Bestellen bei Amazon.de)
Media-Datei: Herunterladen (Wiedergabedauer: 27:37 — 12.7MB)
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