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Beitrag vom 9. September 2013 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

feine post zum reinweinen von horst, hund und brodt

host, hund und brodt - nur die Postkarte, das Buch ist im Papier darunter eingewickeltEs steckt vieles im Briefkasten der Redaktion und immer viele Bücher. Man freut sich über die, die man angefordert hat, was selten passiert (das Anfordern, nicht das Freuen).

Und da sind die, die man nicht angefordert hat, die man aus dem Umschlag nimmt und deren Cover bereits verkündet, dass man sie nach dem Lesen des ersten Satzes weglegen wird. Aber wohin?

Und dann einer der raren Momente, in denen das Auspacken bereits Poesie ist und inmitten des Papiers Lyrisches schläft.

So war es heute. Ein Umschlag aus Berlin mit dem kryptischen Absender 156KR.CO. Die Wellpappe horizontal und vertikal, darin ein Büchlein in Papier gewickelt. Im ersten Falz eine Postkarte. Darauf Weiß auf Schwarz: horst, hund und brodt. Weiter unten ganz klein: sind der totale geheimtipp. Auf der Rückseite nur Linien und Platz für eine Briefmarke.

Weiter auswickeln. Im großen weichen Papier ein kleines Buch, ein Schutzumschlag wie Pergament. Presst man ihn an den weißen Umschlag, kann man den Titel lesen: DAS GRAU, DIE TAGE. Weiter unten ganz klein: FRAGMENTE VON GESCHICHTEN UND DEN REST VERGESSEN.

Reinblättern: Es sind Gedichte! Auf jeder Seite eines. Schön gesetzt.

Man liest:

Die blaue Sau schleift sich müde
durch die frühen Stunden,
der Morgen kommt,
die Vögel träumen noch.

Man schmunzelt. Blättert weiter. Liest:

Ein Grammophon spielt seine Lieder
in die Nacht, das All hört zu und
irgendwo zeltet ein Astronaut,
der Monde überwacht.

Das kleine feine Büchlein ist voll mit solchen wunderbaren Werken. Nicht alle lassen einen schmunzeln. Es steckt viel Melancholie zwischen den Seiten.

Der allmorgendliche Anblick
von sorgsam ausgewählten
Badezimmerfliesen und Bodenbelägen.

Sie hatten noch alle Möglichkeiten gehabt.

Damals.

Man blättert zum Impressum, doch kein Hinweis auf die Autoren. Hinten nur ein Dank … an die Menschen des Internets, ohne die es dieses Buch sicherlich nie gegeben hätte.

Zum Buch gibt’s eine Website – oder ist es das Buch von der Website? Auch diese fein und ansprechend. Man findet einen Film, der ist wie das Buch. Und es gibt sogar einen Soundtrack zum Buch. Es gibt einen Twitter-Account, da viele Gedichte nicht mehr als 140 Zeichen besitzen. Ist das der Ursprung?

Mehr will man nicht wissen. Da gibt es Menschen, die haben dieses Büchlein geschaffen und es uns geschickt. Das ist schön.

Dankeschön!

Wer es auch will (… zum in die Hand nehmen, liebhaben, reinweinen oder ins Regal stellen), kann es für 17 Euro 90 bestellen.

Ihr wollt es!

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1 Kommentar zu diesem Beitrag lesen

  1. Diana Hillebrand schrieb am 9. September 2013 um 22:41 Uhr

    Vielen Dank für den tollen Tipp! Schon bestellt :-)

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