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Beitrag vom 6. Mai 2015 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Abnormal albern: Die Abnormen von Marcus Sakey

»Die Abnormen« auf dem E-Reader

Warum der Originaltitel »Brilliance« zu »Die Abnormen« wurde, kann ich mir nicht erklären – wie so vieles in an und in diesem Buch von Marcus Sakey.

Die Abnormen sind Menschen mit genetischen Veränderungen. Sie unterscheiden sich durch spezielle Fähigkeiten (denken Sie mal an Spiderman und Konsorten) von den Normalen so, dass sie gefürchtet werden.

Eine staatliche, aber außerhalb jeder Kontrolle stehende Organisation namens AEB fahndet nach abnormen Kindern, steckt diese in eine ominöse Akademie und macht ansonsten Jagd auf besonders Gefährliche, z. B. einen, der »Muster im Auf und Ab der Börse« erkannt und auf diese Weise 300 Milliarden Dollar zusammengerafft hat. Da es sich dabei um Terroristen handelt, werden sie auch nicht ermordet, sondern nur getötet … So der AEB-Agent Cooper

Der ist selbst ein Abnormer: Seine Fähigkeit besteht darin, an Muskelanspannungen seines Gegenüber zu erkennen, wohin dieser als nächstes schlägt, tritt, schießt usw., sodass er gekonnt ausweichen bzw. kontern kann. Lustige Vorstellung: Was geschieht, gerät er an einen mit der gleichen Fähigkeit?

Sind beispielsweise die Schultern angespannt (kommt im Text 3x vor), erkennt Cooper einmal, dass sein Gegenüber unschlüssig ist, einmal, dass er nachdenkt, und einmal, dass ein Themenwechsel bevorsteht – Seltsam: Denkt denn jemand nicht nach, wenn er unschlüssig ist oder einen Themenwechsel will oder nachdenkt?

Schon das erste Kapitel strotzt vor Abnormem: So leuchten die Betriebsanzeigen von Computern, Routern und Überspannungsschutzgeräten rot – ich dachte, das sei das Signal für eine Betriebsstörung?

Cooper jagt ein weibliches Computergenie namens Alex Vasquez und stellt sie in einer Bar. Nach einem lockeren Gespräch erkennt Cooper an der Art, wie Alex ihre Bierflasche hält, was sie damit vor hat, und tritt einfach beiseite, sodass sie ins Leere schlägt. Nebenbei erledigt er einen angriffslustigen Cowboy mit offenbar nacktem Oberkörper, denn Cooper sieht, wie sich dessen Schultermuskeln wölben und die schrägen Bauchmuskeln spannen.

Alex haut ab – und wohin? Selbstverständlich aufs Dach, denn vom Dach aus kann man bekanntermaßen am besten weiter flüchten … das kennt man zur Genüge aus einschlägigen Filmen. Beim Verfolgen nimmt Cooper das Muster wahr von einem aufspringenden Mann, dessen Hocker umkippt, woraus Cooper berechnen kann, wohin der Hocker fallen wird (sogar ohne des Hockers Muskeln gesehen zu haben!).

Seitenlang überlegt er, wohin sie wohl fliehen könnte, dann hat er den abnormen Einfall, sie könnte aufs Dach geflohen sein, denn sie könnte problemlos aufs Dach des nächsten Hauses steigen … Blöd, dass das nicht so war! Er hätte sich das Gebäude eben vorher anschauen müssen!

Auch hätte er seinen Leuten, die er draußen um das Gebäude postiert hatte, die Anweisung geben müssen, da draußen auch zu bleiben: Die stürmten nämlich alle mit Gebrüll in die Bar, als er auf dem Dach erschien. Armer Cooper: Eher Vollpfosten als Vollprofi!

Malte Bremer

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Marcus Sakey: Eine bessere Welt (Die Abnormen-Serie) (German Edition) by Marcus Sakey (2015-06-09). Taschenbuch. 1839. AmazonCrossing. EUR 58,70 » Bestellen bei Amazon.de

5 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Brad Roderick schrieb am 4. Juni 2015 um 16:56 Uhr

    “So leuchten die Betriebsanzeigen von Computern, Routern und Überspannungsschutzgeräten rot – ich dachte, das sei das Signal für eine Betriebsstörung?”

    Nicht unbedingt, Herr Bremer. Ich denke, so etwas zu bemängeln ist völlig überflüssig, gerade wenn man selbst mit der Materie nicht vertraut ist. Gerade normale Router und Computer haben so etwas wie eine “Betriebsstörungssanzeige” überhaupt nicht. Bei einem Router kann es auch sein, dass eine LED blinkt, die normalerweise dauerhaft leuchtet. Es gibt gerade bei Konsumerprodukten nicht so genaue Vorschriften und Vorgaben. Rot bedeutet dagegen bei Geräten mit Akku oft, dass der Akku bald leer ist. Aber es gibt genug Geräte, die einfach eine rote LED als Signal nutzen: Ich bin jetzt an. Z.B. der allerste Gameboy.

  2. chichachillie schrieb am 7. Juli 2015 um 11:46 Uhr

    die “kritik” hört sich eher danach an, als ob sie lediglich das erste kapitel gelesen hätten.
    wahrscheinlich haben sie auch nicht verstanden, dass es sich bei dem inhalt des buches um eine fiktive parallelwelt handelt, die technisch fortgeschrittener ist und in der kaum etwas so ist, wie wir es kennen.
    oder gibt es etwa 3d hologramm fernseher!?

    wenn sie aufmerksamer lesen würden, dann hätten sie festgestellt, dass alex auf das dach flüchtet, weil das gebäude umstellt ist.
    und nein, nicht alle des einsatzteams stürmen “brüllend” die bar.
    menschen handeln nicht immer so, wie wir es gerne hätten bzw gerne lesen wollen würden.
    denn dann bräuchten wir keine bücher oder geschichten mehr, wir würden uns unsere eigenen schreiben.
    aber das wäre ja uninteressant, da wäre nichts neues für uns, keine überraschungen, keine wenden.

    ich würde mal sagen, wer so unempathisch ist und ohne jegliche phantasie, der sollte besser keine “kritiken” über fantasy bücher verfassen.

    für mich wirkt es so, als würden sie negativ meinungsmache betreiben, nur aus dem grund, weil sie das buch nicht mögen und wahrscheinlich auch nicht verstehen können oder wollen.
    vielleicht ist es auch so, dass sie absichtlich gegen den strom schwimmen, eben weil die reihe so erfolgreich ist.

    auch kann ich nicht nachvollziehen, weshalb sie die fähigkeiten der abnormen ins lächerliche ziehen.
    ist es möglich, dass sich da jemand in einem fantasy genre nicht auf fantasy einlassen kann?

    das macht es für mich zu einer gehaltlosen und schlechten kritik.
    nichts für ungut

  3. Christoph schrieb am 3. Januar 2016 um 02:03 Uhr

    Touche

  4. Jean-Luc.2305 schrieb am 20. Januar 2016 um 02:53 Uhr

    Das ist wirklich eine schockierend unqualifizierte Kritik, die stark den Eindruck vermittelt, der Kritiker hätte den Klappentext und die ersten zehn Seiten gelesen. Dieses Buch hat tatsächlich seine Schwächen, aber statt diese aufzuzeigen und eine ordentliche Analyse abzuliefern, nennt Herr Bremer versatzstückhaft Dinge, die ihn am ersten Kapitel gestört haben – wobei er in einigen Fällen einfach nicht verstanden zu haben scheint, was er da liest.

  5. Kirsten schrieb am 9. März 2016 um 06:34 Uhr

    Obwohl ich eher selten Fantasie Krimis lese war ich von den ersten beiden Teilen (Die Abnormen und Eine bessere Welt) sehr gefesselt! Wer sich auch einmal auf etwas Neues einlassen kann, findet hier zwei sehr flüssig geschriebene Romane, die einfach Spaß machen.

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