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Zur Buchmesse: Betrügerische Mails ködern Autoren mit ARD-Interview

Beitrag im Börsenblatt (Screenshot)
Beitrag im Börsenblatt (Screenshot)

Laut Börsenblatt gibt es eine Welle von betrügerischen Mails, die Autorinnen und Autoren ein Interview auf der Buchmesse anbieten. Absender sind scheinbar bekannte Literatursendungen oder -podcasts. Dahinter stecke eine perfide Betrugsmasche.

Eine E-Mail an eine Autorin vom Kulturmagazin »Druckfrisch«, unterschrieben von der MDR-Literaturredakteurin Katrin Schumacher, freundlich im Ton, mit Verweis auf die eigenen Bücher und verbunden mit einer verbindlichen Anfrage für ein Interview zur Frankfurter Buchmesse 2026. Geschrieben hat Schumacher diese Mail allerdings nie.

Laut einem Bericht des Börsenblatts kursierten seit einigen Wochen solche gefälschten, offenbar KI-generierten Mails im Namen von zahlreichen ARD-Kulturredaktionen. Betroffen seien neben dem MDR auch SWR, WDR, Radio Bremen und der SR. Allein unter Schumachers Namen seien bislang zehn solcher Falschnachrichten aufgetaucht. Auch Mitarbeiter der WDR-Podcasterinnen Christine Westermann und Mona Ameziane waren unter den vermeintlichen Absendern.

Das Perfide an der Masche, so das Börsenblatt: Wer auf die vermeintlich persönliche Interviewanfrage antworte, bekomme eine zweite Mail mit drei kostenpflichtigen Paketen – vom »Essential Autor Feature« für 200 Euro bis zum »Signature Autor Feature« für 500 Euro. Die echte Katrin Schumacher betont gegenüber dem Börsenblatt, dass die Sender nie Geld für ein Interview verlangen. Es werde zudem »mit dem Vertrauen und den Erwartungen der Autor:innen gespielt«.

Auch bei Hanser sei man laut Börsenblatt mit gefälschten Mails konfrontiert gewesen: Ein vermeintlicher ZEIT-Redakteur habe um das unveröffentlichte Manuskript eines Bestsellerautors gebeten, angeblich weil die »ZEIT« darüber berichten wolle. Der tatsächliche Namensgeber der Mail arbeitet allerdings beim »Spiegel« – der Schwindel sei daher rasch aufgeflogen. Dies erinnert an einen ähnlichen Fall aus Vor-KI-Zeiten: Im Jahre 2022 nahm das FBI einen Mann fest, der jahrelang mit gefälschten Verlagsadressen an unveröffentlichte Manuskripte gelangt war.

Der Börsenverein rät laut Börsenblatt dazu, die Absenderadressen genau zu prüfen. Oft stammen die betrügerischen Mails von Gmail- oder Yahoo-Konten. Die betroffenen ARD-Anstalten hätten bereits Anzeige erstattet.

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