Vielfalt, Opfer, Zauberer: Die nominierten Sachbücher für den Bayerischen Buchpreis 2018

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Die nominierten Sachbücher für den Bayerischen Buchpreis 2018

Neben den drei vorgestellten belletristischen Büchern wird am 6. November der Bayerische Buchpreis 2018 auch in der Kategorie Sachbuch vergeben. Hier sind ebenfalls von den gleichen drei Juroren drei Titel vorgeschlagen. Ein kurzer Überblick über die drei nominierten Sachbuchtitel.

Wolfram Eilenberger: Zeit der Zauberer – Das große Jahrzehnt der Philosophie 1919-1929

Wolfram Eilenberger: Zeit der Zauberer

Wolfram Eilenberger erklärt die Jahre 1919 bis 1929 zu einem »großen Jahrzehnt der Philosophie«, und sein Buch trägt den Titel »Zeit der Zauberer«. Es ist der Zeitraum nach dem Ersten und vor dem Zweiten Weltkrieg. Eilenberger erzählt aus dem Leben von Martin Heidegger, Ludwig Wittgenstein, Walter Benjamin und Ernst Cassirer. Eilenberger schreibt, als wäre er selbst dabei gewesen. Der typische und leicht zugängliche Duktus, den man aus dem öffentlich-rechtlichen Bildungsfernsehen à la Terra X kennt. Ein Werk zwischen philosophischen Theorien und Tratsch und Klatsch, und ein Buch, das eine Affinität zum Thema und zu den genannten Personen voraussetzt, um wirklich interessant zu sein.

Wolfram Eilenberger: Zeit der Zauberer: Das große Jahrzehnt der Philosophie 1919 - 1929. Gebundene Ausgabe. 2018. Klett-Cotta. ISBN/EAN: 9783608947632. EUR 25,00 » Bestellen bei amazon.de Anzeige
Wolfram Eilenberger: Zeit der Zauberer: Das große Jahrzehnt der Philosophie 1919 - 1929. Kindle Edition. 2018. Klett-Cotta » Herunterladen bei amazon.de Anzeige

Svenja Goltermann: Opfer – Die Wahrnehmung von Krieg und Gewalt in der Moderne

Svenja Goltermann: Opfer

Egal ob Kriege, Terroranschläge oder #MeToo: Die Berichterstattung über die in der Regel passiven Opfer nimmt in den Medien einen immer breiteren Raum ein. Der Begriff ist zudem zunehmend negativ besetzt. Die »Opfer« sind nicht die neuen Helden unserer Zeit.

Svenja Goltermann, Professorin an der Uni Zürich, geht in ihrem Buch der Frage nach, wann und warum »Opfer« immer mehr in den Vordergrund traten und wie sie die Sicht auf Gewalt und Kriege ändern und welche Konzepte dahinterstecken.

Ein Buch, das eher Fachbuch für Soziologen und Historiker als ein Sachbuch für die breitere Masse ist. Lieber hätte man als Nicht-Experte einen ausführlichen zweiseitigen Essay zum Thema in der ZEIT gelesen.

Svenja Goltermann: Opfer – Die Wahrnehmung von Krieg und Gewalt in der Moderne. Gebundene Ausgabe. 2017. S. FISCHER. ISBN/EAN: 9783103972252. EUR 23,00 » Bestellen bei amazon.de Anzeige
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Thomas Bauer: Die Vereindeutigung der Welt – Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt

Thomas Bauer: Die Vereindeutigung der Welt

Ambiguität und Ambiguitätstoleranz sind zwei Begriffe, die man nach der Lektüre dieses schmalen Büchleins in den eigenen aktiven Wortschatz aufnehmen will. Wir leben in einer mehrdeutigen Welt, doch der Mensch, so Bauer, mag das nicht. Die Menschen lieben Eindeutiges und neigen eben nicht zur Ambiguitätstoleranz. Man nagelt lieber Kreuze in die Amtsstuben, um scheinbar klare Verhältnisse zu schaffen.

Bauers Buch liest sich gut. En passant baut er Definitionen und Erklärungen ein, nennt Beispiele, lässt Freiräume fürs eigene Denken. So erläutert Bauer, warum gerade die immer wieder angeführte und oftmals geforderte Authentizität einen wesentlicher Faktor bei der Vereinheitlichung der Welt ausmacht.

Thomas Bauer: Die Vereindeutigung der Welt: Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt. [Was bedeutet das alles?] (Reclams Universal-Bibliothek). Taschenbuch. 2018. Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag. ISBN/EAN: 9783150194928. EUR 6,00 » Bestellen bei amazon.de Anzeige
Thomas Bauer: Die Vereindeutigung der Welt: Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt. [Was bedeutet das alles?]. Kindle Edition. 2018. Reclam Verlag » Herunterladen bei amazon.de Anzeige

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