Sachbuch: Vergesst Print on Demand und pfeift auf Verlage – selbst ist der Autor!

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Buch: Affenmärchen - Arbeit frei von Lack & LederGebhard Borck hat mit »Affenmärchen« ein etwas anderes Wirtschafts-Sachbuch geschrieben.

Einen Verlag dafür hat er nicht gesucht.

Für ihn war von Anfang an klar, dass er das Buch selbst verlegen, bewerben und vertreiben wird.

Für literaturcafe.de hat Gebhard Borck seine Erfahrungen und Ratschläge aufgeschrieben und hier gibt er Tipps, wie man sein Buch erfolgreich selbst verlegt.

In meiner Beratergruppe prüfen wir unser Handeln nach dessen Sinn. So fragten wir uns unlängst auch, wie wir als Autoren von Sach- und Fachbüchern und Fachartikeln arbeiten? Auf Basis dieser Überlegungen gründeten wir die Edition sinnvoll·wirtschaften. Unsere Erkenntnisse über eine zeitgemäße sowie sinnvolle Art und Weise zu veröffentlichen, soll kein gut gehütetes Geschäftsmodell-Geheimnis unserer Edition sein. In diesem Artikel beschreibe ich, was ich auf dem Weg zum selbstverlegten Sachbuch erfahren habe, damit auch Sie zum Autor werden können.

Selbst zu verlegen ist heute kein Problem mehr – aber wie?

In diesem Jahr werden sich erneut viele aufmachen, um uns ihre Gedanken, Tipps und Ratschläge sowie Erfahrungen und Meinungen in Buchform mitzuteilen. Die allermeisten dieser Vorhaben – mehr als 95% – werden, wie jedes Jahr, von den Verlagen abgelehnt. Doch das ist im Zeitalter von Print on Demand kein Problem mehr, da wird man schnell selbst zum Verleger – so die Werbung. Ist es so einfach? Gibt es Stolpersteine? Geht es zeitgemäßer und besser als mit den Print-on-Demand-Dienstleistern – und wenn ja, wie?

Mit meinem Sachbuch Affenmärchen startete ich den Selbstversuch, wie man ganz einfach zum Verleger werden kann. Wo verbergen sich Fallen, welche Erfahrungen und Tipps sind hilfreich und wertvoll?

Warum überhaupt ein Sachbuch schreiben?

Allein die Antwort auf die Frage , warum man ein Sachbuch schreiben sollte, füllt ganze Buchregale. Deshalb hier meine wichtigsten Gründe:

  • Mein eigenes Buch bringt mir berufliche Reputation und Anerkennung.
  • Mit meinem Buch konzentriere ich die eigenen Gedanken, bringe sie auf den Punkt und schaffe somit einen Wert für alle Interessierten.
  • Mein Buch hat mehr Reichweite als jede Visitenkarte oder Werbebroschüre.
  • Potentielle Kontakte und Kunden können sich mit mir und meinen Gedanken auseinandersetzen, können mich prüfen, ohne mich persönlich kennenlernen zu müssen. Das spart ihnen und mir kostbare Zeit.
  • Bestehende Kontakte und Kunden können meine Ideen und Ansätze über mein Buch noch besser verstehen.

Warum (nicht mehr) zu einem Verlag gehen?

Die Antwort, warum man als Sachbuchautor nicht zu einem Verlag gehen sollte, füllt mindestens ebenso viele Buchseiten, wie die auf die Frage: Warum überhaupt ein Buch schreiben? Deshalb hier meine Erfahrungen, die den am häufigsten genannten Pro-Argumenten entgegenstehen:

  1. Aufgreifen und entwickeln der Idee
    Ihre Idee und das dahinter liegende Potenzial für den Markt zu erkennen, sehen Verlage keinesfalls als ihre Aufgabe, dazu haben sie gar nicht die Zeit. Will Ihre Idee überhaupt eine Chance haben, sollten Sie schon selbst ein entsprechendes Exposé – mehr dazu in meinem e-Book »Buch ja – Wie Sie ein professionelles Exposé für Ihr Sachbuch erstellen« – erarbeiten und vorlegen, damit Sie der entsprechende Lektor in der nächsten Programmsitzung empfehlen kann.
  2. Sauberes Lektorat des Buchs
    Das mag für Bestseller-Autoren und Lektoratslieblinge stimmen. Der ganz normale Erstlingsautor macht hierzu recht ernüchternde Erfahrungen. Korrigiert wird professionell, doch auf ein wertvolles und qualitätssicherndes inhaltliches Sparring wartet der Autor vergebens.
  3. Druck, Layout und ISBN
    Annahmen: Der der Verlag organisiert den Druck des Buches, übernimmt das Risiko der Druckkosten, macht ein professionelles Layout, räumt sich meist das Letztbestimmungsrecht beim Titel ein und besorgt ihm eine ISBN-Nummer.
 Von diesen Annahmen sollten auf jeden Fall die beiden Ersten und die Letzte stimmen. Sonst sind Sie bei einem Abstauber aber sicherlich nicht bei einem seriösen Verlag gelandet. Doch schon beim Layout und spätestens beim Titel sind Sie wieder selbst gefragt. Diesmal allerdings nicht nur als Quelle sondern oft als Verteidiger ihrer Inhalte – was deutlich anstrengender sein kann, weil es nichts mehr mit der Freude der inhaltlichen Gestaltung zu tun hat.
  4. Vertriebsunterstützung und Marketing
    Schon während der Bucherstellung werden Sie mit dem Verlag einen regen Austausch darüber haben, welches Verteilernetzwerk Sie selbst mitbringen. Nachdem das Buch dann gedruckt ist, werden Sie es auch dann nicht in den Buchregalen mittelgroßer deutscher Städte finden, wenn es bereits ihr zweites oder drittes Werk ist. Diese Gunst bleibt den vorhersehbaren Verkaufsschlagern vorbehalten. Die Hauptarbeit, Ihr Buch unter die Leute zu bringen, bleibt erfahrungsgemäß bei Ihnen.
  5. Wenn Sie keinen Verlag bekommen, dann eben als Print-on-Demand-Publikation
    Finger weg, denn es ist Ihr Geld! Print-on-Demand-Dienstleister bieten Ihnen eine Menge Leistungen an, die allesamt extra kosten, sei es das Lektorat, die Rechtschreibkorrektur, das Buchlayout oder die Präsentation Ihres Werkes auf Buchmessen. Am Ende all dieser vorab zu bezahlenden Leistungen sind Sie allerdings nicht selbst Verleger Ihres Buches, nein, der Verleger ist der PoD-Dienstleister, und dort liegen dann auch einige Rechte an Ihrem Werk, die sie vielleicht lieber selbst behalten hätten. Außerdem sind die Druckkosten des Buchs so hoch, dass Sie bereits einen hohen Verkaufspreis verlangen müssen, ohne selbst einen müden Euro verdient zu haben. Da werden die 35% – 70% Beteiligung bei der Publikation als E-Book über Amazon geradezu zu einem Lottogewinn.

Nachdem diese Punkte geklärt sind, verfolgen Sie nun anhand meiner Erfahrung mit Affenmärchen, wie es im Eigenverlag geht!

Bevor Sie veröffentlichen

Als Mensch und als Berater hatte ich schon eine ganze Weile die Sehnsucht, meine Gedanken zusammenzufassen und auf den Punkt sowie in eine saubere Argumentationskette zu bringen. Ein Kollege fragte mich in einem Gespräch: »Warum schreibst du nicht ein Buch?« Er selbst hatte bereits zwei Fachbücher geschrieben. Direkt nach der Frage kam der Ratschlag: »Es geht allerdings nicht darum, plump deine Meinung ‘rauszuposaunen. Also wenn du es machst, mach es professionell!«

Am Anfang stand daher weder ein Buchtitel, noch ein wirklich klarer Inhalt, außer der vagen Idee, über Sinnkopplung zu schreiben. Wie bei vielen anderen auch, war es die Sehnsucht, selbst ein Buch zu schreiben, die mich trieb.

Bevor ich allerdings Affenmärchen veröffentlichen konnte, wollte ich es als professionelles Buchprojekt umsetzen. Meine Erfahrungen dabei habe ich in zwei kurzen e-Books zusammengefasst:

  • Buch? Ja! – Wie Sie ein professionelles Exposé für Ihr Sachbuch erstellen (EUR 1,95)
  • So schreiben Sie Ihr Sachbuch (EUR 1,95)

Selbst verlegen leicht gemacht!

Nachdem Affenmärchen alle Schritte zu einem professionellen Sachbuch durchlaufen hatte – Autorenpositionierung, Exposé, reflektiertes Schreiben -, stellte sich die Frage nach der Veröffentlichung. Für die Inhalte von Affenmärchen fehlte den Verlagen der Mut, wie sich trotz professioneller Unterstützung durch einen erfolgreichen Literaturagenten herausstellte. Mein Buch wurde nicht etwa wegen seiner Thematik, meines Schreibstils oder anderen sachlich nachvollziehbaren Argumenten abgelehnt. Ihm wurde aus ideologischen Überlegungen die Publikation verweigert. Die Ablehnung lässt sich ungefähr so zusammenfassen: »Die Veröffentlichung des Werks können wir nicht mit unserem Gewissen vereinbaren.« Wackelpudding an die Wand zu nageln ist einfacher, als aus dieser Absage herauszufiltern, was zu ändern sei, um veröffentlicht zu werden. Meine Reaktion: Jetzt erst recht! Und zwar ohne Verlag. Nach der Rücksprache mit meinen Kollegen fanden sich noch folgende weitere Gründe für diesen Selbstversuch.

  • Die Auflagen für Erstautoren sind gering,
  • die Autorenhonorare kaum erwähnenswert,
  • die Reichweite eines durchschnittlichen Erstlingsbuches schafft meine Webseite auch – über die Zeit gesehen vermutlich sogar noch mehr – und
  • die Vermarktung macht maßgeblich der Autor über sein Netzwerk selbst.

Für mich liest sich die Bilanz einer Verlagsveröffentlichung dann so: Der Autor schreibt das Buch, sorgt für ein gutes inhaltliches Sparring, bewirbt, vermarktet, verschenkt und verkauft es und verliert üblicherweise alle Nutzungsrechte. Im Gegenzug gibt es vielleicht einen großen Namen auf dem Buchrücken.

»Nichts für mich!« dachte ich inzwischen und informierte mich über Print on Demand.

Schon bald war klar, dass ich es tatsächlich selbst machen kann, denn mehr Reputationsverlust ist das auch nicht, und selbst bei Print-on-Demand gibt man die Rechte zu einem Gutteil an den Dienstleister ab. Vor allem aus wirtschaftlichen Aspekten heraus ist die vollständige Eigenveröffentlichung tatsächlich interessant, wie Sie in Kürze lesen können!

Wer würde ein 200 Seiten starkes PDF-Dokument lesen?

Kaum zu diesen Erkenntnissen gekommen, war ich auch schon wieder am Ende meines Lateins. Wer würde mein 200 Seiten umfassendes Buch schon lesen, wenn ich es als PDF bei scribd, issuu oder slideshare bereit stelle? Ich auf keinen Fall! Doch wie denn dann?

Buch als Blog

Affenmärchen - Das Blog zum BuchAus der Not eine Tugend machen, das ist ein guter Slogan für neue Marktideen. Weil kaum jemand ein 200-seitiges PDF-Dokument herunterladen und lesen würde, galt es, das Buch in Häppchen zu stückeln und diese konsumentenfreundlich anzubieten. Möglichst so, dass ich so wenig Arbeit wie möglich damit habe und es dennoch angenehm zu lesen ist. 
Die Antwort auf all diese Anforderungen lautet: Blog-Plattform. Es gibt unterschiedliche, ich habe mich für wordpress.com entschieden, da ich es 1. schon kannte und mir 2. das Maillayout von WordPress sehr gut gefällt. Dazu ist es hilfreich zu wissen, dass in nahezu allen Unternehmen von allen Mitarbeitern E-Mails gelesen und weitergeleitet werden, während Blogs, Wickis und dergleichen mehr einen Verbreitungsgrad im einstelligen Prozentbereich haben. Von vielen Unternehmen werden sogar die entsprechenden URLs geblockt.

Mit dem Blog ist Ihr Werk veröffentlicht und Sie sind Autor!

Soll das heißen, das war‘s schon? Mitnichten! Ich erhielt bereits im Vorfeld der Publikation über WordPress Anfragen nach Affenmärchen im traditionellen, gedruckten Buchformat. Außerdem ist ein Buch aus Papier ein höchst effektives Marketinginstrument gerade für kleine Dienstleistungsunternehmen wie Berater, Trainer, Coaches etc..

Stellt sich die Frage, wie komme ich zum Buch?

Bücher drucken

Sucht man im Internet, finden sich recht schnell Anbieter, die einem dabei helfen, das eigene Buch herzustellen. Schwieriger ist herauszufinden, wer ein seriöser und fairer Anbieter ist. Meine Recherche hatte 2 wichtige Ergebnisse:

1. Kosten:

Im Netz finden sich viele Services, die eine Auflage ab einem Exemplar anbieten. Diese arbeiten offensichtlich mit einer Mischkalkulation, sodass Kunden, die höhere Auflagen bestellen (200 plus) fast schon unverschämt hohe Kosten bezahlen (meist noch deutlich über 10 EUR pro Stück), während die Kunden im kleinen zweistelligen Auflagebereich gute Stückpreise erhalten, teilweise unter 20,00 EUR.

Für Affenmärchen hatte ich bereits eine Liste von mehr als 50 Personen, denen ich das Buch schenken wollte. Zudem erhält jeder PerspektivGewinn-Teilnehmer unsrer Beratergruppe ein Exemplar unserer aktuellen Bücher und man möchte ja auch für die Zukunft gerüstet sein. So ist eine Erstauflage von 200 bis 500 Stück schnell erreicht!

Ergebnis der Kostenrecherche: Wenn die Auflage Ihres Buches ≥ 250 Stück ist, gehen Sie zu einer richtigen Onlinedruckerei und nicht zu einem Buchdruck-Service. Sollten Sie eine Auflage < 50 vorhaben, sind Sie im Buchdruck-Service ab einem Exemplar gut aufgehoben.

2. Rechte:

Wollen Sie wirklich ein Buch herausbringen und nicht einfach nur Ihre Urlaubserinnerungen für Verwandte und Freunde drucken, dann achten Sie genau auf die angebotenen Leistungen. Bei meiner Suche wurde für einigermaßen akzeptable Buchkosten immer zur Bedingung gemacht, dass ich eine Autorenvereinbarung mit dem Anbieter unterschreibe und dieser als Verlag ins Impressum aufgenommen wird.

Da ich aber meine Beratergruppe im Impressum stehen haben wollte, schieden all diese Angebote für mich aus. Sollte das für Sie kein Ausschlusskriterium sein, dann lesen Sie sich das Kleingedruckte gut durch, bevor Sie wieder für jedes weitere Format ihren Verlag um Publikationserlaubnis bitten müssen. 
Im Autorenvertrag von epubli etwa wird unter Absatz 3.4 vermerkt: »Der Autor wird sich während der Laufzeit des Vertrags jeder anderweitigen Verwertung des Werks selbst oder durch Dritte enthalten.« Das Kündigungsrecht innerhalb von 5 Tagen via Email aus Absatz 10.1 des Vertrags ist da natürlich ein Pluspunkt. Allerdings bleibt offen, warum der Autor das Werk nicht in anderen Formaten verwerten können soll, da ihm epubli ja nur dann ein Autorenhonorar bezahlt, wenn sich sein Buch auch verkauft.

Machen Sie Ihr Buch einzigartig

Wenn Sie für die Kosten und die Rechte eine Kombination gefunden haben, in der Sie selbst drucken und verlegen wollen, geht es zum nächsten Schritt: Machen Sie Ihr Buch einzigartig. Beschaffen Sie sich eine ISBN (Internationale Standard-Buch-Nummer)! Gehen Sie auf die Webseite zur deutschen ISBN-Vergabe und beantragen Sie eine Nummer. Für die Einzelnummer fallen etwas mehr als 70 EUR Kosten an.

Für Affenmärchen habe ich eine einzelne ISBN beantragt, die deutlich und direkt sichtbar auf dem Cover bzw. Buchrücken aufgedruckt und darüber hinaus noch im Impressum vermerkt ist.

Jetzt fehlt nur noch der Preis und dann kann das Geldverdienen losgehen. Auch der Preis Ihres Buchs muss deutlich sichtbar auf der Außenseite des Buchs gedruckt sein. Beachten Sie dabei, dass die Buchpreisbindung für alle Bücher gilt, auch für Ihr eigenes. Ein guter Überblick über die Rechtslage findet sich auf dieser Webseite.

Bücher verkaufen

Bis hierher hat es sich für Sie nur freiheitlich gelohnt, Ihr Buch selbst zu schreiben, zu erstellen und zu verlegen. Denn durch diesen Weg ist es Ihnen gelungen, die Rechte für alle weiteren Formate Ihres Buchs bei sich zu behalten. Doch wie wird jetzt ein Geschäftsmodell daraus, bei dem Sie mehr verdienen als mit einem Autorenvertrag bei einem Verlag?

Affenmärchen ist in einer Vorabauflage von 500 Stück erschienen. Die Herstellungskosten (Druck + ISBN) beliefen sich grob auf 2.200 Euro, was einen Einkaufspreis von 4,40 pro Buch bedeutet. Der Verkaufspreis ist netto 27,94 Euro pro Buch, was einen Erlös von 23,54 Euro pro Buch ergibt. Für die Herstellungskosten müssen 79 Bücher verkauft werden, ab dann können Sie Ihre Lektoren ausbezahlen und schließlich noch ein Autorenhonorar erwirtschaften. Schnell sind Sie so bei mehr als 2.000 Euro Verdienst. Dem gegenüber stehen ggf. 1.400 Euro Autorenhonorar fix, wenn Sie gut verhandeln bzw. bis zu 7% des internen Verkaufspreises vom Verlag an den Buchhandel pro verkauftem Buch (Verlagsabgabepreis).

Resümee

Das eigene Buch geschrieben und veröffentlicht zu haben ist nicht nur eine tiefe Sehnsucht, die viele Menschen im Zusammenhang mit den Inhalten Ihrer Arbeit in sich tragen. Gerade für Selbständige und Kleinunternehmen ist es auch ein sehr attraktives und wertvolles unternehmerisches Werkzeug, um neue Kunden anzuziehen und bestehende Beziehungen zu pflegen. Durch das Internet und seine Möglichkeit mit wenigen Klicks selbst nicht nur Autor, sondern auch hoch professioneller Drucker, Verleger und Vertreiber zu sein, wachsen die Anforderungen an Verlage. Bisher haben diese ihre Hausaufgaben noch nicht gemacht und so eröffnen sich Handlungsräume für Sie.

Nutzen Sie also die Möglichkeiten unserer Zeit, es ist kein Hexenwerk! Dabei sollten Sie eines jedoch nicht vergessen: Wenn Ihre Inhalte oder die Qualität der Ausarbeitung nicht stimmen, sind Sie auf diesem Weg schneller im Abseits, als es jeder Verlag für Sie erreichen könnte!

Gebhard Borck

Gebhard Borck (Foto: privat)

Gebhard Borck, Jahrgang 1971, ist Mitglied der Beratergruppe sinnvoll·wirtschaften. Bereits Ende der 1990er Jahre befasste sich Gebhard Borck auch wissenschaftlich mit der Zukunft des Managements und hat seine Abschlussarbeit über Die Zukunft des Managements von selbststeuernden Prozessen verfasst

Affenmärchen ist sein erstes eigenes Buch, das er selbst verlegt hat. Über seine Erfahrungen berichtet er ausführlich in drei E-Books, die bei Amazon erhältlich sind:

  • Buch? Ja! – Wie Sie ein professionelles Exposé für Ihr Sachbuch erstellen (EUR 1,95)
  • So schreiben Sie Ihr Sachbuch (EUR 1,95)
  • Wie Sie sich professionell selbst verlegen (EUR 1,95)

Oder den Sammelband mit allen drei Teilen in einem E-Book:

  • Vergesst PoD und pfeift auf Verlage – selbst ist der Autor (EUR 3,45)

Gebhard Borck freut sich über Rückmeldungen und Kommentare zu seinem Artikel, entweder direkt hier auf literaturcafe.de in den Kommentaren oder unter

www.affenmaerchen.de

Unter dieser URL kann das Buch auch bestellt werden.

20 Kommentare

  1. Alles wunderbar, solange die Selbstveröffentlicher sich dann nicht beklagen wenn sie im stationären Buchhandel nicht vertreten sind. Ich habe im Laden in der Woche drei bis vier Selbstveröffentlicher, die mir ganz begeistert ihre Gedichte, Märchen und Geschichten auf Kommission anbieten und sich dann wundern, daß das Interesse der Kunden für ihre Werke begrenzt ist.

  2. Vielen Dank für diesen Beitrag, klingt sehr motivierend und vernünftig.
    Dennoch würde mich ja interessieren, wie es denn nun ausgegangen ist mit Ihrem Experiment.
    Deshalb würde ich mich freuen, wenn Sie noch folgende Fragen beantworten könnten, um die ganze Sache rund zu machen:
    1. Ist die Erstauflage verkauft? Auf dem Blog gibt es nämlich nur die Möglichkeit einer Vorbestellung zu 19,90 EUR, die nur dann wirksam wird, wenn 10.000+ Bücher bei Ihnen zu diesem Preis bestellt werden. Das kann mit den o.g. Zahlen nicht übereinstimmen.
    2. Wie hoch war der Gewinn bis jetzt? Ist die von Ihnen oben in Zahlen genannte Kalkulation tatsächlich aufgegangen?
    3. Haben Sie die gesamte Bestellabwicklung und den Versand selbst gemacht? Wieviel Arbeitszeit ist dafür angefallen bzw. wieviel hat das gekostet, wenn Sie es nicht selbst gemacht haben?
    4. Warum ist Ihr Buch nicht über Amazon erhältlich?

    Ich möchte nicht unken, mich interessieren die Antworten wirklich, weil das Bild, dass sie zeichnen, für mich ansonsten einfach nicht vollständig ist.

  3. Robert hat vollkommen recht: ein zentrale Frage der ganzen Selbstverlegerei wird hier vollkommen ausgeklammert, und die heißt Vertrieb. Im konkreten Fall mag das keine Rolle gespielt haben, weil die Abnehmer schon feststanden, aber ich kenne buchstäblich zahlreiche Fälle von stolzen Autor/inn/en, die hunderte von Exemplaren ihrer Werke, oft Autobiographien, für teures Geld haben drucken lassen und denn jetzt die Garage vollliegt (bis nach ihrem Tod die Erben den ganzen Mist auf den Müll schmeissen…). Das Problem lösen seriöse publishing on demand Verlage höchst hilfreich; auch eine E-book-Publikation entbindet von der schrecklichen Notwendigkeit, jedes bestellte Buch (wenn dann mal einer eins will…) einzeln mit Rechnung einzupacken und zu verschicken. Es ist kein Zufall, dass dieser Teil der Buchlogistik an die 50 % der Ladenpreise ausmacht!

  4. Affenmärchen – Ammenmärchen?
    Okay, es geht um Sachbücher, aber die im Abschnitt “Warum (nicht mehr) zu einem Verlag gehen” vorgetragenen Punkte entsprechen nahezu vollständig der zwar gebetsmühlenartig wiederholten, nichtsdestotrotz falschen Argumentation, mit der die Zuschussverlage – immer noch erfolgreich – auf Kundenfang sind. Von wegen, gutes Lektorat bekämen nur Bestseller(autoren) ab, beim Marketing müsse man sowieso selbst tätig werden usw. usf. – alles, mit Verlaub, ziemlicher Unsinn, den kaum ein Autor mit einem echten Verlagsvertrag in der Tasche bestätigen dürfte. Wenn die Verlage alle Autoren, die neu ins Programm genommen werden, so nachlässig behandeln – warum nehmen sie diese dann ÜBERHAUPT ins Programm? Um KEINE Bücher zu verkaufen? Aus ökonomischer Sicht, und Verlage sind ja zumeist (erfolgreiche) Wirtschaftsbetriebe, wäre das so sinnvoll wie der Erwerb eines Grundstücks auf dem Jupiter. Von solchen Aspekten abgesehen ist dieser in schlechtem Deutsch verfasste Beitrag nichts weiter als fadenscheinige Eigenwerbung für ein offensichtlich überteuertes Produkt. Liebes Literaturcafé, Ihr solltet mal wieder von der neuerdings energisch befahrenen Do-it-yourself-Verlegerei-Schiene runterkommen und echte Hilfen für Autoren anbieten. Danke vorab.
    Herzlich,
    Tom Liehr

  5. @Rudy Gasson:
    1. und 2. Die Vorabauflage geht, wie auf der Webseite zu lesen, nur an unserer Beratergruppe persönlich bekannte Menschen. Augenblicklich sind zwischen 60 und 70 Exemplare verkauft – sprich ich bin kurz davor, die Erstellungskosten auszugleichen. Daneben gibt es die Bestellungen des Buchs für 19,90, die eingegangen allerdings noch nicht bedient sind. Da es augenblicklich weit weniger als 10.000 sind, werde ich diesen Interessenten wohl die Vorabauflage zum Kauf anbieten. Wo auch immer ich unterwegs bin, habe ich mein Buch dabei und “verschenke” es auch immer wieder an Interessenten und potentielle Kunden. Aus diesen Geschenken sind inzwischen zwei intensivere Kundenbeziehungen geworden. Noch kann ich nicht sagen, ob daraus Aufträge werden, doch die Zeichen stehen nicht schlecht. Dann hätte ich auf jeden Fall auf diesem Weg mein Einkommen gesichert. Ein Kunde kam nur aufgrund des Buches zustande und auch mit ihm bin ich auf einem guten Weg, das sich das Buch bezahlt macht.
    Ansonsten Verkaufe ich das Buch weiterhin, wenn ich Vorträge halte etc. und bin guter Dinge, die 50% der Vorabauflage auch an den Mann zu bringen, die meine Kalkulation wahr werden lässt.
    3. Die Bestellabwicklung und den Versand habe ich tatsächlich mit http://www.internetmarke.de, http://www.mecateo.de, meinen Händen, meinem Drucker sowie Computer selbst gemacht. Die Gesamtzeit dafür kann ich nicht abschätzen. Es lief nebenher, wenn ich sowieso Dinge für die Post zusammen gestellt habe. Auch habe ich immer mehrere Bestellungen gebündelt. Wie oben ersichtlich waren es allerdings auch keine 10.000 Exemplare. Diese hätte ich sicherlich zu einem Dienstleister gegeben. Was solche Dienstleister kosten habe ich noch nicht recherchiert.
    4. Mein Buch ist über Amazon nicht erhältlich, da es sich gezielt um eine limitierte Vorabauflage handelt. Sollten nicht ausreichend Bestellungen zusammen kommen, werde ich das Buch auch über Amazon erhältlich machen. Die dazu notwendigen Formulare etc. erhalten Sie, wenn Sie eine ISBN-Nummer beantragen.

    @Peter Ja, Vertrieb ist zum größten Teil ausgeklammert, denn der Beitrag befasst sich ja im Kern mit dem “sich selbst Verlegen”. Vertrieb ist natürlich ein Thema über das man sich Gedanken machen sollte und die hier erwähnten Möglichkeiten komplett ohne Papier via eBook das eigene Werk zu vertreiben wollte ich überhaupt nicht angreifen oder negieren. Auch nicht, dass der Vertrieb das Kernproblem jedes Autors ist, der mit seinen Büchern wirklich, wirklich, wirklich Geld verdienen und nicht nur eine Aufwandsentschädigung erreichen möchte. Selbst meine Kalkulation ist für die zwei Jahre Schreib- und Recherchearbeit nur ein Witz. Allerdings wäre ich auch dann nicht in irgendwelchen Buchhandlungsregalen aufgetaucht, wenn ich einen Autorenvertrag gehabt hätte. Wir gehen den Weg des Internets, des Vertriebs parallel zu Vorträgen, die wir halten, an Kunden und deren Kunden (als Geschenke), über Empfehlungen und stellen augenblicklich Überlegungen an, eigene physische Vertriebswege weit weg vom Buchhandel zu etablieren. Der einzige Buchhändler, der unserer Erfahrung nach – und hier spreche ich auch für meinen Kollegen, der bereits 4 Bücher über Verlage veröffentlich hat – in unserem Buchsegment, sprich dem Sachbuch, etwas bringt, ist Amazon und dafür brauche ich auch keinen klassischen Buchhandel.
    Ansonsten wäre es sicherlich spannend über den Vertrieb einen Artikel zu verfassen, allerdings ist der beim Sachbuch doch recht speziell oder besser gesagt, darüber wie Vertrieb bei einem Roman etc. aussehen kann, habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.

    @Karin Kunz-Toivonen Ich will gar nicht sagen, dass die PoD Dienste ihren Job nicht oder schlecht machen. Sie nehmen eben in Anspruch dann auch der Verlag zu sein und die Rechte am Buch zu haben. Zumindest die, die ich recherchiert habe. Wenn einem das egal ist und man sich die Arbeit mit Layouterstellung, Druckvorbereitung, Satz etc. nicht machen will oder kann, ist das sicherlich besser als der eigenen Sehnsucht ein Buch zu schreiben überhaupt nicht nachzugehen. Allerdings muss es auch nicht sein, wenn man das nicht machen möchte.

    @Tom Liehr 1. Ich habe kein Geschäftsmodell eines Zuschussverlags und will es auch nicht! Die 5 Punkte auf das Lektorat zur reduzieren, von dem ich schreibe, dass es handwerklich sehr wohl professionell ist, allerdings – und ich kann nur für den Sachbuchbereich sprechen – inhaltlich doch häufig zu wünschen übrig lässt. Das können Sie leicht bei der Lektüre von vielen Sachbüchern nachprüfen.
    Für mein Buch war ich auf der Suche nach einem Verlag, bevor ich mich entschied es selbst zu verlegen und meine Erfahrung ist, dass Ihre Chancen ohne ein von Ihnen selbst vorgelegtes Exposé im Sachbuchbereich schlicht gegen 0 streben, einen Verlag zu finden. Zur Vertriebsunterstützung und zum Marketing kann ich nicht aus eigener Erfahrung sprechen. Allerdings kenne ich zwei Sachbuchautoren, die beide bereits mehrere Werke veröffentlicht haben und von denen einer sicherlich ein Bestsellerautor im Sachbuchbereich ist, dessen Bücher bereits in mehreren Auflagen und auch als Paperback erschienen sind. Beide sind sehr stark selbst unterwegs, um ihr Buch zu verkaufen und an den Kunden zu bringen. Beide verkaufen keine unerhebliche Anzahl von Büchern parallel zu ihren Vorträgen und an bereits bestehende Kunden. Bei einem kenne ich die Verkaufszahlen sehr genau und man kann sagen, weniger als ein Drittel der Verkäufe gingen über den Verlag und dessen Vertrieb sowie Marketing. Damit plappere ich niemandem den Mund, das sind schlicht meine Erfahrungen.
    Verlage nehmen neue Autoren ins Programm, weil es betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, schwarzen Schwänen eine Chance zu geben und Neues auszuprobieren. Zudem ist es dem Verlag, wie mein Selbstversuch zeigt, bereits bei sehr kleinen Auflagen ab 200 oder 250 Stück möglich, Geld zu verdienen. Selbst wenn er am Ende 700 Exemplare in den Schredder schickt. Also geht ein Verlag mit einem Erstautor kaum bis gar kein Risiko ein, so lange er seine Topseller gut platziert und verkauft.
    Ähnlich wie Sie will ich mit diesem Beitrag aufzeigen, dass man gar nicht zu Abzockern zu gehen braucht. Wenn man keinen Verlag findet, zu PoD, aus welchen Gründen auch immer nicht gehen möchte, kann man es auch selbst machen. Es ist kein Hexenwerk. Das ist die Botschaft.
    Es ist – mit Verlaub – ein Totschlagargument oder sogar ein Trugschluss, dass Verlage deshalb Erstlingsautoren aufnehmen und gut betreuen, weil sie wirtschaftlich oder ein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen sind.
    Als Betriebswirt kann ich dazu nur sagen: Reichlich naiv, diese Vorstellung.
    Passender ist dieses Bild. Wenn Verlage keine Erstlingsautoren und Neuerungen ins Programm aufnehmen, segnen sie auf jeden Fall eher früher als später das Zeitliche. Dennoch kalkulieren sie das Erstlingsautorengeschäft sinnigerweise als Verlustgeschäft und freuen sich, wenn dem nicht so ist. Ob der Erstlingsautor ein Erfolg wird, so wissen auch die Verlage, hängt nicht unerheblich vom Autor selbst ab, sich zu verkaufen und darüber hinaus vom Zufall, gerade einen Nerv der Zeit zu treffen.
    Als Betriebswirt würde ich für diesen Teil meines Geschäfts nur das Risiko eingehen, das ich für unbedingt notwendig halte und versuchen es auf so viele Schultern (Erstautoren) zu verteilen wie für möglichst wenig Geld zu haben sind. Am Allerbesten mache ich die Schultern selbst vom Verkaufserfolg abhängig, um mein Risiko wirklich auf die unvermeidbaren Kosten zu senken.
    Wohlwissend, dass der eine oder die andre Starautorin und damit meine zukünftige Wirtschaftlichkeit darunter sein werden.

    Welches Produkt ist denn ihrer Meinung nach überteuert? Affenmärchen? Es ist kostenlos im Netz zu haben. Wie billig sollte es denn sein, damit es nicht mehr überteuert ist?

    Ich würde Sie bitten, Ihre meines Erachtens nach bisher eher fadenscheinige Argumentation zu erläutern oder mit Fakten aus Ihrer Erfahrung zu untermauern.
    Danke Vorab

    Beste Grüße
    Gebhard Borck

  6. Hallo noch einmal!
    @Rudy Gasson
    Heute habe ich eine Email erhalten. Sie nimmt Bezug auf diesen Artikel und die Autorin bestätigt meine Erfahrungen. Zudem hat auch sie den Weg des Selbstverlages gewählt und von ihrem ersten Buch inzwischen – in grob einem Jahr – 1.100 Exemplare unter die Leute gebracht. Wie viele davon sie verkauft und wie viele sie verschenkt hat, hat sie nicht geschrieben. Doch sie war sehr zufrieden, die den Weg des Selbstverlags gewählt zu haben!
    Augenblicklich ist sie dabei, ihr zweites Buch auf demselben Weg zu verlegen und freut sich über die Anregung mit dem Blog.

    Beste Grüße
    Gebhard Borck

  7. Ich liebe diese Art von Erfahrungsberichten auch. Im Grunde ist der Autor hier bezogen auf Kosten-Nutzen-Rechnungen zu vielen Schlüssen gekommen, zu denen ich auch längst gekommen bin.

    Was allerdings eher unterschlagen und kleingeredet wird, sind Marketing und Vertrieb. Gerade letzterer. PoD und Veröffentlichungsservices haben eben den Vorteil, dass man nicht selbst Rechnungen schreiben, Post verpacken und Post zum Potsamt bringen muss. Das sollte man beachten. Denoch würde auch ich die Online-Druckerei und keinen Buchdienstleister empfehlen. Durch Online-Druckereien hat man meist deutlich niedrigere Druckpreise

    @Tom Liehr: Wenn man schon von Gebetsmühlen redet, dann bitte auf beiden Seiten. Ja, hier werden die altbekannten Punkte wiederholt – aber genauso gebetsmühlenartig werden in der Literaturszene auch jene Punkte wiederholt, warum man unbedingt zu einem klassischen Verlag gehen sollte. Und was Sie hier im Literaturcafe in ihrer Serie “Warum werde ich nicht veröffentlicht? Oder: Die Große Manuskriptverschickung” schrieben, war mindestens ebenso der x-te gebetsmühlenartige Aufguss eines Diskurses.

  8. Vor einem Jahr habe ich aufgrund meiner vielfältigen Erfahrungen mit Verlagen, BoD und Literaturagenten einen jener verrufenen Zuschussverlage gegründet.
    Meine Autoren bekommen eine seriöse, bezahlbare und professionelle Dienstleistung.
    Ich arbeite mit ebenfalls seriösen Druckereien zusammen und gebe deren Kosten 1:1 an meine Autoren weiter. Das heißt, ich schlage auf die Druckkosten keinen Cent drauf, weil ich mein Geld mit Lektorat (das ich im übrigen mit Herzblut mache), Rechtschreibprüfung und Design verdiene.

    Ich berate und unterstütze meine Autoren bei der Vermarktung und bei der PR und weise auch im Vorfeld darauf hin, dass diese Aktitiväten sehr zeitaufwändig sind.

    Ein Buch zu schreiben kostet Zeit, es zu vermarkten ebenfalls.

    Übrigens: Bei meinen Romanen, die bei bekannten und klassischen Verlagen erschienen sind, habe ich PR und Werbung (Blog) in Abstimmung mit den jeweiligen Verlagen übrigens auch selbst gemacht. Und das sollte jeder Autor machen – egal, wie und wo er verlegt.

  9. Ich kann die hier geschilderten Erfahrungen nicht bestätigen. Es sei denn, man ist zufrieden mit dem Verkauf von 60-70 Exemplaren oder von mir aus auch dem doppelten oder dreifachen dieser Menge. Dann mag der Selbstverlag am günsitgsten sein, denn der Kundenkreis ist für eine Privatperson ja durchaus überschaubar.
    Ich habe für mein Sachbuch den klassischen Weg gewählt und fühle mich durch “meinen” Verlag hervorragend betreut. (Allerdings bekam ich “nur” 2 Dutzend Bücher zum verschenken) Es gab/gibt mehr als die hier erwähnten 7 Prozent, ein gutes Lektorat, professionelles Korrekturlesen, erfolgreiche Vermittlung zu Journalisten von Print/Hörfunk/TV und mittlerweile die 4. Auflage und eine fünfstellige Anzahl verkaufter Bücher. Das hätte ich alleine, mit einem Erstlingswerk und mit Mund-zu-Mund-Propaganda nie geschafft.

  10. Hallo Herr Borck,

    auch wenn der Artikel ja schon etwas älter ist, er ist genau das, wonach ich gesucht habe, vielen Dank! Ich schreibe gerade ein Kinderbuch und habe mich auch aus mehreren Gründen dagegen entschieden, meine Bücher einem Verlag vorzulegen. Zum einen möchte ich ungern meine Urheberrechte abgeben, zum anderen bleibt mir einfach zu viel Geld in diversen Kanälen stecken, die ich selbst vielleicht effizienter (für meine Bedürfnisse) organisieren könnte.

    Was mir jedoch am meisten Kopfschmerzen bereitet, ist tatsächlich der Vertrieb der Bücher. Die Kunden müssten dann ja praktisch zu den reinen Buchkosten auch noch den Versand zahlen, ich weiß nicht, wie viele potentielle Interessenten das abschreckt. Spätestens bei einer Übersetzung ins Englische und einer Vermarktung über D,AU,CH hinaus wird es dann wahrscheinlich nicht mehr in Eigenregie klappen. Ich bin allerdings noch guten Mutes und werden einfach mal versuchen, was alles so möglich ist.

    Vielen Dank auf jeden Fall für Ihren Beitrag, der mir wirklich sehr weiter geholfen hat.

    Viele Grüße
    Birgit

  11. Vielen Dank für die Begriffe von den Schwarzen Schwänen, die auf den Begriff Serendipität hinweisen (zufällig entdeckt, wie das Penecillin). Und dass solche Schwarze Schwäne für Verlage interessant sind. Ich kam in den Umkreis einer Entdeckung, eines sich offenbarenden stillen Antlitzes, das von oben ist, und das vorgeführt, erforscht und auch fotografiert werden kann. Gott? Jesus? Nur ein Engel? Solche Fotos sind nun auch in einem bod-Buch, und vielleicht findet sich doch ein Verlagsinteresse. Denn dieses Antlitz-Phänomen kann man auch in Kurräumen, kleinen Stadthallen, Kultursälen vorführen. Eine längere Geschichte.
    Eine Gottesoffenbarung in unserer Zeit?
    Da man sie, dieses stille Antlitz, fotografieren kann, und diese Fotos in Bücher bringen kann, gelang nun durch die Vorlagen von bod.de. Das gedruckte Buch kann ich nun kostenlos mehrfach verbessern, es hat noch keine isbn, landet dann mit einer solchen auch bei Amazon. Dort kann sich das Buch mit diesem “Schwarzen Schwan” auch vor richtigen Verlage sehen lassen …
    Titel: Sichtbar Das hindurchscheinende Antlitz aus der Gottesdimension, mehrere Zeilen Untertitel.
    Es ist so etwas dabei, was ich nenne: >>”Wunderheilungen” und Stärkungen der Gesundheit sind nicht auszuschließen<<, das kann die Aufmerksamkeit und die Chancen bei Verlagen stark erhöhen, wie ich hoffe. Man kann diese Entdeckung auch in kleinen Stadthallen vorführen, doch ohne Verlagskräfte ginge das kaum.

  12. Meine Erfahrung als ,,Fachbuchautor,, in Sachen ,,Buch zum ÜBERLEBEN,, in Chaos.- und Krisenzeiten im Selbstverlag ( 160 Seiten Softcover DIN A5 zu 12,50 Euro plus 1.45 Euro Versandkosten ) ist die, dass ich als unbekannter Autor bei Verlagen NULL Chancen habe ( und hatte ) und wenn, mir gerade mal ein Ertrag von 1,20 Euro pro Buch ( wenn überhaupt) ausgezahlt würde.
    Was soll dasss, ich schreib doch kein Buch damit Drucker, Vermarkter, Lektoren usw. Arbeit haben und ich mit Pfennigbeträge abgewedelt werde.
    Ich erweitere mein derzeit bestehendes Buch alle 6 Monate auf ca. 20 bis 25 Seiten aktueller Themenbereiche und lasse jeweils 100 Exemplare bei einer Online-Druckerei zum derzeitigen Preis von 1,34 Euro drucken ( Letzte Rechnung mit Druck und Qualtitätskontrolle plus Versand und einschweißen für 100 Bücher 206,- Euro ) Verkaufe über Ebay und anderen Internet-Kanälen und bewerbe mein derzeitiges Buch auf meinen Youtube-Kanal mit ca. 2700 Abos und fast 1 Million Klicks.
    Basta. Verlage können mir gestohlen bleiben, genauso wie Amazon oder BoD usw.
    Na klar werde ich keinen ,,Durchbruch,, als Starautor schaffen, bekomme aber dafür wenigstens einen gerechten Lohn für MEINE Arbeit.
    Da ein Sachbuch in Sachen Krisenbewältigung ein Dauerthema ist und obwohl es jede Menge ähnlicher Bücher gibt, macht auf Dauer ,,Kleinvieh,, auch ,,Mist,, den ich nicht noch mit Verlagen teilen muss.
    Auch habe ich nicht das Bedürfniss als Autor mit Klarnamen zu veröffentlichen um in Erscheinung zu treten, was viele Autoren antreibt und die Kosten-Nutzen-Rechnung vergessen lässt. Ja selbst eine ISBN Nr. brauch ich nicht, weil mir die Buchhandlungsprovision von ca. 30 % zu hoch erscheint, wo mein Buch zwischen Tausende anderer Bücher im Regal stecken. Da verkauf ich lieber an regionalen Tabak und Zeitungsläden für 15 %. Provision im Drehregal.
    Zum Schluss sei noch erwähnt, anfangs hatte ich versucht mein Buch als E-Book in gesicherten PDF-Format zu vermarkten, was allerdings eine totale Pleite war, weil scheinbar kein Mensch 120 oder 160 Seiten als PDF am PC lesen wollte.

  13. Wenn man nur 100 Exemplare pro Jahr verkaufen will wie Jean-Mary Gilgamesh, dann ist der Selbstverlag sicherlich die bessere Lösung. Wenn bei einer Million Klicks 100 Käufer eines Buches letztlich herausommen, sagt das eine Menge aus.
    Wenn man aber eine höhere Auflage erreichen möchte, braucht es einen professionellen Vertrieb. Denn selbst wenn man es schafft, nicht nur alle eigenen Freunde sondern auch die Freunde der Freunde und einige der Freunde der Freunde zum Kauf zu motivieren, kommt man vielleicht auf 287 Exemplare.
    Nun kann man mal nachrechnen, wo mehr bei herauskommt: 80% des Verkaufspreises von 287 Exemplaren oder ein Euro pro Buch bei 18.000 verkauften Exemplaren.
    Leider kommt aber noch etwas anderes dazu. 95% der Bücher im Selbstverlag kann man ansehen, wieso sie im Selbstverlag erschienen sind und keinen seriösen Verlag gefunden hatten: Sie sind einfach nicht gut genug. 95% aller Bücher im Selbstverlag sind obendrein nicht oder grottenschlecht lektoriert und auch das merkt man ihnen leider an.
    Es ist definitiv NICHT so, wie Jean-Mary Gilgamesh schreibt, dass man “als unbekannter Autor bei Verlagen NULL Chancen” habe. Das habe ich persönlich ganz anders erlebt und es gibt jede Menge weitere Erstlingswerke in seriösen Verlagen. Die Verlage orientieren sich an der Qualität und nicht an den Namen. Wenn man keinen Verlag findet, ist das Buch meistens einfach nicht genug, um eine nennenswerte verkaufte Auflage erreichen zu können. Auf einen Fall, wo jemand abgelehnt wurde und dann im Selbstverlag große Erfolge erzielte, kommen tausende Fälle von abgeblitzten Möchtegernautoren, die statt Selbstkrtik zu üben den Verlagen Zensur vorwerfen. Am lustigsten finde ich es immer, wenn Leute ein Buch verbreiten wollen, die selbst nie Bücher lesen.
    Lustigerweise preist sich einige Kommentare weiter oben jemand an als Lektorin für einen solchen Selbstverlag, die aber gleichzeitig ihre eigenen Bücher bei großen Verlagen wie Bastei Lübbe publiziert. Sie wird schon wissen warum.
    Dieser Kommentar von mir wird vermutlich genauso iognoriert wie mein letzter Kommentar. Wenn ein seriöser Verlag einen ablehnt, ist es eben viel leichter, von Zensur zu fabulieren, als sich einzugestehen, dass das Geschriebene eben nicht interessant genug ist für eine größere Leserschaft.

  14. Hallo Jochen Dieckmann
    Mit deinen Kommentaren zu meinem Beitrag hast du nur teilweise Recht.
    Ich bin von ca. 10 Verlagen abgelehnt worden, meist mit der Begründung es gäbe schon zu viele Bücher zum Thema Krisenvorsorge, Geldspartipps, politisch-sozialer Ist-Zustand und Vorausschau für die kommende Generation usw.
    Einige sogenannte ,,seriöse,, Zuschussverlage versuchtem mich zu ködern, was ich aber ablehnte, da man solche Betrüger leicht durchschauen kann.
    Doch nun zu der Million Youtube-Zuschauer die ich habe. Mein Buch habe ich auf meinen Hauptkanal beworben der z.Z. 820 000 Klicks und ca. 2700 Abos hat. Mein Hauptkanal besteht seit ca. 5 Jahre und beinhaltet ca. 80 Videobeiträge. Natürlich haben keine 820 000 Zuschauer mein Buchwerbevideo angesehen Dieses einzelne Video ist 1 Jahr alt und hat bisher 7000 Besucher gehabt.
    Wer was von Youtube versteht weis, dass von 7000 Zuschauer lediglich 10 % sich ein 20 Minuten-Video länger als 4 bis 10 Minuten komplett anschauen. Wenn ich aus solch ein Video ca. 135 Buchbestellungen in einem Jahr ableiten kann, sind das zwar gerade mal knappe 2 Prozent und hört sich wenig an. Ist es aber nicht.
    Also lässt sich von einem Millionenkanal keine Bewertung für ein Buch-Interesse auf einem einzigen Video mit 7000 Klicks ableiten.
    Die ,,Zugriffszahlen,, bei Flyerwerbung, Zetungswerbung, Buchlesungen usw. liegen wirtschaftlich ausgewertet weit unter 1 %.
    Die meisten DEINER seriösen Verlage machen überhaupt keine Werbung, da stehst du höchstens in einen Buchkatalog, deine Isbn Nr. dein Name und Buchtitel, ABER stehst noch nicht mal im Regal der Buchhandlungen. Wer dich, dein Buch und Namen nicht kennt, hat von dir und deinen Buch keine Kenntnis.
    Genausogut könnte dein Namen auf einer Klorolle im Asylantenheim für Kongolesen stehen.
    OK, du hast mit deinen Verlag Glück gehabt, aber da bist du auch nur einer unter den wenigen Prozent dennen das geglückt ist.
    Da fragst du was besser wäre meine 287 verkauften Bücher in einem Jahr ( kommt in etwa tatsächlich hin ) oder deine verkauften 18 000 Bücher im Verlag?
    DU persönlich hast da gewonnen mit 18 000 Euro, ist OK.
    Mein Buch kostet 12,50 ( Versand zahlt der Kunde ) das sind mal 287 rund 3587.-Euro, Abzüglich den reinen Druckkosten ( bei jeweils einer Abnahme von 100 Bücher a 160 Seiten Taschenbuch im Paperback Innenseiten S-W ) ) von 149.- Euro verbleiben mir vor Steuern 3438.- Euro.
    Meine Bücher liegen bei regionalen Zeitungsläden, Buchhandlungen und sogar hinter Glas eines Hähnchenbraterwagens aus. Wobei in Buchhandlungen wenig passiert, da die Bücher dort eng gestapelt ,,unsichtbar,, im Massenregal stehen. In Zeitungsläden sind sie sichtbar im Drehregal.
    OK. ich gebe zu als Ex-Regionalreporter und (DJV) Journalist eine gewissen regionalen Vorteil zu haben, aber dennoch frage ich dich, wie hoch die Chance eines unbekannten Autor ist, ein Buch zu schreiben und einen Verlag zu finden der dir 18 000 Bücher verkauft.
    Ich schätze mal das diese Chance bedeutent geringer ist, als wenn ein Autor sein Buch bei einer billigen Online-Druckerei drucken lässt, auf die Verlagsrennerei und Abzocker verzichtet und lieber einen Youtube, Facbook und sonstige KOSTENLOSE Kanäle aufmacht oder sich in Foren einbringt und nebenbei noch regional Zeitungsläden und Buchhandlungen abklappert um sein Buch zu verkaufen.
    Klar da kommen keine 18 000 VK-Bücher zustande, aber er wird wenigstens ehrlich für seine Arbeit bezahlt.
    Übrigens, dass mit Schreibfehler ( die teure Lektoren auch gerne übersehen ) kannste vergessen, für den Leser ist der Inhalt von interesse und nicht ob du interesse nur GROSS oder KLEIN schreibst.
    Ich habe nicht gegen Verlage, kann aber aufgrund der bekannten Zahlen von abgelehnten Autoren und dem was in der Regel am Ende tatsächlich an Druckauflage bei den wenigen angenommenen Autoren auch finanziell bei rauskommt nur sagen, lieber einen Spatz in der Hand als einen Gans auf dem Dach.
    Und noch was, von wegen Verlage orientieren sich an Qualität UND NICHT an Namen.
    Geh mal als Prof. Dr. Dr , Herr Minister, Abgeordneter, Schlagerstar, Sarazin, Enkel von Stalin oder Graf von Adelshausen zum Verlag und danach mit dem selben Buch als Hänschen Müller aus Wanne-Eickel.
    Und von wegen Verlage Zensieren nicht, eine völlige weltfremde Behauptung. Allein schon aus juristischen Gründen und späteren auch finanziellen Schäden ( wenn ein Buch vom Markt genommen werden muss ) muss zensiert werden. Drucker bzw. der Verlag haftet auch für Inhalte im Rahmen einer Störerhaftung. Nicht nur wir Journalisten haben ständig eine Schere im Kopf und die Tel. Nr. vom DJV-Rechtsberater zur Hand, wenn es um zweifelhafte Formulierungen geht oder Tatsachenbehauptungen. Auch Verlage sind an Vorlagen gebunden. Inwieweit einige im politisch korrekt vorauseilenden Gehorsam zensieren oder bestimmte Bücher ablehnen, kommt auf den Verlag an.

  15. Wer ein professionelles Lektorat als Zensur betracht und nicht als Assistenz, sollte wirklich lieber selbst verlegen. Aber – sorry – man merkt es den Büchern dann eben auch an. Vom Zeitungsartikel bis zum Buchmanuskript braucht es immer Profis, die redigieren. Selbst Pulitzerpreisträger als Autoren von Artikeln lassen selbstverständlich ihre Texte redigieren. Und kein Literaturnobelpreisträger wäre so überheblich, auf ein Lektorat zu verzichten.
    Aber jetzt verstehe ich auch die Ablehnungen der Verlage. Kein seriöser Verlag wird ein Buchmanuskript unter der Bedinung veröffentlichen, dass es nicht lektoriert werden dürfe.
    Übrigens ist man auch im Selbstverlag an die Gesetze gebunden, das würde ich aber nicht als Zensur bezeichnen

  16. Hallo lieber Jochen Dieckmann
    Aber natürlich ist man als Selbstverleger auch an gesetzliche Auflagen und teils an journalistische Richtlinien gebunden und bei einem Lektor von Zensur zu sprechen ist falsch und habe ich nie behauptet, sondern lediglich, dass auch Verlage eine gewisse ,,Schere im Kopf,, haben.
    Die Frage wo Zensur anfängt und aufhört ist eine kritische Angelegenheit. Wie oft habe ich erlebt wo ein kritischer Beitrag über eine bestimmte Firma, deren Artikel, Produktionsbedingungen, Lohngefüge oder sonstige Mißstände nicht veröffentlicht werden durfte, weil deren Werbeanzeigen oder der örtliche Subunternehmer sonst verlustig gehen könnte. Dasselbe bei Kritik an regionalen Politikern, die einen sonst jedes Interview verweigern und andere Türen verschließen. Von den seit ca. 10 Jahren üblichen Beschränkungen in Sachen politischer Korrektheit ganz zu schweigen. Zensur hat viele Gesichter und nichts mit Schreib.- oder Satzfehler zu tun.
    Einmal habe ich sogar erlebt das ein regionaler Druckereibetrieb einen üblichen Druckauftrag für eine Regionalzeitungs-Ausgabe unter fadenscheinigen Gründen ablehnte ( angebliche Überlastung ) weil die Plakat-Druckaufträge für einer bestimmten Partei in der Wahlkampfzeit vom Chef höher bewertet wurden, bzw, er unter Druck gesetzt wurde, um parteikritische Kommentare zu verhindern.
    In Sachen ,,Pressefreiheit,, könnte ich nach ca. 15 Jahre Journalismus auch glatt einen Roman schreiben.
    Eilderweil die da endet, wo wirtschaftliche Interessen oder bestimmte kritische Berichterstattung über ,,Großkopferte,, anfängt. Und auch Verlage sind in erster Linie Wirtschaftsunternehmen., welche aber auch von Inhaber oder Chefs geleitet werden, welche ihren Verlag eine gewisse ,,Ausrichtung,, vorgeben.
    Also, sage nicht, ich würde Lektoren der Zensur beschuldigen, hab ich nie gemacht. Aber sagen wir mal so, ein Gefängniswärter macht ja auch keine Gefangenen, sondern bewacht sie nur. OK, ein wenig hart formuliert, geb ich zu.
    Aber all das Zensurgeschwätz hat wohl in der Regel nichts mit der wahrscheinlich über 95zig %tigen Ablehnung der Verlage junger oder unbekannter Autoren gegenüber zu tun, sondern einfach nur ein Überangebot an Büchern zu bestimmten Themen.
    Es ist wie ein wenig mit der Kunst, KUNST IST DIE KUNST, KUNST ZU KUNST ZU DEKLARIEREN. 25 Kilo ranzige Butter in der Museumsecke, ein Loch im Boden oder eine nur ansonsten leere Leinwand blau angestrichen kann zu Kunst werden, wenn du vorher 3 mal nackisch durch Kassel oder München rennst, mit einer Galeristin pennst oder dich für hungernde Meerschweinchen in Brasilien einsetzt.
    Aber egal und wie dem auch alles sei lieber Dieckmann
    du versuchst hier schon ein wenig Reklame für das Verlagswesen zu machen und wie mir scheint, die Selbstverleger in die Ecke der ; ,, naiven Malerei,, zu drängen.
    Allein dein Beitragssatz ,,Wenn man nur 100 Exemplare pro Jahr verkaufen will wie Jean-Mary Gilgamesh,, beinhaltet eine journalistische Kampftechnik mit versteckter Unterstellungen, die ich nur zu gut kenne.
    Jau. auch ich habe einige Dale Carnegie Seminare besuchen müssen um Menschen etwas in den Mund legen zu können, was sie nie gesagt haben oder für eine eigene Idee halten.
    Klar, wenn mir ein Verlag 18 000 Bücher GARANTIERT zu verkaufen, wäre ich auch sofort dabei. Oder wenn ich geil darauf wäre mein Selbstwertgefühl damit heben zu wollen, damit mein Name in irgendwelchen Katalogen steht und ich am Ende mit 50 verkauften Büchern und 46. Euro Reingewinn in die Literaturgeschichte eingehen möchte.
    Komm runter von hohen Verlagspferd, indem du Autoren wie eine Lottogesellschaft 6 Richtige in Aussicht stellst. Ich bin einer der sich über 3 oder 4 Richtige im Lotto durchaus freuen kann, wenn er vorher keine 1000 Euro investieren musste.
    In der heutigen Zeit des Überangebots an Büchern und Verlagen auf der einen Seite und der technischen Möglichkeit des Internets auf der anderen Seite, sind Verlage zwar nicht gänzlich fehl am Platze, aber dennoch mehr in Richtung aussterbende Dinosaurien mit negativen Öko-Bilanz zu betrachten. Ja die fressen einfach zuviel und DEINE Lektoren nehmen sich viel zu wichtig im Zeitalter guter, spezieller Schreibprogramme.
    Mal davon abgesehen dass ich schon immer im Clinch mit diesen dudenfetischisten und schulkinderquälenden Oberlehrern lag, denen valentinsche Satzteile wie ; gar nie nich nie nicht nicht / oder Ausdrücke wie ,,Soderle,, und Bezeichnungen wie ,,Gelbfüssler und Großkopferte,, in den Wahnsinn trieben.
    Mein Buch habe ich von meiner Katze gegenlesen lassen, sie hat miau gesagt, also OK. und nur eine extra Portion Kittecat dafür verlangt. Und obendrein bin ich auch nicht so geizig wie deine Lektoren und schenke meinen Lesern alle meine Schreibfehler zur kostenlosen lizensfreien Weiterbenutzung.
    Tscha, man muss auch GÖNNEN können, gelle!
    Ach ja, noch was, dein obiger Satz in deinem letzten Kommentar ,,Vom Zeitungsartikel bis zum Buchmanuskript braucht es immer Profis, die redigieren.,, Bei Buchmanuskripte will ich da nichts in Abrede stellen, aber bei Zeitungsartikel schaut es völlig anders aus.
    Als Erstes sei erwähnt das die Wortbedeutung REDIGIEREN eine nicht genau definierte Wortbedeutung beinhaltet und teilweise in den Bereich pseudowissenschaftlichen Gequatsche abgleitet. Zweitens setzt der ( vermutliche) Sinn des ,,Redigierens,, Sachkenntnisse mit einem Thema voraus und somit einen redaktionellen Fachmann in jeder Redaktion für jede Art von Artikel zu bestimmten Themen.
    Ein Personal.- und Lohnaufwand den sich heutzutage die wenigsten Redaktionen leisten können. Zudem wurden in den letzen 5 Jahren fast 40 % aller Redakteure ,,FREIGESTELLT,, und arbeiten höchstens noch als ,,FREIE,, Mitarbeiter. Zudem kommt das 80 % aller tagesaktuellen Zeitungsmeldungen ZU 90 % von Nachrichtenagenturen erstellt werden, wo teilweise automatisierte Textmaschinen die Arbeit machen.

    Ergo: erzähl also kein Unsinn, wenn du im Journalismus 2.o nicht bewandert bist.

    Und in Sachen Buchverlage würde ich dir gerne noch die Geschichte von einem Nachbarn aus Augsburg erzählen, der in monatelanger Arbeit ein Buch ( so um die 130 Seiten ) über Bergsteigerei in den Alpen in einen Sach- und Serien-Buchverlag veröffentlich hatte? Der hat nie wieder ein Buch in einem Verlag veröffentlicht und gibt sich jetzt lieber mit mageren Zeilenhonorar in einer Alpin-Zeitschrift zufrieden. Da sieht er wenigstens ein Paar lumpige Euro für seine Arbeit.
    Jau, dat wärs mal fürs Erste lieber Jochen
    Jean-Mary Gilgamesh

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