Zum Menü des literaturcafe.de | Zum Kontextbereich
Toplinks
Social-Media-Icons

Wellers Wahre Worte am Café Tisch
Juni 2004 - Die monatliche Kolumne von Wilhelm Weller


»Die muss ich haben!« - George Bush und die Pistole Saddam Husseins

Neue Erkenntnisse über die Ursachen des Krieges

Wilhelm Weller


Führt die Besetzung des Irak durch die USA zu einer Proliferation des islamistischen Terrorismus, zum Sturz des saudischen Königshauses und der Errichtung einer ultrawahhabitischen Diktatur Osama Bin Ladens (wodurch dieser zur bestimmenden Kraft der OPEC würde!), was einen Ölpreis von 400 $ pro Barrel zur Folge hätte, also den völligen Kollaps der Weltwirtschaft, unter anderem einen Benzinpreis von 10 Euro für den Liter Superbenzin, was zu einem massenhaften Umstieg vom Kraftfahrzeug auf energiesparende Tretroller und Fahrräder führen würde, wobei die massive Ausweitung entsprechender Produktionskapazitäten in den neuen Bundesländern dort zu einem partiellen Abbau der strukturell bedingten Arbeitslosigkeit führen könnte und damit zu einer stufenweisen Rückführung von haushaltsbelastenden Subventionen ...?? Es fällt aus deutscher Sicht also schwer, alle Konsequenzen des amerikanischen Angriffs auf den Irak vorherzusagen und zu kalkulieren.
     Einfacher erscheint es da, rückwirkend die Gründe für den amerikanischen Feldzug im Nahen Osten zu bestimmen.
     Wir waren stets skeptisch, wenn ein plumper historischer Materialismus diese Gründe im amerikanischen Imperialismus bzw. Hegemonismus suchte, konkreter: in der präventiven Sicherung der noch immer gewaltigen, nahöstlichen Rohölressourcen für die Wirtschaft der USA (nebenbei auch noch für das – aus Rumsfelds Sicht – zum Waffengang zu feige, aasfressende alte Europa).
     Wichtiger scheint uns, was der große Historiker Jakob Burckhardt als ewigen Quell des Krieges sah: Den Dämon in der großen, geschichtlich wirkenden Persönlichkeit - der sie unaufhaltsam in die Schlacht zwingt. Keine Frage und kein Zweifel, dass dies im zweiten Weltkrieg auf schrecklichste Weise Wirklichkeit wurde. Doch auch im Fall von George Bush, umstrittener Führer der westlichen Welt, lohnte ein kernspintomographischer Blick in dessen Gehirn. Wo sitzt der Dämon?
     [Die Kernspintomographie bzw. Positronenemissionstomographie ist ein sogenanntes bildgebendes Verfahren, das die Aktivität von Hirnregionen in Abhängigkeit von (Umwelt-) Reizen anzeigt.]
     Dass Saddam Bush gereizt haben muss, guten Grundes wie Millionen andere auch, steht ganz außer Frage.
     Doch der (pathologische?) Fall dürfte komplexer sein als bislang vermutet. Am 29. Mai berichtete das amerikanische TIME Magazine, dass der amerikanische Präsident einigen Besuchern mit unverhohlenem Stolz eine »Neuerwerbung« präsentierte: Die Pistole von Saddam Hussein.
     War es am Ende DAS, was er haben wollte? Ist es möglich, dass der Texaner – ein Waffennarr wie alle seine Landsleute – dieses eine Exemplar für seine Sammlung begehrt hatte? Womöglich zufällig bei einer Auslandsfernsehübertragung an Husseins Halfter gesehen?
     Man lache nicht. Worum entbrannte der Trojanische Krieg? Es ging (nur) um eine Frau.
     Helena brauchte Bush nicht, hat er doch Laura und ist bei ihr in festen Händen. Und anders als sein Vorgänge Clinton ist er kein Womanizer – aber ein Weaponizer.
     Sollte sich bestätigen, dass es dem amerikanischen Präsidenten vorrangig um diese Waffe und die Erweiterung seiner Sammlung ging, würde dies die schon bestehenden antiamerikanischen Ressentiments weltweit weiter bestärken. Tausende starben, Zivilisten und Soldaten, und das nur wegen einer präsidialen Marotte?
     Wie es scheint, war bzw. ist der amerikanische Filmemacher Michael Moore mit »Columbine« und »Fahrenheit 9/11« den wahren Gründen des zweiten Golfkrieges auf nächster Fährte.
     Ein Gedanke am Rande: Wenn der Verbleib von Saddams Pistole nunmehr geklärt ist, wie steht es um den Verbleib seines Besitzers? Hält auch er sich möglicherweise in der unmittelbaren Umgebung von Bush auf, gefangen nicht in einem Käfig in Guantanamo Bay, sondern in jenem »Nebenzimmer, in dem sich seinerzeit Präsident Bill Clinton mit Monica Lewinsky zu intimen Spielen traf«? (Zitat aus dem Magazin STERN). Besucher des Weißen Hauses wollen aus diesem Zimmer gelegentlich ein ungewöhnliches Hundegebell gehört haben - mit arabischem Akzent! Bush behauptet, nach dem Tod ihrer Spaniel-Hündin »Spot« habe sich Ehefrau Laura Ersatz gewünscht. Aber wen hält die oberste Gefreite der Vereinigten Staaten tatsächlich an der Leine?
     Jedenfalls sollte die demokratische Opposition rechtzeitig vor den kommenden Wahlen die Ernennung eines Sonderermittlers beantragen, der für eine rückhaltlose Aufklärung der Vorgänge im Abu Ghureib-Gefängnis, in Guantanamo Bay und in der Washingtoner Pennsylvania Avenue 1600 sorgt.

Wilhelm Weller


Wahre Worte - August 2004SeitenanfangWahre Worte - Mai 2004

literaturcafe.de verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Weitere Informationen zum Datenschutz

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen