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Das Mööp – Ein fantastischer Seuchenbericht – Teil 6

Das Mööp (Zeichung: Holger Much)
Das Mööp (Zeichung: Holger Much)

Corona-Epidemie. Lockdown. Ein Autor sitzt daheim und schreibt an einem Horrorroman. Dann erhält er überraschenden Besuch. Oder wohnte dieses Wesen schon immer hier? Es ist das Mööp. Das literaturcafe.de präsentiert einen fantastischer Seuchenbericht in Fortsetzungen von David Gray. Teil 6.

Fortsetzung von Teil 5

Zeit: 30. 03. 2020
Ort: Homeoffice des Autors in sächsischer Metropolennähe

Gestern hatte ich einen grandiosen Schreibflash gehabt. Der ausnahmsweise einmal nicht von Mööp unterbrochen worden war. Auch heute Morgen lässt sich die Arbeit ganz gut an.

Mein Antiheld Igor, der russische Oligarch mit Kannibalenfetisch und miesem Mundgeruch, steht gerade vor seiner heikelsten Herausforderung überhaupt, denn er muss sich entscheiden, ob er seiner großen Liebe Natalja, der feministischen Chirurgin, gestehen sollte, welches von der Gesellschaft immer noch diskriminierte Hobby er so pflegt.

Es klingelt!

In den schlechten Kreativschreibkursen besteht man gern darauf, dass Schreiben neunundneunzig Prozent Handwerk sei und etwa ein Prozent Talent erfordere. Die etwas besseren Schreibkurse vermittelten darüber hinaus auch die Weisheit, dass Schreiben dick mache, weil es nun mal eine Menge an recht bewegungsarmen Herumsitzen erfordere, was überdies zu Süßigkeiten-Heißhunger führe.

Falls ich je einen Schreibkurs geben sollte, würde ich meinen Kursteilnehmern, außerdem die dritte und einzig wirklich unerlässliche Schreibregel vermitteln: Wer Romane schreiben will, der braucht außer Talent und Sitzfleisch auch Ignoranz. Ich bin nämlich sicher, dass tausende Meisterwerke niemals begonnen oder zu Ende gebracht worden waren, weil irgendein Idiot mit einer Bibel in der Hand oder eine überfällige Rechnung schwenkend vor der Tür eines Autors stand und ihm/ihr/es mit seinem Klingeln aus einem Kreativflow riss, an den man/frau/es hinterher nie wieder anzuknüpfen vermochte.

Im Sinne dieser simplen Regel ignorierte ich also das Klingeln. Wer immer vor meiner Tür steht, hat kein Verständnis für die Härten der Kunstproduktion. Nach einer kurzen Klingelpause aber setzt das nervige Geräusch erneut ein.

Mööp bewegt sich aus seiner Nestecke, baut sich mit erhobenem Rüssel und seitlich ausgestreckten Ärmchen neben meinem Schreibtisch auf und weist dann mit dem Rüssel in Richtung Tür. »Ich habe mitbekommen, dass es klingelt, Mööp. Danke für Ihren Hinweis!« Mööp lässt den Rüssel sinken, erhebt ihn gleich darauf erneut und weist damit erneut zur Tür. »Aufmachen! Das Klingelgeräusch wirkt sich gesundheitsschädlich auf meine Ohren aus!«, befiehlt Mööp.

Ich schaue zu ihm herab. »Pandemie? Lockdown? Kontaktsperre? Schon mal davon gehört, Mööp? Für Post und Paketdienst ist es zu früh! Ärger mit dem Gesetz habe ich auch nicht! Wer immer da draußen nervt, soll entweder anrufen oder sich verpissen!«

Mööps vorwurfsvoll zur Tür ausgerichteter Rüssel und seine irgendwo kurz unter den beiden Hörnchen an den Kopf gepressten Händchen deuten an, dass er mit meiner Situationsanalyse nicht ganz übereinstimmt.

Es klingelt immer noch! Ich atme tief durch, stehe auf und gehe zur Tür. »Ich tu das nur unter Protest, Mööp!«

Auf dem Weg die Treppe hinunter spule ich verschiedene Szenarien in meinem Kopf ab: Steht da draußen der lokale Else-Kling-Klon auf der Suche nach seinem entlaufenen Kater? Habe ich es mit Mormonen oder Jehovas zu tun, die voll von aufrechtem Missionsdrang den Ausgangsbeschränkungen trotzen und Gefängnis riskieren, um sich anschließend bei ihrem Gott Posipoints als Märtyrer sichern zu können? Wartet da doch die Polizei auf mich? So hartnäckig selbstbewusst wie das Klingeln dreimal neu angesetzt worden war, neige ich fast dazu, der blauen Truppe den Zuschlag zu geben.

Vor meiner Tür steht eine Frau in einem wattierten Wintermantel, dessen Kragen sie hochgeschlagen hat. Sie trägt außerdem Lederhandschuhe und hat sich aus einer Dokumentenfolie eine Gesichtsschutzmaske gebastelt, die sie noch über der wuchtigen Schweißerbrille und dem mit bunten kleinen Nilpferden bedrucktem Mundschutz trägt.

Hatte sich eigentlich schon mal wer bei den Handarbeitslehrern, Kreativbastelkursen der Volkshochschulen oder dem Team des MDR-Nachmittagsprogramms dafür bedankt, dass die bereits seit Jahrzehnten wichtige Teile der Bevölkerung auf die Näh-Herausforderung einer Pandemie vorbereitet hatten?

Die Augen der Frau sind braun und ihre Haare könnten möglicherweise so straßenköterblond sein wie meine eigenen. Hm: Die gehört weder zu den Bullen, noch scheint sie auf Martyriumsposipoints versessen zu sein.

»Guten Tag! Ich habe zu tun!«

Sie winkelt den Arm an und hebt den linken Fuß. »WuhanChi!«, sagt sie, stößt ihren Ellbogen sacht gegen meinen Oberarm und tippt mit ihrer linken Schuhspitze gegen meine rechte Schuhspitze.

WuhanChi? War die auf Streit aus?

»Erkennst du mich nicht? Sabrina Gödecke-Möllerheyder! Drüben vom Rosenweg 9!«, erklärt sie und weist hinter mein Tor und schräg über die Straße in die hässliche Ansammlung von aneinandergepressten Ritter-Sport-mäßigen Neubauten, deren einzige echte individuelle Note in der Form der Haustüren und Fußmatten davor besteht.

Ich interessiere mich grundsätzlich nicht für meine Nachbarschaft. Ich verfüge über eine recht große Familie und habe mir zum Ausgleich dazu einen festen Freundesstamm zugelegt. Nachbarn spielten in meinem persönlichen Sozialkonzept höchstens die Rolle von mir zufällig aufgezwungenen Statisten im Background des Films meines Lebens. Noch dazu von solchen, die mich hin und wieder mit ihren Rasenmähern beim Schreiben stören. Trotzdem erinnere ich mich dunkel, dass ich im Herbst mal mit einer Bewohnerin der Neubauten im Bus gesessen und dabei möglicherweise ein paar Worte mit ihr gewechselt hatte.

»Was ist los?«

Sabrina schaut etwas verstört. Vorsichtshalber schiele ich an mir herunter, um sicherzugehen, dass ich heute morgen wirklich mehr als nur mein Schlaf-T-Shirt und alte Boxers trage. Tu ich. Die Jeans ist sogar ziemlich frisch gewaschen.

Trotzdem schaut Sabrina weiter verstört. »Ähm, nun ja …«, sagt sie, blickt dabei aber an meinem Gesicht vorbei auf meine Brust.

Nicht jeder kann mit den Blood Sucking Zombies from Outerspace etwas anfangen, deren Bandshirt ich trage. Darauf sind ein explodierender Schädel und ein paar Nazis abgebildet, die von einer Truppe Aliens schwer auf die Zwölf bekommen.

»Ähm, nun ja …«, entgegne ich.

Sabrina reißt sich zusammen. »Cooles Shirt! Steile Ansage! Nazis raus! Bin ich auch immer dafür!«

Klar.

»Also, na deine Nachbarn, die haben ja zwei Kinder: Tami und Jonas.«

Kann schon sein, dass die Bälger des Finanzheinis, dessen rote Villa an mein bescheidenes Domizil angrenzt, so heißen. »Und?«

»Die haben letzte Woche andere Kinder zu einer Spielgruppe dagehabt. Und vorgestern haben die Kindergeburtstag gefeiert. Da waren vier andere Kinder da. Fremde Kinder. Wohl aus dem Umkreis«, erklärt Sabrina Gödecke-Möllerheyder.

So übervorsichtig, wie sie angesichts ihres Schutzausrüstungoverkills drauf war, frage ich mich, was an den Spielgruppen der Kids nebenan so drängend gewesen sein muss, dass sie deswegen einen Ausflug in die von Covid-19 verseuchte Welt unternommen hat.

»Ah, klar! Waren die euch zu laut, oder was? Ich hab die zwar auch gehört. Aber finde, das ging so mit der Lärmbelästigung!«

Sabrinas außerhalb der Schutzmaßnahmen sichtbares Restgesicht nimmt einen verblüfften Ausdruck an. »Du hast wohl keine eigenen Kinder?«

Nein. Habe ich nicht. Aber ich frage mich, was Sabrina dies anging.

»Hm, dann verstehst du unsere Besorgnis vielleicht nur mittelbar. Richard und ich, also Dr. Richard Möllerheydner, mein Mann, wir suchen Zeugen, weil wir deine Nachbarn leider bei der Polizei melden müssen. Corona-Partys sind nicht ohne Grund verboten. Und vorgestern waren bei deinen Nachbarn mehr als fünf Leute zu Besuch. Dieser Schritt fällt uns nicht leicht, weißt du. Wir richten uns sonst immer nach dem Grundsatz: Leben und leben lassen. Aber wo doch deine Nachbarn beide systemrelevanten Berufen nachgehen und regelmäßig ins Büro fahren und dort riskieren, dass sie Unschuldige infizieren, da haben wir uns entschlossen … So eine Anzeige, die hat ja hauptsächlich erzieherischen Wert, weißt du?!«

Allmählich höre ich Sabrinas Nachtigall trapsen! Schön, es war eher nicht okay von meinen Nachbarn gewesen, eine Party zu schmeißen. Aber ich weiß zufällig auch, dass dabei nur zwei weitere Kinder anwesend gewesen und die von nur einem Elternteil gebracht worden waren. Und zwar war das eine Kollegin meines Nachbarn, mit der er jeden Tag sein Büro teilt. Das war nämlich gar nicht zu überhören gewesen, als sie sich nebenan begrüßten.

»Sabrina? Weißt du, letztes Jahr im Dezember habe ich eine Petition unterschrieben, in der gefordert wurde, Geschichtsunterricht in allen Schulformen bis zum jeweiligen Abschluss zum Pflichtfach zu machen.«

Die Ehefrau von Dr. Richard Meyerheyder blickt verwirrt. »Oh, das war sicher, also gesellschaftliches Engagement ist doch immer toll!«

Und ob!

»Weißte Sabrina, ich habe zwar keine Kinder. Aber wenn ich welche hätte, würde ich wollen, dass die lernen, was die Gestapo und die Stasi waren. Ich würde außerdem wollen, dass die erfahren, wie sich sogar der KGB und der CIA damals ne Scheibe von der Stasi hätten abschneiden können, was den flächendeckenden Aufbau eines effektiven Blockwartsystems betraf.«

Bei Sabrina fällt der Groschen, bzw. Cent. Ich zeige auf ihre Schutzmaske: »Schickes Teil, übrigens! Selbst genäht? Tja, gibt eben für alles mindestens einen Livehack auf Youtube, was? Bloß die Schweißerbrille, die hat bisschen was Cyberpunkiges, das beißt sich ziemlich mit den quietschbunten Nilpferden!«

Sabrinas bunter Mundschutz bewegte sich etwas.

»Tschü dann! Bis zum nächsten Mal!« Ich wende mich zur Haustür. Oben

Steht Mööp gleich hinter der Tür. Na da schau her! Lauscht der etwa? »Was gibt’s, Rüssel? Auf der Suche nach noch mehr Wollmäusen?«

»Am 3. April wird das Amtsgericht Hamburg ein Elternpaar zu Haft beziehungsweise einer Bewährungsstrafe verurteilen, weil sie bandenmäßig Kinderwagen der Nobelmarke Bugaboo gestohlen und später im Internet verkauft haben«, erklärt er.

»Petze!«, antworte ich, trinke noch einen Schluck Kaffee und schaue auf den Screen meines Laptops. Das tue ich die ganzen zwei folgenden Stunden lang. Danach starre ich etwa eine weitere halbe Stunde auf meine Facebooktimeline, werde wütend und verfasse eine Statusmeldung, die innerhalb von zehn Minuten nur lausige drei Likes einsammelt.

Mööp liest derweil weiter in meinen alten Romanskripten, die er anschließend Seite für Seite in sein immer komplexer werdendes Nest einbaut.

Herr von B, der weltweit beste Experte für Fabelwesen und Kryptozoologie, hat mir zwar mitgeteilt, dass Mööp zur Musenunterspezies der Nölmusen zählt, und bestätigt außerdem, dass Mööp sich deswegen tatsächlich von Bücherstaub ernährt. Was er mir allerdings immer noch nicht hatte mitteilen können, war, wie ich den Rüssel dazu bringen konnte, seinen Job zu machen und mir ein bisschen bei meinem Roman um Igor, den Kannibalen, unter die Arme zu greifen.

»Spannend, Mööp?«, frage ich und weise auf die Skriptseite, in der er gerade liest. Mööp hebt den Rüssel und setzt sich auf. »Kinderwagen der Marke Bugaboo gelten als besonders sicher und bequem. Sie erzielen selbst gebraucht noch Preise um die 500 Euro!«

Der und eine Muse? Dass ich nicht lache!

»Mööp? Ich hänge hier gerade im neuen Roman!«, versuche ich anders als durch eine Frage, die er ja sowieso nicht beantwortet, seine Mitarbeit zu requirieren.

Mööp schaut auf und zeigt mit seinem Rüssel an dem Regal für Enzyklopädien vorbei.

Nicht sehr hilfreich …

Doch er schaut mich weiter an, als könne er nicht fassen, wie blöd ich bin. Irgendwann gibt er auf, hüpft aus seinem Nest und tippelt am Regal vorbei, wendet sich dann nach links und kehrt eine halbe Minute später mit meiner Ausgabe von »Dinner with a Cannibal« von Prof. Dr. Germaine Paulus Bickle zurück, einem in der Psychologenszene angeblich recht angesehenen Fachbuch zum Thema Menschenfleischgenuss. Er lässt es vorm Drucker fallen, hebt den Kopf, streckt den Rüssel in die Luft und sagt: »Lesen Sie Seite 85 und Seite 154 folgende. Dort finden Sie die Lösung ihres Problems.«

Ich bin wie vom Donner gerührt: Mööp ist tatsächlich fähig, direkt zu kommunizieren! Bisher hat er nur einmal, ganz zu Beginn seiner Invasion in mein Leben, direkt auf irgendeine meiner Fragen oder Bitten geantwortet.

Immer noch perplex schlage ich Seite 85 auf und lese nach. Dann blättere ich weiter zu 154 und fortfolgenden und lese mich dort für einige Zeit fest.

In meinem Romanskript hat Igor sich verliebt, und obwohl er allen dramaturgischen Regeln zufolge seine große Liebe letztlich aufessen sollte, weil Kannibalismus psychologisch etwas mit Verlustängsten zu tun hat, wehrt sich mein Unterbewusstsein dagegen, den Roman so enden zu lassen! Das passiert mir dauernd, immer habe ich irgendeine Figur, die ich einfach nicht sterben lassen will, weil sie mir zu sehr ans Herz gewachsen ist. Aber dieses Mal ist die Bremse in meinem Kopf fester angezogen als sonst.

Prof. Dr. Bickle beschreibt auf den betreffenden Seiten, wie ein kriminalhistorisch gut erforschtes Kannibalenpärchen über einige Jahre hinweg sowohl ihre Verlustängste wie auch den Drang nach Menschenfleisch im Zaum zu halten vermochte: Sie bezahlten nämlich die Angestellten eines Krankenhauses dafür, sie mit Frischfleisch zu versorgen, das entweder bei Amputationen anfiel, oder schanzten ihnen gleich komplette Leichen aus der Morgue zu.

Ich versuche, mir Igor und Natalja dabei vorzustellen, wie sie sich eines schönen Montagabends in Igors Moskauer Penthouse an den Herd stellen um dann gemeinsam die Leber oder Niere zu braten, die Natalja tagsüber bei einer OP entfernt hatte. Aber so richtig blinkt dabei keine Kerze auf meiner Erleuchtungstorte.

»Rüssel? Bei Ihrer Tätigkeit als Muse ist noch Luft nach oben. Das Happy End mit Igor und Natalja, die gemeinsam glücklich ne Leiche in die Pfanne hauen, läuft so nämlich nicht!«

Mööp hebt den Rüssel und wackelt damit etwas hin und her. So detailliert sind also die Anweisungen zur artgerechten Haltung von Nölmusen, die mir Herr von B, bisher zukommen lässt, denn doch nicht, dass ich Mööps Geste zutreffend hätte einordnen können. »Was?«

Er lässt den Rüssel hängen und tippelt erneut los. Dieses Mal bleibt er etwas länger bei meinen Regalen verschwunden. Ich war fast schon soweit, ihm zu folgen, um nachzusehen, was er da treibt, als er zurückkehrt und mir ein weiteres Buch vor den Schreibtisch legt.

Es ist Teil meiner Recherche gewesen, und ich hatte es erst vor einer Woche zu Ende gelesen! »Mööp? Machen Sie vielleicht mal ne Diät oder so. Offenbar tut Ihnen dieser Pandemiestaub nicht gut!«

Was er da vorschlägt, war zwar offensichtlich, aber selbst für meine Verhältnisse grotesk. Trotzdem greife ich nach dem Buch, blättere es durch und bleibe dabei immer mal wieder an einer Kapitelüberschrift oder einem der Fotos hängen.

Mein Unterbewusstsein kommt stotternd in die Gänge: Ich sehe Igors Penthouseküche vor mir und Natalja, wie sie sich eine Schürze umbindet und an die Arbeit macht, um lecker Piroggenfüllung herzustellen. Ich müsste natürlich einiges an dem bereits fertigen Manuskriptteilen ändern, aber so viel Arbeit wäre das auch wieder nicht. Andererseits ist fraglich, was die Rechtsabteilung des Verlages von Mööps Vorschlag halten würde.

»Am Abend des 5. April 2020 wird sich der britische Premierminister Boris Johnson in eine Londoner Klinik begeben, um dort intensiv behandelt zu werden. Er ist zehn Tage zuvor positiv auf das Covid-19 Virus getestet worden!«, sagt Mööp in einer Tonlage, als müsse ich ihm für diese für mein Problem absolut nutzlose Information um den Hals fallen.

Ich lege das Buch zu dem anderen auf dem Schreibtisch ab. Dann drehe ich mir noch eine Zigarette, sehe ein paar Minuten wortlos auf das Fenster hinter meinem Schreibtisch und denke dabei darüber nach, wie Igor mit dem Mundgeruch und seine feministische Geliebte Wladimir Putin in der Küche des Kremls zu Hackfleisch verarbeiteten.

Nicht übel, finde ich! Gar nicht so übel. Bloß blöd für eine mögliche Fortsetzung: Wenn die im ersten Band der Reihe schon den russischen Präsidenten verfuttern, was wäre dann Höhepunkt von Teil zwei und drei?

Fortsetzung folgt …

David Gray

Über den Autor

David Gray (Foto: (c) 2013 Licht und Linse Fotografie, Le)
David Gray (Foto: Licht und Linse Fotografie, Le)

David Gray ist das Pseudonym des deutschen Journalisten und Filmkritikers Ulf Torreck.
Geboren 1970 in Leipzig, weist sein Lebenslauf längere Aufenthalte in Südostasien, Irland und Großbritannien auf.
Er hat zahlreiche Romane und Kurzgeschichten in Verlagen und bei amazon.de veröffentlicht.

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