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Bachmannpreis-Podcast: Blick auf den Literaturwettbewerb 2022

Bachmannpreis-Podcast

Der Bachmannpreis 2022 ist vergeben. In einer ausführlichen Podcast-Folge blicken Andrea Diener und Wolfgang Tischer zurück auf die 46. Tage der deutschsprachigen Literatur. Wie waren die Texte? Wie war die Jury? Und warum hat die neue Form der Preisermittlung nicht funktioniert?

Mehr Transparenz und Spannung bei der Preisvergabe wurde in diesem Jahr beim wichtigsten deutschsprachigen Literaturwettbewerb versprochen.

Doch die Spannung blieb am Sonntag aus. Die Gewinner:innen wurden in diesem Jahr nicht per finaler Abstimmung vor der Kamera ermittelt, sondern allein aufgrund einer Punktewertung, die der Justitiar bekanntgab. Dass in der anschließenden Laudatio das einladende Jury-Mitglied den Text gut fand, versteht sich von selbst.

Leider haben wir in diesem Jahr aber nicht erfahren, warum wer in der Jury abschließend für welchen Text gestimmt hat.

Zwar war das Prozedere an sich gerechter, aber es fehlte die Dramaturgie. Zudem kam es in der Sendung immer wieder zu kleineren Ablauffehlern. Filmische Einspieler und unpassende Musik zogen die Zeremonie unnötig in die Länge.

Vielleicht, so schlägt es Wolfgang Tischer im Podcast vor, kann man die Abstimmung per Punktesystem belassen, doch die Abgabe selbst erfolgt pro Jury-Mitglied nicht »über Nacht«, sondern begründet vor der Kamera. Wie beim Eurovision Song Contest würden sich nach und nach die Gewinner herausschälen. Damit die Jury nicht kurzfristig strategisch umentscheidet, hinterlegen die Jury-Mitglieder zuvor ihre Wertung in einem verschlossenen Umschlag beim Justitiar.

Natürlich wären auf diesem Weg alle Preisträger auf einmal bekannt, doch das wäre nicht von Nachteil. Auch bei Sportwettkämpfen ist es nicht anders.

Wichtiger ist, dass die fernsehgerechte Spannung zurückkehrt.

Und sonst? Sind die Preise 2020 verdient vergeben worden? War die Performance von Mara Genschel originell? War das Jury-Team aufeinander eingespielt oder zu sehr im Flow? Und die typische Frage: Wie war der Jahrgang 2022?

Andrea Diener von der FAZ und Wolfgang Tischer vom literaturcafe.de blicken in einer ausführlichen Podcast-Folge auf die 46. Tage der deutschsprachigen Literatur zurück und analysieren den Literaturwettbewerb 2022.

Hören Sie das ausführliche Gespräch im Podcast des literaturcafe.de. Nutzen Sie den Player unten auf dieser Seite. Der Podcast des literaturcafe.de ist zudem auf allen Portalen wie Apple iTunesSpotify oder Deezer zu hören und zu abonnieren. So verpassen Sie künftig keine Folge mehr.

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4 Kommentare

  1. Es ist großartig, dass jemand über solche Dinge spricht.
    Üblicherweise bleiben die Offenheit und Transparenz der Juryarbeit hinter den Kulissen.
    Manchmal ist gar nicht klar, warum bestimmte Werke der Autorenschaft ausgewählt wurden.

  2. Danke für eure tolle Podcastfolge und eure wohltuenden Analysen! Das Hören hat großen Spaß gemacht. Schade, dass es diesmal nur eine Podcastfolge gab. Bitte im nächsten Jahr wieder täglich. Ohne den Podcast ist es nur ein halber Bachmannpreis.

  3. Zwei Stunden inhaltsleeres Geschwafel mit vielen gelangweilten “Jas, ja, Jaa, jaaaaaaaa … muss ich nochmal lesen …” endet mit “Fahrt nach Klagenfurt, es hat sich gelohnt” ??? Das kam nun gar nicht rüber!

  4. Also inhaltsleer fand ich es nicht, aber seltsam oberflächlich. Trotzdem habe ich mir den Podcast bis zum Schluss angehört. Mich haben die vielen “Jaas” auch gestört, weil sie nicht vermitteln, was sie ausdrücken sollen: Unentschiedenheit, Unbeeindrucktheit, Gelangweiltheit? Außerdem fand ich es verletzend, wie über die Musiker*innen gesprochen wurde. Die Musik war nicht schrecklich, aber man kann sie schrecklich finden. Die Musiker*innen waren allesamt sehr gut, aber tatsächlich leider wie Kaufhausmusik plaztiert, damit hatte sie eine extrem undankbare Aufgabe zu erfüllen. Das war vom Konzept her unglücklich.
    Auch fand ich den Ton von Ihnen, Frau Diener und Herr Tischer, insgesamt eher verächtlich für Texte, die vielleicht nicht auf der Höhe der ganz Großen sind. So etwas finde ich als Literaturkritik unbrauchbar. Die ganze Sendung brachte eine Erwartungshaltung an Literatur rüber, die Wawerzinek einmal kritisierte, als er beim Bewerb las und meinte, die Literatur sei kein Frühstücksbuffet – jedenfalls nicht für die Schreibenden, wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Ich schreibe meine Kritik mit Bedauern, weil ich sonst immer die Podcasts hier gut fand und finde. Ich werde sie auch weiter hören und schreibe diese eher unglückliche Folge menschlichen Verfasstheiten zu, die eben nicht immer Gleich Gutes produzieren. Frau Diener erklärte ja auch, dass sie im Moment eigentlich woanders sei. Und Herr Tischer schien mir auch sehr beschäftigt. Die Literatur, die sich ausprobiert, hat mehr Sorgfalt und Respekt seitens ihrer Kritiker*innen verdient. Aber das wissen Sie beide auch.

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