Bachmannpreis-Podcast 2013 Folge 5: Frau Keller erklärt die Regeln und ein Agent im Gespräch

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Wolfgang Tischer im Gespräch mit Uwe HeldtAlle 14 Texte wurden gelesen und am Sonntag wird der Bachmannpreis vergeben. Doch wer glaubt, dass die Jury nun die ganze Nacht über die Shortlist diskutiert, der (oder die) irrt. Jurymitglied Hildegard Keller erläutert im Podcast die Regeln. Zuvor unterhält sich Wolfgang Tischer mit Literaturagent Uwe Heldt darüber, warum Nicht-Muttersprachler wie Katja Petrowskaja vielleicht derzeit die bessere deutsche Literatur schreiben.

2 Kommentare

  1. Herr Tischer!

    Ich möchte Ihnen meinen Dank aussprechen, für Ihre unterhaltsamen Tweets und Ihren ausgzeichneten Podcast in den letzten Tagen.
    Sie haben sich etwas unendlich wichtiges getraut und die allgemeine Vermutung ausgesprochen, dass ein Text über den Holocaust wohlwollender besprochen wird als andere.
    Weiters wird leider eine Fremdsprache als Muttersprache als Bonus angerechnet, auch wenn Autoren wie die heutige Gewinnerin im Interview danach freimütig eingestehen, dass sie eine Hilfestellung bei “Formulierungen und Rechtschreibung” hatten, was ich schon bedenklich finde.
    Ich finde es sehr scheußlich, ein Thema wie den Holocaust zu instrumentalisieren, weil sich die Gewinnchancen damit drastisch erhöhen. Und ich finde es noch scheußlicher, dass es für die Juroren ein Tabu darstellt, diese anzusprechen. Was deutlich daran zu merken war, wie Paul Jandl niedergeredet wurde, als er dies anzusprechen versuchte.

    Höchst gefährlich, diese Entwicklung.

  2. 1. Frau Petrowskaja wurde nicht dafür ausgezeichnet, dass sie nicht Muttersprachlerin ist. Es wurde nur (zu Recht) bemerkt, dass Nicht-Muttersprachler oft besser mit der deutschen Sprache umgehen (sorgsamer, weniger Klischees etc.) als Muttersprachler.
    2. Die Frage, ob die Jury sich durch die Schwere des historischen Stoffs einschüchtern lässt, wurde in der Jury-Diskussion durchaus offen angesprochen und thematisiert, die Gefahr also erkannt.
    3. Frau Petrowskaja hat sich selber gewünscht, dass die Jury sich vom Stoff nicht beeindrucken lässt, sondern einfach ihren Text bewertet, “ich hätte mir mehr Kritik gewünscht”. Man kann von ihr aber nicht verlangen, sich deswegen von “ihrem Stoff”, der wichtig ist und wichtig bleibt, zu verabschieden.
    4. Ich hoffe, dass alle Teilnehmer ihre Texte vor dem Vorlesen gegenlesen/lektorieren lassen. Das gehört zum Schreibprozess dazu.

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