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Beitrag vom 8. Februar 2016 | Rubrik: E-Books

Tipps: Reisen mit dem E-Reader. Wer fliegt mit nach Kanada?

Kabelsalat muss nicht sein.

Allein die fünf neu übersetzten Romane von Jack London wiegen zusammen 1,5 Kilogramm. Bei einer winterlichen Kanada-Reise ist dieses Gewicht besser für warme Kleidung reserviert.

Stattdessen nimmt Wolfgang Tischer einen E-Reader mit. Der wiegt nur rund 200 Gramm und transportiert Hunderte von Büchern. Aber welches Gerät genau? Kindle oder Tolino? Was sollte man sonst bei einer Auslandsreise mit elektronischem Lesegerät beachten? Wolfgang Tischer gibt Tipps – auch in einem Video.

Alle Tipps als Video

Tolino oder Kindle: Welcher Reader fliegt nach Kanada?

Sowohl der Tolino Shine 2HD als auch der Kindle Paperwhite könnten mit auf die Reise. Ein Unterschied zwischen den beiden Geräten ist kaum vorhanden, wie ich unlängst erläutert habe. Dennoch entscheide ich mich für die Kanada-Reise für den Kindle Paperwhite – und zwar für die 3G-Variante mit Mobilfunkanbindung. So etwas bietet der Tolino leider nicht. Mit dem Kindle muss ich mir auf der Reise weniger Gedanken machen, wo das nächste WLAN ist, wenn ich auf meine digitale Online-Bibliothek, auf Wikipedia oder Übersetzungen zugreifen will. Mit den einmaligen Mehrkosten ist weltweit ein Zugriff per Mobilfunknetz möglich. Ob das aber auch für weit oben im Yukon gilt? Ich werde es testen.

Kältevorteil für Tolino Shine

Ok, ich werde wahrscheinlich nicht bei bitterklaten -30 Grad Celsius draußen vor dem verschneiten Blockhaus lesen. Das würden die Reader wahrscheinlich nicht lange mitmachen. Dennoch besitzt der Tolino Shine einen Vorteil: Man kann auch mit ganz normalen Handschuhen digital umblättern. Der Tolino Vision lässt sich ebenfalls per Handschuh umblättern, da er auf Klopfen reagiert. Der Kindle Paperwhite hingegen ist mit einem normalen Handschuh nicht bedienbar. Es wären spezielle Handschuhe notwendig, wie es sie auch für Mobiltelefone gibt. Das einzige Kindle-Gerät, das man mit Handschuhen umblättern kann, ist der Kindle Voyage mit seinen druckintensiven Seitenbereichen. Doch den Voyage will ich nicht mitnehmen. Ginge er kaputt oder würde er geklaut werden, wäre mehr Geld futsch als beim Paperwhite.

Blättern per Handschuh? Auf dem Tolino Shone 2HD funktioniert es

Das Blättern per Handschuh auf dem Tolino Shine ist aber definitiv ein Vorteil, wenn man an mitteleuropäischen Wintertagen auf den Bus wartet.

Kindle-Update bringt schnelleren Zugriff auf den Flugmodus

Rechtzeitig vor dem Abflug hat Amazon den aktuellen Kindle-Geräten noch ein Update spendiert. Die Hauptänderung besteht darin, dass Kindle-Besitzer zu mehr E-Book-Käufen verleitet werden sollen, indem der Startbildschirm jetzt die E-Books auf den Wunschlisten und weitere Kaufempfehlungen anzeigt. Glücklicherweise kann man die Geräte jedoch auf die alte Startseite umstellen, sodass man nur die eigene Bibliothek sieht. Wie das geht, ist in einem Nachtrag zum Thema »Update für den Kindle« nachzulesen.

Dennoch bringt das Update einen Vorteil für Flugreisen: Der so genannte Flugmodus ist nun einfach mit zweimal Tippen zu aktivieren. Wie das geht, zeigt das Video oben. Ich werde meinen E-Reader im Handgepäck mitnehmen. Wer das Gerät jedoch mit dem Koffer eincheckt, sollte darauf achten, zuvor den Flugmodus zu aktivieren. Im Flugmodus sind WLAN und Mobilfunkzugriff deaktiviert, um die Bordelektronik des Flugzeugs nicht zu stören.

Kabelsalat und Netzadapter

Vor der Reise sollte man das Gerät laden, dann hält es sicherlich die ganze Reise durch. Dennoch kann es nicht schaden, sicherheitshalber ein Ladekabel mitzunehmen, das eigentlich ein normales USB-Kabel ist. Damit lassen sich bei Bedarf auch Dateien per Kabel auf das Gerät übertragen.

Leider besitzen lange Kabel die unangenehme Eigenschaft, dass sie sich im Koffer mit sich oder anderen Kabeln verknoten. Für unterwegs und auf Reisen nutze ich daher kurze Kabel sowohl für USB-Geräte als auch fürs iPhone. Selbst für normale Stromkabel gibt es kurze Varianten, die sich nicht verheddern können.

Kurzes USB-Kabel

Zusätzlich benötige ich noch einen Ladestecker fürs Netz und für die kanadischen Steckdosen natürlich einen Adapter. Für die normalen Eurostecker reicht ein kleiner zweipoliger Adapter ohne Erdung. Damit ich nicht so viele Adapter mitnehmen muss und da in manchen Hotelzimmern Steckdosen Mangelware sein könnten, nehme ich für den Kanada-Aufenthalt lieber einen »großen« Adapter für Schukostecker mit Erdung und eine deutsche Dreiersteckdose mit, in die ich alle Netzkabel einstecken kann. Auch hier bevorzuge ich eine kompakte Dreierdose ohne Kabel. Hier kann ich Notebook und die Ladegeräte für die Kameras anschließen und bei Bedarf auch den E-Reader.

Hülle oder Waschlappen?

Natürlich sollte ich den E-Reader vor Staub und Kratzern schützen. Eine Schutzhülle ist daher Pflicht. Für mich persönlich habe ich festgestellt, dass das Lesen auf E-Readern mit Stoffhülle angenehmer ist. Die normalen kompakten Plastikhüllen wirken oft sehr technisch. Daher ist mein Favorit nach wie vor der seinerzeitige Testsieger von Tuff-Luff. Ein ausführlicher Test von Kindle-Hüllen kann hier nachgelesen werden.

Ein E-Reader ist auch in einem Waschlappen gut geschützt

Wer vergessen hat, sich rechtzeitig vor Reiseantritt eine Hülle zu besorgen, kann auch einen ganz normalen Waschlappen als Schutzhülle für den E-Reader verwenden.

Weitere Tipps zu WLAN und Verlust

Im Beitrag »Mit E-Book und E-Reader in den Urlaub: 11 Tipps für Kindle und Tolino« können sie weitere Tipps nachlesen, so zum Beispiel, was Sie in Hotel WLANs beachten sollten und was Sie tun sollten, falls das Gerät auf der Reise verloren geht oder geklaut wird.

Wolfgang Tischer


Mitte Februar 2016 geht es los. Von Kanadas Hauptstadt geht es in den Westen und dann in den Norden.

4 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Elli Radinger schrieb am 8. Februar 2016 um 15:44 Uhr

    Hallo Wolfgang.
    Ich nehme nach Montana immer meinen uralten Kindle mit. Der hat mich auch bei -40°C noch nie im Stich gelassen. Er hat noch Umblättertasten, die ich bei den neuen Geräten vermisse (der Voyage ist mir zu teuer).
    Die fehlende Hintergrundbeleuchtung ersetze ich durch eine Mini-LED Lampe, die ich an die Hülle knipse.
    In der Wildnis wird man erfinderisch ;-)

    LG
    Elli

  2. Dr. Petrra Dinse schrieb am 9. Februar 2016 um 18:50 Uhr

    Die Diskussion Kindle-Tolino scheint mir etwas sehr abgehoben. Normale Leute kaufen sich einen EBookreader und nicht für verschiedene Gelegenheiten jeweils ein anderes Gerät. Ein immenser Vorteil des Tolino Gerätes kam hier noch nicht zur Sprache: alle Onleihe-Verbünde der öffentlichen Bibliotheken(also das Entleihen digitaler Medien) bundesweit können nur mit dem Tolino genutzt werden. Da braucht man nicht die Medien kaufen- auch nicht die digitalen. Unschlagbar wie ich finde!

  3. Fabian Neidhardt schrieb am 9. Februar 2016 um 19:23 Uhr

    Als weiterer Budgethüllentipp: Versandtaschen, wie man sie für Bücher oder kleine Dinge verwendet. Durch die Luftpolsterfolie sind die Geräte top geschützt. Und die Pro Variante ist, aus einem alten Karton eine Fläche in Grße des Readers schneiden und auf der Vorderseite der Hülle zwischen Papier und Luftpolster schieben, dann hat man noch weniger angst vor Displaybruch.

    Lächeln, Fabian

  4. Buchlux schrieb am 13. Februar 2016 um 21:40 Uhr

    Ich tendiere mehr zu Kindle Paperwhite, alleine die Kindle App bietet 500.000 Titel und tausende EBooks auf Deutsch.

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