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Mama
von Manuela Wa?er

Das kleine Mädchen saß auf der Decke. Sie hielt einen Buntstift in der Hand. Vor ihr lag ein Malbuch. Ihre Mutter hatte es ihr geschenkt, damit sie das Alphabet nachmalen kann, und so die Buchstaben lernt. Es war schon viel bunt. Das Mädchen blätterte, bis es bei dem Buchstaben M war. Da waren sie stehen geblieben, Mama und sie. Das M war ein schöner Buchstaben, fand das Mädchen. Und ganz viele Dinge fangen mit M an, hatte Mama gesagt. Mama, malen, Mond. Den Mond schaut sich das kleine Mädchen auch immer wieder an. Abends, bevor Mama sie ins Bett bringt. Sie nimmt den Buntstift und malt langsam und bedächtig die Umrisse des M nach. So hat Mama es ihr beigebracht. Langsam wird der Buchstabe in dem Buch gelb. Wie ihr Buntstift. Immer wieder geht sie das M nach. Weil Mama hat gesagt, dass sie immer nur mit Mama einen neuen Buchstaben beginnen darf. Und heute ist das M dran.

Genauso wie gestern, vorgestern...und die letzten Tage davor. Weil Mama ist nicht mehr da. Mama ist jetzt beim Mond, hat Papa gesagt.

© 2003 by Manuela Wa?er. Unerlaubte Vervielf?ltigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

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