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Beitrag vom 15. Februar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben, Schreiben

Der Beruf des Lektors hat sich verändert

Hans-Jürgen Balmes ist Lektor für ausländische Literatur beim Fischer Verlag in Frankfurt. »Wie bitte?«, werden jetzt vielleicht einige sagen. »Warum hat ein deutscher Verlag einen Lektor für ausländische Literatur? Die deutschen Verlage kaufen doch ohnehin nur Lizenzen von fremdsprachigen Titeln ein, die im Ausland bereits ein Erfolg waren. Die deutschen Verlage gehen doch kein Risiko mehr ein.« Dieses Vorurteil wird in der Regel gerne von deutschen Autoren gepflegt, die etliche Verlagsabsagen bekommen haben.

Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus. Denn nur die wenigsten Verlage können es sich leisten, die Übersetzungs- und Veröffentlichungsrechte von im Ausland erfolgreichen Autoren einzukaufen. Auch hier ist der Markt globaler geworden und Literaturagenten spielen zudem eine große Rolle. Diese bieten das Buch weltweit an. Während man also mit dem Verlag in New York verhandelt, wird das Manuskript gleichzeitig auch schon ausländischen Verlagen angeboten.

In einem Interview mit der taz berichtet Lektor Balmes, dass sich der deutsche Verlag dann meist sehr kurzfristig entscheiden muss, ob er die Rechte für den hiesigen Markt erwerben möchte. Das heißt, unsere Entscheidung, einen Titel zu machen oder nicht, fällt nahezu zeitgleich mit der des amerikanischen Lektors. Deshalb muss unser Informationsnetz immer dichter werden, denn es ist für uns von entscheidender Bedeutung, welcher Originalverlag einen Roman druckt. Wenn ein Buch in den USA untergegangen ist, ist es erfahrungsgemäß nahezu unmöglich, es in Deutschland durchzusetzen – das gilt vor allem für etwas populärer angelegte Bücher, aber auch zunehmend für literarische.

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1 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. cwolf schrieb am 21. Februar 2007 um 12:11 Uhr

    Die Aussage – Zitat: Wenn ein Buch in den USA untergegangen ist, ist es erfahrungsgemäß nahezu unmöglich, es in Deutschland durchzusetzen – das gilt vor allem für etwas populärer angelegte Bücher, aber auch zunehmend für literarische. Zitatende – widerspricht aber der Tatsache dass zum Beispiel das Buch “Die Firma” von John Grisham in den USA zuerst ein Flop war und erst von Bertelsmann auf dem dt. Markt zum Kassenschlager durchgedrückt wurde.

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