Zum Menü des literaturcafe.de | Zum Kontextbereich
Toplinks
Social-Media-Icons
Beitrag vom 12. Dezember 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

»Boston Run« von Frank Lauenroth: Ein Spannungsmarathon über 42 Kilometer

Boston Run von Frank LauenrothBrian Harding weiß, dass er den Boston Marathon gewinnen wird. Ein neues Dopingmittel wird dafür sorgen, dass er den Lauf mit einer neuen Bestzeit abschließen wird. Und niemand wird ihn des Dopings überführen können, denn das neue Mittel wirkt genau so lange, wie der Lauf dauern wird. Danach ist es abgebaut und nicht mehr nachweisbar.

Erfunden hat das Wundermittel sein Kumpan Christopher Johnson, der Brian als menschliches Versuchskaninchen auf die Strecke schickt. Christopher arbeitete einst für den amerikanischen Geheimdienst NSA, der nun hinter der Formel des Supermedikamentes her ist, um Soldaten zu ausdauernden Kampfmaschinen zu machen. Doch Chris ist auf seine ehemaligen Kollegen nicht mehr gut zu sprechen. Freiwillig will er das Mittel nicht rausrücken.

Während die Fernsehkameras auf die Marathonläufer gerichtet sind, beginnen ein Lauf und eine Jagd nach dem Dopingmittel und seinem Erfinder. Der freilich hat noch ganz andere Probleme, denn er muss den Läufer Harding vor den Nebenwirkungen des Medikaments bewahren.

Es ist ein Plot wie aus einem Hollywoodfilm, den sich Frank Lauenroth für seinen neuen Roman erdacht hat. Wieder einmal zeigt der Autor sein ganzes Können, indem er Situationen, Personen und Handlungen zu einem spannenden Thriller verwebt. Es ist der große Reiz des Romans »Boston Run«, dass es in diesem Buch nicht nur einen Handlungszeitraum, sondern auch eine Handlungsstrecke gibt, nämlich exakt die 42.195 Meter eines Marathonlaufs.

Neben der Perspektive des Erzählers, der in diesem Roman die Sicht der Jäger und Gejagten schildert, erlebt der Leser den Lauf auch immer wieder aus der Sicht der Fernsehkommentatoren. Es sind kursiv gesetzte Passagen, die eine zusätzliche dramatische Ebene bilden.

Frank Lauenroth ist Autodidakt: Ganz ohne Verlag schreibt und veröffentlicht er seine Thriller, selbst die Umschlaggestaltung übernimmt er. Und man merkt auch hier, dass Lauenroth all diese Dinge mit großer Perfektion angeht und umsetzt. Mit seinem zweiten Buch, dem Thriller »Simon befiehlt«, gewann er seinerzeit den ersten Preis beim Wettbewerb »Deutschland schreibt«.

Ein Buch in Eigenregie herauszubringen, das sei so etwas wie sich selbst zu belohnen, sagte Lauenroth damals im Interview des BoDcast, den das literaturcafe.de für BoD produzierte.

Boston Run im Sportwelt VerlagEs wird Zeit, dass ein Verlag diesen Autor unter Vertrag nimmt und ihn einem größeren Publikum bekannt macht, denn Lauenroth schreibt die Art von spannenden Thrillern, bei denen deutschen Autoren meist unter englischen Pseudonymen agieren, um vorzuspiegeln, hier schreibe ein US-amerikanischer Autor, was für das deutsche Lesepublikum offenbar verkaufsfördernder ist. Dass hier einige Figuren nicht sonderlich tief gezeichnet sind und die Stereotypen amerikanischer Film- und Serienklischees bedienen, mag nicht unbedingt negativ sein, sondern zu den Lesererwartungen dazuzugehören.

Frank Lauenroths Thriller »Boston Run« ist ein spannendes Rennen mit überraschendem Zieleinlauf.

Nachtrag vom August 2010: Mittlerweile ist Frank Lauenroths Thriller »Boston Run« mit neuem und besseren Cover beim Sportwelt Verlag erschienen.

Wolfgang Tischer

Frank Lauenroth: Boston Run - Der Marathon-Thriller. Broschiert. 2010. Sportwelt Verlag. ISBN/EAN: 9783941297050. EUR 8,95 » Bestellen bei Amazon.de
Frank Lauenroth: Boston Run - Der Marathon-Thriller. Kindle Edition. 2012. Sportwelt Verlag » Herunterladen bei Amazon.de
Frank Lauenroth: New York Run: Der zweite Marathon-Thriller. Broschiert. 2012. Sportwelt Verlag. ISBN/EAN: 9783941297197. EUR 9,95 » Bestellen bei Amazon.de

Kommentar zu diesem Beitrag schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Blogs, die auf diesen Beitrag verlinken

  1. Geschenktipp: Boston Run – ein Marathon-Thriller von Frank Lauenroth verlinkte am 30. November 2010 um 11:48 Uhr

    […] “… ein Plot wie aus einem Hollywoodfilm“, findet auch Wolfgang Tischler in seiner Rezension vom 12.12.2008 auf Literaturcafe.de […]