Ein Gespräch mit Elisabeth Ruge, der neuen Verlegerin des Berlin Verlags findet sich in der ZEIT online.
Wirklich informativ ist das Interview leider nicht. Und muss man denn immer leitenden Frauen Fragen stellen wie: Arbeiten Sie lieber mit Frauen? Tut es Frauen gut, sich immerzu mit ihren Gefühlen zu beschäftigen? Sie sind eine der in Deutschland seltenen berufstätigen Mütter. Stört es Sie, von anderen kritisch beäugt zu werden?
Ein Gespräch mit einer Verlegerin
Mit Ideen fängt man Euros
Manchmal muss man sich fragen, ob man selbst nicht dreister sein sollte, ob man eigentich zu gut für diese Welt ist. Oder ob man schlichtweg zu wenig kreative Ideen hat, um anderen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Gerade Leute, die ihren eigenen Roman veröffentlichen wollen, werfen einem ja praktisch das Geld hinterher, nur um einen Stapel Altpapier im Keller stehen zu haben, auf dem ihr Name steht.
Vor den Zuschusskostenverlagen kann man also nicht genug warnen und jedem Autor nachdrücklich abraten, bei einem solchen „Verlag“ zu veröffentlichen.
Dabei gibt es viel einfachere Wege, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Was würden Sie zahlen, wenn Sie bei einem kleinen unbedeutenden Verlag in einem Buch eine einzige Seite füllen dürften? Die anderen 127 bzw. 119 Seiten füllen andere Menschen. Das so entstandene Buch wird es dann ebenfalls nur bei eBay zu kaufen geben.
Wäre Ihnen das 450 Euro Wert?
Vernünftige Menschen würden sicherlich den Kopf schütteln. Einige wissen vielleicht, dass man für diesen Betrag bei BoD ein ganzes Buch erstellen lassen kann (Hardcover mit 120 Farbseiten kostet da netto 395,69 Euro, wie man sich mit dem Preiskalkulator schnell mal ausrechen kann).
Tja, aber derzeit (14.01.04/21:20 Uhr) bietet tatsächlich jemand diesen Betrag (451 Euro) für das Befüllen einer Buchseite, denn der Essener Verlag hellblau versteigert auf eBay Seite für Seite eines leeren Buches. Und die aktuelle Versteigerung für Seite 17 läuft noch 3 Tage. Rechnen wir kurz 120 mal 450, das wären 54.000 Euro! Wenn Druck, Herstellung etc. den Verlag (gut gerechnet) 10.000 Euro Kosten, dann bleibt da satt was hängen. Warum ist man nicht selbst auf die Idee gekommen?
Letztendlich kann man dem Verlag, dessen Versteigerungstext sich ganz vernüftig liest, keinen Vorwurf machen oder unlautere Absichten unterstellen. Denn die Beträge kann schließlich jeder nachrechnen und der ganze Vorgang wird sehr offen und transparent geschildert.
Und kostenlose Werbung beim SPIEGEL Online, die sich als redaktioneller Bericht tarnt, ist ja auch eine schöne Sache.
Mehr Geld kann man wohl nur machen, wenn man seine Stirn als Werbefläche verkauft.
Nachtrag: Der hohe Betrag von 451 Euro für eine Seite kam wohl nur durch den journalistischen Werbeartikel im SPIEGEL Online zustande. Zwischenzeitlich (16.01.2005) ist der Betrag sogar wieder nach unten korrigiert worden (400 Euro).
Kostenloses Hörspiel beim Hörverlag
Erstmals auf www.hoerverlag.de: kostenloser Download Die Experimente des Albert Kamp, ein makabres Live-Hörspiel von Jan Weiler, können Sie auf der Homepage des Verlags kostenlos herunterladen. Sprecher sind u.a. Stefan Wilkening und Udo Wachtveitl. Der Autor ist Chefredakteur des Süddeutsche Zeitung Magazins; bundesweit bekannt wurde er mit seinem Bestseller Maria, ihm schmeckt’s nicht! [via Hörverlag Newsletter]
Laufzeit ist über 35 Minuten, der erste Höreindruck ist vielversprechend. Das Hörspiel gibt es in einer hochwertigen kompletten Version mit über 30 MB zum Download per DSL oder aufgeteilt auf 6 Dateien mit maximal 3,4 MB. Alle Dateien sind im MP3-Format gespeichert.
Wir wollen nicht so frech sein und die Datei direkt verlinken. Die Download-Seite öffnet sich aber leider in einem Popup-Fenster, was zur Verlinkung auch nicht so toll ist. Der Hinweis auf den Download findet sich aber direkt auf der Startseite des Hörverlags.
Creative N200 MP3-Player und Audible
Ein technischer Hinweis aus eigener Erfahrung: Wer sich den neuen schicken kleinen MP3-Player MuVo N200 von Creative gekauft oder zu Weihnachten bekommen hat und nun damit Hörbücher von Audible anhören möchte, wird feststellen, dass der AudibleManager den Player nicht erkennt. Der Manager fordert zu einem Upgrade des Players auf. Man gelangt dann aber nur auf eine Audible-Website, die einen Timeout meldet und leider überhaupt keine Hilfe darstellt.
Die Lösung ist einfach: Der MP3-Player, der kurz vor Weihnachten auf den Markt kam, wird leider noch mit einer veralteten Firmware ausgeliefert, die nicht „Audible-ready“ ist. Auf der Website von Creative steht aber bereits ein Update der Firmware bereit, das Audible unterstützt. Nachdem man es aufgespielt hat, läuft alles problemlos, und der AudibleManager erkennt das Gerät (vorausgesetzt natürlich, es ist angeschlossen).
Zum Update der Firmware folgen Sie am besten diesem Link auf die US-Website von Creative. Wenn Sie nämlich auf der Creative Website zur deutschen Sprachversion wechseln, finden Sie dort gar nichts, nicht alle Updates oder Sie bekommen eine Fehlermeldung. Laden Sie die Updates also besser von der US-Website, denn sie sind grundsätzlich mehrsprachig, sodass Sie auch über die US-Website die deutsche Version der Firmware bekommen. Auch ein Update des MuVo Media Explorers steht dort bereit.
Achja: All das haben wir schon vor einigen Tagen der Audible-Hotline mitgeteilt. Bis heute findet sich aber kein Hinweis auf der Website bzw. man bekommt immer noch die unsinnige Timeout-Seite angezeigt. Schade. Will man bei Audible nicht gerade auch die „Early Adapters“ mit den neuesten Geräten als Kunden gewinnen?
Kurzgeschichten- und Sketchwettbewerb des Landkreises Dillingen
Erich Pawlu schickte uns eine Mail, in der er auf den auch im Jahre 2005 wieder ausgeschriebenen Kurzgeschichten- und Sketchwettbewerb des Landkreises Dillingen a. d. Donau hinweist. Das Thema lautet „Grenzüberschreitung“. Die Preisgelder betragen insgesamt 7.000 Euro. Die bisherigen Wettbewerbe haben ein internationales Echo ausgelöst, so Pawlu, der auch Vorsitzender der Jury ist. Der Rekord von Einsendungen lag bei weit über 1.300.
Alles was man wissen muss, findet sich auf der Website der 14. Kulturtage. Ganz unten auf der Seite gibt es den Link zu den Teilnahmebedingungen (PDF, 32 kByte), die man sich natürlich vorher durchlesen sollte.
Literarische Google-Hacks
Douwe Osinga arbeitet bei Google und hat auf seiner eigenen Website ein paar nette so genannte Google-Hacks veröffentlicht, einige davon auch zum Thema Sprach- und Wortspielereien. Das ganze sind nette Tools, die aber durchaus auch als Inspirationsquelle verwendet werden können. Z. B. Google Talk, bei dem man drei oder vier Wörter eingibt und daraus dann ein mehr oder weniger sinnvoller Satz entsteht. Das funktioniert auch auf Deutsch. Wir haben „Literatur ist“ eingegeben. Heraus kam „Literatur ist ein großes Abenteuer zu Weihnachten und Neujahr in Russland.“
Oder Sie ermitteln mit WordColor die Farbe eines Wortes. Welche Farbe hat die Liebe? Richtig: rot. Und der Tod? Nein, er ist nicht schwarz.
Ebenso können Sie Sätze und Wörter in Bilder umwandeln lassen, z. B. literaturcafe.de. [via Dr. Web]
Zum Tod von Susan Sontag
Susan Sontag war nie bequem. Eine Würdigung versucht Peter V. Brinkemper in Telepolis.
Josef Haslinger entkam der Flut nur knapp
Auch der österreichische Schriftsteller Josef Haslinger („Opernball“, „Das Vaterspiel“) entkam mit seiner Familie der Flutkatastrophe in Südostasien nur knapp. Ulrich Weinzierl hat Hasslingers bewegende Schilderung in der Welt aufgezeichnet.
Wir möchten an dieser Stelle nochmals mit Nachdruck auf unserer Aktion „Flutlicher“ hinweisen. Hermann Mensing schreibt jedem Spender ein persönliches Gedicht. Machen Sie mit uns spenden Sie für die Flutopfer!
Na also: Buchhhandel mit Umsatzplus
So eine Meldung ist doch auch mal schön: Der Buchhandel in Deutschland hat zum ersten Mal seit drei Jahren im vergangenen Jahr wieder ein leichtes Umsatzplus erwirtschaftet.
Im Jahre 2005 soll es ebenso wieder Harry Potter richten. Der neue Band kommt im Juli (Englisch) bzw. Dezember (Deutsch) und im Februar soll Band 1 (Deutsch) in der Taschenbuchausgabe erscheinen.
Anmelden zum Klagenfurter Wettlesen
Noch bis zum 18. Februar kann man sich zum Bachmann-Preis anmelden, der am 26. Juni vergeben wird, erinnert uns der Standard.
Beim Bachmann-Preis, dessen Teilnahmebedingungen hier nachzulesen sind, bewirbt man sich direkt bei den Jury-Mitgliedern.
Ob eine solche „freie Bewerbung“ allerdings Aussicht auf Erfolg hat, muss sehr bezweifelt werden. Dies zeigt auch eine ältere Diskussion in unserem Forum.
Liebe Teenies
Jetzt nochmal für euch zum Mitschreiben und Auswendiglernen: Ein literaturcafe.de im Internet hat rein gar nichts mit einem Internetcafe zu tun! Gar nix!
Nicht dass ihr nochmal – wie gerade eben – hier kurz nach 1 Uhr in der Nacht anruft und den Sascha sprechen wollt, weil er euch gerade so eine süße Mail aus einem Internetcafe in Stuttgart geschickt hat.
Grüße vom Nachtporier des literaturcafe.de
Alles Gute für 2005!
Zwischen dem Alten
Zwischen dem Neuen,
Hier uns zu freuen
Schenkt uns das Glück,
Und das Vergangne
Heißt mit Vertrauen
Vorwärts zu schauen,
Schauen zurück.
Mit einem vertonten Gedicht von Goethe wünscht Ihnen die Redaktion des literaturcafe.de ein glückliches, friedvolles und gesundes Jahr 2005! Möge all das, was Sie sich von diesem Jahr erhoffen, in Erfüllung gehen!
Bleiben Sie uns gewogen!
Montreal und Edinburgh werden 2005 literarisch
Die kanadische Stadt Montreal ist „World Book Capital“ 2005. Ein Jahr später wird diesen Titel Turin tragen. Achja, 2004 war es Antwerpen. Erstmals vergibt die UNESCO 2005 auch den Titel „Weltstadt der Literatur“ („World City of Literature“). Die erste Stadt, die diesen Titel tragen darf, ist die schottische Hauptstadt Edinburgh. Ö1 Inforadio stellt die Frage, ob dies mehr als ein Werbegag ist.
Perlentaucher, die Perle im Netz
Thierry Chervel gründete vor einigen Jahren den Perlentaucher, die tägliche Presse-, Kultur- und Bücherschau im Netz. Ein hochwertiges und unabhängiges Angbot im Internet, wie es leider nur wenige gibt. Das Schweizer Radio DRS widmet dem Perlentaucher eine halbstündige Sendung, in der man einiges über die Hintergründe des Angebots erfährt. Die Sendung ist per RealAudio komplett im Netz anzuhören. [via polarluft]
Freude an der Flut
Ja, es war schon ein gewaltiges Weihnachtsgeschenk, das ER in diesem Jahr den Medien machte. In einer Zeit der öden Jahresrückblicke lässt ER mit seiner Flut die medialen Wellen hochschlagen. Was gibt es Schöneres? Fast stündlich nach oben korrigierte Opferzahlen in Tausenderschritten, wunderbare Fotostrecken der schönsten Todesopfer (Kinder bevorzugt), die die Klickraten nach oben treiben, und herzergreifende Storys über kleine Kinder, die ihre Eltern suchen, und Männer, die alles überleben.
Und in den Redaktionen stehen die Notfallkoffer gepackt, denn es sind auch Deutsche unter den Opfern. Allzeit bereit, beim Bekanntwerden der ersten Namen zu den hoffentlich überlebenden Angehörigen aufzubrechen. Bitte weinen Sie in diese Kamera!
Aber da auch die Medien ein Herz haben und wissen, was sich gehört, verbannt man Lieder wie „Die perfekte Welle“ aus dem Radioprogramm. Nein, so etwas kann das trauernde deutsche Volk derzeit nicht brauchen.
Auch der Verkauf der Bibel soll eingestellt werden, denn die Sache mit Noah und seiner Arche kann man wirklich derzeit keinem Leser zumuten. Es ist schon pietätlos genug, dass Schätzings Der Schwarm (»Dieses Buch kommt wie ein Tsunami daher.« Der Spiegel) immer noch auf den Bestsellerlisten steht.
Auch die Frisöre haben reagiert und bieten vorerst keine Dauerwellen mehr an. Ersten Gerüchten zufolge plant auch die Deutsche Welle eine Namensänderung.
Allein eine Frage bleibt unbeantwortet: Wo sollen deutsche Männer nun Urlaub machen?

