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StartseiteNotizenFreude an der Flut

Freude an der Flut

Ja, es war schon ein gewaltiges Weihnachtsgeschenk, das ER in diesem Jahr den Medien machte. In einer Zeit der öden Jahresrückblicke lässt ER mit seiner Flut die medialen Wellen hochschlagen. Was gibt es Schöneres? Fast stündlich nach oben korrigierte Opferzahlen in Tausenderschritten, wunderbare Fotostrecken der schönsten Todesopfer (Kinder bevorzugt), die die Klickraten nach oben treiben, und herzergreifende Storys über kleine Kinder, die ihre Eltern suchen, und Männer, die alles überleben.

Und in den Redaktionen stehen die Notfallkoffer gepackt, denn es sind auch Deutsche unter den Opfern. Allzeit bereit, beim Bekanntwerden der ersten Namen zu den hoffentlich überlebenden Angehörigen aufzubrechen. Bitte weinen Sie in diese Kamera!

Aber da auch die Medien ein Herz haben und wissen, was sich gehört, verbannt man Lieder wie „Die perfekte Welle“ aus dem Radioprogramm. Nein, so etwas kann das trauernde deutsche Volk derzeit nicht brauchen.

Auch der Verkauf der Bibel soll eingestellt werden, denn die Sache mit Noah und seiner Arche kann man wirklich derzeit keinem Leser zumuten. Es ist schon pietätlos genug, dass Schätzings Der Schwarm (»Dieses Buch kommt wie ein Tsunami daher.« Der Spiegel) immer noch auf den Bestsellerlisten steht.
Auch die Frisöre haben reagiert und bieten vorerst keine Dauerwellen mehr an. Ersten Gerüchten zufolge plant auch die Deutsche Welle eine Namensänderung.

Allein eine Frage bleibt unbeantwortet: Wo sollen deutsche Männer nun Urlaub machen?

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