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Frau Heidenreich lädt wieder zur Lesen!-Runde

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Am 15. Februar 2005 um 22:15 Uhr sendet das ZDF die nächste „Lesen!“-Sendung mit Elke Heidenreich. Als Gast ist diesmal FAZ-Chef und Bestseller-Autor Frank Schirrmacher („Das Methusalem-Komplott“) eingeladen.

Die folgenden Bücher sollen vorgestellt werden:

Per Olov Enquist
Das Buch von Blanche und Marie
Aus dem Schwedischen von Wolfgang Butt
Carl Hanser Verlag
19,90 Euro
240 Seiten
ISBN 3-446-20569-1

Philippe Claudel
Die grauen Seelen
Aus dem Französischen von Christiane Seiler
Rowohlt Verlag
19,90 Euro
281 Seiten
ISBN 3-498-00930-3

Walter Kempowski
Das Echolot – Abgesang ’45
Albrecht Knaus Verlag
49,90 Euro
512 Seiten
ISBN 3-8135-0249-X

Heinrich Mann
Professor Unrat
S. Fischer Verlag
14,00 Euro
252 Seiten
ISBN 3-10-348150-0

Klaus Mann
Der Wendepunkt, gelesen von Ulrich Noethen
der hörverlag
49,95 Euro
13 CD
ISBN 3-89584-958-8

Diane Broeckhoven
Ein Tag mit Herrn Jules
Aus dem Niederländischen von Isabel Hessel
C.H.Beck Verlag
12,90 Euro
92 Seiten
ISBN 3-406-52975-5

Susan Fletcher
Eve Green
Aus dem Englischen von Stefanie Schaffer-de Vries
Berlin Verlag
19,90 Euro
350 Seiten
ISBN 3-8270-0553-1

Mehr Infos auf der Lesen!-Website des ZDF.

Aus(leih)reden

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Die taz hat die besten Ausreden der Benutzer der Berliner Uni-Bibliothek zusammengefasst, warum diese die Ausleihfrist überschritten haben. Einige fragen uns dann: „Bin ich jetzt ein Verbrecher?“ Andere meinen, wir würden „immer alles auf das System schieben“. Manche werden aggressiv – und einige sogar gewalttätig. Viele Bibliotheken stellen deswegen Sicherheitspersonal ein. [via netbib]

Tassenkampf

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Dies ist ein virtuelles literaturcafe.de und daher wird es Zeit, nicht nur auf die Literatur, sondern auch mal auf den Kaffee hinzuweisen. Denn während wir hier Heißgetränke schlürfen, tobt unter uns unbemerkt der Kampf um die Kaffeetasse. Um eine Kaffeetasse. So zumindest berichtet es tagesschau.de:
Diese erst vor wenigen Jahren eingeführten Pads und die zugehörigen Maschinen erfreuen sich schon jetzt großer Beliebtheit. Nach Daten der Gesellschaft für Konsumforschung wurden in Deutschland im ersten Halbjahr 2004 bereits 1.008 Tonnen der einzeln verpackten Tassen-Portionen verkauft. Das ist fast drei Mal so viel wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres (359 Tonnen).
Und diesen Markt will nun ein großer deutscher Kaffeeröster aufmischen, indem seine Maschine rund und eckig kann. Aber lesen Sie doch selbst…

Special „Arbeitsfeld Literatur“ des uni Magazins

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Eine unbedingte Leseempfehlung nicht nur für Studenten: Das von der Bundeagentur für Arbeit herausgegebene uni Magazin bringt in der Aktuellen Ausgabe 2/2005 ein umfangreiches Special über das Arbeitsfeld Literatur, das komplett auch online abrufbar ist.
Neben einem Überblick über den Beruf des Schriftstellers und angrenzender Berufe, finden sich Interviews mit Autoren, Porträts von Menschen die im literarisch-kreativen Bereich tätig sind und eine Liste mit Adressen und Links.
Das Special kann zudem auch komplett als PDF-Datei heruntergeladen werden (1,3 MByte).

Lesebefehl für 19 Geschichten

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Der Schockwellenreiter erteilt einen Lesebefehl für die Kurzgeschichtensammlung „Hummer und Wurst. 19 Versuche über den Tellerand zu blicken“ von Anneke Wolf. Einem Befehl, dem man unbedenklich folgen kann, denn die Sammlung gibt es kostenlos zum Download als PDF-Datei (168 kByte).

Fassade statt Substanz

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Die Hälfte aller Leser versteht keine Ironie. So lautet eine alte Literatenweisheit. Bewahrheitet sich sehr oft. Auch hier. Und dann sind Leute tödlich beleidigt.

So auch geschehen nach einem Artikel in „Szyllas Lesezeichen“ bzw. netbib:

Haben Sie schon einmal ein Buch „im Dreieck“ gelesen? Wählen Sie Ihr Lieblingsbuch nach folgenden Kriterien aus? „Ein Roman soll es sein, der für Jugendliche ab 16 Jahren sowie für Erwachsene aller Altersgruppen geeignet ist. Geschrieben sollte er von einem/er deutschsprachiger/en Autor/in der Gegenwart sein. Das Buch sollte als Taschenbuch erhältlich sein, nicht zu umfangreich (bis 250 Seiten) und nicht wesentlich mehr als 10 Euro kosten.“ Wenn dies zutrifft, dann sind Sie reif für das psychologisch betreute „Massenlesen“, das von heute an das „Rhein-Neckar-Dreieck“ erfassen und bis weit ins Jahr 2006 hinein reichen soll

Und dann war der Projektleiter beleidigt. Und er velangte die Löschung des Beitrags. Eine unsinnige Forderung.

Sowas lässt der Blogger natürlich nicht auf sich sitzen und legt nochmals nach:

Ich halte das Projekt, eine Region (das Rhein-Neckar-Dreieck) liest ein Buch, nicht für einen Beitrag zur Literatur- oder Leseförderung sondern ein von externen Beratern dem Hauptsponsor BASF aufgeschwatzten Marketing-Hype, der Bibliotheken und Leser einer ganzen Region zum Wohle des Sponsors über Monate hinweg auf Trab halten soll.

Der vollständige Beitrag mit weiterführenden Argumenten und Links zur Leseaktion findet sich in Szyllas Lesezeichen und netbib.

Stornierung

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Mist! In der letzten Woche die Brigitte-Hörbuchedition „Starke Stimmen“ im Gesamtpaket direkt über brigitte.de für 99 Euro bestellt und heute festgestellt, dass das Paket bei Amazon nur 89 Euro kostet! Gleich morgen früh anrufen und fragen, ob die Bestellung noch stornierbar ist.
Selbst die Einzelausgaben sind bei Amazon mit 7,95 Euro günstiger als am Kiosk, wo sie 9,95 Euro kosten. Das lohnt aber nur, wenn der Gesamtwert der Bestellung über 20 Euro liegt und keine Versandkosten hinzukommen.

Update: Beeindruckende Schnelligkeit bei der PVS Fulfillment-Service GmbH, die die Bestellabwicklung für Gruner + Jahr übernimmt: Schon um 8 Uhr morgens liegt die Bestätigung der mitternächtlich per eMail abgeschickten Stornierung im elektronischen Postfach.
Und die Bestellung an Amazon ist auch schon raus.

Ephraim Kishon ist tot

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Ephraim Kishon ist tot. Der israelische Bestseller-Autor, der wegen seiner kleinen harmlosen satirischen Geschichten auch in Deutschland sehr geliebt wurde, erlag mit 80 Jahren einem Herzanfall. Er wohnte zuletzt in der Schweiz.
Nichts Schlechtes über die Toten, aber es muss angemerkt werden, dass Berichte, die Kishon ausschließlich als jemanden darstellen, der mit seinem Humor zur Versöhnung der Völker beitragen wollte, leider zu kurz greifen.
Kishon unterstützte die gewaltsame Politik Israels gegen die Palästinenser vorbehaltlos, und der Tod von Frauen und Kindern wurde als Kollateralschaden wegargumentiert.

Ein unbekannter Kritiker

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Werner Fuchs ist sicherlich der einflussreichste Kritiker im deutschsprachigen Raum. Es sind seine Kritiken, die mit dazu beitragen, ob jemand ein Buch kauft oder nicht. Aber fast niemand kennt Werner Fuchs. Fuchs ist derzeit Rezensent #1 bei amazon.de, d.h. die meisten der Buchkäufer betrachten seine Besprechungen als hilfreich. Aktuell sind es 612 Besprechungen, die Fuchs unter dem Pseudonym Propeller Marketingdesign für Amazon geschrieben hat. Einmal abgesehen davon, dass Fuchs auf diese Weise über 100 Besprechungen im Jahr verfasst, verwundert dieser Eifer doppelt, da Amazon den Kritikern kein Geld für ihre Besprechungen zahlt. Warum macht man so etwas?

Marc Neller hat Werner Fuchs in der Schweiz besucht und schreibt ein Porträt für den Tagesspiegel. Anfangs war es so eine Art Verewigungstrieb. Irgendwann, sagt Fuchs, sei es das uralte Ding gewesen: der Ehrgeiz, Erster zu sein. Die im Bericht erwähnte und nicht genannte Homepage von Werner Fuchs findet sich hier. [nach einem Hinweis auf polarluft]

Stifter nicht vergessen

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2005 ist nicht nur Schiller-Jahr, sondern auch Stifter-Jahr. 200 Jahre alt wäre Adalbert Stifter in diesem Jahr geworden. Eigentlich ein Gund, wieder mal in den Text „Die Sonnenfinsternis am 8. Juli 1842“ reinzuhören, den wir seinerzeit zur Sonnenfinsternis 1999 zum Lesen und Hören angeboten haben.

Textkritik: Die Kassiererin – Prosa

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Neulich war ich in der Stadt Besorgungen machen. Zigaretten kaufen, rumschlendern, Leute beobachten und ein Fischbrötchen essen. Diese Art von Besorgungen. Als ich mich nach einigen Stunden ohne nennenswerte Ereignisse daran machte, meine Besorgungen für beendet zu erklären und das Schloss meines Fahrrads zu öffnen, fiel mir plötzlich ein, dass ich, wo ich schon mal hier war, vielleicht doch noch eine sinnvolle Sache erledigen könnte. Passbilder schießen. Damit wäre ich in der Lage, endlich meine Bewerbungen abzuschicken, die ich schon eine gewisse Zeit vor mir herschob. Eventuell, so schoss es mir durch den Kopf, hätte ich dann auch wieder Zeit für andere Dinge als ständig Besorgungen zu machen.
Ich zählte also das Geld in meinem Portemonnaie. Darin fand sich zwar ein 10 Euro-Schein, aber bei weitem nicht genug Kleingeld, um einen Lichtbildautomaten zum Arbeiten zu bewegen. Ich schloss mein Fahrrad also wieder an und ging in eine Drogerie.
Wahllos suchte ich mir einige Waren aus den Regalen und ging zur Kasse. Vor mir zeitlupte eine Rentnerin eine Haarcoloration auf das Laufband. Die Kassiererin verdrehte die Augen, als sie sich den zur Bezahlung notwendigen Betrag selbst aus der tattrigen Omahand zusammenklauben musste.
Ich war an der Reihe. Die Kassiererin, deren Äußerem eine Haarcoloration, besser noch eine komplett andere Frisur sehr wohl sehr gut getan hätte, zog die Lebensmittel über den Scanner. 2 Euro 28, forderte sie. Ich überreichte ihr den Schein und bat freundlich: »Könnten sie mir das Wechselgeld bitte nur in Münzen geben?« Die Kassiererin schaute wie vom Donner gerührt. »Nein, das geht nicht!« Ich wurde stutzig. »Wie bitte?«, fragte ich nach. Die Kassiererin hob die Nasenspitze etwas höher und straffte den sehr stattlichen Oberkörper. »Vorhin musste jemand extra deswegen zur Post gehen.« Zur Überprüfung ihrer Worte schielte ich auf den bereits herausgefahrenen Geldschlitten. Tatsächlich waren die Fächer mit den Ein- und Zwei-Euro-Münzen randvoll. »Entschuldigen Sie mal« ,setzte ich gutmütig an, »aber wenn Sie extra jemanden dafür haben, der für Sie deswegen zur Post geht…« Mein wohlmeinender Ansatz verpuffte in einer Kaskade selbstgefälliger Rechtfertigungen und Anschuldigungen. »Können Sie das nicht verstehen?«, fragte die Kassiererin am Ende ihrer Litanei barsch. Ich war baff und spürte nagenden Ärger in mir aufkeimen, den ich in Form einer möglichst überlegenen Reaktion entladen musste. Während mein Kleinhirn verschiedene Szenarien durchspielte, verspürte ich hinter mir einen Wall der Anti-Solidarität. Die überaltete Klientel der Drogerie, die in Form von zwei beigefarbenen Hutträgerinnen hinter mir anstand, war peinlich berührt ob der Unregelmäßigkeit in ihrem ansonsten so gleichförmigen Leben. Alles, was das Drogerie-Volk von mir erwartete, war ein schnelles Einlenken und Verschwinden, auf das es endlich mit dem Kopf schütteln und »Nein, diese Jugend von heute!« absondern konnte. Diesen Gefallen wollte ich dem Volk natürlich nicht so schnell gönnen.
»Hören Sie!« sagte ich also. »Was ich nicht verstehe, ist, warum ich das Schild hinter Ihnen nicht schon eher gesehen habe.« Irritiert drehte sich die Kassiererin um. Auf der Plexiglaswand, die ihren Kassier-Verschlag von dem übrigen Markt abgrenzte, war, halb von ihrem grobmaschigen C&A-Pullover verdeckt, ein blaues Schild angebracht. Darauf stand: »Gerne können Sie uns Ihre Verpackungen wieder zurückgeben.«
»Ja, und? Was hat denn das um Himmels willen damit zu tun?« ätzte die Kassierern.
Triumphierend zog ich den riesigen Pappkarton, der einst einem 105-cm-Bildschirmdiagonale-Fernseher ein Heim gewesen war, aus der Hosentasche. »Das hier gebe ich Ihnen gerne wieder zurück.« Genüsslich drehte ich den gigantisch-großen Karton in Richtung der Kassiererin um. Eine Sintflut von gelben, roten und weißen Styroporkugeln ergoss sich über die Kassiererin und verwandelte sie und alles andere im Umkreis von 3 Metern in einen von jungfräulichem Schnee bedeckten Wintermorgen. Die Kassiererin kreischte schrill auf. Flink stülpte ich ihr den braunen Pappkarton über den Kopf und klaubte mir eine handvoll Euro-Münzen  aus der Kasse. Die Hutträgerinnen hinter mir fingen an zu keifen und zu jammern und riefen um Hilfe. Ich dagegen spazierte seelenruhig durch den Ausgang in einen vom gleißenden Sonnenlicht überstrahlten Sommertag hinaus.
Das rollende Geräusch des hineinfahrenden Geldschlittens weckte mich aus meinen Tagträumen. Eine fleischige Pranke bewegte sich in meine Richtung. »Sieben Euro zweiundsiebzig!« bellte es. Ich blickte mich kurz zu den Rentnerinnen hinter mir um, holte mein Portemonnaie raus und suchte nach einer möglichst ironisch klingenden Bemerkung.

© 2005 by Al Avram. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Die folgende Kritik (Zusammenfassung und Einzelkritik) stammt erneut nicht von mir, Malte Bremer, sondern von Nicole Thomas. Mehr dazu und zu ihrer Person findet sich hier. Jetzt aber zu »Nicoles Meinung«:

Eine sehr schöne Grundidee und ein recht gelungener Ansatz, der seine Wirkung jedoch leider nicht zu entfalten vermag.

Dieser Text mit seiner lebhaften, frechen Sprache könnte ein vergnügliches Sahnehäppchen sein. Leider wird hier etwas zu sehr mit einseitigen Behauptungen und Klischees gearbeitet, die das Vergnügen unnötig schmälern.

Die Kritik im Einzelnen

Zum dritten Mal Besorgungen – die zudem ja eigentlich keine sind – innerhalb eines so kurzen Textabschnitts, das wirkt allmählich langweilig. Im Grunde genommen ist es unnötig, diesen Begriff überhaupt ins Spiel zu bringen, spart man sich doch einiges an Wortschinderei, wenn die ersten Sätze folgendermaßen lauten: Neulich war ich in der Stadt, Zigaretten kaufen, rumschlendern, Leute beobachten und ein Fischbrötchen essen. Als ich mich nach einigen Stunden ohne nennenswerte Ereignisse daran machte, das Schloss meines Fahrrads zu öffnen, fiel mir plötzlich ein, dass ich, wenn ich schon mal hier war, vielleicht doch noch eine sinnvolle Sache erledigen könnte.
Soll der Begriff jedoch auf jeden Fall beibehalten werden, wäre mein Vorschlag, die erste und zweite Erwähnung der Besorgungen beizubehalten, die dritte jedoch dann wirklich ersatzlos zu streichen. zurück
Dieser Zusatz ist nicht wirklich notwendig und sorgt außerdem nur unnötig für Verwirrung: Sind die Bewerbungen nun schon so weit fertiggestellt, dass nur noch das Passfoto fehlt, oder müssen sie vielleicht sogar erst noch geschrieben werden? Das geht aus der Formulierung nicht eindeutig hervor, und da es für den weiteren Handlungsverlauf auch vollkommen ohne Belang ist, würde ich diese Textstelle ganz einfach streichen. zurück
Erstens ist dieser Satz viel zu kryptisch, und zweitens schlichtweg überflüssig. Inwiefern hätte der Ich-Erzähler dann auch wieder Zeit für andere Dinge? Zur Beantwortung dieser Frage ist der Leser auf Spekulationen angewiesen, denn um eine gesicherte Antwort zu finden, wären noch weitere Erklärungen erforderlich. Da dieser Gedankengang jedoch für das weitere Geschehen komplett entbehrlich ist, würde ich hier auf weitergehende Erklärungen verzichten und den Satz ganz einfach streichen. zurück
Im Grunde genommen ist mit diesem Satz alles in Ordnung, hier vermisse ich lediglich einen Bindestrich, denn Aneinanderreihungen, die Ziffern enthalten, werden durch Bindestriche verbunden, folgerichtig also: 10-Euro-Schein. zurück
Da vorher das Schloss des Fahrrads geöffnet wurde, erscheint es mir nur folgerichtig, wenn das Rad wieder ab- statt wieder angeschlossen wird. zurück
Eines korrekten Gebrauchs der Sprache wegen sei erwähnt, dass dieses Adjektiv nicht existiert und die Formulierung beispielsweise besser Vor mir schob eine Rentnerin im Zeitlupentempo eine Haarcoloration auf das Laufband lauten sollte. Davon abgesehen gefällt mir persönlich diese Wortschöpfung jedoch sehr gut, da sie den Vorgang ebenso anschaulich wie knapp formuliert beschreibt. zurück
Diese Umschreibung ist unnötig umständlich, man könnte sie auch ganz einfach durch das Geld ersetzen zurück
Das sehr wohl erscheint mir in diesem Zusammenhang überflüssig. Es trägt nichts wirklich Sinnstiftendes zu diesem Satz bei und ist daher nichts weiter als ein hübscher, aber leider nicht ganz passender textlicher Schnörkel. Ich würde es weglassen. zurück
Ah, die blindlings zusammengesuchten Waren sind also zum Verzehr geeignet. Das stellt innerhalb des Textes eine neue Erkenntnis dar, die entweder mit einer entsprechenden Erklärung versehen werden sollte, etwa: Die Kassiererin […] zog die Waren über den Scanner, die sich als Lebensmittel entpuppten, oder man verzichtet ganz einfach auf eine genauere Beschreibung und belässt es auch weiterhin schlicht bei der Formulierung Waren. zurück
Entweder schreibt man 2,28 Euro, oder man schreibt, wie weiter unten im Text auch, den Betrag aus. Im Hinblick auf die Kontinuität würde ich Letzteres empfehlen. zurück
Zitat aus dem Duden: Die Höflichkeitsanrede »Sie« und das entsprechende besitzanzeigende Pronomen »Ihr« werden immer groß geschrieben. Da besagte Höflichkeitsanrede in diesem Text nahezu kontinuierlich klein geschrieben wird, ich hier allerdings einfach reine Flüchtigkeitsfehler unterstelle – im Übrigen eine meiner eigenen Spezialitäten, aber das nur nebenbei – werde ich diesen Fehler im Folgenden einfach stillschweigend verbessern. zurück
Zwei Sachen. Die erste Anmerkung bezieht sich auf das Layout des Textes: Gerade während eines Dialogs ist es in den meisten Fällen – so auch in diesem – ratsam, mit Absätzen zu arbeiten. Sie erleichtern die Zuordnung des Gesagten und damit auch den Lesefluss erheblich. Die zweite Anmerkung bezieht sich auf die Formulierung stutzig. Sicher wird man bei einer derartigen Antwort auch argwöhnisch, zunächst einmal ist sie jedoch überraschend. Und dementsprechend würde ich auch der Überraschung den Vortritt lassen und den Satz in Ich war überrascht ändern, zumal es sich glatter in den Lesefluss fügt. zurück
Das sehr erscheint mir hier nicht besonders geschickt eingesetzt. Einmal lässt es den Text holpern, darüber hinaus wird es innerhalb dieses Abschnitts etwas zu häufig angewendet, was nicht allzu einfallsreich anmutet. Das Bild, das hier von der Kassiererin gezeichnet wird, funktioniert auch ohne diese Verstärkung, auf die ich somit verzichten würde. zurück
Beeindruckend, der Ich-Erzähler hat also hellseherische Fähigkeiten. Anders ist es nämlich nicht zu erklären, wie ein Blick in die Geldfächer zur Überprüfung der Aussage dienen könnte, dass erst kürzlich jemand des Kleingelds wegen zur Post ging. Über die Füllmenge kann man sich so natürlich einen Überblick verschaffen, aber wie genau das Geld nun seinen Weg in diese Fächer fand, lässt sich auf diese Weise nicht nachvollziehen. Darüber hinaus ist mir nicht ganz klar, warum die Hauptperson auf den Geldschlitten schielen muss, denn ich sehe keinen Grund, warum dieser prüfende Blick möglichst unauffällig sein muss. Besser wäre es, den Satz so zu formulieren: Ich warf einen Blick auf den bereits herausgefahrenen Geldschlitten. zurück
Man kann dieser Reaktion mit Sicherheit einiges nachsagen, Gutmütigkeit jedoch zählt nicht dazu. Dass es angesichts der Unhöflichkeit der Kassiererin mit der Höflichkeit des Kunden wiederum auch nicht mehr allzu weit her ist, finde ich absolut nachvollziehbar und verständlich. Zumal die Erklärung dafür, warum die gute Frau keine Münzen herausgeben möchte, jedweder Logik entbehrt, und damit umso ärgerlicher ist. Das ändert jedoch nichts daran, dass von Gutmütigkeit hier nichts zu merken ist. zurück
Was genau nun an diesem Ansatz so wohlmeinend ist, erschließt sich mir leider nicht. Berechtigt trifft es meiner Ansicht nach besser, wird hier doch ein gewisses Mindestmaß an Kundenservice eingefordert. Nur ist berechtigt ganz und gar nicht mit einem freundlichen wohlmeinend gleichzusetzen. zurück
Die da wären? So ganz ohne auch nur ein Beispiel zu geben lässt sich das nämlich leicht behaupten, hat der Leser doch keine Gelegenheit nachzuprüfen, ob nicht vielleicht doch einige der Argumente zumindest ansatzweise nachzuvollziehen wären. Besser wäre eine Formulierung wie: Mein Ansatz verpuffte in einer Kaskade aggressiv vorgetragener Begründungen, warum ich keinen Anspruch auf einen solchen Kundenservice hätte. Ein Satz wie dieser – der zugegeben ein wenig gestelzt anmutet, aber das zu beheben lege ich jetzt einfach mal in die Hände des Autors – bringt das Wesentliche besser und weniger selbstgerecht zum Ausdruck. zurück
Von außen betrachtet kann hier, ohne eine nähere Begründung dafür zu bekommen, kein Grund für dieses musste gesehen werden. Möchte oder wollte erscheinen mir hier als geeignetere Begriffe, denn rein objektiv gesehen besteht kein Anlass, eine möglichst überlegene Reaktion zu zeigen. Alternativ kann man natürlich auch eine Begründung anfügen, um die Notwendigkeit einer solchen Reaktion darzulegen, etwa … den ich in Form einer möglichst überlegenen Reaktion entladen musste, um nicht vor Wut zu platzen. zurück
Das Kleinhirn? Erstaunlich! Sollte die Hauptperson jemals in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten geraten, wäre meine Empfehlung, sich zu möglichst horrenden Summen als medizinische Sensation zu verkaufen, nutzt sie doch einen Gehirnbereich zur Planung des weiteren Vorgehens, der allen bisherigen medizinischen Erkenntnissen zufolge vorwiegend zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts und des Muskeltonus sowie zur Koordination der Muskelbewegungen dient. Ich bin ehrlich beeindruckt. zurück
In diesem Satz gefallen mir zwei Sachen nicht besonders gut. Zum einen erscheint mir spürte hier besser geeignet als verspürte, immerhin bleibt die Anti-Solidarität ja doch eine gute Weile konstant und ist nicht rasch wieder vorüber, so wie man einen plötzlichen, schnell wieder abklingenden Schmerz verspürt. Davon abgesehen verbessert ein simples spürte auch noch den Lesefluss. Die zweite Sache, die mir auffällt, ist dieser Wall der Anti-Solidarität. Gemein gefragt: Geht es nicht auch eine Nummer kleiner? Aber da der Ich-Erzähler offenbar bevorzugt mit (Über)Steigerungen hantiert, kommt man natürlich mit so etwas Läppischem wie einer Welle der Anti-Solidarität nicht mehr aus, das muss bitte schön mindestens ein Wall sein. Na, wenigstens bleibt dem Leser hier nach den vorherigen Kaskaden die Anti-Solidaritäts-Tsunami erspart… zurück
Interessant, was ist eigentlich aus der ganz gewöhnlichen Kundschaft geworden, dass die Drogerie jetzt schon eine Klientel, also Auftraggeber braucht? Wurde die Kundschaft von der Kassiererin zur Beschaffung weiterer Münzen auf die umliegenden Bankgebäude verteilt? Aber sei es, wie es sei, Fakt ist: Kundschaft weg, Klientel da, warum auch immer. Davon abgesehen: So lange dauert die Diskussion mit der Kassiererin jetzt schon, dass der jugendlich-frische Ich-Erzähler nun schon überaltert ist? Denn indem er sich in diese Drogerie begibt, wird er damit schließlich auch zu dieser Drogerie-Klientel, welche die Kundschaft aus irgendwelchen mysteriösen Gründen ersetzt hat. Überheblichkeit hat eben so ihre Fußangeln. Bleibt zudem noch die Frage: Wie alt genau ist die Klientel, welche die Kundschaft aus irgendwelchen mysteriösen Gründen ersetzt hat, denn nun eigentlich? Aber nein, auch dazu keine weitere Aussage, überaltert ist sie eben und damit Punkt, Ende, aus, und wieder ist der Leser einzig mit einer unbewiesenen Behauptung des Ich-Erzählers konfrontiert, welcher nervtötenden Kassiererin in Sachen Selbstgefälligkeit und Schubladendenken offenbar nicht wirklich unterlegen ist. zurück
Na, da sag noch mal einer, im Alltag gäbe es keine Wunder mehr! Hier erfolgt der Gegenbeweis: Die beiden Damen sind nicht etwa beige gekleidet oder, besser, in beigefarbene Kostüme gekleidet, michtnichten und –neffen, nein, sie selbst sind beige. Meine Empfehlung wäre: Unauffällig einpacken, falls das geniale Pläne ausklügelnde Kleinhirn allein nicht reicht, hat man dann noch zwei eigentümlich pigmentierte alte Damen, die man als medizinisches Wunder verkaufen kann. zurück
Durchaus möglich, dass manche Mitmenschen eine solche Diskussion als peinlich empfinden. Nur lässt die Begründung diesen Begriff als nicht besonders gut gewählt erscheinen. Peinlich berührt ob dieser ganzen Szene vielleicht. Jedoch müssten die Hutträgerinnen ob der Störung ihrer Routine insgesamt eher verärgert als peinlich berührt sein. Mein Vorschlag wäre, den Satz entweder zu erweitern … peinlich berührt ob dieser Szene und verärgert ob der Unregelmäßigkeit in ihrem ansonsten so gleichförmigen Leben, oder ihn zu ändern in verärgert ob der Unregelmäßigkeit in ihrem ansonsten so gleichförmigen Leben. Letzteres spart jedenfalls etliche nicht zwingend erforderliche Worte. zurück
Und wieder treten die hellseherischen Fähigkeiten des Ich-Erzählers in Kraft: Weiß er doch, dass zwei beigefarbene Hutträgerinnen auf jeden Fall ein gleichförmiges Leben führen. Wie sie das allein schon angesichts ihrer besonderen Pigmentierung hinkriegen, ist mir ein Rätsel. Aber davon mal ganz abgesehen: Wieso ist das so sicher, dass ältere/alte Menschen, die sich in einer Drogerie aufhalten, ein gleichförmiges Leben führen? Bloß weil jüngere Menschen offenbar nicht in der Lage sind, sich vorzustellen, was mensch im Alter noch alles so anstellen könnte, heißt das noch lange nicht, das diese Phantasielosigkeit auch tatsächlich auf den wahren Sachverhalt zutrifft. Und ansonsten bitte ich an dieser Stelle doch wirklich mal um eine Erklärung, wie das mit dem Hellsehen so funktioniert, das interessiert mich nämlich inzwischen wirklich. zurück
Und erneut frage ich mich: Wie macht der Ich-Erzähler das mit dem Hellsehen bloß? Ansonsten, falls er wider Erwarten doch keine übersinnlichen Kräfte besitzen sollte, wäre meine Empfehlung, den Satz folgendermaßen zu ändern: … war vermutlich ein schnelles Einlenken und Verschwinden… meinetwegen auch höchstwahrscheinlich, aber eine Gewissheit kann es unter den gegebenen Umständen darüber nicht geben, es besteht immer die Chance, dass sich eine Situation anders auflöst als erwartet. zurück
Der geplante Rachefeldzug weitet sich ja immer mehr aus. War es ursprünglich noch das Drogerie-Volk, dem eine Lektion erteilt werden sollte, hat sich die Bedeutung des Konflikts inzwischen dramatisch verschärft, und es ist das Volk als solches involviert. Mal ganz davon abgesehen, dass die Hauptperson immer noch nicht realisiert hat, dass sie selbst inzwischen zu dem Drogerie-Volk – und viel mehr noch zu dem Volk – dazugehört, aber nun ja, sie ist ja noch jung und lernfähig. Und bis dahin wird dem Volk wie dem Leser eben nichts geschenkt. zurück
Ja, dass der Kassiererin nach Meinung unseres hochgeschätzten Ich-Erzählers nur Verachtung gebührt, hat inzwischen wohl auch der langsamste Leser begriffen. Und so verständlich das angesichts einer solchen Person wie dieser hochgradig unsympathischen Kassiererin auch ist: So allmählich wird es langweilig. Da ist nicht einfach nur die Kasse durch eine Plexiglaswand vom Rest des Raumes getrennt, oh nein, jemand wie diese Kassiererin muss natürlich in einem Verschlag sitzen – wofür es nüchtern besehen jedoch keinen Grund gibt. Meine Empfehlung wäre, es einfach bei der Formulierung Kasse zu belassen. zurück
So erfrischend es auch ist, dass die Geschichte nach diesem zähen Hin und Her endlich wieder Fahrt aufnimmt, der Bruch ins Absurde kommt etwas zu abrupt und wirkt eher irritierend als erheiternd. Besser wäre es, dem Leser zwar schon Grund zur Verwunderung einzuräumen, das Ganze jedoch nicht sofort offen zu legen und etwa folgende Veränderung vornehmen: Triumphierend zog ich einen riesigen Pappkarton, der einst einem 105-cm-Bildschirmdiagonale-Fernseher ein Heim gewesen war, hervor. Auf diese Weise bleibt das Absurde zwar erhalten, es fügt sich insgesamt jedoch deutlich glatter in den übrigen Text. zurück
Dass der Karton nicht gerade Miniaturformat hat, dürfte angesichts der erwähnten Bildschirmdiagonale klar sein. Insofern ist dieses gigantisch-groß schlicht überflüssig. Zumindest jedoch, wenn nicht sofort beide Adjektive gestrichen werden sollen, würde ich auf das übertriebene gigantisch verzichten. Nach den vorhergehenden Angaben reicht groß völlig, ein deutliches Bild der Situation zu zeichnen. zurück
Wenn die Kassiererin mit Styroporkugeln überschüttet wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch sie Bestandteil des sich ausbreitenden Wintermorgens ist – der  übrigens so seine Tücken hat, aber dazu später. Jedenfalls ist es nicht erforderlich, die Kassiererin per Personalpronomen noch einmal gesondert zu erwähnen, es reicht völlig, wenn der Text folgendermaßen lautet: Eine Sintflut von […] Styroporkugeln ergoss sich über die Kassiererin und verwandelte alles im Umkreis von drei Metern in einen […] Wintermorgen. zurück
Wie aus der vorhergehenden Korrektur schon ersichtlich: Diese Ziffer ist hier fehl am Platz, bei einer Aufzählung werden Zahlen bis dreizehn ausgeschrieben. zurück
Jungfrau mit kleinen Fehlern sozusagen, impliziert jungfräulicher Schnee doch etwas vollkommen rein Weißes, während sich unter den Styroporkugeln jedoch auch gelbe und rote finden. Und einen Grund, mit der üblichen Bedeutung der gewählten Symbole zu brechen, kann ich hier nicht erkennen. Um die Symbolik in ihrer üblichen Bedeutung beizubehalten, wäre es also empfehlenswert, sich entweder mit einfarbig weißem Styropor zu begnügen, oder der Wintermorgen muss sich mit einem Verlust seiner Jungfräulichkeit abfinden. zurück
Präzision in allen Ehren, doch im Grunde genommen wird hier nur wieder eine Selbstverständlichkeit betont. Erwähnenswert wäre es höchstens, wenn der Ich-Erzähler das Gebäude nicht durch den Ausgang verließe. Insofern kann dieser Zusatz ruhig gestrichen werden. zurück
Ich mag mich irren, aber angesichts der Tatsache, dass der fällige Betrag erst noch kassiert werden muss, erscheint es mir logischer, wenn der Geldschlitten heraus und nicht hineingefahren wird. Davon abgesehen halt ich diese Rückkehr in eine weniger turbulente Realität für sehr gelungen, gefällt mir gut. zurück

© 2005 by Nicole Thomas. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zitate an Hauswänden

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Zitate und Sinnsprüche an Berliner Hausfassaden, die gab es dort ja schon vor einiger Zeit zu lesen. Jetzt belebt der Kanzler diese alte Tradition wieder auf.

Ein eMail-Roman

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Die Leiden des jungen Werthers und Dracula sind sicherlich die bekanntesten in Briefform verfassten Romane. Doch auch die moderne Kommunikationsform eMail regt zum literarischen Einsatz an.

Wir hier in der Redaktion erinnern uns dunkel, dass es so um 1994 bereits ein Projekt in dieser Richtung gab. Regelmäßig bekam man als vermeintlich heimlicher Mitleser die eMails eines Liebespaares zugeschickt und konnte eine Geschichte in simulierter Echtzeit verfolgen.

Ein Griff in die Redaktionsbibliothek fördert den Roman „Hello, Alice“ von einem gewissen Astro Teller zutage. Auch hier ist eine Geschichte in eMail-Form erzählt. Das Buch aus dem Jahre 1997 ist mittlerweile vergriffen und nur noch über Antiquariate zu bekommen. Die auf dem Buchrücken angegebene Internet-Adresse www.hello-alice.de wirbt inzwischen für Autoversicherungen.

Spannender sind eMail-Romane freilich, wenn man sie tatsächlich in Echtzeit direkt eMail für eMail zugeschickt bekommt.

Auf www.die-leiden-des-jungen-werther.de (Achtung Ton!) wird der halbherzige Versuch unternommen, Goethes Werther-Roman ins eMail-Zeitalter zu übertragen.

Auf ein aktuelles amerikanisches eMail-Romanprojekt macht Markus Breuer in seinen _notizen aus der provinz aufmerksam. „The Daughters of Freya“ (Freyas Töchter) heißt das eMail-Roman-Projekt, das sich mit einer gut gestalteten Homepage präsentiert. Innerhalb von drei Wochen erhält man täglich einige Mails, in denen die Geschichte vermittelt wird. Gleich in der ersten eMail geht es um eine Sekte, in der Sex mit Fremden den Weltfrieden erhalten soll. Mehr kann man nun wirklich nicht verlangen.

Die ersten drei eMail kann man sich kostenlos anfordern, die ganze Geschichte kostet jedoch 7,49 US-Dollar.

Relativ lang sind diese drei ersten eMails, sodass sie nicht sehr authentisch wirken. Sehr bemüht wirkt zudem die Geschichte eingeflochten, als habe man auch hier einen normalen Briefroman erst nachträglich auf eMails übertragen.

Uns konnten die drei Testmails leider nicht überzeugen.

Diebstahl geistigen Eigentums

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Melody berichtet unter dem ironischen Titel „Internet ist für alle und alles ist kostenlos.“ über Menschen, die ihre Texte klauen. Sei es aus Unkenntnis, Naivität, Dummheit oder schlichtweg mit krimineller Energie.

Melody konnte bereits drei Kategorien von Textdieben ausmachen:

  • der nachlässige Hobby-Autor mit der ambitionierten Schriftsteller-Homepage
  • manuellen Website-Grabber, die sich nicht nur Einzeltexte, sondern gleich sämtliche Inhalte eines kompletten Projektes abgreifen
  • Grabber, die sich an sorgfältig zusammengestellten redaktionellen Texten bedienen
  • ‚professionelle‘ TextarbeiterInnen, die von einer anderen Homepage Texte stehlen und diese dann nutzen, um die eigenen Dienstleistungen (im Text-Bereich) anzupreisen

Lesenswert auch die Ausreden am Ende des Artikels, die uns durchaus bekannt vorkommen, denn insbesondere Typ 1 kommt auch ab und zu mal im literaturcafe.de vorbei.

Trotz allem Frust sollte dies aber nicht dazu führen, dass einem die Paranoia überfällt und man überhaupt nichts mehr veröffentlicht, aus Angst, jemand könnte es klauen, kopieren oder als Fernsehfilm an RTL verkaufen.

Denn es gibt auch Leute, die wissen, was sich gehört und fragen schüchtern beim Autor an, ob sie denn sein Gedicht auf die eigene Homepage übernehmen dürfen.

Kontroversieller Index

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Laut einer Studie des Universitätsprofessors Mikhail Gronas verkaufen sich beim Online-Händler nämlich genau die Bücher am besten, die etwa gleich viele positive wie negative Bewertungen bekommen haben. [via futurezone]