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Nach Bewertung der Stiftung Warentest: Amazons Kindle öffnet sich fürs EPUB-Format – teilweise

E-Reader-Test 5/2022 der Stiftung Warentest
E-Reader-Test 5/2022 der Stiftung Warentest (Screenshot)

Im aktuellen E-Reader-Test der Stiftung Warentest liegt der Kindle Paperwhite haarscharf vor dem Tolino Vision 6. Die Tester bemängelten, dass Amazon das weit verbreitete EPUB-Format nicht unterstützt. Doch ab sofort kann man das Format ans Kindle senden.

Kindle: Fast sechsmal längere Lesezeit

Im E-Reader-Test 5/2022 der Stiftung Warentest (hinter einer Paywall) liegt Amazons Paperwhite knapp vor den Geräten von Kobo und Tolino. Ausschlaggebend ist die lange Akkudauer von durchschnittlich rund 133 Lesestunden. Der Kobo Sage und der Tolino Vision 6 machen laut Test schon nach 19 bzw. 23 Lesestunden schlapp.

Ebenfalls getestet wurde der Kobo Elipsa mit großem Display. Die Geräte des Herstellers Pocketbook belegten die letzten Plätze. Das »Inkpad color« von Pocketbook hat als einziger E-Reader ein Farbdisplay. Farbige Comics wirken auf dem Display jedoch nach Aussage der Tester verwaschen. Während ein modernes Smartphone mehrer Millionen Farbtöne darstellen kann, sind es beim Inkpad color nur 4.000. Mit einer Wertung von 1,9 lag es nicht allzu weit vom Spitzenreiter mit der Wertung 1,7 entfernt, deutlich abgeschlagen mit einem Qualitätsurteil von 3,3 ist das Pocketbook Basic 4, das weder Beleuchtung noch integriertes WLAN besitzt.

Nicht im Test erwähnt ist, dass die Tolino-Geräte seit geraumer Zeit ebenfalls von Kobo stammen.

Kindle: Kein EPUB, keine Onleihe

Amazons Kindle Paperwhite (siehe Test im literaturcafe.de) wäre deutlicher an der Spitze gelegen, wenn das Gerät nicht eindeutig auf die Amazon-Welt zugeschnitten wäre. Die Tester bemängeln, dass auf dem Gerät nur E-Books mit Amazons eigenem Format gelesen werden können und dass das gebräuchliche EPUB-Format der anderen Anbieter nicht unterstützt wird. Auf den Amazon-Geräten ist zudem die Onleihe der öffentlichen Bibliotheken nicht nutzbar.

Der Testsieger Kindle Paperwhite 2021 (rechts) im Vergleich zum Vorgänger (rechts): Deutlich mehr Text auf dem Display.
Der Testsieger Kindle Paperwhite 2021 (rechts) im Vergleich zum Vorgänger (rechts): Deutlich mehr Text auf dem Display.

EPUB ab sofort an den Kindle senden

Als hätte Amazon auf das Testergebnis reagiert, können ab sofort EPUB-Dateien ohne harten Kopierschutz an Kindle-Geräte gesendet werden. Hierzu müssen die EPUB-Dateien an die E-Mail-Adresse geschickt werden, über die jedes Gerät erreichbar ist. Sollte man diese nicht zur Hand haben, kann sie in der Geräteverwaltung auf der Amazon-Website nachgesehen werden.

Laut Amazon soll Ende 2022 die Kindle App mit der Funktion »An Kindle senden« ebenfalls das EPUB-Format unterstützen.

Auf beiden Wegen werden die EPUB-Dateien dann ins Kindle-Format übertragen. Nach wie vor wird das EPUB-Format von der Kindle-Software nicht direkt unterstützt. Bislang musste man zur Konvertierung von EPUB ins Kindle-Format Programme wie Calibre verwenden.

Weiterhin nicht auf Kindle-Geräte übertragbar sind kopiergeschützte EPUB-Dateien mit »hartem« Kopierschutz, da die Umgehung gesetzlich verboten ist. Wollte man kopiergeschützte Dateien legal auf dem Kindle lesen, müsste neben der direkten Unterstützung des EPUB-Formats auch Adobes DRM-Software auf den Geräten integriert sein. 

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