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Mit Lulu das eigene Buch veröffentlichen

Lulu-Logo auf der Website von lulu.comLulu heißt ein neuer Print-on-Demand-Dienstleister, der nun auch hierzulande mit einer deutschsprachigen Website die Verlagswelt aufmischen möchte. Über Lulu berichtete gestern das Handelsblatt. Gegründet wurde Lulu 2002 in den USA von Robert “Bob” Young. Young hat mit dem Vertrieb der Linux-Distribution “Red Hat” Millionen gemacht und eigentlich ausgesorgt.

Aber ein seiner Meinung nach viel zu geringer Scheck für ein von ihm geschriebenes Buch hat ihn zur Gründung von Lulu veranlasst. Autoren sollen besser behandelt werden – und besser verdienen.

Lulu hat viel mit anderen Print-on-Demand-Anbietern gemeinsam. Auch bei Lulu muss der Autor seine Druckvorlage selbst gestalten und idealerweise im PDF-Format einreichen. Lulu unterstütz den Anwender jedoch mit zahlreichen Konvertern und digitalen Assistenten. Ein Lektorat und andere Qualitätskontrollen gibt es bei Lulu in der Grundversion natürlich nicht. Dafür verbleiben alle Rechte beim Autor.

Doch es gibt bei Lulu einen wesentlichen Unterschied: der Autor zahlt für das Bereitstellen der digitalen Vorlage keinerlei Aufnahme- oder Einrichtungsgebühr und keine monatliche Grundgebühr. Der Autor verdient somit bereits mit dem ersten verkaufen Exemplar, das erst bei einer Bestellung gedruckt wird. Nach Abzug der Druckkosten behält Lulu 20% des Gewinns ein. 80% verbleiben beim Autor.

Trotz der teilweise deutschsprachigen Website sind nachwievor sämtliche Preise in Dollar angegeben.

Außerdem erhält das Buch automatisch keine ISBN und ist nicht bei Online-Buchhandlungen wie Amazon gelistet und zu bestellen, sondern ausschließlich über Lulu. Und natürlich kann das Buch auch nicht über eine Buchhandlung bestellt werden. Wie es bei Lulu mit den Lieferzeiten ausschaut, können wir leider mangels Erfahrung noch nicht sagen.

Ohne Risiko und Grundgebühr zu publizieren klingt zunächst also faszinierend. Allerdings ist genau zu überlegen, ob man Dollarpreise, fehlende ISBN und ausschließliche Bestellbarkeit über Lulu in Kauf nehmen möchte. Professionell wirkt dies derzeit noch nicht, sodass Anbieter wie BoD nachwievor die bessere Wahl sind, sofern man für sein Werk keinen Verlag finden konnte oder wollte.

Doch es dürfte nur eine Frage der Zeit und des Erfolges in Deutschland sein, bis Lulu auch hier professioneller auftritt und beispielsweise ein Euro-Preis möglich ist. Doch spätestens mit der Zuteilung einer ISBN wird auch Lulu eine Grundgebühr verlangen müssen.

Technorati-Tags: lulu print on demand bod

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