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Kein toitsches Wort für SPAM

SPAM(tm)-Tasse aus dem SPAM-Fanshop von Hormel Foods Ltd.Schön, dass ausgerechnet »BusinessNews«, Deutschlands erste Office-Zeitung, über das Bemühen der Stiftung Deutsche Sprache berichtet, ein deutsches Wort für Spam zu finden. Vorschläge und Einreichungen hierzu können unter www.aktionlebendigesdeutsch.de gemacht werden.

Freilich muss man nicht immer alles mit englischen Begriffen bezeichnen, aber wozu hier die Mühe? Denn es gibt doch bereits einen deutschen Begriff für Spam. Der lautet: Spam. Denn Spam ist ein Markenname der Hormel Foods Corporation aus England. Hierfür einen deutschen Begriff zu finden wäre genauso unsinnig, als suche man eine deutsches Wort für Tempo oder UHU. Und wer statt Tempo oder UHU die markenneutralen Begriffe Papiertaschentuch und Klebstoff verwendet, der kann statt Spam auch Dosenfleisch oder Frühstücksfleisch sagen.

In einem TV-Sketch der britischen Komiker-Truppe Monty Phyton schwebt ein Ehepaar in ein Café ein, in dem sämtliche Gerichte grundsätzlich auch Spam enthalten. Darüber hinaus besingt eine Gruppe Wikinger am Nebentisch mit lauten Gesängen »lovely Spam«.

Aufgrund der penetranten Spam-Flut auf der Speisekarte und per Gesang wurde Spam durch diesen Sketch später zum Synonym für unerwünschte (Werbe-)eMails. Die Hormel Foods Corporation klagte sogar gegen die Verwendung ihres Markennamens in diesem Zusammenhang, scheiterte jedoch damit vor Gericht.

Hast du viel Frühstücksfleisch in deinem elektronischen Briefkasten? – Nein, ich habe einen Frühstücksfleisch-Filter für mein Kleinweich Ausguck im Einsatz.

7 Kommentare

  1. Naja, aber das Wort SPAM für unerwünschte elektronische Nachrichten (*g*) hat sich ja schon von dem „gewürzten Fleisch“ (SPiced hAM) emanzipiert. Einige Programme (Mozilla Donnervogel) nennen es inzwischen auch (vielleicht im Hinblick auf die damals noch nicht entschiedene Klage) „Junk Mail“ o.ä. Und dafür einen deutschen Begriff zu finden, sollte ja nicht unmöglich sein: e-Post-Wurfsendung oder so. :)

  2. Es gibt keinen Bedarf für die Ersetzung des Wortes Spam. Die krampfhaften Versuche vermeintlicher Sprachpfleger wie der STIFTUNG DEUTSCHE SPRACHE aktuelle Fremdwörter zu unterdrücken, sind ein Bärendienst an unserer Sprache.

    Sprachpurismus in der Form des Fremdwortpurismus die Bestrebung also, die Sprache richtig und rein von allen systemfremden Einmischungen zu verwenden ist schon für Goethe »ein absurdes Ablehnen weiterer Ausbreitung des Sinnes und Geistes« gewesen.

    Die bisherigen Angebote der Stiftung zur Ersetzung der Begriffe call center (Rufdienst), event (Hingeher), homepage (Startseite), website (Netzauftritt) sind lächerlich oder schlicht falsch. Ich hoffe, dass die Sprache von derartigen Pflegern verschont bleibt.

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