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Google eröffnet deutschen E-Book-Shop – Lektüre im Browser, mit Android und Apples iOS möglich

Googles Online-Bookshop Google PlayGoogle hat am 14. Juni 2012 seinen deutschen E-Book-Shop eröffnet. Neben Amazon und Apple wird somit der dritte große Netzkonzern zum Online-Buchhändler. Zum Start sieht man in den Regalen überwiegend Bücher der Verlagsgruppe Random House (Bertelsmann) und Bastei Lübbe, aber auch Titel von C. H. Beck oder Klett Cotta sind vorhanden.

Beim Start nicht vertreten sind Bücher der Holtzbrinck-Verlage, also beispielsweise Rowohlt, S. Fischer, Droemer Knaur. Auch Titel des Hanser Verlages sind nicht dabei.

Kaufen kann man die Bücher entweder per Browser oder auf Android-Geräten. Lesen kann man die gekauften Titel allerdings mit einer Lese-App auch auf iPhone und iPad.

Ein weiteres abgeschottetes Format-Universum

Aufgrund der Preisbindung in Deutschland sind die Titel bei Google nicht teurer und günstiger als in anderen E-Book-Shops.

Google setzt wie Amazon und iTunes auf ein Format mit eigenem DRM, sodass die Bücher nicht frei kopierbar und nur innerhalb des Google-Universums zu lesen sind. Die Lektüre auf anderen Geräten wie dem Kindle oder anderer Software wie Apples iBooks ist nicht möglich.

Ergänzung: Alternativ können die Google-E-Books im PDF-Format mit Adobe-DRM heruntergeladen werden. Google beschreibt, wie die Buchdateien etwas umständlich auf Reader geladen werden können, die Adobe-DRM unterstützen, wie z.B. die Sony- oder Kobo-Reader. Adobes digitaler Kopierschutz ist jedoch alles andere als anwenderfreundlich, da sowohl zusätzliche Übertragungssoftware von Adobe und dort eine zusätzlich Registrierung erforderlich sind.

Der Kauf der Bücher ist auf Android-Geräten über den dort integrierten Online-Shop mit dem unglücklichen Namen »Google Play« problemloser möglich. Der Aufbau des digitalen Buchladens ist mit dem der anderen App-Bereiche identisch, die E-Books sind nach Rubriken oder Kategorien wie »Angesagt« oder »Neue Unterhaltungsliteratur« geordnet.

Alternativ können Googles E-Books auch direkt über jeden Web-Browser gekauft werden. Die Bezahlung erfolgt über das eigene System Google Wallet, zum Kauf sind ein Google-Account und eine Kreditkarte erforderlich. Leseproben aller Bücher können kostenlos bezogen werden.

Analog zu Amazons Cloudreader können Google-Bücher direkt mit einem Web-Browser gelesen werden.

Für die Lektüre der Google-Bücher auf Android-Geräten, iPad und iPhone sind spezielle Lese-Apps erforderlich. Wer abwechselnd auf unterschiedlichen Plattformen liest, kann damit von überall auf seine Bücher zugreifen, und entsprechende Lesefortschritte werden abgeglichen.

Google Play Books
Google Play Books
Entwickler: Google Inc.
Preis: Kostenlos

Google Play Books
Google Play Books
Entwickler: Google, Inc.
Preis: Kostenlos

Bedingt durch Apples App-interne Verkaufspolitik ist ein E-Book-Kauf in der iPhone- und iPad-App nicht möglich, die Bücher können jedoch über den Safari-Browser erworben werden. Auch dieser Vorgang funktioniert analog zu Amazons iPad-Leseapp.

Die Google Lese-Apps bieten den üblichen Standard: Einstellung von Schriftgröße, Schriftart und Zeilenabstand, eine Suchfunktion und – wenn es der Verlag zulässt – können deutsche Bücher auf Android-Geräten von einer Computerstimme gar nicht mal so schlecht vorgelesen werden. Für die Kauf-Bücher ist diese Funktion jedoch meist nicht aktiviert. Wie bei fast allen Readern ist das Umblättern buchähnlich animiert.

Noch kein Programm für Selfpublisher

Für Selfpublisher bietet Google noch kein Programm, über das man selbst die eigenen Werke bei Google Books veröffentlichen kann. Derzeit existiert nur der Weg über Drittanbieter: Print-on-Demand-Dienstleister epubli verkündete beispielsweise gleich zum Start des Google-Shops, dass deren Kunden auch dort vertreten sein werden.

Fazit:

Als Leser und Anwender kann man sagen, dass Google nun das Gleiche bietet wie Amazon und Apple bereits seit geraumer Zeit, sieht man einmal davon ab, dass der Google-Buchladen zum Start noch nicht allzu reichlich bestückt ist. Auch die Google-E-Books leben nur innerhalb ihres Universum, so wie bei den anderen Anbietern. Mit der Software für alle Plattformen,können die Google-Bücher zwar überall gelesen, aber nicht mit Fremdgeräten oder Fremdsoftware genutzt werden.

Lediglich für Android-Anwender ist der Weg zu Kauf-E-Books nun kürzer geworden.

Natürlich lauert bei Google im Hintergrund noch die Unzahl der selbst gescannten Titel, sodass die Zahl gemeinfreier Bücher im Google-Archiv größer ist. Aufgrund der urheberrechtlichen Rahmenbedingungen kann auf rechtlich geschützte Titel jedoch nicht kostenlos zugegriffen werden. Auch Google schottet die Shops regional ab, sodass ohne weiteres kein Zugriff auf den englischen E-Book-Shop möglich ist.

Für die Verlage und Buchhandlungen bedeutet Googles Start jedoch, dass »die großen Drei« nun noch mehr als zuvor den E-Book-Markt dominieren werden. Und wie buchreport.de berichtete, soll Google den Verlagen wesentlich schlechtere Konditionen bieten als Amazon und Apple.

6 Kommentare

  1. […] in die virtuelle Büchertüte.Neben anscheinend fehlenden Angeboten für E-Book-Reader hat das litereaturcafe.de bemerkt, dass Titel der Holtzbrinck-Verlage oder des Hanser Verlages fehlen.Bei den Preisen gilt […]

  2. Zur Ergänzung/Korrektur, da mich die Neugier heute Vormittag auch etwas mit Google Books beschäftigen ließ:

    Lektüre von heruntergeladenen Google-epubs z.B. auch auf Kobo-Reader ist wohl möglich, denn laut Google: “Books on Google Play können mit jedem geeigneten eBook-Reader gelesen werden, der Adobe DRM unterstützt”. Der Kindle freilich bleibt aussen vor.

    Zum Selfpublishing: Offenbar kann man Google Bücher doch auch schon dafür nutzen, nur macht Google nicht besonders darauf aufmerksam. Hier kann man sich als Partner anmelden: http://books.google.com/partner?hl=de
    Meldet man sich mit seinen Google-Account-Daten dort an, erscheint ein Formular für die eigentliche Anmeldung. Und unter “Hilfe” gibt’s ein paar Infos zum weiteren Procedere. Nur wer vorab nach der Höhe der Tantiemen sucht, wird nicht fündig. Ich zumindest fand dazu keinde Info. (In USA sind es wohl 52/45%).

    Beste Grüße
    Lars

    • Vielen Dank! Wir haben den Adobe-Hinweis mit im Artikel aufgenommen, nachdem die entsprechenden Google-Hilfeseiten heute Morgen noch ins Leere liefen.

      Das Partnerprogramm richtet sich derzeit an Verlage. Ob es auch für Selfpublisher geöffnet wird und zu welchen Konditionen, das bleibt abzuwarten.

  3. Google bietet Selfpublishern sehr wohl die Möglichkeit an, das eigene Buch im Google Play Store zu veröffentlichen. Mein Roman SECHS ist dort schon hochgeladen. Ende Juli wird das Buch automatisch freigegeben, sobald die Verpflichtung endet, SECHS exklusiv auf Amazon anzubieten.

  4. Es stimmt nicht, dass die Autorisierung via Adobe umständlich oder “nicht anwenderfreundlich” sei. das Gegenteil ist der Fall. Zudem benötigt man Adobe’s digital edition sowieso für die onleihe. (anm: ich bin nicht bei adobe angestellt)

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