Ein neues Literaturportal

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Am 15. Juni öffnet ein neues deutschsprachiges Literaturportal im Internet. Es wird erreichbar sein unter der grandios einfachen Adresse literaturportal.de. Nun haben wir in der 10jährigen Geschichte des literaturcafe.de schon einige Literaturportale und Websites kommen und gehen sehen. Doch literaturportal.de ist interessant, da es vom deutschen Literaturarchiv in Marbach betrieben wird. Als Partner mit dabei sind u.a. das Goethe-Institut, Deutschlandradio und Deutschlandfunk, die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und die Deutsche Bibliothek. Ein ziemlich amtliches und offizielles Portal sozusagen.

Gefördert wurde das ganze vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien – mit Steuermitteln also.

Da wird man natürlich als privater Betreiber eines Literaturangebots im Internet etwas hellhörig. Vielleicht auch etwas neidisch. Was wird also das neue Portal bieten?

Die Redaktion des literaturcafe.de hatte die Gelegenheit, den aktuellen Entwicklungsstand des Projektes vorab anzusehen. Da finden sich Literaturtermine, die es aktuell schon unter kulturkurier.de zu finden gibt, es gibt kurze Autorenporträts, die man bereits wesentlich aktueller und ausführlicher in der Wikipedia nachlesen kann. Es werden Literaturveranstalter genannt (ebenfalls vom kulturkurier). Zusammen mit einigen Hörverlagen gibt es Ausschnitten aus Hörbüchern zu hören (Ist das Werbung?), es gibt Hinweise auf aktuelle Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt (Ist das jetzt Werbung?), eine Rubrik mit interessanten Exponaten aus dem Marbacher Literaturarchiv, deren Beschreibungen als Zweitverwertung aus einer Reihe der Stuttgarter Zeitung stammen und einen Bereich zum Thema Literaturförderung und die obligatorischen Links zu anderen literarischen Websites.

Hm, nichts also, was es nicht schon an anderen Stellen des Internets auch schon und zum Teil ausführlicher geben würde. Aber gut, wir haben nur den Stand gut einen halben Monat vor Eröffnung des neuen Portals gesehen. Derzeit konnten wir noch nichts finden, das es Wert wäre, dafür nochmals öffentliche Gelder auszugeben, die beispielsweise bei der Förderung von engagierten Literaturzeitschriften oder öffentlichen Bibliotheken weitaus besser aufgehoben wären.

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1 Kommentar

  1. […] literaturportal.de hatten wir in einer früheren Notiz bereits vor der offiziellen Eröffnung ein vernichtendes Urteil gefällt.Jetzt, nachdem das Portal offiziell auf einer Pressekonferenz des Kulturstaatsministers vorgestellt […]

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