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Hans-Peter Kraus empfiehlt

Ein unvergessliches Buch

Ich möchte hier ein wirklich unvergessliches Buch vorstellen. Die Sache hat nur einen kleinen Haken: Ich kann mich weder an den Namen des Autors noch an den Titel erinnern. Nachkucken geht auch nicht, weil ich es letztes Jahr in der Stadtbibliothek ausgeliehen hab, und ich find’s nicht mehr. Kataloge werden sehr schweigsam, wenn man nach einem Buch ohne Titel und Autor fragt. Und eine Karin Bibliothe zu fragen, nee, ich glaub das hält mein Ego nicht aus. Ich seh mich da rumstottern: Ja es war grün und orange ein Paperback und alles war klein geschrieben auf dem Titel und der Autor war Deutsch-Brasilianer und ich mein es wär' ein Berliner Verlag gewesen und … äh … die Story … ja. Und während ich da herumstotter, sinkt mein Selbstvertrauen zu Boden und krabbelt unters nächste Bücherregal. Ach nee, lieber nicht. Deshalb versuch ich’s hier. Vielleicht erinnert sich jemand, dieses Buch auch gelesen zu haben, denn es ist wirklich unvergesslich. Die Sache hat nur einen kleinen Haken: Ich kann mich weder ‘Tschuldigung, das hatten wir schon. Zum Inhalt:

An Einzelheiten erinnere ich mich natürlich (NATÜRLICH!) nicht mehr. Es ging um die Erlebnisse des Autors bei einer Tramptour durch Süd- und Mittelamerika. Bei seiner Reise gerät er in einige unangenehme Situationen, die er in einem sehr eigenen Stil mit viel Witz und Selbstironie schildert. Das ist aber nicht alles. Was dieses Buch zu einem einzigartigen Leseerlebnis macht, ist der kreative Umgang mit der Rechtschreibung. In Reaktion auf die Diskussionen um die Rechtschreibreform (das Buch kann also nicht sehr alt sein) schlägt der Autor seine eigene Reform vor. Seine Idee: Die Rechtschreibung sollte alle zwei Jahre mit zwei kleinen Änderungen vereinfacht werden. Entsprechend seinen Vorschlägen führt er zu Beginn eines jeden Kapitels zwei Änderungen in der Rechtschreibung durch. Man hat also ein Kapitel Zeit sich an die Änderungen zu gewöhnen, dann kommen schon die nächsten. Wer zuerst in den hinteren Kapiteln blättert, wird einige Leseschwierigkeiten haben, andrerseits ist es überraschend, wie schnell man sich an andere shraibwaisen gewönt.

Sollte sich jemand an Autor und Titel dieses bemerkenswerte Buch erinnern, dann möge er dem ehrenwerten Inhaber dieses Cafés oder dem Vergesslichsten aller Vergesslichen eine Mail schicken. Ich bedanke mich schon mal im Voraus, hinterher vergess' ich’s noch.

Nachtrag der Literatur-Café-Redaktion: Diese Buchkritik war seit langem hier zu lesen und endlich, endlich hat jemand die Antwort gewusst, nämlich Timo Kozlowski. Das gesuchte Buch ist Zé do Rock: fom winde ferfeelt: welt-strolch macht links-shreibreform. Kindle Edition. 2012. Edition día (Herunterladen bei Amazon.de)

Wenn Sie ein gutes Buch gelesen haben, das Sie weiterempfehlen möchten: Schreiben Sie uns eine kurze Kritik. Egal, ob es nur zwei Sätze sind oder es eine ausführliche Besprechung ist. Egal, ob das Buch eine aktuelle Neuerscheinung ist oder schon seit Jahren erhältlich ist. Einzige Bedingung: Das Buch sollte noch über den Buchhandel erhältlich sein.

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