Goethe und Schiller, ungemütliche Freunde: Rüdiger Safranski im Gespräch – Buchmesse-Podcast 2009

Foto: Birgit-Cathrin Duval
Bewusstseinsriese und intuitiver Launenmensch – mit Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe trafen einst zwei grundverschiedene Temperamente aufeinander. Ihre ersten Begegnungen gerieten nicht gerade herzlich: »Man müsste ihn penetrieren, ihm ein Kind machen!«, wütete Schiller einmal über seinen Konkurrenten.
Nachdem aber dem Jüngeren klar geworden war, dass hasserfüllter Neid vor allem ihn selbst lähmt, machte er eine Kehrtwende: Schiller entschloss sich zur Freundschaft. Erstaunlicherweise ging seine absichtsvolle Absichtslosigkeit auf. Die innige und zugleich produktive Verbindung der beiden Dichterheroen machte Epoche.
Warum für Rüdiger Safranski die Zeit reif war, an Goethe und Schiller als Freunde zu erinnern? Im Gespräch mit Eileen Stiller verrät er: Diese beiden hätten noch darauf abgezielt, einander wechselseitig zu steigern. Heutzutage aber sei Freundschaft oft nicht viel mehr als ein allzu gemütliches Sofa.
Rüdiger Safranski: Goethe und Schiller. Geschichte einer Freundschaft. Gebundene Ausgabe. 2009. Hanser Belletristik. ISBN/EAN: 9783446233263. EUR 21,50 (Bestellen bei Amazon.de)
Audio-Datei: Herunterladen (Wiedergabedauer: 14:46 — 6.8MB)
Ähnliche Beiträge, die Sie interessieren könnten:
- Wolken in Kisten: Über chinesische Erzählungen und ihre Übersetzung – Buchmesse-Podcast 2009
- Echte Literatur wird offline geschrieben: Matthias Politycki im Gespräch – Buchmesse-Podcast 2009
- Der Brenner ist wieder da: Wolf Haas im Gespräch – Buchmesse-Podcast 2009
- Mein deutscher Geliebter: Lin Jun im Gespräch – Buchmesse-Podcast 2009
- Leidende Buchautoren: Vito von Eichborn im Gespräch – Buchmesse-Podcast 2009







takkiwrites » Buchmesse Frankfurt 2009 am 18. Oktober 2009 um 15:54 Uhr