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Problem Perlentaucher?

Konrad Lischka, Chefredakteur des Magazins bücher, nimmt das positive Urteil für den Perlentaucher zum Anlass, dessen Rolle kritisch zu hinterfragen.

Der Perlentaucher fasst die Buchbesprechungen der wichtigsten Tageszeitungen und einiger wöchentlicher und monatlicher Pubklikationen zusammen. Da sich nun wiederum andere Journalisten im Perlentaucher informieren, wer was über wen geschrieben hat, entsteht der Eindruck: Was der Perlentaucher nicht sieht, existiert nicht. Dabei erfasst er in der Tat nur einen winzigen Bruchteil der Buchrezensionen in der deutschen Medienlandschaft.

Und obwohl das Gerichtsurteil eine sehr spezielle Frage zu klären hatte und es hier nicht darum ging, ob der Perlentaucher solche Zusammenfassungen generell erstellen darf, sondern vielmehr, ob er sie an Dritte weiterverkaufen kann, lässt das Urteil den Perlentaucher noch heller erstrahlen, wofür er natürlich auch selbst sorgt. „David siegt gegen Goliath“, titelte er beispielsweise heute im eigenen Newsletter.

Es sei, so Lischka, wie bei Google. Was man dort nicht findet existiert scheinbar nicht. Und Google erfasst nicht einmal 70% der Inhalte im Internet. Die Quote beim Perlentaucher in Bezug auf den Anteil der wahrgenommenen Buchbesprechungen dürfte noch weitaus geringer sein.

Lischka verschweigt nicht, dass er selbst ein Betroffener ist, denn der Perlentaucher beachtet bücher nicht, dafür jedoch beispielsweise Literaturen. Aber ist Literaturen besser oder wertvoller als bücher? Besser lesbarer und weniger verkopft-intellektuell ist bücher in jedem Fall.

„Keine Zeit, noch mehr zu sichten“, lautet die Antwort des Perlentaucher – eine wenig befriedigende. Für die nicht besprochenen Publikationen allemal.

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