Kann man in Ostdeutschland nicht mehr lesen?

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Es ist ja schön und gut, dass die Leipziger Buchmesse immer mehr zur Hörbuchmesse mutiert. Insgesamt 120 Hörbuchverlage präsentieren dort im immer größer werdenden Hörbuchbereich ihre Produkte. Aber wenn man jetzt Veranstaltungsreihen »Wer nicht lesen will, darf hören« betitelt, dann fragt man sich allmählich, ob das wirklich so klug ist. Hörbuchhören ist cool, Buchlesen ist doof schwingt da mit. Lesen ist was für Langeweiler im Lesesessel. Dabei muss man denken. Das ist übel. Hörbücher hingegen kann man nebenbei hören. Und sogar Auto fahren. Lesen war gestern. Lesen war was für Oma. Heute ist Hörbuch!

4 Kommentare

  1. Nun mal ganz locker bleiben. Netcasts (auch das des literaturcafe.de) lassen sich ebenfalls während des Autofahrens hören. Und das Nachdenken muss man trotzdem nicht abschalten. Gemäß des Herrn Wunschels Studie aus dem letzten Jahr gewinnen Bücher und das Lesen der selben trotz und durch mobilen Audiokonsum. Dort ging es zwar nur um Netcasts. Aber Hörbücher sind da gar nicht so weit weg.

    Und polemische Schlagzeilen sind vielleicht gut für Fragen der Optimierung in Bezug auf Suchmaschinen, fördern aber nicht zwingend die Bereitschaft zum Nachdenken. Oder? Zumindest vor einer Weile war es auch noch so, dass in Ostdeutschland weit mehr gelesen wurde als im Rest der Republik. Ob dem noch immer so ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Wundern würde es mich allerdings nicht.

  2. Schon schade, wenn es so wäre! Ich glaube aber, dass dies übertrieben ist, was hier geschrieben steht. Es werden immer noch Unmengen von Büchern gedruckt und in die Massen geschleudert – ausserdem machen gute Hörbücher gute Bücher besser (bei schlechten verhält es sich ebenso), und ich finde es schön, wenn die Literatur durch diese spezielle Form mehr Menschen erreichen kann. Dennoch, Bücher sind besser, v.A, weil man bei einem Hörbuch abhängig vom Sprecher ist, während man beim Bücherlesen eine eigene Geschwindigkeit hat, und weil einem ein Hörbuch schneller verleidet.

  3. Nun, die Überschrift gefällt mir nicht wirklich da es ja sicher nicht nur ein Ostdeutsches Problem ist, wenn es denn überhaupt ein Problem ist, nur weil die Buchmesse dort stattgefunden hat.

    Ich selber bin auch nicht so der Hörbuch Fan, aber es gibt halt Leute die finden einfach nicht mehr die Zeit zum selber lesen und müssen dann halt auf dieses Medium zurückgreifen.Und das halt Hörbuchverlage auf diese Werbung zurückgreifen ist ihr gutes Recht, hat aber nichts mit den Ostdeutschen zu tun.

    viele grüße

    sven

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