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Eine Liste unvergessener Lyrikerinnen

Paula Beer als Oda Schaefer im Film »POLL« (Foto: Piffl Medien)
Paula Beer als Oda Schaefer im Film »POLL« (Foto: Piffl Medien)

Zum Kinostart von POLL haben wir Kinogutscheine und Soundtrack verlost. Da der Film lose auf den Tagebüchern der heute vergessenen Lyrikerin Oda Schaefer beruht, wollten wir von den Gewinnspielteilnehmerinnen und Teilnehmern wissen, an welche Lyrikerin sie sich besonders erinnern.

In guter Tradition veröffentlichen wir die interessantesten Antworten auf die Gewinnspielfrage.

Für viele mag es gar nicht so einfach sein, auf Anhieb den Namen einer Dichterin zu nennen. Da könnte unsere Liste den berühmten: »Achso, klar, logisch, natürlich!«-Effekt auslösen.

Unvergessene Lyrikerinnen

Ayim, May

  • Nur fünf Zeilen hatte das erste Gedicht, das ich von ihr las – aber in diesen fünf Zeilen war das Schönste, das Größte, das Faszinierendste in nur 19 Worten unglaublich treffend dargestellt: die Liebe!

Bachmann, Ingeborg

  • »Erklär mir, Liebe« – einfach genial und zeitlos
  • Bachmanns eindrucksstarke Bildersprache fungiert als Aussagemöglichkeit für das rational Unsagbare
  • Wegen Ihrer unvergleichlichen Sprache
  • Gedichte sind sehr einfühlsam

Beauvoir, Simone de

  • Simone de Beauvoir hat mir mit ihrem Roman – »Alle Menschen sind sterblich« – sinn, attraktivität, einzigartigkeit und schönheit unseres daseins vor augen gehalten wie niemand zuvor. mitunter lässt der alltag mit aller planung in die zukunft oder dem erinnern an vergangenes, uns vergessen, wie wertvoll und unwiederbringlich doch so mancher augenblick im hier und jetzt ist und dass erst die endlichkeit des lebens das leben so lebenswert macht. was klingt wie ein simples wirtschaftsgesetz, dass nämlich ein knappes begrenztes gut im wert steigt, erlebt der protagonist in den jahrhunderten europäischer geschichte, die er durchlebt, auf letztlich tragische weise an sich selbst….ein roman wie ein buschfeuer: heiß, aufregend, bedrohlich, zerstörerisch – und letztlich doch der erste schritt, ja sogar voraussetzung für einen wiederbeginn, neues leben…

Bielenberg, Christabel

  • Sie hatte sich aus Liebe zu ihrem späteren Mann Peter Bielenberg dazu entschieden, in der Nazi-Zeit Deutsche zu werden (»Als ich Deutsche war«).

Dickinson, Emily

  • Weil ihre wunderbar metaphysisch angehauchten Gedichte so gern in Filmen zitiert werden.

Domin, Hilde

  • Weil es ihr gelingt, mit wenigen Worten eine Stimmung oder ein Gefühl zu beschreiben, das lange haften bleibt..
  • Weil ich vor vielen Jahren bei einer sehr beeindruckenden Veranstaltung war, bei der Gedichte jüdischer Schriftstellerinnen von Schauspielerinnen vorgetragen wurden, u.a. ein Gedicht von Hilde Domin. (Unaufhaltsam)
  • 1. Wir haben mal im selben Hotel Urlaub gemacht und sie hat mich auf eine unvergessliche Weise angesprochen 2. Ihre Entwurzelung hat zu wunderbarer Lyrik geführt: man muss wie ein Baum sein
  • Weil Sie ein Gedicht über die Demut geschrieben hat.
  • Kurz vor ihrem Tod wohnte ich noch einer Lesung bei, bei der sie mich mit ihren 90 Jahren und ihrer Vitalität und Geistesgegenwart so beeindruckt hat, dass ich sie nie vergessen werde. Besonders gut fand ich, dass sie darauf bestand, jedes Gedicht zweimal vorzutragen.
  • Ihr Lebensmut, ihre schöpferische Kraft und die Ehrfurcht vor allem Leben geben noch immer einen Halt in schweren Stunden des Lebens.

Droste-Hülshoff, Annette von

  • Habe ich bisher am meisten von gehört.
  • ihre Gedichte haben meine Seele berührt

Duden, Anne

  • Weil sie sich mit den negativen Seiten auseinandergesetzt hat z.B. Angst.

Gaugler-Straumann, Barbara

  • Ihre Gedichte sind einmalig

Günderrode, Karoline von

  • Wegen ihrer interessanten Biografie und ihres tragischen Todes.

Hahn, Ulla

  • Weil sie treffend genau in Ihrem Roman »Das verborgene Wort« die Geschichte meiner Heimat “Rheinland” sehr eindrucksvoll und treffend beschreibt.
  • Weil das erste Gedicht, das ich von ihr gelesen habe, schrecklich war.

Hennings, Emmy

  • Weil mir viele ihrer Gedichte schon nach dem ersten Lesen wenigstens in einzelnen Zeilen im Gedächtnis geblieben sind und weil mich ihre Gedichte immer wieder neu berühren.

Kaléko, Mascha

  • echt, authentisch, Melancholie des Alltags mit heiteren Anklängen
  • Ihre Gedichte sind Identifikationsangebote aus weiblicher Sicht, einfach und klar, Pointiert.

Kaschnitz, Marie Luise

  • Poesie als Sprache des Glaubens
  • Weil sie subtil und trotzdem prägnant ist

Kirsch, Sarah

  • Emotionen von zart bis gewaltig, Wechselbäder der Gefühle und Stimmungen mit mächtigen Bildern
  • Hat mich als Schullektüre beeindruckt.

Kolmar, Gertrud

  • Weil sie das schönste Krötengedicht geschrieben hat, das ich kenne, und weil Kröten in der deutschsprachigen Lyrik meiner Ansicht nach grundsätzlich zu kurz kommen. Das haben sie nicht verdient.

Lasker-Schüler, Else

  • Tibet-Teppich

Mayröcker, Friederike

  • Ein Leben in unvergleichlicher (Bild-)Spache
  • Sprachgebrauch
  • unkonventionell und tiefgründig

Meerbaum-Eisinger, Selma

  • Weil ihre Natur- und Liebesgedichte so intensiv sind und die Seele auf einer magischen Art und Weise berühren, dass die Bilder die sie vermitteln, lange im Gedächtnis verweilen. Leider wird sie heutzutage in den Lehrplänen der Schulen nicht berücksichtigt und gerät damit immer mehr in Vergessenheit.
  • Reine, schöne Lyrik

Müller, Inge

  • Sie beschrieb ihr allmähliches Sterben, ganz unsentimental

Parker, Dorothy

  • Multitalent, Feministin, Einzigartig

Sachs, Nelly

  • weil sie den Nobelpreis zu Recht gewann – wegen ihrer zarten Sprache für so grausame Taten, für den Holocaust

Schmidt, Katrin

  • Weil Ihr Stil sich nach einem Aneurysma völlig veränderte.

Schwarz, Sybilla

  • junge 15jährige Barockdichterin aus Greifswald

Strittmatter, Eva

  • Wegen Liebe und Hass. Die geheimen Gedichte.
  • ich liebe ihre wunderbar einfache, fast schlichte Sprache, ihre sensiblen Schilderungen der Natur berühren mich einfach…

Tawada, Yoko

  • neue Sicht auf alltägliche Phänomene

Wellenreuther, Barbara

  • mir gefällt ihr »Wintergedicht«

4 Kommentare

  1. Hi, Lesecafé,
    wie wär’s, wenn wir zusammen eine Anthologie “Unvergessene Lyrikerinnen” machen?
    Ja, Rechte einholen ist Quälerei, das Ganze brotlose Kunst.
    Aber wär doch hübsch?
    fragt grüßend
    Vito von Eichborn

  2. Es wären noch weitere wichtige Lyrikerinnen zu nennen, z.B.:
    Kristiane Allert-Wybranietz, Elisabeth Borchers, Erika Burkart, Christine Busta, Luisa Famos, Christine Lavant, Marion Poschmann, Christa Peikert-Flaspöler, Eva Zeller und die niederdeutsche Dichterin Greta Schoon.
    Und es gibt noch viele viele weitere Lyrikerinnen, die wunderbare Texte geschrieben haben und noch schreiben. Meine Geheimtipps: Lisa F. Oesterheld und Petra Fietzek!

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