Das Joshua-Profil: Von Sebastian Fitzek brutal ins Hirn gerammt

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Buch: Das Joshua-Profil von Sebastian Fitzek (Foto: Duval)
Buch: Das Joshua-Profil von Sebastian Fitzek (Foto: Duval)

Sebastian Fitzek hat es getan! Er hat das geschafft, was nur wenigen Autoren gelingt: Er brachte es fertig, mich mit dem Protagonisten von »Das Joshua-Profil« zu identifizieren, dass ich körperlich gelitten habe: Wie Max Rhode bekam ich schlimme Kopfschmerzen.

Mit einem Unterschied: Meine Kopfschmerzen sind echt. Verursacht hat sie der Autor.

Von Birgit-Cathrin Duval – Es wundert mich nicht, dass Max Rhode an Kopfschmerzen leidet. So oft wie Fitzeks Protagonist in Schlägereien verwickelt ist oder ihm etwas an den Kopf gerammt wird. »Rammen« ist eines der Lieblingswörter von Sebastian Fitzek. In dem 417 Seiten langen Roman wird ständig irgendwem irgendwas in irgendwelche Körperteile gerammt. Eine kleine Kostprobe:

»Dann rammte er mir die Faust ins Gesicht«, »mit einem gezielten, harten Schlag mit der Handkante, der sich anfühlte, als hätte er mir ein Bügeleisen ins Gesicht gerammt«, »Ich rammte dem Killer, der gerade mit beiden Händen meine Haare gepackt hatte, ein Knie in die Körpermitte …«, »In der Hoffnung, mich in diesem überlebenswichtigen Punkt nicht zu täuschen, senkte ich meinen Kopf wie ein Stier nach unten und rannte rammbockgleich auf ihn zu.«

Das Lesen von Sebastian Fitzeks neuem Roman »Das Joshua-Profil« war eine Quälerei. Dabei fing es verheißungsvoll an. Doch der Plot entwickelt sich zu einer wirren Geschichte, in der Fitzek Predictive Policing, Pädophilie, Pflegekindschaft auf die Seiten presst. Die Story wird hauptsächlich durch Entführungen, Schlägereien und Verfolgungsjagden vorangetrieben, ohne dass ein nennenswerter Tiefgang entsteht, in der die Geschichte maßgeblich von den Charakteren beeinflusst und getragen wird.

Denis Scheck stellte in seiner Sendung »Druckfrisch« vom 30.11.2015 die Frage »Wie kann es sein, dass ein so talentloser, klischeeverhafteter und – mit Verlaub – dummer Autor wie Sebastian Fitzek landauf, landab von der deutschen Kritik als ›Thriller-König‹ bejubelt wird?«

Sebastian Fitzek auf der Leipziger Buchmesse 2015 (Foto: Birgit-Cathrin Duval)
Sebastian Fitzek auf der Leipziger Buchmesse 2015 – Zum Interview (Foto: Birgit-Cathrin Duval)

Fitzek als dumm zu bezeichnen, ist starker Tobak. Ich halte Sebastian Fitzek für intelligent. Aber genau das macht es ja so schlimm. Denn wie kann ein Typ, den ich auf der Buchmesse in Leipzig im Gespräch mit Wolfgang Tischer vom literaturcafe.de als humorvoll, spontan und geistreich erlebt habe, – und hier stimme ich mit Scheck überein – über 400 Seiten mit derart talentlosen und klischeebehafteten Sätzen füllen? Und – viel schlimmer noch – damit Erfolg haben?

Ich musste mir die Sätze in den Kopf rammen und mich zwingen, das Buch bis zum bitteren Ende zu lesen. Fitzeks Ideen sind gut, aber sie sind schrecklich umgesetzt. Anstatt die Geschichte durch Charaktere zu erzählen, erzeugt Fitzek nur dadurch Tempo, dass ständig haarsträubende und nicht glaubhafte Entwicklungen passieren, die keine Spannung erzeugen. So als würde man mit einem Auto ständig Gas geben, aber nie vom Fleck kommen.

Mit seinem Roman »Passagier 23« hat mir Sebastian Fitzek die Lust am Lesen genommen. Mit seinem neuen Roman »Das Joshua Profil« hat er mich gefoltert.

Lieber Sebastian Fitzek, mit uns beiden wird das nichts. Die Kopfschmerzen sind spätestens morgen vorbei und in Zukunft meide ich deine Bücher.

Wer es trotzdem lesen mag, dem wünsche ich kopfschmerzfreie Lesestunden.

Birgit-Cathrin Duval

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5 KOMMENTARE

  1. Wer ebenfalls auf der Fitzek-Welle reitet ist ein Autor namens Noah Fitz (Noah, Fitzek? Da war doch mal was…) Ein sehr erfolgreicher Selfpublisher, die Büpcher jedoch noch ein paar Stufen schlimmer als die von Fitzek.

  2. Danke, liebe Frau Duval, für diesen kurzen und schmerzlosen Artikel! Ich liebe es klar, kurz und anschaulich. Sie verstehen dies meisterlich!
    Ich habe übrigens noch nie verstanden, warum dieser Autor so erfolgreich ist. Mir reichten die “Einblicke ins Buch” beim Großversender.

  3. Ich bin ohnehin überrascht, wie manche Bücher oder Autoren es zu ihrem Erfolg bringen. Ich habe neulich einen Roman gelesen, der sogar einen Preis gewonnen hat, aber ich fand den Stil einfach nur schlecht (die Geschichte nicht). Der Roman las sich, als wäre es die Rohfassung. Aber das scheint offenbar kaum jemanden zu stören.

  4. Haarsträubend, abstrus, konstruiert. Rausgeworfenes Geld. Passagier 23 war schon weit hergeholt. Hier wollten Autor und Verlag wie es scheint, nur schnell einen neuen Fitzek auf dem Markt haben. Werde mir das nächste Mal gut überlegen einen Neuen von Fitzek zu kaufen

  5. Übliche BRD Produktion, unter Niveau. Fiktiv und nur dumm. RTL. Siehe “GONE”;etc Aua Alarm für Ringelnatter VOX/RTL” und Jauch WwM aua. Tv für Unterbelichtete. Tv Zeitung lesen reicht aus, um diese SENDER NICHT:::ZDF/NEO hat, wenn auch wenige die besseren Serien und ARD/ONE mit M: Fischer und A. Christie Tabula Rasa/ Orange is the new black/Code 37 etc

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