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Ein Roman aus SMS

Der SMS-Roman des Finnen Hannu LuntialaDer finnische Autor Hannu Luntiala hat einen Roman veröffentlicht, der ausschließlich aus maximal 160 Zeichen langen Handy-Kurznachrichten (SMS) besteht.

Das Werk trägt den Titel »Viimeiset viestit« (Die letzten Nachrichten). Es ist die Geschichte eines Geschäftsführers einer IT-Firma, der seinen Job hinschmeißt und durch Europa und Indien reist. Die Handlung wird nur auf Basis seiner SMS‘ und den Antworten erzählt. Ungefähr 1.000 Kurznachrichten sind – chronologisch geordnet – auf den 332 Seiten des Romans zu finden.

Luntiala legte offensichtlich großen Wert darauf, die Nachrichten möglichst echt wirken zu lassen. So enthalten diese neben den üblichen Abkürzungen auch Fehler, wie sie beim flüchtigen Tippen einer SMS üblich sind. Wie das finnische Verlagshaus Tammi mitteilt, sei man Übersetzungen in andere Sprachen nicht abgeneigt. Dies dürfte allerdings eine große Herausforderung für die Übersetzerin oder den Übersetzer werden, denn schließlich dürfen die Übersetzungen einer SMS auch nicht länger als 160 Zeichen sein. Zudem hat jede Sprache ihre eigenen SMS-Abkürzungen.

Die Idee für einen »Briefroman der Neuzeit« in SMS-Form dürfte sich urheberrechtlich nicht schützen lassen. Vielleicht also eine Anregung für einen deutschen Autor, Ähnliches zu versuchen? Ganz so neu ist die Idee natürlich nicht.

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1 Kommentar

  1. Also besonders toll finde ich diese Idee des SMS-Romanes auch nicht, und sie patentieren zu lassen zu wollen, ein Frechheit. Schliesslich ist dies nur eine modernisierte Version des klassischen Briefromans, mit der Einschränkung, dass jeder „Brief“ aus höchstens 180 Zeichen besteht. Einen Buch-Inhalt patentieren zu lassen, ist akzeptabel, aber die äussere Form eines Textes? Hat Tolkien, als er den Fantasyroman erfand, diesen patentieren lassen?

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