StartseiteLiterarisches LebenDas Literarische Quartett vom Mai 2026: »Ich höre gerne zu. Es ist...

Das Literarische Quartett vom Mai 2026: »Ich höre gerne zu. Es ist ganz reizvoll.«

Das Literarische Quartett vom 01.05.2026 (von links): Ijoma Mangold, Sandra Richter, Wolfram Eilenberger und Thea Dorn (Foto: ZDF/Flavio Degen)
Das Literarische Quartett vom 01.05.2026 (von links): Ijoma Mangold, Sandra Richter, Wolfram Eilenberger und Thea Dorn (Foto: ZDF/Flavio Degen)

Was war los? Gerade etwas verspätet das Literarische Quartett vom 1. Mai 2026 in der Mediathek nachgeschaut. Eine hervorragende Diskussion, der man gerne mit Genuss und Gewinn folgte. Es tut mir leid, aber ich kann nichts Negatives sagen. So sollte über Bücher im Fernsehen gesprochen werden.

Fans der Quartett-Kritik im literaturcafe.de mögen enttäuscht sein. Menschen, die behaupten, hier würde das Quartett immer nur schlechtgeredet, könnten erst recht enttäuscht sein. Denn die Sendung vom 1. Mai 2026 – halten wir das Datum fest – muss gelobt werden.

Dabei war die letzte Sendung alles andere als lobenswert gewesen, die davor allerdings auch sehr gut. Und jetzt das.

Dabei diskutierten wieder die Immergleichen, zu denen sich diesmal erstmalig Sandra Richter, die Leiterin des Marbacher Literaturachivs, gesellte (»Ich höre gerne zu. Es ist ganz reizvoll.«). Sie fügte sich gut in die Runde ein. Ja, mit Ijoma Mangold, Wolfram Eilenberger und Thea Dorn waren es wieder einmal die, die sich routiniert über Bücher auslassen. Doch nie war das Gespräch langweilig oder nervig. Man unterhielt sich, ließ ausreden, ergänzte, widersprach sich – aber immer im Duktus eines angenehmen Gesprächs und nie besserwisserisch oder um sich zu gefallen oder eine Meinung durchzudrücken.

Die vier redeten über vier Bücher, ohne langweiliges Nacherzählen der Handlung, aber doch so, dass einem – als Nicht-Kenner der Bücher – der Inhalt vermittelt wurde. Man hielt sich nicht mit Nebensächlichem auf, sezierte Inhalte, Absichten und Sprache und weckte durchaus den Wunsch, in die Werke hineinzuschauen und hineinzulesen, um das Urteil selbst zu überprüfen.

Viel mehr soll daher diesmal gar nicht gesagt werden, außer: Chapeau!

Wolfgang Tischer

Link ins Web:

Die in der Sendung vom 01.05.2026 besprochenen Bücher:

Weitere Beiträge zum Thema

6 Kommentare

  1. Habe es vorher in der Mediathek geschaut und war auch sehr gespannt. Mit diesen kenntnisreichen Kritikern wie Eilenberger, Mangold und Sandra Richter war es wieder eine sehr gewinnbringende Diskussion, sowohl im Ton als auch in der Sache. Also in Zukunft vielleicht auf die Diskursqualität von Mitstreitern/Mitstreiterinnen achten im Interesse der Sendung?

  2. Ich fand die Sendung auch gelungen (die davor allerdings tatsächlich auch – immerhin wurde mal wieder halbwegs gestritten, das hat ja auch Unterhaltungswert). Insgesamt fällt im Vergleich zur Konkurrenz aus der Schweiz (Literaturclub) auf, dass Literaturwissenschaftler*innen anders über die Titel diskutieren können als irgendwelche Promis, die (vermeintlich) die Sendequote erhöhen.
    Nach wie vor ist die Sendezeit meiner Meinung nach aber deutlich zu kurz – habe immer das Gefühl, wenn die Diskussion zum Buch erst richtig los geht, moderiert Dorn plötzlich schon zum nächsten über.

  3. Wirklich eine außerordentliche Folge des Quartetts, was auch an der Buchauswahl gelegen haben dürfte: es waren vier Titel, die nicht schon überall „durchgenudelt“ worden sind, wie so oft in vorangegangenen Folgen, wo man sich fragte, warum diese allseits bereits behandelten Titel ohne Mehrwert nun auch noch im Quartett…

  4. Ich kann mich sowohl Herrn Tischer als auch den Vorrednern und Vorrednerinnen nur anschließen. Es war eine interessante Sendung, mir hat vor allem Ijoma Mangold gefallen, ich hatte ihn vermisst – ebenso wie das Literarische Gespräch seinerzeit, von Denis Scheck moderiert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein.
Bitte geben Sie Ihren Namen ein

E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.