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Mann o Mann, schon wieder ein
Weltuntergang. Mir reichts, ich verschwinde.
Übermorgen fliege ich nach Fidschi.
Ohne großes Gepäck. Dort soll es ein Meter große Hühner
geben. Verhungern werden wir da nicht. Aber meine Schaufel nehme ich mit.
Sicher ist sicher.
Acht Stunden und ich habe mir mein Loch gegraben,
noch mal acht Stunden mauern und der Bunker steht. Da habe ich Übung.
Das flutscht.
Dann soll es nur knallen.
Und die Idioten versammeln sich am 11. August
in Stuttgart. Sonnenfestival,
Event, Party.
Blöd muss man sein. Woher wissen
die denn, dass es nach zwei Minuten wieder vorbei ist? Angeblich gibt
es einen sicheren Abstand zwischen Sonne und Mond. Einige Tausend Kilometer.
Und wenn die sich irren? Dann gute Nacht.
Bevor ich so etwas nicht selbst mit meinem
Meterband abgemessen habe, glaube ich das alles nicht.
Aber gut, nehmen wir mal an, es passiert nichts.
Kann ja sein. Nach zwei Minuten wird es wieder hell, die Vögel zwitschern
wieder. Alles paletti.
Und was wird mit Cassini?
Eine Raumsonde, beladen mit 33 kg Plutonium, schwirrt wie ein Bumerang auf
irgendwelchen Bahnen zwischen Erde, Jupiter und Saturn herum. Am 14. August
schrammt das Ding haarscharf
an uns vorbei, ganze 500 km entfernt. Sagen die.
Braucht nur schief zu gehen. Irgendein verrückter
amerikanischer Wissenschaftler hat die Daten für die Flugbahn etwas
manipuliert. Dort begegnet man doch an jeder Straßenecke einem Amokläufer.
OK, ok. Vielleicht seh ich zu schwarz in die
Sterne. Seit ich mich mit Esothermik beschäftige, habe ich aber die
grundlegenden Gesetze verstanden, da ist man nicht mehr naiv. Ich sage nur
Nostradamus,
Armageddon.
Und wenn es doch gut geht, kein Feuergott,
keine totale Verstrahlung?
Kann ja sein. Nichts ist unmöglich.
Dann mindestens ein Börsencrash, gab
es in den letzten Jahren doch jedes Mal im Herbst. Weiß ich doch, brauch
doch nur auf mein Konto zu schauen.
Oder am 6. Dezember kommt es zu einer Invasion
von Außerirdischen. Und hinterher heißt es, es wär der
Nikolaus gewesen. Nein, mir macht man nichts mehr vor.
Am 31. Dezember ist es sowieso ganz vorbei.
Flugzeuge fallen vom Himmel, Aufzüge bleiben stecken, die Kernkraftwerke
in der Ukraine explodieren, die russische Marine feuert zu Silvester irrtümlich
ihre Atomraketen von ihren kaputten U-Booten ab, überall Anarchie,
Feuersbrünste, Ladendiebstähle. Die Menschheit wieder ganz bei
Null.
Also mir solls recht sein, ich bin weg, in
meinem Bunker down under.
Tschüs Leutels!
Euer Wilhelm
Weller
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