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Zweierlei Ansichten über A und G
von Ingo Mack

Lang, lang ist es her, da erzählte mir ein Zahnarztsohn einen mir damals eher Unverständlichen.

Nun, die Gräben sind geschaufelt, gefüllt und wieder eingeebnet. Ernst heute - wahrscheinlich - Zahnarzt und ich anderswo. Den Samovar vom Stövchen nehmend, das rituelle Orangen- schälmesserchen mit in Fleisch und Blut übergegangenen Bewegungen auf dem eigens dafuer konzipierten erlesenen Porzellantellerchen drapierend, schenkte mir Ernst zum Abschluss unseres Abendmahls eine Portion konzentrierten First Flush (Original-Import) in das durchscheinende Teeschälchen, verdünnte diesen mit ebenfalls ritualisierten Handreichungen mit heißem Wasser aus dem OriginalRussischen HeisswasserbereitermitHahnzumZapfendran, bediente sich selbst ebenso, grienste und hub an:

»Jochen war zu Besuch bei Joachim, benutzte das Klo reimte sich das G ueber einem der beiden Waschlappen gleichbedeutend wie Gesicht zusammen, nutzte den anderen und fragte - in den Living-Room zurueckgekehrt -, seinen Kumpel Joachim mit naivem Augenaufschlag, was es denn fuer eine Bewandnis mit den eingewebten A bzw. G auf den beiden Waschlappen habe.

A steht fuer Angesicht, G fuer Gesäß«.

Soweit ich weiß, wurde der Abend damals bei Ernst noch recht lustig. Es kamen noch zwei Mädels die lediglich am darauf folgenden Tag ein wenig über die träge abziehenden Rauchschwaden klagten.

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