StartseiteLiterarisches LebenElke Heidenreich und Ildikó von Kürthy rechnen mit Denis Scheck ab

Elke Heidenreich und Ildikó von Kürthy rechnen mit Denis Scheck ab

Elke Heidenreich (Foto: Tischer)
Elke Heidenreich (Foto: Tischer)

Ildikó von Kürthy kann Denis Scheck nicht mehr leiden, und auch Elke Heidenreich hat genug vom Stil des Literaturkritikers. In der ZEIT antwortet Heidenreich auf Denis Schecks Dauerfeuer gegen Bücher von Autorinnen – und stellt die Frage: Ist das noch Literaturkritik oder bereits gebührenfinanzierte Misogynie?

Den Anfang machte von Ildikó von Kürthy. Am 6. April 2026 veröffentlichte die Bestsellerautorin auf zeit.de einen offenen Brief an den Kritiker, ausgelöst durch Schecks Urteil über ihr neues Buch Alt genug.

»Nachrichten aus der Schnatterzone der Damentoilette«, hatte Scheck über das Buch befunden. Von Kürthy kontert mit einer ironischen Einladung auf die Damentoilette – und beschreibt, was dort tatsächlich passiert: gegenseitige Unterstützung, Zusammengehörigkeit, echte Gespräche. Davon habe Scheck schlicht keine Ahnung. Ihren bisherigen Frieden mit dem Kritiker, der ihre Bücher seit 20 Jahren verrisse (»Hallöchen-Popöchen-Stil«, »für den Altpapiercontainer«, »Inge Meysel auf Ecstasy«), habe sie lange gewahrt. Jetzt nicht mehr. »Ich kann Sie ab jetzt nicht mehr leiden«, sagt von Kürthy zu Scheck.

Elke Heidenreich legte zwei Tage später in der gedruckten ZEIT (Nr. 16/2026) nach – grundsätzlicher und literarhistorisch weiter ausgreifend. »Warum darf Denis Scheck noch immer Bücher in die Tonne werfen?«, will Heidenreich wissen. Auch ihr Buch Altern wurde von Scheck entsorgt, ein Jahr lang, »mit immer neuen Sprüchen«, so Heidenreich.

Literaturkritiker und Jane-Austen-Fan Denis Scheck (Foto: Tischer)
Literaturkritiker und Jane-Austen-Fan Denis Scheck (Foto: Tischer)

Elke Heidenreich fragt sich, ob hinter Schecks Sendungskonzept etwas steckt, das über individuelle Geschmacklosigkeit hinausgeht: ein struktureller Blick auf Bücher von Frauen, der Gefühle als »Weiberkram« behandelt und männliche Selbstreflexion als mutige Ausnahme.

Martin Walser und Joachim Meyerhoff dürften über das Altern schreiben – bei Autorinnen werde daraus »Geschnatter aus der Damentoilette«. Für die Einordnung zieht sie Simone de Beauvoir, Verena Stefan, Siri Hustvedt und den Psychologen Steven Pinker heran. Den schärfsten Satz spart sie für das Ende: Aus Christa Wolfs Kein Ort. Nirgends eine Zeile über »den Ehrgeiz der Unbegabten an ihrem verzerrten Selbstgefühl« – und lässt offen, wen sie damit meint. Das Scheck das Buch von Christa Wolf in seiner damaligen SWR-Sendung auf dem Tisch verbrennen durfte, erwähnt sie dabei nur beiläufig.

Das literaturcafe.de hat Schecks damaliges Sendungskonzept bereits grundsätzlich hinterfragt – und auch, warum der SWR dafür Gebührengelder einsetzt, während andernorts Literatursendungen abgesetzt werden. Dass Scheck mit bestimmten Büchern und Zielgruppen wenig anfangen kann, zeigte sich auch bei den TikTok Book Awards 2023, als die BookTok-Community gegen seine Juryteilnahme protestierte.

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53 Kommentare

  1. Ich finde die Kommentare von Denis Scheck meistens super und humorvoll, mit etwas Selbstironie sollte es möglich sein, seine „bösen“ Kommentare nicht allzu persönlich zu nehmen.
    An Büchern von Männern, die ihm nicht gefallen, lässt er genauso wenig ein gutes Haar, wie an denen von Frauen.
    Die Sendung Druckfrisch, hat Tiefgang und Unterhaltungswert.
    Alte weiße Männer und alte weiße Frauen seid nicht so empfindlich.

    • Ironie, vor allem die Selbstironie, ist wunderbar, auch wenn es nicht jedes Menschen Sache ist – aber Denis Scheck vergreift sich in der Tat gelegentlich im Ton und kommt ein bisschen schulmeisterlich daher (kleiner Mann-Syndrom?).
      Und Bücher in die Tonne werfen ist – für mich zumindest – weder humorvoll noch angemessen. Ich wünschte mir mehr Wertschätzung im Umgang mit der besprochenen Literatur, auch wenn er den Inhalt nicht goutiert.

  2. Denis Scheck verreisst Bücher von Männern wie von Frauen oder lobt sie je nach seinem Geschmack. Er wählt sie ja nicht willkürlich aus, sie sind Platz 1 bis 10 der Spiegelbestsellerliste. Ich liebe seine Kommentare, es geht doch nichts über einen schönen Verriss und den Autoren scheint es ja nicht zu schaden, sie werden weiter gekauft und gelesen, vielleicht auch Dank des Verrisses?

  3. Fürs Archiv: In der selben Sendung lobt Denis Scheck die Bücher von Eva von Redecker, Jana Hensel, Giulia Enders und Gisèle Pelicot.

    Und was kommt als nächstes? Peter Hahne, dessen Buch in der Sendung ebenfalls in der Tonne landete, schreibt in der WELT einen ähnlichen beleidigten Beitrag wie Heidenreich und beschwert sich darüber, dass Scheck systematisch alte weiße Männer diskriminiert?

    • Das ist genau der Punkt: herausgepickt wird in dieser „misogynen“ Perspektive nur, was in die eigene Weltsicht und Argumentation passt. Die hier aufgeführten Gegenbeispiele und viele weitere werden weggelassen (seit Jahren z.B. Fitzek-Verisse durch Scheck), um auch ja nicht in die Not ab- und ausgewogener Sichtweisen zu kommen . Aufregen macht einfach mehr Spaß als recherchieren.

  4. Sorry, die Damen, aber die Bücher sind wirklich einfach nur ärgerlich. Hatte mich wirklich auf das Buch von Frau Heidenreich gefreut und es nach 50 Seiten entnervt weggelegt. Und das von Frau von Kürthy habe ich gar nicht erst versucht. Ich kenne ein älteres und das hat gereicht. Nein, Herr Scheck hat mir mal wieder…und hier im Nachhinein…bewiesen, dass auf sein Urteil Verlass ist und ich mein Geld besser für andere Bücher ausgebe!!!

    • Danke Martina, genauso sehe ich es auch. Als Frau. Als Literatur-Liebhaberin. Und seien wir mal ehrlich: Frau von Kürthy schreibt süffisante Romane, aber keine Literatur die den Anspruch hat, in die Kategorie Literatur zu fallen. Und ja, mir machen Schecks TopTen Besprechungen immer wieder Spaß – wenn man Sie eben mit aus dieser Perspektive zu betrachten weiß und nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen muss.

    • Ja genau. Ildiko schreibt seit 30 Jahren dasselbe Buch und Heidenreich wird stratmann nicht los, auch wenn die sich plötzlich als Literaturpäps tin geriert und anmaßende Bücher kritzelt. Welch billige Retourkutsche zweier schlechter Autorinnen.

    • Ich kann die Groschenromane von Frau von Kürthy nicht mehr hören; immer derselbe Schnulz, völlig belanglos und trivial, vollkommen zu Recht verrissen werden. Noch langweiliger ist nur Frau Wahl mit ihrem Rondo der Trivialität. Gut, dass wir Herrn Scheck haben, auch wenn er vom Idealkritiker weit entfernt ist.

      • Sehe das mit Wahl ähnlich. Auch hier wurde ja gleich zurückgeschossen, dass man sie schlecht finde, nur weil eine Frau Erfolg hat, was ja absoluter Unsinn ist. Wahl sowie Frau von Kürthy haben ihr Publikum und es sei ihnen gegönnt. Darf man diese Bücher dennoch zerreissen – ich denke schon – was wäre denn wenn alles „glattgebügelt“ wird – jedes Buch irgendwie „nett“ ist und was gutes daran zu sehen ist. Dann kann man sich Kritik komplett sparen, was schade ist, denn führt sie doch immer auch zu schönen Debatten

  5. Ob einem die Bücher gefallen oder nicht ist in diesem Falle völlig egal. Was stört, ist der Gestus und der Ton eines Mannes, der sich nicht angesprochen fühlt und der vermutlich auch nicht angesprochen wurde. Diese Arroganz entlarvt ihn als Menschen, nicht seinen Literaturgeschmack.

  6. Das Geschnatter auf der Damentoilette ist im doppelten Sinne sexistisch. Geschnatter wird z.B. über Gänse gesagt. Die dumme Gans ist eine altmodische misogyne Formulierung für eine Frau mit mangelnder Kompetenz. Die Damentoilette ist kein Ort, der mit Literatur zutun hat. sondern -wie jede und jeder weiß – mit Exkrementen. Denis Scheck disqualifiziert sich mit der abwertenden Sprache selbst. Es wird Zeit ihn zu ersetzen. Wir haben schon genug Hass im Netz, bitte nicht noch bei einem öffentlich rechtlichen Sender.

  7. Ich denke alle Beteiligten sind Opfer ihrer eitlen Selbstüberschätzung. Memento mori. In 100 Jahren kennt Niemand mehr die Bücher, die Autor*innen, und auch nicht den Literaturkritiker und seine Sendung.

  8. Wolfgang…. Du hast absolut RECHT. Wir haben so viele Probleme auf dieser Welt. Und über was wird diskutiert? Über Dinge, die so banal sind, dass man sie einfach links liegen lassen darf und sollte. DANKE DIR.

  9. Man tritt ihm wohl nicht zu nahe, wenn man behauptet: Denis Scheck hat nicht die geringste Ahnung von vertonter Lyrik. Erst recht nicht von amerikanischer. Entsprechend fiel sein Verriss aus, als Bob Dylan den Nobel-Preis für Literatur erhielt. Und? Hat das den Laureaten in irgendeiner Form gerührt?

    • Jede Menge Kritiker konnten die Dylan Wahl nicht verstehen. Muss man auch nicht, denn mit Poesie und Literatur haben seine Texte nichts zu tun. Er hat am meisten über den Preis gelacht, sagt man.

  10. Es geht nicht darum, daß Herr Scheck Bücher nicht leiden kann. Das bleibt jedem selbst überlassen. ABER: Er vergreift sich im Ton (der bekanntlich die Musik macht). Seine negativen Kritiken zeigen in aller Deutlichkeit, daß er nicht nur manche Bücher nicht leiden kann, sondern daß er die Autorinnen (und sogar manchmal einen Autor: sieh an sieh an!) schlicht und ergreifend verachtet! Spätestens da ist zu sehen, daß er einem Kritiker vom Kaliber eines Reich-Ranitzki nicht im mindesten das Wasser reichen kann, der zwar diverse Bücher nicht mochte, aber die Menschen dahinter nicht verachtete. Scheck schafft es nur durch seine miesen Sprüche, sich Aufmerksamkeit zu verschaffen. Seine Kritiken ansich sind völlig belanglos.

    • Sie haben vollkommen Recht. Ich vermisse Reich-Ranicki mit seinem fundierten Wissen über Literatur. Auch dessen eigenes Werk war sehr lesenswert. Es gab da mal auch ein Hörbuch eines Romans , den Herr Scheck zusammen mit einer Frau geschrieben hat, an Belanglosigkeit kaum zu übertreffen. Ein überheblicher, erfolgloser Schreiber, dessen Urteil mich schon lange nicht mehr interessiert.

  11. Wie kann ein Cis Boomer-Mann wissen was auf der Damentoilette geredet wird?
    Dass „Damen“ schnattern weiss er ja, weil er die Bücher derer „Schnatterliesen“ ja wohl quer (also nicht im Sinne sexueller Natur) las, um zu wissen das es zumindest Nachrichten, wenn auch nur aus der weiblichen WC-Schnatterzone, sind.
    Vielleicht bin ich in meinem Leben bisher immer nur auf die langweiligen Damentoiletten gegangen, aber ich werde zukünftig versuchen mehr WC-Erfahrungen zu sammeln.
    Und vielleicht schreib ich dann einen WC-Führer und vergebe Urinsteine. Analog zu Michelin Sterne für gute Küche, wären es Urinsteine für die besten Nachrichten.

  12. Ist ja schrecklich, wie Ihr alle auf Denis Scheck eindrescht. Wo bleibt die Toleranz und die Heiterkeit. Gibt doch gegenwärtig wichtigere Dinge als sich mit angeblichen frauenfeindlichen Vorwürfen oder männlicher Arroganz zu beschäftigen. Literatur soll Spaß machen und bereichern und das gelang sowohl dem mürrisch wirkenden Reich Ranicki als auch dem eitel wirkenden Denis Scheck. Seine Kommentare und Interviews (mit vielen Autorinnen übrigens) sind sehr feinsinnig und man merkt ihm seine Neugier, umfassende Bildung und Belesenheit an. Auch seine „Bestseller Bibel“ bringt so manches auf den Punkt. Man muss doch nicht in allem dem Geschmack eines Kritikers folgen. Etwas mehr Lockerheit Freunde! Er ist natürlich eitel, hat abstehende Ohren, dafür immer schick angezogen! Und Elke Heidenreich? Sie gebiert sich etwas streitsüchtig (war sie schon immer!) Aber ihre vielen Buchkommentare habe ich immer als sehr einfühlsam empfunden und gerne gelesen. Aber eitel ist sie auch – eher intellektuell. Lasst sie doch beide gewähren, sonst gebe ich meinen eigenen Almanach heraus, gefällt laider auch nicht jedem!

  13. Schwabenheini, mit dem Dialekt nicht fürs TV geeignet. Ich finde es generell unwürdig, Bücher in die Mülltonne zu werfen (zur Verbrennung ist es nicht weit). Völlig egal, wer sie geschrieben hat. Zudem: Oft handelt es sich um Bestseller – es ist offensichtlich, dass Scheck keine Ahnung hat, was SEIN Publikum gerne hat.
    Mir ist zudem völlig unklar, was diesen Mann zur Kritik befähigt – hat er selbst mehrere Bestseller geschrieben? Was ist seine Qualifikation? Bei Büchern ist es wie mit Musik, da gibt es kein Gut oder Schlecht, nur der persönliche Geschmack zählt.
    Wenn überhaupt, dann im Privatfernsehen. Aber niemals in einer mit Zwangsgebühren finanzierten Sendung.

    • Rezensenten sind wie Eunuchen, sagte mal jemand. Sie glauben zu wissen, wie man’s macht, aber sie könnn es nicht. — Mich erheitert mich Herr Scheck ab und zu ein bisschen, wenn ich zufällig reingucke, aber es befremdet mich doch, dass ein angeblicher Seriösling im Bezahlfernsehen ausfällig werden darf wie am Stammtisch, und eigentlich ist mir seine Meinung wurscht. Ich höre hingegen gern auf Buchempfehlungen von Leuten, die meinen Geschmack kennen. In Buchhandlungen lese ich die erste Seite von Büchern, die mich von außen interessieren, dann weiß ich, ob ich sie lesen möchte oder nicht.
      Übrigens frage ich mich, welche Damentoiletten der Herr aufgesucht und belauscht hat, um eine fundierte Meinung über die dort stattgefundene Kommunikation äußern zu können. Ich sehe/höre so was eigentlich nur in Filmen.

    • Best seller müssen nicht gut sein. Sind es meist nicht, sondern Müll. Ihr ganzer Post strotzt vor völliger Unkenntnis und intellektuellem Tiefgang. Sie haben tatsächlich keine Ahnung, was Kritik bedeutet.

  14. Ob man Herrn Scheck Feinsinn, umfassende Bildung und Belesenheit unterstellen kann, ist eine Sache. Aber seiner Häme oder den durchscheinden Zynismus mit Toleranz und Heiterkeit zu begegnen, wie es Herr Graml so gern hätte, ist schon mehr als nur gedankenlose Oberflächlichkeit. Und es als unterhaltsam zu empfinden, daß Bücher auf den Müll geworfen werden, weil man sie mit einer gnadenlosen Überheblichkeit als unwert ansieht, ist, und da halte ich mich noch zurück, ist nur zu verurteilen. Es geht nicht um Segelohren und feinen Zwirn, das ist völlig unintersessant, was die Beurteilung seiner Methode zu kritisieren betrifft. Es geht mir nicht darum, daß hier Literatur kritisiert wird, sondern um diese Verachtung, die Herr Scheck den Autoren/Autorinnen gegenüber ausspielt. Und das ist auf gar keinen Fall mit irgeneinem billigen Pseudoargument zu entschuldigen.

  15. Ich empfinde es auch erschreckend wie sich jemand anmaßt so mit Büchern umzugehen, ganz gleich ob einem ein Buch gefällt oder nicht. Kein Buch gehört in eine Tonne.
    Dieser Umgang ist einfach nur respektlos und gehört nicht ins öffentliche Fersehen.

  16. Seitdem ich aus Neugier grade die von Scheck verrissenen Bücher gelesenen habe, schaue ich seine Sendung nicht mehr. Ich benötige seine persönliche Meinung über Bücher nicht. Aber mich ärgert die Arroganz gegenüber schriftstellerischer Arbeit im öffentlich-rechtlichen Medium.
    Das ist für mich keine Literaturkritik.

  17. Ach du meine Güte. Ist nicht genug Kohle da für die PR? Da regen sich zwei literarische Leichtgewichte auf und ziehen die Gender-Karte, weil – o weh – ein MANN!! ihre Machwerke als weniger lesenswert benennt. Wohlgemerkt: sie stehen auf der Bestsellerliste der Publikumsgunst, was will man mehr zum Geld verdienen. Ich habe genau diese Bücher nicht gelesen, weil ich um beide Autorinnen seit Jahren einen Bogen mache. Beide schreiben, wenn sich daran nichts geändert hat, eher leichte Kost für einen Hochsommernachmittag bei 40 Grad im Schatten – und da geh ich dann lieber gleich ins Schwimmbad, dort findet man mehr Tiefgang.
    Was hätte Reich-Ranicky wohl über die Werke gesagt? Er hätte sie wahrscheinlich wortlos in die Tonne gehauen. 😉

    • Nein, er hätte sie vielleicht kritisiert oder übersehen – aber nicht „in die Tonne gehauen“. Diese Attitüde Schecks ist es, wie auch seine oft auf Sprüche reduzierte Kritik, die abzulehnen ist.

  18. Was ich nicht verstehe: Es geht doch überhauptnicht darum, daß D. Scheck Bücher kritisiert, sondern darum, daß er sich völlig im Ton vergreift ( um es mal gelinde auszudrücken). Seine Art zeigt doch nun deutlichst, daß er nicht nur die in die Tonne geschmissenen Bücher, sondern, noch schlimmer, Autorinnen und Autoren verachtet. DAS ist das Kritikwürdige!

    • Sie haben die Sendung noch nie gesehen. Sonst würden Sie so was absurdes nicht schreiben. Scheck liebt Autoren, Autorinnen und die Literatur. Aber weder ildiko noch Heidenreich machen Literatur, sie liefern Popcorn. Das darf man auch mal nicht mögen.

    • „Schwabenheini“, „abstehende Ohren“, „Kleiner Mann-Syndrom“ und „Eunuchen“. Glücklicherweise bewegt sich das Niveau der Sendung nicht auf dem infantilen Argumentationsniveau dieser substanzlosen Posts. „Druckfrisch“ ist übrigens eine Sendung, die Bücher in die symbolische Tonne kloppt. Neben Lobeshymnen geradezu das Kerngeschäft von Literaturkritik.

  19. Berthold Graml,
    oh Herr Wolfram Klatt! Herregod- so säger man i sverige: Typisch deutsch. Als alter Schwede kann ich Ihnen nur raten, locker zu bleiben. Das hier ist doch ein intellektueller Streit, der zu nichts führt. Mögen Sie das so elegant wie auch immer formulieren. Es klingt bissig, besserwisserisch und verletzend und ist weit von Humor und Heiterkeit entfernt, die Ihnen helfen könnte, Ihre Magenverstimmung zu beheben. Ich empfehle Ihnen als Therapie- wie auch Herr Scheck – das Buch von Axel Hacke:“ Über die Heitzerkeit in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wichtig uns der Ernst des Lebens sein sollte“. Sollte ich Sie mit der Bemerkung verletzt haben, tut es mir leid -verlot!

  20. Oh je, wenn nix mehr zieht und machem nix mehr einfällt, wird man überheblich … Herr Doktor … lassen wir das und die Bröckchen schwedisch machen Ihren Kommentar auch nicht besser oder gar lesenswerter.

  21. Erstaunlich: Wenn den Damen als Argument nichts mehr einfällt, wird die Gender-Karte gezogen.
    Wie unsouverän, wenn man doch sieht, dass Herr Scheck seine (für mich) berechtigte Häme gleichverteilt vergießt.

  22. Sie haben vollkommen Recht. Ich vermisse Reich-Ranicki mit seinem fundierten Wissen über Literatur. Auch dessen eigenes Werk war sehr lesenswert. Es gab da mal auch ein Hörbuch eines Romans , den Herr Scheck zusammen mit einer Frau geschrieben hat, an Belanglosigkeit kaum zu übertreffen. Ein überheblicher, erfolgloser Schreiber, dessen Urteil mich schon lange nicht mehr interessiert.

  23. Die aktuelle Debatte hat eine etwas längere Vorgeschichte. Die in manchen Reaktionen nicht erwähnt. Nicht verortet wird. Vielleicht hilft das zur Einordnung.
    Der Ausgangspunkt der persönlichen Fehde zwischen Heidenreich und Scheck liegt in den frühen 2000er Jahren, als beide gleichzeitig Literatursendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen hatten. Elke Heidenreich mit „Lesen!“ im ZDF (ab 2003), Dennis Scheck mit „Druckfrisch“ in der ARD (ebenfalls ab 2003). Der konkrete Anlass war ein Buch der irischen Autorin Nuala O’Faolain. Elke Heidenreich hatte es in ihrer Sendung empfohlen, Dennis Scheck verriss es kurz darauf öffentlich. Elke Heidenreich reagierte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, nannte Dennis Scheck ein „hysterisches Rolltreppendickerchen“ und einen „Tchibo-Literatur-Vertreter“. Daraufhin konterte Dennis Scheck, man muss sagen, auch schärfer. Er bezeichnete sie als „alte Schachtel“ und erklärte, er sehe sie nicht als Kollegin. Da sie keine Literaturkritikerin sei. Bei ihr, so Scheck, sei Literatur ein Mittel gegen seelische Blessuren. Er aber bestehe auf der ästhetischen Dimension von Literatur.
    Das ist der Ursprung der Auseinandersetzung zwischen Heidenreich und Scheck. Die Antipathie die denke ich, daraus erwuchs ist nicht die Ursache, nur der Sachverhalt der Verletzungen, die mit der Zeit auf beiden Seiten immer wieder in den Jahren zu Seitenhieben auf beiden Seiten führten. Und zwei in der damaligen Entstehung der verschiedenen Auffassungen davon, wozu Literaturkritik da ist. Heidenreich vermittelt mit Begeisterung und empfiehlt. Der Maßstab für Elke Heidenreich ist begeistert lesen und empfiehlt. Also Leseerlebnis und emotionale Resonanz zur Literatur. Dennis Scheck urteilt, verreißt, ist provokant. Sein Maßstab liegt an der ästhetischen Qualität, sowie er auch darauf besteht, dass auch negative Urteile zum Handwerk gehören.
    Als Elke Heidenreich 2008 vom ZDF entlassen wurde, wie auch nach öffentlicher Kritik am deutschen Fernsehen, wurde Dennis Scheck übrigens als einer ihrer möglichen Nachfolger gehandelt. Die Demütigung war damit zementiert.
    Was jetzt in vielen Zeitungen passiert, ist also weniger ein neuer Streit als das erneute Aufflammen eines alten, tief verwurzelten Konflikts, dessen eigentliche Frage nach wie vor offen ist: Was darf, was soll, was muss in der Literaturkritik möglich sein und was kann und soll sie leisten?

  24. Ich habe zu wenig Kritiken von Scheck mit den kritisierten Büchern abgeglichen, um beurteilen zu können, ob seine Ansichten meist fundiert sind – oder zumindest mit meinem Geschmack kompatibel.

    Aber die Attitüde seiner Beiträge ist mir dennoch sehr übel aufgestoßen: Bücher, die einem nicht gefallen, demonstrativ in eine Tonne zu werfen, ist zwar ein optisch deutlicher und medial gewollt auffälliger Unterstrich – jedoch ebenso ein geschmackloses NoGo.
    Dass er sogar mal ein Buch öffentlich verbrannt haben soll, zeigt, dass Scheck zwar gern medienwirksam auffällig agieren möchte, aber dafür leider vor absoluten Geschmacklosigkeiten sowie Geschichtsvergessenheit nicht zurückschreckt.

  25. Schwabenheini“, „abstehende Ohren“, „Kleiner Mann-Syndrom“ und „Eunuchen“. Glücklicherweise bewegt sich das Niveau der Sendung nicht auf dem infantilen Argumentationsniveau dieser substanzlosen Posts. „Druckfrisch“ ist übrigens eine Sendung, die Bücher in die symbolische Tonne kloppt. Neben Lobeshymnen geradezu das Kerngeschäft von Literaturkritik.

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