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Pop-Life-Tour

Der Autor Hermann Mensing war auf Lesetour mit seinem Roman »Pop Life« (siehe Buchbesprechung). Hier sind seine Reiseberichte.

Beitrag vom 28. September 2009 | Rubrik: Literarisches Leben, Pop-Life-Tour

Hermann Mensing in Berlin: Pop Life auf dem Kiez

Pop Life auf dem KiezDer Autor Hermann Mensing ist weiterhin auf Lesetour mit seinem neuen Roman »Pop Life« (siehe Buchbesprechung). Unlängst war er in Wien, Gronau und Leipzig, jetzt hat er in Berlin gelesen. Hier sein neuer Reisebericht:

Meine Leute sagen, ich bräuchte kein Navigationsgerät, ich hätte von Tokio bis Rio de Janeiro, von Bombay bis Kairo noch immer alles gefunden, aber die Berliner Buchhandlung meines Vertrauens, in der ich lese, liegt auf der Falckensteinstraße im äußersten Kreuzberg, die Oberbaumbrücke ist in Sichtweite, das Ende der Welt, damals, vor fast genau 20 Jahren, ich muss also quer durch die Stadt, mein Stadtplan war nirgendwo aufzutreiben, dann traf ich die dicke Hannah, und die lieh mir ihr Navigationsgerät.

Ich weiß, wie es damals in dieser Gegend aussah. Die Depression war mit Händen zu greifen, das SO 36 gleich nebenan, Nick Cave einer der Helden und Wir sind das Volk auf der anderen Seite der Spree, von nur einem Wunsch beseelt: endlich dazu zu gehören.

Beitrag vom 27. Mai 2009 | Rubrik: Literarisches Leben, Pop-Life-Tour, Reiseberichte

Hermann Mensing in Münster: Pop Life und die Revolution

Hermann Mensing in der ROSTA Buchhandlung, MünsterDer Autor Hermann Mensing ist weiterhin auf Lesetour mit seinem neuen Roman »Pop Life« (siehe Buchbesprechung). Unlängst war er in Gronau, Wien und Leipzig, jetzt hat er in Münster gelesen. Hier sein neuer Lese- und Reisebericht:

Als der Rosta Buchladen gegründet wurde, galt er als Keimzelle des akademischen Aufruhrs. Im Hinterzimmer mühte sich der revolutionäre Nachwuchs an den Kurbeln der Nudelmaschinen, um pro Matrize maximal 100 Abzüge der neuesten Pamphlete unter das Volk zu bringen. Man schaffte im Glauben, die Intelligenz Hand in Hand mit dem Proletariat zu einem demnächst zu feiernden Sieg führen zu können.

Und was da alles abgenudelt wurde!
Und wie gut diese Matrizen rochen, wenn man die Walze befeuchtete.
Manche wurde regelrecht high davon.

Die Revolution aber ließ auf sich warten und verzettelte sich.

Beitrag vom 15. Mai 2009 | Rubrik: Literarisches Leben, Pop-Life-Tour, Reiseberichte

Hermann Mensing in Gronau: Pop Life im Finanzzentrum

Pop Life schwimmt im GeldDer Autor Hermann Mensing ist weiterhin auf Lesetour mit seinem neuen Roman »Pop Life« (siehe Buchbesprechung). Unlängst war er in Wien und Leipzig, jetzt hat er im Münsterland gelesen. Hier sein neuer Reisebericht:

Mit der Schockstarre, die wechselweise tiefe Angst, Hoffnungslosigkeit und wieder unbändige Zuversicht generiert, fuhr ich mit einem Freund von Münster nach Gronau. Er wollte die Nebenstraßen und Wege kennenlernen, das kaum beschreibbare der münsterländischen Landschaft, das sanfte Grün, mein Westfalendschungel, das gewellte Land, die kleinen Buchenwälder, den blühenden Raps, die auf großen Strecken fast vollständige Abwesenheit unruhigen Verkehrs, das Leuchten des Löwenzahns auf Kuhweiden, die Ruhe, das Gleiten über schmale, oft kurvige Landwirtschaftswege, das Passieren der Dörfer und Bauernschaften, der Höfe, der schlaunschen Adelssitze, das alles kannte mein Freund nicht, obwohl er doch mittendrin geboren ist.

Beitrag vom 29. März 2009 | Rubrik: Literarisches Leben, Pop-Life-Tour, Reiseberichte

Hermann Mensing in Wien: Pop Life am Zentralfriedhof

Leselokation in WienDer Autor Hermann Mensing ist auf Lesetour mit seinem neuen Roman »Pop Life«. Unlängst war er in Leipzig und jetzt war er in Wien. Hier sein neuer Reisebericht:

Wien bockt, als die zweimotorige Turboprop anfliegt.
Wien hüllt sich in Wolken, Wien schickt Turbulenzen, aber das Flugzeug tanzt sie aus. Selbst die letzten, von rechts kommenden, die versuchen, den Touchdown in einen Crash zu verwandeln, pariert sie geschickt, dann ist man am Boden und atmet tief durch.

Ein schöner Tod hätte das werden können, man wäre gewiss keine schöne Leiche gewesen, aber bis zum Zentralfriedhof hätte man es nicht weit gehabt. Standesgemäß hätte man sich eingefügt in die unüberschaubaren Reihen der todesverliebten Wiener, die es schwarz mögen, weil sie sich nicht lieben und den Zerfall der Donaumonarchie nicht verwinden.

Beitrag vom 16. März 2009 | Rubrik: Literarisches Leben, Pop-Life-Tour, Reiseberichte

Hermann Mensing in Leipzig: Pop Life in Outer Mongolia

Hermann Mensing mit seinem neuen Roman »Pop Life«Der Autor Hermann Mensing war auf der Leipziger Buchmesse 2009, um dort auf der Lesebühne der jungen Verlage aus seinem neuen Roman »Pop Life« vorzulesen. Hier sein Reisebericht.

7:59
Es bleiben knapp zehn Minuten, meinen Zug zu erreichen. Kaum nähert sich der Bus einer Ampel, wird die Ampel rot. Bis zum Bahnhof gibt es noch vier oder fünf Ampeln. Ich bin ich kurz davor, aufzuspringen und die Busfahrerin anzuherrschen, endlich Gas zu geben, Rot zu ignorieren und an Bushaltestellen nicht minutenlang mit geöffneten Türen auf Zusteiger zu warten.

8:35
Als ich in Hamm in den Intercity nach Leipzig steige, wünsche ich mir, dass das Beamen endlich Wirklichkeit wird. Come on, Scotty, aber die Reise in den fernen Osten wird dann doch eine Reise zum Schauen, und das liebe ich, denn wer Objektivität zu seiner Lebensmaxime erklärt, verleugnet, dass es ein Leben vor dem Tod gibt.