
Der Autor Norbert Gstrein erhält den mit 50.000 Euro dotierten Siegfried Lenz Preis 2026 für seinen Roman »Im ersten Licht«. Gstrein war mit diesem Werk bereits für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Im Podcast des literaturcafe.de ist ein Gespräch mit Norbert Gstrein über seinen Roman zu hören.
Norbert Gstrein ist der Preisträger des Siegfried Lenz Preises 2026. Die von Siegfried Lenz noch zu Lebzeiten gegründete Siegfried Lenz Stiftung gab dies am 21. Mai 2026 bekannt. Der alle zwei Jahre vergebene und mit 50.000 Euro dotierte Preis gehört zu den höchstdotierten Literaturpreisen im deutschsprachigen Raum. Die Preisübergabe findet am 11. September 2026 im Hamburger Rathaus statt, die Laudatio hält Autoren-Kollege Daniel Kehlmann.
Fragen von Identität, Wahrheit und Schuld
Ausgezeichnet wird Gstrein für sein Gesamtwerk und insbesondere für seinen Roman Im ersten Licht (Hanser, 2026). Die fünfköpfige Jury würdigt in ihrer Begründung Gstreins rund zwanzig Romane und Essays umfassendes Werk als konsequente Auseinandersetzung mit Fragen von Identität, Wahrheit und Schuld. Im ersten Licht lese sich als »großes Antikriegsbuch«. Der Jury gehören an: Günter Berg, Vorstand der Siegfried Lenz Stiftung, der langjährige Feuilletonchef der Zeit Ulrich Greiner, Rainer Moritz, der das Literaturhaus Hamburg von 2005 bis 2025 leitete, die Hamburger Buchhändlerin Annegret Schult sowie die Schweizer Autorin und Schauspielerin Laura de Weck.
Im ersten Licht war zuletzt für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 nominiert. Wolfgang Tischer hat Norbert Gstrein kurz vor der Preisverleihung auf der Messe für den Podcast des literaturcafe.de getroffen und mit ihm über die Entstehung des Romans gesprochen – über die jahrzehntelange Beschäftigung mit der britischen Perspektive auf den Ersten Weltkrieg, über die bewusste Entscheidung für eine nicht sympathische Hauptfigur und über Gstreins Arbeitsmethode des linearen Schreibens. Das Gespräch ist im Podcast des literaturcafe.de zu hören (hier klicken).
Auszeichnung erstmals an einen deutschsprachigen Autor
Der Siegfried Lenz Preis wird seit 2014 vergeben. Mit dem Preis sollen internationale Schriftstellerinnen und Schriftsteller ausgezeichnet werden, die mit ihrem erzählerischen Werk Anerkennung erlangt haben und deren schöpferisches Wirken dem Geist von Siegfried Lenz nah ist. Mit Gstrein wird erstmals ein deutschsprachiger Autor ausgezeichnet.
Frühere Preisträgerinnen und Preisträger sind Amos Oz (2014), Julian Barnes (2016), Richard Ford (2018), Ljudmila Ulitzkaja (2020), Elizabeth Strout (2022) und Claire Keegan (2024).

