Zum Menü des literaturcafe.de | Zum Kontextbereich
Toplinks
Social-Media-Icons

Wellers Wahre Worte am Café Tisch
Dezember 2001 - Die monatliche Kolumne von Wilhelm Weller


Make peace not noise
Stille Gedanken zum diesjährigen Weihnachtsfest
Wilhelm Weller


Auch meine Geduld endet irgendwann. Es ist Ausnahmezustand.
     Seit 3 Wochen ertrage ich tagein tagaus Sprengungen, Abrisse, Presslufthämmer. Ein kreischender, kakophoner Lärm, der in meine Ohr- und Hirnwindungen eindringt, Schallwellen, gewaltig wie bei einem »Perfect Storm«, umbranden meine im akustischen Inferno mehr und mehr schwankende Existenz.
     Obwohl ich mit Ohropax alle Schotten dicht mache, auch die Nasenlöcher, ist dem alltäglichen Donnern von 150 Dezibel nicht zu entkommen.
     Verflucht sei die Großbaustelle, verflucht seien alle Bauarbeiter und Baubehörden, verflucht sei die Stadt und der Müll und der Bauschutt!

Ich weiß, es klingt irrwitzig, aber ich sehe es als letzte Möglichkeit, es reden doch alle davon:
     Die Allianz gegen den Terror - und gegen die Taliban und den Tinnitus.
     Ich werde ihr beitreten und den Bündnis- und Beistandsfall erklären.
     Eine beispielhafte Gelegenheit gerade für die USA, um aller Welt ihr Einstehen auch für die Rechte des terrorgeplagten Einzelnen, des Individuums zu demonstrieren. Verspricht nicht die amerikanische Verfassung ein Recht auf Lärmfreiheit?
     Mit diesem Hinweis gebot schon mein früherer Geschichtslehrer der lauten Klasse gebieterisch Ruhe.

Einmal eine »Daisy Cutter« direkt über der Baustelle abwerfen und es wäre fürs erste endlich Ruhe.
     Mit einigen chirurgisch gezielten Cruise Missiles gegen den übrigen Laden mit seinen Bauunternehmen müsste sodann das terroristische Lärm-Netzwerk auf Dauer ausgeschaltet werden. Schluss mit Ohra Bohra!
     Danach regelmäßige Kontrollen durch Inspektoren der UNO, um die Herstellung neuer Massenlärmwaffen schon im Ansatz zu unterbinden.

Ich muss mit Bush telefonieren! Und mit Putin, Kofi Annan, Tony Blair, Jiang Zemin, Bülent Ecevit und General Musharaf. Dabei dürfen alte Animositäten keine Rolle spielen, Tienanmen und Tschetschenien seien vergessen, Amnesie International.
     Schließlich stehen universelle Werte zur Disposition, zum Beispiel mein kurzer, gesunder Mittagsschlaf.

     Pax Christi! Pax Ohr!

Wilhelm Weller

Weiter Links zum Thema finden Sie unter wahre-worte.de


Wahre Worte - Januar 2002SeitenanfangWahre Worte - November 2001

literaturcafe.de verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Weitere Informationen zum Datenschutz

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen