Fliegende UntertasseScience-Fiction in Halle-Neustadt

Ein Interview mit Wilko Müller jr., dem Chef des Science-Fiction-Club Andromeda in Halle.

Wilko Müller jr. 1962 in Halle geboren, studierte Astronomie und Physik. Kurzzeitig war er Leiter der Sternwarte in Halle-Neustadt und Dozent an der TÜV-Akademie. Jetzt ist er als Selbstständiger beim Verkauf von Büchern im Direktvertrieb tätig. Müller veröffentlichte über 400 Rezensionen, mehrere Romane, außerdem Gedichte, Storys, Essays und Erzählungen in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien. Mit Wilko Müller sprach Helga Schubert.

Literatur-Café: Wann und von wem wurde der SF-Club Andromeda gegründet?

Müller: Der ASFC wurde am 29.4.1989 auf meine Initiative in der Station der Jungen Techniker und Naturforscher Halle-Neustadt gegründet. Mehr dazu steht in Fanzine SOLAR X Ausgabe 100 und auf einigen sekundären Internet-Seiten des Clubs.

Literatur-Café: Welche Publikationen werden von euch herausgebracht?

Müller: Der ASFC bringt monatlich das Fazine SOLAR X heraus, dessen Beiträge sich auch im Internet befinden. Außerdem existiert das interne Nachrichtenblatt Fandromeda, das nur für Mitglieder ist. In der Super-Solar-X Serie wurden mehrere Romane veröffentlicht: Operation Asfaras, Die Zeitläufer, Stronbart Har und Mandragora.

Literatur-Café: Was für Beiträge enthält SOLAR X?

Müller: SOLAR X enthält Rezensionen zu Büchern der Gebiete Science-Fiction, Fantasy, Horror, Fantastik. Außerdem werden Storys von Fans und professionellen Autoren veröffentlicht - aus Deutschland, Belgien, den USA, der Schweiz, Österreich und anderen Ländern. Des weiteren gibt es Filmbesprechungen, gelegentlich Comic-Rezensionen, sowie Informationen und Berichte aus dem SF-Fandom.

Literatur-Café: Welche Texte magst du gar nicht?

Müller: Nicht aufgenommen werden schlecht geschriebene Texte oder welche mit fragwürdigem Inhalt (rechte Sachen, pornographischer Quatsch u.s.w.). Da behalte ich mir das Recht vor, auch abzulehnen.

Literatur-Café: Hattet ihr zu DDR-Zeiten Schwierigkeiten bei der Ausübung der Clubarbeit?

Müller: Zu DDR-Zeiten wurden wir im Gegenteil vom Kulturbund und von der Station der Jungen Techniker unterstützt. Erst nach der Wende verloren wir die Möglichkeit, auch mal einen Autor zu uns einzuladen oder ähnliche Veranstaltungen durchzuführen.

Literatur-Café: Womit beschäftigt sich euer Club momentan?

Müller: Der größte Teil der aktiven Clubmitglieder ist auf die eine oder andere Weise an der Entstehung des monatlichen Heftes beteiligt. Wir treffen uns außerdem regelmäßig zum SF-Stammtisch, gehen zusammen ins Kino oder unternehmen andere Operationen. Manchmal fahren wir auch zu den Veranstaltungen unseres NachbarClubs nach Leipzig.

Literatur-Café: Welche Pläne hast du bzw. der Club für die Zukunft?

Müller: Ich habe gerade meinen Roman Mandragora abgeschlossen und hoffe, ihn nach der letzten Überarbeitung bei einem Verlag unterzubringen. Wahrscheinlich wird der ASFC trotzdem den 4. und letzten Teil wie die vorherigen als Sonderausgabe veröffentlichen. Danach werde ich möglicherweise den 2. Teil von Stronbart Har schreiben oder erst einmal ein paar Dinge übersetzen. Wir wollen als Club weiterhin auf dem Gebiet der Fanpublikationen aktiv bleiben und nicht - wie andere Clubs - Conventions veranstalten. Es ist auch denkbar, dass wir wieder einmal Leute für eine Lesung zu uns einladen. Wir haben auch vor, durch Clubmitglieder den einen oder anderen kleinen Vortrag gestalten zu lassen. Ansonsten ist alles offen.

09.08.1999

Weitere Informationen:
Homepage von Adromeda: http://apple.rz.uni-leipzig.de/asfc/
Homepage von Wilko Müller: http://apple.rz.uni-leipzig.de/asfc/Wilkos.htm
eMail von Wilko Müller: Wilko.Mueller@t-online.de
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