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Gedanken rund ums D
von Diana Otterbach

Warum fällt meine Wahl ausgerechnet auf das D? Vielleicht weil das D ein unbeachteter Buchstabe inmitten dieses Buchstabensalates ist.
     Welchen Stellenwert hat das D? Es steht nicht an erster Stelle, diesen Platz hat schon das A eingenommen. Es steht aber auch nicht an letzter Stelle. Es steht also irgendwo mittendrin. In der Musik steht es immerhin an Nummer Zwei - aber auch nicht ganz vorn. Das D ist ergo irgendein Buchstabe unter 26, irgendein Konsonant unter 21, der irgendwo platziert ist. Warum also ausgerechnet dieses D?
     Das D hat ein natürliches Gemüt. Es ist weder eckig noch kantig wie etwa das K oder das T, nicht unvollommen wie das C oder das P, sondern gemütlich, wie das B oder das O. Sein Bauch, den es vor sich hat wie eine aufgeblasene Kugel macht es sympathisch, fast menschlich. Nur dem kleinen d fehlt es noch an Individualität. Dreht man es herum, dann ist es ein b und stellt man es auf den Kopf so wird es zum p. Aber auch das kleine d hat schon seine Rundungen. Warum also ausgerechnet dieses D?
     Weil es der menschlichste unter 26 anderen ist.

© 1999 by Diana Otterbach. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

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