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Literarisches Leben

Hier finden Sie ausführliche Berichte, Interviews und Tipps für Leser und Autoren. Informationen aus der und über die Welt der Literatur innerhalb und außerhalb des Netzes. Auch hier freuen wir uns immer über Beiträge unsrer Gäste.

Beitrag vom 9. August 2010 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Literarisches Leben

Marketing-Aktion: Bastei Lübbe schickt Drohbücher an Blogs und Websites

Das Buch ohne StabenZahlreiche Blogger und Website-Betreiber fanden in der letzten Woche eine merkwürdige Postsendung im Briefkasten: Auf dem Umschlag stand kein Absender, stattdessen war ein Computer und ein Totenschädel abgebildet.

Im Umschlag selbst steckten ein Buch und ein Anschreiben. Titel des Werkes: »Das Buch ohne Staben«. Kenner des Horror- und Fantasy-Genres erkannten am Titel und der ähnlichen Covergestaltung, dass es sich offenbar um einen Nachfolgeband des erfolgreichen »Buch ohne Namen« handelt.

Doch ein Blick ins Werk zeigte, dass es leer ist, ein Blindbuch mit weißen Seiten!

Das beiliegende Schreiben, ein auf alt gemachtes Schreiben mit Feuchtigkeitsflecken, offenbarte den Absender eindeutig: oben rechts prangt das Logo des Bastei Lübbe Verlags.

Der Brief jedoch hat es in sich: Das Buch sei mit einer unsichtbaren Tinte gedruckt, denn würde man das entschlüsselte Werk lesen, so drohe der Tod.

Beitrag vom 4. August 2010 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online, Schreiben

Interview: Das Geheimnis um Twitter-Lyrikerin @Nanuscha ist gelüftet

Nina Weber (Foto: Seashell Productions)

Nina Weber (Foto: Seashell Productions)

Am 21. März 2009 hatte sie sich bei Twitter unter dem Namen @Nanuscha angemeldet und nur einen einzigen Tweet verfasst. Es war ein Gedicht, das sie zum 1. Twitter-Lyrik-Wettbewerb einreichte. Sie schrieb genau 137 Zeichen: es ist kristallklar und still/ein Kreuz, ein Zaun,/die Spitzen pietätvoll zugeschneit/während Elstern/auf einem Hasen sitzen/und fressen

Das Werk überzeugte die Jury, die unter anderem feststellte: Ein im besten Sinne poetisches Werk, das nachwirkt, indem es beschreibt und nicht doziert. @Nanuscha gewann den 1. Twitter-Lyrik-Preis und somit auch einen iPod touch.

Doch @Nanuscha meldete sich nicht und blieb ein Phantom. Gerüchte um ihre Identität entstanden. Hatte sich jemand einen Spaß erlaubt? Doch wer würde freiwillig auf den iPod verzichten?

Und plötzlich, über ein Jahr später, meldete sich @Nanuscha erneut mit einem Tweet.

Ich habe gerade erst gesehen, dass ich den Twitter-Lyrikwettbewerb gewonnen habe … 2009. Ich war wohl zu sehr in meinem Roman vergraben, schreibt sie am 10 Juni 2010. Mittlerweile war bereits die Gewinnerin des 2. Twitter-Lyrik-Wettbewerbs gekürt.

Es wird also Zeit, das Geheimnis aufzuklären. Wir haben uns mit @Nanuscha unterhalten, die im wahren Leben Nina Weber heißt.

Beitrag vom 16. Juli 2010 | Rubrik: Literarisches Leben

Rede: Warum man in der Schule das Schreiben nicht lernt

Kloster ObermachtalIm barocken Spiegelsaal der Klosteranlage Obermachtal auf der Schwäbischen Alb wurden gestern, am 15. Juli 2010, die Gewinnerinnen und Gewinner des 1. Schreibwettbewerbs der Stiftung Katholische Freie Schule der Diözese Rottenburg-Stuttgart bekannt gegeben. »Reisen« lautete das Thema zu dem 27 Schulen insgesamt 76 Prosa-Texte eingereicht hatten. In vier Altersgruppen wurden je drei Preise überreicht, zudem vergab die Jury einen Sonderpreis. Über 100 Schüler, Lehrer, Eltern und Gäste waren bei der Preisverleihung dabei.

Das literaturcafe.de unterstützte den Schreibwettbewerb als Sponsor, und Herausgeber Wolfgang Tischer war Mitglied der fünfköpfigen Jury.

In seiner Rede als Jurysprecher fasste Tischer die Arbeit der Preisrichter zusammen und berichtete von persönlichen Eindrücken. Zwischen dem Schreiben, wie man es in der Schule gelehrt bekomme und dem Schreiben, wie es später in speziellen literarischen Schreibschulen vermittelt werde, bestehe durchaus ein großer Unterschied, so Tischer.

Nicht alles, was man in der Schule lernt, ist fürs literarische Schreiben optimal.

Beitrag vom 7. Juli 2010 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

Video: Wie Sie Gewinnspiele im Web erfolgreich umsetzen – Tipps nicht nur für die Buchbranche

Gewinnspiele im Internet: Tipps, Hinweise, WarnungenGewinnspiele im Internet sind bei Teilnehmern und Veranstalter gleichermaßen beliebt. Verlosungen scheinen ein billiges Mittel zu sein, um ein Buch, einen Autor, eine Facebook-Site oder eine Homepage bekannt zu machen. Und die Web-Surfer lassen sich bereitwillig locken.

Doch viele Gewinnspiele erfüllen trotz mehreren Tausend Teilnehmern nicht ihren Zweck. Bei der Konzeption oder der technischen Umsetzung wurden entscheidende Fehler gemacht.

Wolfgang Tischer, Herausgeber von literaturcafe.de, hat beim BuchSW-Branchentreffen am 30. Juni 2010 die wichtigsten Tipps, Hinweise und Warnungen zum Thema Gewinnspiele zusammengefasst. Die Anregung dazu kam aus dem Teilnehmerkreis.

Wer nicht vor Ort sein konnte, der kann sich den Vortrag hier auf literaturcafe.de als halbstündiges Video ansehen oder sogar für unterwegs als Video- oder Audio-Datei aufs iPhone oder den iPod laden.

Die Tipps für die Konzeption erfolgreicher Gewinnspiele helfen nicht nur Verlagen oder Buchautoren, sondern allen, die Gewinnspiele im Internet durchführen wollen.

Beitrag vom 16. Juni 2010 | Rubrik: Literarisches Leben, Zuschussverlage

Zuschussverlage sind keine Verlage, meint Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Quelle: wikipedia.de)

Quelle: wikipedia.de

Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger hat eine viel beachtete Rede zum Urheberrecht gehalten. Besser als diese nichtssagende Phrase lässt sich der Inhalt ihrer Worte vor der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften eigentlich nicht zusammenfassen. »Buzzword-Bingo«-Spieler hätten ihre Freude gehabt.

In der Rede war so ziemlich alles drin, doch nichts gesagt und bloß nichts konkret festgelegt. Die vielfältigen Reaktionen auf die Rede zeigen, dass jeder das heraushören konnte, was ihm urheberrechtlich in den Kram passt.

Und trotz Leutheusser-Schnarrenbergers konkreter Feststellung: »Wir können nicht einfach die Mechanismen der analogen Welt eins zu eins auf die digitale Welt übertragen« wurde zwischen den Zeilen deutlich: »… aber wir werden es dennoch versuchen«.

Mehr verblüffte ein Detail am Rande: So ganz nebenbei definierte die Justizministerin den Begriff »Verlag« und machte deutlich, dass sie Zuschussverlage und Selbstzahlerverlage nicht als Verlage betrachtet.

Beitrag vom 11. Juni 2010 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

Twitter-Lyrik-Preisträgerin Simone Kremsberger: »Je weniger dasteht, desto weniger lenkt ab«

Simone Kremsberger (Foto: Nadja Meister/Info-Media)

Simone Kremsberger (Foto: Nadja Meister/Info-Media)

Simone Kremsberger heißt die Gewinnerin des diesjährigen Twitter-Lyrik-Wettbewerbs von literaturcafe.de und BoD mit richtigem Namen. Sie twittert unter @SalonSimone.

Selbst der Jury des Wettbewerbs ist der Twitter-Name vor der Gewinn-Entscheidung nicht bekannt. Die Teilnehmer-Tweets sind in einer Excel-Tabelle gelistet, die Namen der Einsender ausgeblendet.

Da ist es spannend zu sehen, ob der Gewinner-Beitrag von einem bekannten oder unbekannten Twitterer kommt und was sie oder er sonst noch twittert und wohin ein etwaiger Link im Twitter-Profil führt.

Überraschung diesmal: Im Twitter-Profil @SalonSimone wird fast ausschließlich Lyrik getwittert.

Simon Kremsberger alias @SalonSimone kann sich nun über den gewonnenen iPod touch freuen. Wir wollten mehr über die Gewinnerin 2010 wissen und haben mit ihr gesprochen.

Beitrag vom 9. Juni 2010 | Rubrik: Literarisches Leben

Sexy Buchhändlerinnen: Ein Bericht vom Fotoshooting für den Erotikkalender

Buchhändlerin Pia beim Shooting für den KalenderDürfen sich Buchhändlerinnen nackt fotografieren lassen? Schadet oder nützt es dem Ruf, den sie in der Öffentlichkeit haben? Und werden beim geplanten Erotik-Kalender tatsächlich nackte Brüste zwischen Buchdeckeln zu sehen sein?

Tatsache ist: Seitdem das Projekt eines erotischen Fotokalenders mit Buchhändlerinnen als Models angekündigt wurde, wird darüber eifrig diskutiert. Derszeit finden die Shootings für die Monatsblätter statt, und obwohl den Kalender noch niemand gesehen hat, malen sich einige plastisch aus, wie die Fotos wohl aussehen werden. »Hat die junge Buchhändlerin eine andere Art, einen Slip zu tragen?«, will beispielsweise Jörg Sundermeier auf buch-pr wissen.

Nachdem wir das Projekt unlängst auf literaturcafe.de vorgestellt und mit Projektleiterin Simone Pfeifer gesprochen hatten, haben sich zahlreiche Buchhändlerinnen als Model beworben.

Sind Buchhändlerinnen also weniger prüde als die Kritiker des Projekts?

literaturcafe.de wollte es genau wissen und war bei einem der Fotoshootings dabei. Hier ist unser Bericht mit Bildern.

Beitrag vom 14. Mai 2010 | Rubrik: Literarisches Leben

Mediacampus Frankfurt: Fachschullehrgang nimmt Stellung zum offenen Brief der Schüler

Mediacampus in Frankfurt SeckbachDie Diskussion über die Qualität und Ausrichtung der Ausbildung auf dem Frankfurter Mediacampus (früher: »Schulen des Deutschen Buchhandels«) geht in eine weitere Runde.

Zunächst verfassten die Schüler des 162. Kurses einen offenen Brief an die Geschäftsleitung, in dem sie die mangelhafte Branchenkenntnis externer Referenten, den Weggang kompetenter Lehrkräfte und den einseitigen Schwerpunkt der Ausbildung auf den »Neuen Medien« beklagen. Auf literaturcafe.de wurde über diesen Brief heftig diskutiert.

Jetzt melden sich in einer Stellungnahme die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 33. Fachschule
zu Wort. Sie haben Verständnis für die Verunsicherung und die Ratlosigkeit der Schüler und bemängeln die fehlende Kommunikation auf dem Campus. Es werden, so die Verfasser, »Worthülsen, wie E-Commerce, Fair Play, Team Work und Longlife Learning aufgeblasen, ohne diese mit Inhalten zu füllen«.

Anders als die Schüler, denen Kritiker mangelnden Praxisbezug und einen naiv-konservativen Blick auf das Buch vorwarfen, kann dies von der 33. Fachschule nicht behauptet werden. Hier handelt es sich um ausgebildete Buchhändlerinnen und Buchhändler, die in diesem Aufbaulehrgang unter anderem die Entwicklung und Umsetzung von Marketingkonzepten sowie die Personal- und Mitarbeiterführung lernen sollen.

Beitrag vom 8. Mai 2010 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

Dokument: Offener Brief an die Geschäftsleitung des mediacampus Frankfurt von den Schülern des 162. Kurses

Offener Brief an die Geschäftsleitung des mediacampus Frankfurt von den Schülern des 162. KursesFrüher hieß er »Schulen des Deutschen Buchhandels«, heute ist er zum »Mediencampus« geworden: Der Ort auf den grünen Hügeln zwischen Seckbach und Bergen-Enkheim bei Frankfurt. Viele Buchhändlerinnen und Buchhändler aus ganz Deutschland haben hier während ihrer Ausbildung die Berufsschule besucht.

Schon die Namensänderung zeigt, dass man sich hier mehr der Zukunft zuwenden möchte. Der Buchhandel muss auf die Digitalisierung auch in seiner Ausbildung reagieren.

Doch wie dies geschieht, scheint bei den Auszubildenden nicht unbedingt auf Zustimmung zu stoßen. Mit einem offenen Brief wenden sich die Schüler des 162. Kurses, die heute ihre Zeugnisse erhalten und den Campus verlassen, an die Geschäftsleitung der Schule.

Ein Brief der Außenstehende verwundert.

Beitrag vom 4. Mai 2010 | Rubrik: Literarisches Leben, Neues im Café

Wir verlosen 10×2 Kinokarten für »Die Eleganz der Madame Michel«

Kinofilm: »Die Eleganz der Madame Michel«Am kommenden Donnerstag, dem 6. Mai 2010, läuft in den deutschen Kinos der Film »Die Eleganz der Madame Michel« an. Regisseurin Mona Achache schrieb das Drehbuch frei nach dem Bestseller-Roman »Die Eleganz des Igels« von Muriel Barbery.

Im Mittelpunkt dieses französischen Films stehen drei Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und die im gleichen Haus wohnen: die elfjährige Paloma, die beschlossen hat, sich an ihrem 12. Geburtstag umzubringen, da sie ein Erwachsenenleben im Luxus erbärmlich findet, der geheimnisvolle Japaner Kakuro Ozu, der eines Tages in das Haus einzieht – und Madame Michel, die Concierge des eleganten Pariser Wohnhauses. Madame Michel ist so, wie man sich die typische französische Hausmeisterin vorstellt: mürrisch und verschlossen. Doch man ahnt es: das Schicksal führt die drei zusammen und verläuft unerwartet.

In den französischen Kinos war der Film ein großer Erfolg und beim Internationalen  Filmfestival  in  Kairo  wurde er mit  drei  Preisen ausgezeichnet,  darunter der für die beste Regie.

Mit freundlicher Unterstützung des Senator Film Verleih verlosen wir 10 mal 2 Kinogutscheine für »Die Eleganz der Madame Michel«. Die Gutscheine können in jedem Kino, in dem der Film gezeigt wird, eingelöst werden.

Beitrag vom 3. Mai 2010 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

Brauchen Belletristik-Verlage überhaupt eine eigene Website?

Verlagswebsite: Navigation nach ThemenweltenDer Lübbe Verlag hat kürzlich seine Website neu gestaltet, »relaunched« wie man in Fachkreisen dazu sagt. Aber mal ehrlich: Erinnern Sie sich daran, wie die alte Website aussah?

Der neue Internet-Auftritt wirkt wie aus dem Lehrbuch der Web-Gestaltung: Unterschiedliche Menü- und Navigationsstrukturen sollen optimalen Zugang zu Büchern, Hörbüchern, Autoren und Sprechern, zu Buch-Genres und zielgruppenspezifischen Informationen schaffen. Man findet aktuelle Titel auf der Startseite positioniert, und YouTube-, Facebook- und Twitter-Links verknüpfen die Site mit den sozialen Netzwerken im Web. Über allem thront eine sogenannte »Bühne«, eine Werbefläche, die pro Rubrik, Genre oder Unterseite mit einem passenden Flash-Filmchen bespielt werden kann.

Doch gerade der scheinbar perfekte Lehrbuchaufbau lässt die Website beliebig, austauschbar und steril wirken. Die Website besitzt nichts Individuelles und hat den Charme eines gebohnerten Hausflurs – sauber, aufgeräumt aber unpersönlich. Würde man Verlagslogo, Farben und »Bühnenbilder« austauschen, ist sie nicht mehr als ein Passepartout, das für viele Verlag passen könnte.

Ein ernüchterndes Ergebnis, wenn man sich vergegenwärtigt, wie viel Zeit, Geld, Aufwand und Abstimmung hinter jeder »relaunchten« Website stecken. Lohnt sich das überhaupt noch?

Ist die große und allumfassende Verlags-Website eines Belletristikverlages nicht ein Relikt von gestern? Braucht ein Verlag derzeit überhaupt noch eine solche Website?

Beitrag vom 23. April 2010 | Rubrik: Literarisches Leben, Notizen

Welttag des Buches, der Muttertag des Buchhandels

Friedrich Halm (1806-1871): Buch und RoseHeute, am 23. April 2010, findet er zum 15. Mal statt: der UNESCO Welttag des Buches und des Urheberrechts. Ein Tag, an dem das Buch und das Lesen gefeiert werden soll. Der 23. April ist der Todestag von Shakespeare und Cervantes (»Don Quijote«). Laut UNESCO war der so genannte Sankt Georgstag in Katalonien immer schon der Tag gewesen, an dem man zu jedem gekauften Buch eine Rose erhielt. Ein sehr schönes symbolisches Bild.

Vor 15 Jahren freilich kannte man diesen Tag noch nicht. In Deutschland wurde er erstmals 1996 »gefeiert«, und der Buchhandel brauchte einige Jahre, bis er auch das Marketingpotenzial dieses Tages erkannte. Dabei haben es die Blumenhändler mit dem Muttertag und mittlerweile auch mit dem Valentinstag vorgemacht, dass diese Tage, sind sie erst einmal im öffentlichen Bewusstsein verankert, durchaus auch Umsatz bringen.

Im 15. Jahr seines Bestehens dürfte der Welttag des Buches zumindest bei denen bekannt sein, die hin und wieder mal ein Buch in die Hand nehmen. Vor fünf Jahren hatte der deutsche Buchhandel mit der Aktion »Leseköpfe« eine große und u.a. mit Ulrich Wickert prominent geförderte Aktion fürs Lesen ins Leben gerufen, die es heute nicht mehr gibt. Heute konzentriert man sich in erster Linie auf Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche.

Heute finden landauf landab zahlreiche Veranstaltungen in Buchhandlungen, Schulen und an anderen Orten statt.

Beitrag vom 15. April 2010 | Rubrik: Literarisches Leben

Du kannst eine Lesung nicht attraktiver machen, wenn’s der Autor nicht drauf hat

Das Ende der Wasserglaslesungen?Manchmal muss man sich wundern, welche Diskussionen losgetreten werden. Die kommen oft hochtrabend theoretisch und akademisch daher, doch bei näherer Betrachtung erscheinen sie wie ein Aprilscherz.

»Hat die Wasserglaslesung ausgedient?«, lautet solch eine aktuelle Debatte. Den Begriff prägte Prof. Stefan Porombka in einem Interview, das mit der literarischen Benachteiligung des östlichen Teils der Republik begann und mit der Forderungen nach neuen Formen der Literaturvermittlung endete.

Die »Wasserglaslesung«, das ist offenbar jene Form der Lesung, der Loriot in »Pappa ante portas« ein satirisches Denkmal setzte. Lesungen, bei denen das Publikum weitestgehend aus Frauen über 50 besteht.

Ja, möchte man da impulsiv rufen, recht hat er, der Porombka! Literatur muss spannender präsentiert werden! Literatur muss Spaß machen! Und zu Lesungen müssen wieder mehr junge Menschen kommen!

Beitrag vom 2. April 2010 | Rubrik: Hörbücher, Literarisches Leben

Argon Verlag verschenkt ein Hörbuch von Cory Doctorow – für 9.000 Euro

Hörbuch: "Little Brother" - Demnächst ungekürzt und kostenlosEs ist erfreulich, dass es dem us-amerikanischen Science-Fiction Autor Cory Doctorow immer wieder gelingt, dass auch seine deutschen Verlage neue und nicht nur kommerzielle Wege des Buchvertriebs gehen.

Bereits sein Werk »Upload« konnte neben der normal käuflich im Handel zu erwerbenden Taschenbuchversion kostenlos als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Jetzt will der zum Holtzbrinck-Konzern gehörende Argon Verlag die Hörbuchversion von Doctorows jüngstem Werk »Little Brother« in der ungekürzten Fassung kostenlos zum Download anbieten. Das Hörbuch wird gesprochen von Oliver Rohrbeck, der vielen als »Justus Jonas« der drei Fragezeichen-Hörspiele bekannt sein dürfte.

Einzige Bedingung des Argon Verlags: Vom 26. April bis zum 16. Mai 2010 müssen für die Produktion Spendengelder in Höhe von 9.000 Euro eingehen.

Beitrag vom 25. März 2010 | Rubrik: Literarisches Leben

lit.COLOGNE die 10. – Ein Rückblick von Barbara Fellgiebel

WasserglasNiemand bringt so viele Promi-Namen in einem Text unter wie sie: Barbara Fellgiebel, Autorin unserer alljährlichen Frankfurter Buchmesseimpressionen und Veranstalterin des 1. Literaturfestivals an der Algarve, hat die lit.COLOGNE in Köln besucht, die in diesem Jahr vom 10. bis 20. März 2010 stattfand. Hier ihr Bericht:

Lit.COLOGNE die Zehnte – meine Zweite. Die Faszination des Erstbesuches, der Blindheit frischer Verliebtheit nicht unähnlich, weicht der erleichternden Reihe von Wiedererkennungseffekten – wie Sex beim zweiten Mal, wo sich Fehler vermeiden lassen und man weiß, was gut tut.

Meine lit.COLOGNE beginnt am 11. März 2010 mit einem Besuch in der Maria-Hilf-Straße, dem Hauptquartier der lit.COLOGNE. Ein verstecktes Lagerlokal auf einem Hinterhof, genauso low-key mäßig, wie die drei erfolgreichen Macher von Europas bedeutendstem Literaturfestival nun mal sind. Bescheiden, zurückhaltend, lieber weniger als zu viel sagend. Kein Wunder, das Erfolgsrezept wird von vielen hinterfragt, von manchen Orten abgekupfert aber nie erreicht.

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