Zum Menü des literaturcafe.de | Zum Kontextbereich
Toplinks
Social-Media-Icons

Buchkritiken und Tipps

In dieser Rubrik finden Sie Notizen über Bücher, ausführliche Buchkritiken und kurze Tipps. Wenn Sie ein gutes Buch gelesen haben, das Sie weiterempfehlen möchten: Schreiben Sie uns eine kurze Kritik. Egal, ob es nur zwei Sätze sind oder es eine ausführliche Besprechung ist. Egal, ob das Buch eine aktuelle Neuerscheinung ist oder schon seit Jahren erhältlich ist. Einzige Bedingung: Das Buch sollte noch über den Buchhandel erhältlich sein.

Beitrag vom 25. Februar 2009 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

»Blutspuren« – Graphic Novel aus Tel Aviv von Rutu Modan

Rutu Modan: BlutspurenTel Aviv: Der kaltschnäuzige Taxifahrer Kobi bekommt einen seltsamen Anruf von Numi, einer giraffengroßen Außenseiterin aus gutem Hause. Sie will ihn unbedingt treffen, da sie glaubt, Kobis Vater sei bei einem Selbstmordattentat in der Nähe von Tel Aviv umgekommen. Dass der Sohn den Vater nicht vermisste, wundert zunächst nur den Leser: Kobi brach den Kontakt mit seinem kauzigen Vater vor Jahren ab. Entsprechend widerwillig macht er sich mit der ihm bis dato unbekannten Numi auf die Suche nach dem Herrn Papa. Doch auch Numi hat ihre eigenen Gründe, sich mit dem nicht mehr ganz jungen Taxifahrer auf die Reise zu begeben.

Nicht nur unter dem direkten Eindruck einer Israel-Reise ist man fasziniert und gefesselt von diesem Buch:

Beitrag vom 4. Februar 2009 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Literatur online

»Alle sieben Wellen« von Daniel Glattauer als Podcast

Alle sieben Wellen als PodcastFans von Emmi und Leo haben darauf sehnsüchtig gewartet: Heute – am 4. Februar 2009 – erscheint »Alle sieben Wellen«, die Fortsetzung von Daniel Glattauers eMail-Roman »Gut gegen Nordwind«.

Einige Tage später – am 16. Februar 2009 – wird das Hörbuch erhältlich sein. Es lesen wie schon den ersten Teil Andrea Sawatzki und Christian Berkel. Wer das Buch und Hörbuch liebt, der kann sich jedoch schon heute freuen, denn HörbucHHamburg präsentiert die erste halbe Stunde kostenlos als Podcast. Jeden Mittwoch erscheint ein neuer Teil, heute ging bereits der zweite online.

An diesem Podcast war das literaturcafe.de nicht ganz unbeteiligt, denn wir haben HörbucHHamburg beim Podcast-Einsatz beraten, die Dateien aufbereitet und den Intro-Hinweis produziert. Die Idee, den Anfang des Hörbuchs, das insgesamt 4 CDs umfasst, als Podcast anzubieten, stammt erfreulicherweise vom Verlag.

Beitrag vom 5. Januar 2009 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Literatur online

Elke Heidenreich im Internet: Nur 5.000 Zuschauer pro Folge?

Heidenreich im Web (mit Richard David Precht)Hat Elke Heidenreich mit ihrer Internet-Version von »lesen!« nicht einmal 5.000 Zuschauer pro Folge? Das ist zu befürchten, wenn man sich die aktuellen Klick-Zahlen ihrer letzen Sendung vom 17. Dezember 2008 anschaut.

Nachdem Heidenreich es sich mit ihrem bisherigen Arbeitgeber ZDF verscherzt hatte, wird ihre Literaturempfehlungssendung nun über das neue Internet-Angebot litcolony.de der LitCologne zum Download bereitgestellt. Für das Hosting der Videos werden die Dienstleister sevenload.de und für eine HD-Version vimeo.com genutzt. Anhand der dortigen Klickzähler können die Abrufzahlen sehr transparent mitverfolgt werden.

Beitrag vom 2. Januar 2009 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Literarisches Leben

Johannes Mario Simmel ist tot

Oft gelesenes Simmel-BuchWie verschiedene Online-Medien berichten, verstarb Bestseller-Autor Johannes Mario Simmel am Neujahrstag im schweizerischen Zug. Er wurde 84 Jahre alt. Seine Romane fanden sich insbesondere in den 70er- und 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts stets auf den Bestsellerlisten. Seine Bücher standen auch in Haushalten, die selbst damals nicht von Viellesern bevölkert waren.

Doch Simmel und Konsalik, das waren und sind für viele immer »die Seichten« ihrer Zeit gewesen: Autoren, die das Publikum liebte und die Kritiker verschmähten. Aber im Gegensatz zu Konsalik ging es Simmel immer darum, in seinen Romanen auch politische und gesellschaftliche Themen zu transportieren: Klimakatastrophe und Genmanipulation z. B. waren Dinge, die er in seinen Werken bereits Ende der 1980er aufgriff. Für die Kritiker hingegen wurde die echte und ernste Literatur nach dem Krieg von Autoren wie Böll und Grass geschrieben. Simmel war für sie  immer zu nah am Publikumsgeschmack: Trivialliteratur, die Tiefgang suggerierte.

Beitrag vom 22. Dezember 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Buddenbrooks-Verfilmung: verschwenkt, verschnitten, verschmarrt?

Mann und MarzipanEigentlich müsste das das beste Weihnachtskino sei: die Buddenbrooks-Verfilmung von Heinrich Breloer, deren Vorschaubilder die perfekte Ästhetik von Kaffee- und Margarinewerbung erwarten lassen. Kino-Kitsch und Dramatik im besten Sinne. Wer außer Die-Manns-Versteher Breloer hätte das besser gekonnt?

Doch gute Zutaten allein machen keine guten Weihnachtsplätzchen, und wenn man Richard Oehmanns Filmkritik in Telepolis glauben darf, gilt Ähnliches auch für diese Thomas-Mann-Verfilmung.  Auch Rüdiger Suchslands Kritik für den film-dienst fällt bei allem Wohlwollen und Gute-Seiten-Abgewinnen nicht positiv aus, zu sehr sei das Mannsche Buch zudem ausgeholzt worden.

Beitrag vom 18. Dezember 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Neues im Café

Die WMF 1: Rezension einer Kaffeemaschine

Stylish: Die WMF 1Nach zwölfeinhalb Jahren literaturcafe.de und unzähligen Buchbesprechungen wird es Zeit, dass wir uns endlich auch einmal dem Kaffee widmen. Deswegen rezensieren wir heute eine Kaffeemaschine. Klar, dass es nicht irgendeine Maschine sein wird, sondern die nach Angaben des Herstellers kleinste Kaffeemaschine der Welt: die WMF 1. Seit einigen Wochen tut sie nun in der literaturcafe.de-Redaktion brummend ihren Dienst.

Bislang hat der Besteck- und Küchenaccessoires-Hersteller WMF ausschließlich hochpreisige Kaffeemaschinen für die Gastronomie hergestellt. Die WMF 1 ist das genaue Gegenteil, denn sie ist gedacht für den Singlehaushalt oder das Ein-Mann- oder -Frau-Büro. Ein Kaffeemaschinchen also, das nicht nur in der Bedienung, sondern auch vom Design her überzeugt.

Beitrag vom 15. Dezember 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Literatur online

Matthias Matusseks wunderbare Buchtrailer-Parodie

Buchtrailer von Mattias Matussek

Quelle: spiegel.de

Des Spiegels Video-Blogger Matthias Matussek macht in seinem neuesten Blog schonungslos Werbung für sein neues Buch »Als wir jung und schön waren«. Unbedingt den Blog (Wichtig: Bei Matussek immer mit männlichem Artikel und ohne Zusätze wie -folge oder -beitrag!) bis zum Schluss ansehen, auch wenn der Cream-Kalauer weh tut.

In seinem Video parodiert Matussek wunderbar die grassierende und nur schwer nachvollziehbare Buchtrailer-Begeisterung der Verlage. Seine unbedingten Inhaltsempfehlungen für einen Buchtrailer:

  • Nichts über den Inhalt verraten
  • Möglichst eine Rolltreppe sollte vorkommen
  • Der Autor sollte möglichst intelligent und sensibel gucken
  • Bäume
  • Möglichst sinnlose Schriften

Matthias Matussek: Als wir jung und schön waren. Gebundene Ausgabe. 2008. S. Fischer Verlag. ISBN/EAN: 9783100489241. EUR 24,90 » Bestellen bei Amazon.de Anzeige
Matthias Matussek: Als wir jung und schön waren. Kindle Edition. 2009. Fischer E-Books » Herunterladen bei Amazon.de Anzeige
Als wir jung und schön waren von Matussek, Matthias (2008) Gebundene Ausgabe. Gebundene Ausgabe. . EUR 69,79 » Bestellen bei Amazon.de Anzeige
Als wir jung und schön waren von Matthias Matussek (4. November 2008) Gebundene Ausgabe. Gebundene Ausgabe. 1600. . EUR 62,72 » Bestellen bei Amazon.de Anzeige

Beitrag vom 12. Dezember 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

»Boston Run« von Frank Lauenroth: Ein Spannungsmarathon über 42 Kilometer

Boston Run von Frank LauenrothBrian Harding weiß, dass er den Boston Marathon gewinnen wird. Ein neues Dopingmittel wird dafür sorgen, dass er den Lauf mit einer neuen Bestzeit abschließen wird. Und niemand wird ihn des Dopings überführen können, denn das neue Mittel wirkt genau so lange, wie der Lauf dauern wird. Danach ist es abgebaut und nicht mehr nachweisbar.

Erfunden hat das Wundermittel sein Kumpan Christopher Johnson, der Brian als menschliches Versuchskaninchen auf die Strecke schickt. Christopher arbeitete einst für den amerikanischen Geheimdienst NSA, der nun hinter der Formel des Supermedikamentes her ist, um Soldaten zu ausdauernden Kampfmaschinen zu machen. Doch Chris ist auf seine ehemaligen Kollegen nicht mehr gut zu sprechen. Freiwillig will er das Mittel nicht rausrücken.

Während die Fernsehkameras auf die Marathonläufer gerichtet sind, beginnen ein Lauf und eine Jagd nach dem Dopingmittel und seinem Erfinder. Der freilich hat noch ganz andere Probleme, denn er muss den Läufer Harding vor den Nebenwirkungen des Medikaments bewahren.

Beitrag vom 11. Dezember 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Literatur online

www.zehnseiten.de: Text und Autor in der reinen Form

www.zehnseiten.deWer Literatur im Internet vermitteln will, der muss es hipp und trendy machen. Am besten mit einem Buchtrailer. So mit verwackelter Kamera und vielen Schnitten. Und witzig muss es sein. Ein Link auf Google Maps zu den Handlungsorten des Romans schafft ungeheuren Mehrwert. Und Text allein ist dröge, da muss ein flotter Beat druntergelegt werden. Wird ja mittlerweile in jeder Verkehrsdurchsage so gemacht. Und Web 2.0 muss sein: also Nutzerkommentare ermöglichen.

Quatsch!

Dass es auch ganz anders geht, nämlich ruhig, schön und ästhetisch und dass das viel ansprechender und spannender sein kann, das zeigt die neue Website www.zehnseiten.de.

Beitrag vom 28. November 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Schreiben

Unverzichtbarer Jahresbegleiter: Der Autorenkalender 2009 der 42er Autoren

AUTORENKALENDER 2009Mit der Ausgabe für 2009 erscheint er zum sechsten Mal, der Autorenkalender der 42er Autoren. Für viele Schreibenden hat er sich zum unverzichtbaren Begleiter und Impulsgeber entwickelt, denn in dem handlichen Büchlein mit Lesebändchen steckt auch für 2009 mehr drin als nur ein Kalendarium zum Notieren von Terminen.

Und wer den Autorenkalender bereits von den Vorjahren her kennt, der oder die weiß, dass selbst im reinen Kalenderteil mehr zu finden ist als nur Platz für Notizen. In diesem Jahr hat man sich bei den 42er Autoren ein Quiz ausgedacht. Tag für Tag muss anhand von Beruf und kleiner biografischer Notiz erraten werden, welcher bekannte Autor welchen Beruf ausgeübt hat – neben der Schriftstellerei. Bereits in diesem Ratespiel steckt eine Erkenntnis, die auch im Serviceteil des Kalenders aufgegriffen wird: Es ist nicht einfach, nur vom Schreiben zu leben, und selbst die großen und bekannten Autoren hatten oft mehr oder weniger spannende Hauptberufe, mit denen sie ihren Lebensunterhalt verdient haben.

Beitrag vom 25. November 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Schreiben

Kooperation mit Kaffeeröster: Das eigene Buch bei Tchibo veröffentlichen

Kooperation Tchibo-BoDDer Print-on-demand-Dienstleister Books on Demand (BoD) ist eine Kooperation mit dem Kaffeehändler Tchibo eingegangen. Ähnlich wie Postbank oder Matratzenhersteller Schlaraffia bietet BoD ein Produkt in einer exklusiven Form im Online-Shop von Tchibo in der Rubrik »Tchibo plus« an.

Im Fall von BoD kann man für 39,90 Euro das eigene Buch veröffentlichen. Hierzu erwirbt man zu diesem Preis einen digitalen Gutschein, den man selbstverständlich auch verschenken kann. In diesem Preis ist eine ISBN enthalten, sodass der Titel auch in den Katalogen der Buchgroßhändler gelistet und somit über den Buchhandel vor Ort und online bestellbar ist. Ebenfalls enthalten ist eine »persönliche Beratung«, die jedoch im Angebot im Umfang nicht näher spezifiziert ist, und ein kostenloses gedrucktes Exemplar für den Eigenbedarf (Belegexemplar). [Nachtrag: BoD hat uns mitgeteilt, dass die Beratung in keiner Weise eingeschränkt oder limitiert ist.] Das Angebot ist bis zum 6. Januar 2009 befristet, wobei die erworbenen Gutscheine in einem Zeitraum von 3 Jahren eingelöst werden müssen.

Vergleicht man dieses Angebot mit den normalen BoD-Preisen, so entspricht es dem Paket BoD Comfort, das regulär für 399 Euro angeboten wird. Beim Weg über den Kaffeeröster spart man so 350 Euro.

Beitrag vom 17. November 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Schlecht behandelt: Booker-Preisträger Aravind Adiga kommt nicht zu Lesungen nach Deutschland

Aravind Adiga: Der weiße TigerMan sieht sich im Leben immer zweimal. Und speziell zu Gästen sollte man immer freundlich sein. Sonst kommen die ein zweites Mal nicht mehr wieder, wenn man sie gerne zu Besuch hätte.

Der indische Autor Aravind Adiga, der für seinen ersten Roman »Der weiße Tiger« in diesem Jahr den Booker-Preis bekommen hat, will zu Lesungen nicht nach Deutschland kommen. Man habe ihn hier, als er das Land in seiner Stundentenzeit bereiste, zu schlecht behandelt. Konsequenterweise will er nun – da er ein gefeierter und gelobter Autor ist – nicht mehr hier her zurückkommen. In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau sagt Adiga:

Ich habe nur Deutschland und die anderen deutschsprachigen Länder abgesagt. Offen gesagt, war ich von vornherein nicht sehr erpicht darauf, nach Deutschland zu kommen. In meiner Studentenzeit in England bin ich viel gereist und war auch in Deutschland. Dort hat man mir die ganze Zeit Schwierigkeiten gemacht, weil man mich für einen illegalen Immigranten hielt. Das war sehr unangenehm.

Beitrag vom 10. November 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Ein Jahr lang Literatur zum Abreißen: Der Harenberg Kulturkalender Literatur

Harenberg Kulturkalender Literatur 2009Es gibt doch allen Ernstes Leute, die schicken einem schon jetzt eMails mit »vorweihnachtlichen Grüßen«. Nun gut, schließlich essen wir auch schon die ersten Lebkuchen, und irgendwie ist ja das ganze Jahr »vor Weihnachten«. Und in den Buchhandlungen kann man seit einigen Wochen bereits Kalender für das kommende Jahr 2009 kaufen.

Daher sei an dieser Stelle auf den »Harenberg Kulturkalender Literatur« verwiesen, der uns schon seit einigen Jahren mit täglichen Infos durch dieselben begleitet (also durch die Jahre, nicht durch die Infos… wobei: eigentlich auch durch die Infos, aber solch philosophische Betrachtungen führen hier zu weit).

Mit viel Liebe zum Detail sind im »Harenberg Kulturkalender Literatur« Infos, Texte, Leseproben und Fotos zu Büchern, Autoren, Hörbüchern und anderen literarischen Themen zusammengetragen, meist anlässlich runder Autorengeburtstage oder Buchjubiläen.

Beitrag vom 5. November 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Michael Crichton ist tot

Romane von Michael CrichtonDer us-amerikanische Schriftsteller Michael Crichton ist gestern (Dienstag, 4. November 2008) im Alter von 66 Jahren gestorben. Crichton habe bereits seit längerem an Krebs gelitten, berichten die Medien.

Der breiten Öffentlichkeit wurde der Autor bekannt, als sein Roman Jurassic Park 1993 von Stephen Spielberg verfilmt wurde. Crichton schrieb hierfür auch das Drehbuch. Der Roman erschien 1991 auf deutsch noch mit dem niedlichen Titel DinoPark. Crichtons Roman über die mit Hilfe der Wissenschaft wiederbelebten Dinosaurier war typisch für seine Stoffe. Häufig waren sie als Science-Fiction einzustufen, doch immer verstand es der Autor meisterlich, auch komplizierte Dinge so darzustellen, dass sie für den Leser glaubhaft erschienen.

Noch wurden freilich keine Saurier aus Genmaterial wiedererweckt, doch griff Crichton in seinen Werken auch immer wieder Themen auf, die kurze Zeit später alle bewegen sollten.

Beitrag vom 2. November 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Literarisches Leben

Weil der Dämon ein Stubenhocker ist: Für Maximilian Dorner liest eine Stellvertreterin

Die Stellvertreterin Susanne Plaßmann signiert auchBis zum 4. Dezember noch lädt die 11. Erfurter Herbstlese 2008 zu literarischen Veranstaltungen. Die Reihe wird getragen von Schriftstellern, sprechenden Künstlern und mehr oder weniger schreibenden mehr oder weniger Prominenten. Nicht neu ist, dass vor allem letztere die Ticketreserven schnell erschöpfen, wobei erstere mitunter Mühe haben, die Säle zu füllen. Maximilian Dorner ist in seiner Gruppe dennoch in wahrlich guter Gesellschaft, denn während Ingo Appelt und Sarah Wiener schon vor Wochen an Tickets verarmten, ist selbst Donna Leon noch nicht an die Kapazitätsgrenzen des für Sie reservierten Veranstaltungssaals gestoßen. Dorner gelingt es, das glasstählerne Atrium der Erfurter Stadtwerke annähernd zu füllen und das, obwohl der Samstagvormittag nun nicht gerade unter die Kategorie »Primetime« für Lesungen fällt.

Maximilian Dorner ist kein Betroffener, der in der Entdeckung des Schreibens die Verarbeitung seines persönlichen Schicksals sucht. Maximilian Dorner hatte die Sprache bereits erobert, als man ihm Multiple Sklerose diagnostizierte.

Seite 20 von 26««101819202122»»