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»Offene See« von Benjamin Myers an der offenen See vorgestellt

Wolfgang Tischer empfiehlt »Offene See« von Benjamin Myers an der offenen See
Wolfgang Tischer empfiehlt »Offene See« von Benjamin Myers an der offenen See

»Offene See« von Benjamin Myers ist bereits zwei Jahre nach Erscheinen ein moderner Klassiker. Simple Lebensweisheiten sind mit einer tiefer gehenden Geschichte verbunden. Eine Liebeserklärung an die Kraft der Poesie. Wolfgang Tischer empfiehlt »Offene See« an der offenen See.



»Offene See« von Benjamin Myers an der offenen See vorgestellt

»Offene See« von Benjamin Myers an der offenen See vorgestellt

»Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar«, heißt es in »Der kleine Prinz«. »Folge dem Rat deines Herzens und du wirst bei dir selbst ankommen«, heißt es bei John Strelecky. »Du hast aus dem Herzen gesprochen, und man muss immer auf sein Herz hören«, lesen wir in »Offene See« von Benjamin Myers.

Schaut man sich den Kern der Geschichte an, könnte man »Offene See« fälschlicherweise in eine Reihe mit »Der kleine Prinz«, »Das Café am Rande der Welt« oder »Der Alchimist« einordnen. Ein Mensch macht sich auf eine Reise, und an einem entfernten Ort, verrät ihm jemand die einfachen Lebensweisheiten: Verlasse die ausgetretenen Wege. Mache nicht das, was all die anderen machen oder das, was die anderen von dir erwarten. Das Leben ist kurz. Lebe deinen Traum. Und höre auf dein Herz.

Doch »Offene See« ist kein Text, der lediglich um simplen Ratschläge herumgeschrieben wurde. Die offene See ist bekanntlich tiefer, und sie kann sehr rau sein.

Es ist der 16-jährige Robert, der sich in »Offene See« auf den Weg macht. Er hat soeben die Schulzeit beendet, er stammt aus der Kohleregion im mittleren England, und eigentlich ist ihm vorherbestimmt, dass er wie sein Vater und Großvater und all die Männer vor ihnen, hinunter in die Zeche fahren wird. Es ist das Jahr 1946, und England ist noch stark vom Krieg geprägt. Robert läuft dem Sommer entgegen und nahe der Nordseeküste in den Süden und kommt zum einsam gelegenen Haus einer älteren Dame namens Dulcie Piper. Robert verdient sich sein Essen durch Handlangerdienste und so bietet er auch Dulcie an, ihren Garten von Unkraut und Gestrüpp zu befreien.

Robert wird länger bei der burschikosen und gelegentlich sehr direkten Dulcie bleiben, die so ganz anders ist als all die anderen Männer und Frauen in ihrem Alter.

Dieser Sommer wird beide verändern und auch Dulcie mit etwas konfrontieren, das sie verdrängen wollte. Benjamin Myers führt uns in seinem Roman auch in die dunklen Ecken des Lebens.

Auch als Leserinnen und Leser tauchen wir aus der »Offenen See« am Ende dieses Sommers anders auf.

Benjamin Myers hat einen modernen Klassiker geschaffen, der darüber hinaus eine ganz besondere Liebeserklärung ist an die Kraft und die Macht der Lyrik und der Poesie.

Wolfgang Tischer

Benjamin Myers; Klaus Timmermann (Übersetzung); Ulrike Wasel (Übersetzung): Offene See: Roman. Gebundene Ausgabe. 2020. DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG. ISBN/EAN: 9783832181192. 20,00 €  » Bestellen bei amazon.de Anzeige oder im Buchhandel
Benjamin Myers; Klaus Timmermann (Übersetzung); Ulrike Wasel (Übersetzung): Offene See: Roman. Taschenbuch. 2021. DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG. ISBN/EAN: 9783832165987. 12,00 €  » Bestellen bei amazon.de Anzeige oder im Buchhandel
Benjamin Myers; Ulrike Wasel (Übersetzung); Klaus Timmermann (Übersetzung): Offene See: Roman. Kindle Ausgabe. 2020. DuMont Buchverlag GmbH. 9,99 €  » Herunterladen bei amazon.de Anzeige

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2 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Tischer,
    Ihrer Buchbesprechung von „Offene See“ kann ich nur von ganzem Herzen zustimmen; ich habe das Buch mit großem Vergnügen gelesen.
    Auf einen kleinen Umstand möchte ich noch hinweisen: Der Titel des englischen Originals lautet „The Offing“. Offing ist ein Homonym und bezeichnet einerseits die offene See, wie man sie vom Ufer aus sehen kann und gleichzeitig die nähere Zukunft ( nicht die nächste und nicht eine, vielleicht erträumte, ferne Zukunft), wie man sie von seiner Gegenwart aus überblickt. Leider lässt sich diese Doppelbedeutung nicht übersetzen.
    Das Werk ist rückblickend erzählt, der Leser weiß, dass Robert es als alter Mann schreibt, in manchen Wendungen schimmert das durch, stört das Lesevergnügen jedoch nicht.
    Mit einem herzlichen Gruß,
    Martina Bartsch

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