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Ein Gedicht für Eduard Vdovkin
Gewünschtes Thema: »über das Alleinsein«

Ohne Titel

Die ersten Schritte
früh noch, in die Küche gehen,
Kaffee kochen,
den Atem hören,
der von Wänden widerhallt,
das Radio trägt Stimmen in die trüben Wochen
des düstren Winters ohne Schnee,
und dennoch, mir ist kalt.

Die Zeitung knistert,
ja, ich spreche manchmal laut,
ein Bus hält, Menschen steigen ein,
ich bin mit mir,
ich bin mir meine eig'ne Braut,
ein Weg, für mich: allein.

Der Bus fährt fort,
Gesichter auf dem Wege in die Stadt,
ich bleib zurück, als wäre dieser Ort,
das Einz'ge, was die Welt mir noch zu bieten hat.

Doch manchmal ist es schön, allein zu sein,
fern aller Missgunst, aller Rangeleien,
Allein, als Prinz, als Herrscher meiner Zeit,
noch schöner wäre es: zu zweit.

© 2004 by Hermann Mensing.

 
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