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Beitrag vom 22. Juli 2015 | Rubrik: Schreiben

Wissenschaftlich erwiesen: Café-Klang macht kreativ

Schreiben im Café

Ein moderater Geräuschpegel im Hintergrund hilft bei kreativen Arbeiten. Das haben Wissenschaftler der Universität Illinois herausgefunden. Solange eine bestimmte Lautstärke nicht überschritten werde, helfen Geräuschteppiche, wie man sie beispielsweise in einem Café findet. Einige Schriftsteller schreiben gerne in Cafés. Ob sie den Kreativitätsschub bereits unbewusst nutzen?

Überarbeiten und Korrekturlesen sollte man seine Texte jedoch nicht im Kaffeehaus, wie die Forscher ebenfalls herausgefunden habe.

Die Wissenschaftler der Universität Illinois haben die Ergebnisse ihrer Forschungen im Journal of Consumer Research veröffentlicht. Der englische Text ist auch online abrufbar.

Demnach wird Lärm über 85 dB als störend empfunden, doch liegt der Geräuschpegel zwischen moderaten 70 dB oder darunter (bis 50 dB), fördere dies die Kreativität, da eine leicht höhere Konzentration erforderlich sei.

Ist es hingegen zu still, schärfe das zwar die allgemeine Aufmerksamkeit, was jedoch gerade kreative Prozesse nicht anrege.

Die Art des Geräuschteppichs spielt dabei offenbar weniger eine Rolle. Auch das rauschende Wasser der Dusche und selbst das Brummen eines Elektromähers rege kreative Prozesse an – solange es nicht als störend wahrgenommen wird.

Die Forscher beschäftigten sich speziell mit der Kreativität. Ist hingegen konzentriertes Arbeiten gefragt, sei ein stilles Umfeld besser.

Schreiben im Café, korrigieren daheim

Demnach lässt sich wohl ableiten, dass man als Autorin oder Autor im Café schreiben sollte, zum Korrekturlesen oder Redigieren des Textes sollte man dann wieder ein stilles Umfeld suchen.

Die Betreiber der Website coffitivity.com haben die Forschungen aufgegriffen. Sie bieten verschiedene Audio-Aufnahmen aus unterschiedlichen Cafés an, um auch dann kreativen Café-Sound um die Ohren zu haben, wenn man daheim kreativ sein will. Die New York Times berichtet über die Website-Betreiber. Die Klangteppiche lassen sich kostenfrei herunterladen und es gibt sogar Apps für iPhone und Android. Gegen Geld gibt es noch zusätzlich Café-Klangwelten zum Download.

Lauter als 70 dB sollte man die Lautstärke jedoch nicht aufdrehen. Um den Schallpegel zu ermitteln, gibt es ebenfalls Apps.

Messen Sie also bei Ihrem nächsten Café-Besuch vorab nach, ob die Geräusche dort die richtige »Kreativitätslautstärke« haben.

Oder öffnen Sie beim Besuch des literaturcafe.de coffitivity.com in einem anderen Browser-Fenster :-)

Café-Klang für unterwegs: Die Coffitivity-App zum Download

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Und hiermit messen Sie die angenehmste Lautstärke < 70 dB

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3 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Diana Hillebrand schrieb am 23. Juli 2015 um 07:57 Uhr

    Ich schreibe auch gern in Cafés und ich kenne viele Kollegen, die das ebenfalls regelmäßig machen. Dabei ist uns Autoren aber durchaus bewusst, dass die Geräuschkulisse und Umgebung die Kreativität fördert. Dafür brauchen wir nicht mal eine Studie :-)
    Ich empfehle meinen Kursteilnehmern auch regelmäßig: Wenn nichts mehr geht. Laptop schnappen, raus ins Café und dort mit weniger verbissener Konzentration, dafür mit Leichtigkeit und bei einer Tasse Kaffee schreiben.
    Darüber hinaus gibt es auch noch andere gute Schreiborte…

  2. Fabian Neidhardt schrieb am 24. Juli 2015 um 10:43 Uhr

    Same here, ich schreibe meine ersten Fassungen fast ausschließlich in Zügen. Aber auch fast alle anderen Fassungen. Obwohl es mir dann tatsächlich schwerer fällt, mich auf den Inhalt zu konzentrieren. Und solche Apps gibts auch für den Computer, teilweise einstellbar, was man jetzt gerade hören will. Spannend in diesem Zusammenhang: Binaurale Beats

  3. Stephan Waldscheidt schrieb am 27. Juli 2015 um 07:49 Uhr

    Eine moderate Geräuschkulisse aktiviert, das habe ich schon während des Studiums der Konsumentenforschung gelernt — und schreibe viel in Cafés und überarbeite konzentriert im stillen Kämmerlein.

    Wichtiger aber, als sich auf Studien zu verlassen:
    1. Sich klar werden, dass man als Autor viele Hüte trägt, mal den des wilden Kreativen, mal den des peniblen Worteklaubers, mal einen ganz anderen ….
    2. Unvoreingenommen von Studien und anderen Autoren herauszufinden, was einem als Autor individuell gut tut — und was für den jeweiligen Text oder sogar für die jeweilige Romanszene am besten ist. Vielleicht schreiben sich ruhige Naturbetrachtungen in der Stille gut und hektische Verfolgungsjagden besser im Bahnhofscafé. Oder eben umgekehrt.

    Probiert euch aus, Leute!

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