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Beitrag vom 21. April 2008 | Rubrik: Willms' Woche

Willms’ Woche: Willy or no Willy – that is the question!

Willms' WocheJede Woche blickte Jennifer Willms in den Jahren 2007/2008 knapp und subjektiv auf die aktuellen literarischen Jahrestage.

Viele dicke Wälzer sind von schlauen Leuten über William Shakespeare verfasst worden. Doch egal, wie viele Seiten an biografischen Details sich aneinanderreihen, sicher weiß man nur eines: Man weiß so gut wie gar nichts über William Shakespeare.

Wir können noch nicht einmal sagen, ob wir seinen Geburtstag diese Woche zu Recht feiern, denn der Tag an dem Klein-William in Stratford-upon-Avon das Licht der Welt erblickt haben soll, ist ebenfalls nichts als pure Spekulation.

Macht aber gar nix! Glücklicherweise richtete sich die Literaturwissenschaft bei der Findung seines Geburtsdatums nach seinem Sterbetag. Wenn wir also am 23. April William Shakespeares gedenken, dann feiern wir die Feste einfach, wie sie fallen: Sollte er an diesem Tag nicht seinen 444. Geburtstag begehen, so ist er zumindest vor 392 Jahren gestorben.

Er? Leider ist man sich seit 4 Jahren auch in diesem Punkt nicht mehr ganz einig.

Ausgerechnet im Allerheiligsten, dem Globe Theatre in London, ließ die amerikanische Forscherin Robin Williams 2004 auf einem Shakespeare-Kongress die Bombe platzen: Shakespeare war eine Frau! Nicht irgendeine Frau, sondern eine Adlige: Mary Sidney Herbert, Countess von Pembroke. Zwar ist Williams Argumentation – wer hätte es gedacht – mal wieder Spekulation, jedoch klingt die Beweisführung nicht ganz abwegig: »Zu der Zeit gab es etwa 200 Bücher, die man gelesen haben musste, um Werke wie Shakespeares zu schreiben – wegen der geschichtlichen Hintergründe. Ich habe mir also die Quellen angeschaut und festgestellt, dass eine erstaunliche Zahl dieser Bücher von ihrem Bruder geschrieben waren oder von Mary Herbert selber oder von jemandem aus ihrem Literatenzirkel. Oft waren die Werke ihr gewidmet oder sogar auf ihr Verlangen hin geschrieben worden.«

Leider lässt sich aber nicht mehr eindeutig beweisen, ob William Shakespeare nun einen Willy hatte oder nicht und so rankt sich eine weitere Legende um den Theater-Titanen. Es wird sicher nicht die letzte sein.

Robin P. Williams: Sweet Swan of Avon: Did a Woman Write Shakespeare? Gebundene Ausgabe. 2006. Prentice Hall. ISBN/EAN: 9780321426406

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